Samstag, 16. September 2017

Die Mächtige - Trudi Canavan

Titel: Die Mächtige
Autorin: Trudi Canavan
Originaltitel: Successor's Promise
Verlag: Penhaligon
ISBN: 978-3764531072
Euro: 19,99
Veröffentlichungsdatum: Juni 2017
Seiten: 704
Serie: Die Magie der tausend Welten 03
Come in: Vom Verlag









Inhalt

Der mächtige Valhan scheint besiegt und seine tausendjährige Herrschaft beendet. Doch seine Anhänger, allen voran seine rechte Hand Dahli, wollen sich damit nicht abfinden und setzen alles daran, ihren Herrn wiederzubeleben. Dazu müssen sie den jungen Quall finden, der als Gefäß Valhans dienen sollte und den Rielle genau davor gerettet hat. Als sie von den Plänen erfährt, versucht sie alles, um die neue Herrschaft Valhans zu verhindern. Dahli und seine Getreuen schrecken jedoch vor nichts zurück.
Währenddessen erfährt Tyen, dass man sich seiner Erfindung, dem mechanischen Insektoid, bemächtigt hat und die Technik dazu nutzt, um Waffen daraus herzustellen. Das kann und will er nicht zulassen. Und auch Pergama ist immer noch ein Buch, statt einer lebenden, atmenden Frau, die sie einst war ...


Meinung

Erneut sind fünf Jahre vergangen, in denen sich das Leben Rielles und Tyens weitergedreht hat. Canavan stößt ihre Leser auch mitten hinein ins Geschehen, so dass kaum Zeit zum atmen bleibt, will man den Anschluss nicht verlieren. Es sind neue Welten und neue Berufe, in denen sich beide eingerichtet haben, sie treffen allerdings sehr schnell aufeinander - und kommen sich näher. Das geschieht so unmittelbar und leider auch wenig nachfühlbar, dass es unglaubhaft wirkt. Wieso zu diesem Zeitpunkt und nicht schon Jahre zuvor? Was genau zieht sie einander an? Tyen zumindest erwähnt seine Schuldgefühle gegenüber seinem Freund Baluka, er lebt sie allerdings nicht.
Auch Pergama, die Jahre in einer Schachtel verbringen musste und nicht bei Tyen war, spielt kaum noch eine Rolle, ja sie wird sogar fast komplett aus der Handlung entfernt. Damit verschenkt sich die Autorin allerdings Sympathiepunkte, denn was in Buch 1 hervorragend angelegt worden ist, verläuft nun sehr unbefriedigend im Sande. Das Buch, das einst eine lebende Person gewesen ist, und enormes Wissen über Jahrhunderte angesammelt hat, ist nicht einmal mehr Mittel zum Zweck, kein Motor für die Handlungsweisen Tyens. Sie ist nur noch da und es scheint, als wäre sie nur der Form halber noch einmal aufgetaucht.
Die Figuren wechseln recht häufig zwischen den einzelnen Welten, die sich mal mehr und mal weniger voneinander unterscheiden. Es ist mitunter nicht leicht, dem Geschehen zu folgen, da nur wenige Seiten für je eine Welt reserviert wurden. Überhaupt scheint die Autorin davon sehr angetan gewesen zu sein, denn manchmal streikt daneben doch die Handlung recht arg. Allein die Inhaltszusammenfassung zu schreiben, verlangt einem alles ab, denn das wirkliche Geschehen zu entdecken, fällt nicht leicht. Knapp siebenhundert Seiten hätten sehr leicht auf dreihundert gekürzt werden können - und vermutlich auch sollen. Es dreht sich sehr oft im Kreis, werden Dinge unnötig ausgewälzt, gerne auch mal in Dialogen, die schlicht nicht wichtig sind. Die Handlung zieht sich daher auch sehr stark in die Länge und verlangt dem Lesenden einiges an Stehvermögen ab.
Was in "Die Begabte" vielversprechend begann, hat sich ziemlich in sich selbst verloren. Es fehlt ein sichtbarer Fokus in der Handlung, es sind zu viele Einzelheiten, die untergebracht werden sollten und denen oft unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Vermutlich war nach dem Ende von Band 1 zu urteilen, ursprünglich eine andere Handlung geplant, die dann jedoch vermutlich so nicht hat durchgesetzt werden können. Möglich wäre außerdem, dass zwischen den Büchern und ihrem Verfassen zu viel Zeit vergangen ist und die Autorin nicht mehr ganz so intensiv drin war, wie noch beim jeweiligen Buch zuvor.
Die Autorin hat auf ihrer Homepage im Juni 2017 einen vierten Band angekündigt, den sie schon geplant, aber noch nicht geschrieben hat. Inwiefern das sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht könnten es neue Charaktere richten, denn immerhin besteht das Universum aus tausenden Welten, zwischen denen Magier wechseln können. "Die Mächtige" bietet ein Ende an, das offen genug für weitere Geschichten rund um Tyen und Rielle ist, dann aber bitte mit ein wenig mehr Fokus, Herzblut und mehr Intensität. So bleibt es leider nur ein Liebhaberwerk für Fans, die unbedingt alle Werke ihres Lieblingsautors gelesen haben wollen.


Die Magie der tausend Welten
1. Thief’s Magic (Die Begabte)
2. Angel of Storms (Der Wanderer)
3. Successor's Promise (Die Mächtige)


Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Erstlingswerk, der Auftakt zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Seither stürmt sie mit jedem neuen Roman die internationalen Bestsellerlisten. Allein in Deutschland wurden bislang über 2,5 Millionen Bücher von Trudi Canavan verkauft.

Kommentare:

  1. Ich habe nur ein Buch von Canavan gelesen, "Die Rebellin" und ich war so maßlos enttäuscht, meine Lesezeit an den Wälzer verschwendet zu haben. Die Autorin ist einfach nicht meins. Weder gefallen mir die Figuren, noch die Handlung. Wobei man ihr lassen muss, dass sie eine sehr schönen Weltenbau schreibt. Wenn ich das hier so lese, bleibt es wohl auch bei dem einen Buch.

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    1. Ja, ich habe auch vor vielen, vielen Jahren ein Buch der Autorin gelesen und mochte es ebenfalls nicht so. Aber nachdem eben viele Jahre ins Land gezogen waren und man sich ja auch verändert, wollte ich es noch mal versuchen. Ich bereue nicht, die Reihe gelesen zu haben. Die Autorin hat viele gute Ideen, recherchiert hervorragend und die weiblichen Figuren dürfen gerne zupacken. Leider wird es oft in eine sehr in die Länge gezogene Erzählweise gewickelt und das muss man dann eben mögen. Ich glaube nicht, dass ich noch einmal (in nächster Zeit) zu dieser Autorin greifen werde, aber in schlechter Erinnerung will ich sie nicht behalten. Es war halt nur nicht mein (subjektiver) Fall.

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