Freitag, 30. September 2011

Dein Blut auf meinen Lippen - Claudia Gabel


Titel: Dein Blut auf meinen Lippen
Autorin: Claudia Gabel
Originaltitel: Romeo and Juliet and Vampires
Verlag: rororo
ISBN: 3499257033
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: September 2011
Seiten: 240
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag







Inhalt

Julia Capulet wird in drei Tagen sechzehn Jahre alt und verwandelt sich dann, wie in ihrer Familie üblich, in einen blutsaugenden Vampir. Doch das gefällt ihr nicht, denn sie findet das Töten von Menschen unmoralisch.
Am Abend soll ein großer Ball stattfinden, auf dem man ihr auch ihren zukünftigen Ehemann vorstellen will.
Romeo Montague, dessen Familie alle Vampire jagt, ist das Töten leid. Er hat sich in Rosalind Capulet verguckt, die ihn jedoch keines Blickes würdigt. Um ihr zu imponieren, will er sich mithilfe seiner beiden besten Freunde auf dem Ball der Capulets einschleichen. Mit Knoblauch und Weihwasser bewehrt, gelingt ihnen das auch tasächlich.
Unerwartet erblickt Romeo das wunderschönste Mädchen, das er je gesehen hat und das er für einen Menschen hält. Julia. Beide verlieben sich unsterblich ineinander und wollen ungeachtet der Familienfehde für ewig zusammen sein.

Cover

Die Umschlaggestaltung hat any.way übernommen, das Foto stammt von thinkstockphotos.de.
Das deutsche Cover ist sehr ansehnlich und in sich stimmig. Doch leider weist zunächst absolut nichts daraufhin, dass es sich hierbei um einen Roman für jüngere Leser handelt. Dem Originalcover ist das zu entnehmen, denn hier ist das abgebildete Paar wesentlich jünger.

Meinung

Ein Wort vorab zu den Vampiren. Bei Claudia Gabel besitzen diese rote Augen und schweben einige Zentimeter über dem Erdboden vorwärts. Claudia Gabel hat also eine eher ungewöhnliche und teilweise leider auch etwas lächerlich wirkende Vampirform gewählt, die zudem nicht nachvollziehbar ist.
Die Vampire beginnen ihr Leben als Menschen. Wie genau die Fortpflanzung funktioniert wird nicht erklärt. Mit sechzehn Jahren vollzieht sich die Verwandlung und es muss das erste Menschenblut konsumiert werden. Obwohl damit auch Unsterblichkeit einhergeht, altern die Vampire, so dass Julias Mutter und Vater nicht gleich alt mit ihr wirken, sondern wie Erwachsene.
Obwohl ich das Original "Romeo und Julia" von William Shakespeare nie gelesen habe, sind mir doch einzelne Szenen recht gut vertraut. Darum wage ich zu behaupten, dass die Autorin sehr nahe am Original geblieben ist, wenngleich sie leider nicht die wunderschöne Sprache wiedergegeben hat. "Dein Blut auf meinen Lippen" ist also im Prinzip die Nacherzählung des Originals mit modernen Worten. Inwieweit sich Nachfolgendes auch auf eben dieses anwenden lässt, weiß ich jedoch nicht. Eine Sache unterscheidet sich jedoch deutlich, denn anders als im Original gibt es hier ein Happy End.
Die Liebesgeschichte zwischen Romeo und Julia ist schlichtweg nicht glaubhaft. Romeo schleicht sich wegen einer anderen Frau, die er glaubt abgöttisch zu lieben, Julias Cousine, beim Ball ein. Dort sieht er Julia, wechselt wenige Worte mit ihr und bittet sie sogleich, seine Frau zu werden. Auch wenn sie jung sind und genug von der Fehde der Familien haben, ist das nicht nachvollziehbar. Da die späteren Ereignisse aber auf der großen Liebe und den wahren, tiefen Gefühlen beruht, kommt leider niemals auch nur eine Emotion beim Leser an. Hinzu kommt, dass hier sehr oberflächlich erzählt wird, Kämpfe sind nicht spannend und werden beinahe nebenbei abgehandelt, Atmosphäre kommt ebenfalls nicht auf, wenn Julias Familie sie unter Druck setzt und sich so die Lage zuspitzt.
Wichtigen Handlungselementen, wie dem Plan des Mönchs wird nicht die ihnen wichtige Aufmerksamkeit geschenkt und man muss vermuten, dass sogar einiges weggelassen worden ist. So kommt es, dass die meisten Szenen wie das Entlanghangeln an einer lose zusammenhängenden Trittleiter wirken.
Trotz der nicht ganz stimmigen Handlung und der fehlenden Emotionalität liest sich die Geschichte flott weg. Julia und Romeo sind sympathisch gelungen, es wäre nur wünschenswert gewesen, wenn sie mehr Zeit hätten zusammen verbingen dürfen. Die Nebenfiguren, vor allem in Romeos Umfeld, wissen jedoch Eindruck zu hinterlassen. Mercutio ist auf jeden Fall jemand, der mit seiner offenen Art und seiner losen Zunge, schnell die Leser auf seiner Seite weiß.
Es handelt sich um einen Roman, der zusätzlich zum Original gelesen werden kann, mit den heute üblichen Redeformen für mehr Verständnis und mit dem Vampirismus für modernen Pepp sorgt. Als Einzelroman wirkt er jedoch leider recht fad und unsinnig.


Claudia Gabel, geboren in Virginia/USA, verfiel der Liebe zum Schreiben schon zu Schulzeiten. Damals verfasste sie ihren ersten Roman. Später studierte die Autorin Literatur und Rhetorik.
Heute ist Claudia Gabel Lektorin für Jugendbücher und lebt in New York.

Donnerstag, 29. September 2011

Fortsetzung zu "Shining" oder: Stephen King und die Vampire


Als einstige Alles-von-King-Leserin hat mich Folgendes sowohl gefreut, als auch verwirrt: Tor berichtet davon, dass Stephen King ein Sequel zu seinem Werk "Shining" angekündigt hat.
Die Fortsetzug, an der King derzeit noch arbeitet, wird "Dr. Sleep" heißen, das er auszugsweise an der George Mason University vorgelesen hat. Danny Torrence, der kleine Sohn des Shining-Protagonisten, ist nun erwachsen. "Dr. Sleep’s plot includes a traveling group of vampires called The Tribe which is part of the passage he read from.", wie auf Kings Homepage nachzulesen ist.
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie das alles zusammenpassen soll. Wahrscheinlich bleibt von der Ausgangsstory außer den Originalnamen nicht wirklich viel übrig.
Moviepilot fragt sich, nicht ganz zu unrecht, ob auch dieser Roman aus Kings Feder (bald) verfilmt werden wird. Die Rechte hätte sich wohl schon jemand gesichert.
Die Frage ist jetzt nur, wie sich die Geschichte entwickeln wird und ob die Fans auch mit dramatischen Veränderungen leben könn(t)en.


Mittwoch, 28. September 2011

Solange du schläfst - Antje Szillat


Titel: Solange du schläfst
Autorin: Antje Szillat
Originaltitel
Verlag: Coppenrath
ISBN: 3649602911
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2011
Seiten: 265
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag






Inhalt

Die sechzehnjährige Anna Gaudin muss mit ihren Eltern aus der Stadt hinaus aufs Land nach Malhausen ziehen. Wirklich begeistert ist sie davon nicht, was sich erst ändert, als sie in der Schule auf den eher stillen Jérôme Sanon trifft. Schnell freunden sich die beiden an und kommen sich näher.
Doch Jérôme ist ein Außenseiter und wird von den anderen Jugendlichen im Dorf, allen voran Konstatin, der Sohn des Bürgermeisters, gemobbt.
Die Gefühle der beiden gehen jedoch tief und sie wollen sich durch nichts aufhalten lassen. Nicht den anderen Teens, Annas Eltern und auch nicht Jérômes drohenden Fortzug nur wenige Monate später.
.

Meinung

Antje Szillat hat einen Roman geschrieben, der für jüngere Jugendliche, die romantische Geschichten mögen, wie geschaffen ist. Allerdings versprechen Titel und Klappentext mehr, als letztendlich gegeben ist.
Der Beginn lässt sich äußerst langsam an und beschäftigt sich nur mit Anna und Jérôme. Ihr Kennenlernen und ihr Beisammensein sind die vorherrschenden Themen, selten wird etwas aus der Umgebung erwähnt. Dabei wechseln sich Kapitel, in denen Anna in der Ich-Form erzählt und jenen, in denen Jérôme in dritter Person agiert ab. Die Sprache ist einfach und leider nur wenig abwechslungsreich, ebenfalls fehlen Details und Beschreibungen. Wenn sich das Paar ineinander verliebt, dann "hüpft" das Herz oder tut "einen Sprung". Da wären Äquivalente wünschenswert gewesen oder einfach gezeigte Bilder, statt schnöden Worten. Denn leider ist so nur wenig von der alles beherrschenden Liebe zu spüren.
Die Beziehung entwickelt sich eine Spur zu schnell, ist jedoch von romantischen Momenten, die zumeist auf Jérômes Konto gehen, geprägt. Von dem jungen Mann wird wenig erzählt, so dass er etwas blass bleibt und seine Motive sind nicht immer nachvollziehbar. Und auch, wenn er sehr sympathisch wirkt, weckt er auch eine Menge Mitleid, hat daher nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für einen Helden, den (junge) Mädchen anschmachten wollen.
Mir ging gegen den Strich, dass Annas Mutter nicht "Mama" oder "Mom" ist, sondern stets "Claudia"; beim Vater das gleiche. Es gibt noch mehr solch "liberaler Ansichten", die gutgemeint in das Geschehen gepackt worden sind und die unter Umständen nicht jedem gefallen werden.
Bis genau zur Hälfte des Romans geschieht dann erst einmal nichts weiter und dann findet das Dorffest statt, das alles verändern wird. Und ab hier zeigt Antje Szillat, dass sie eine fähige Autorin ist. Das Tempo der Geschichte nimmt rasant zu und weiß trotz des vorhersehbaren Endes einige Spannung aufzubauen. Die übersinnliche Komponente ist sehr gering gehalten, so dass auch Leser, die dafür eher weniger übrig haben, zugreifen können. Ich gehe nicht weiter darauf ein, weil sonst der gesamte Roman erzählt ist und nicht mehr gelesen werden muss.
Anna jedenfalls wird in der zweiten Hälfte stärker gefordert und kann so auch mehr aus sich herauskommen. Sie wirkte bis dato eher unreif und zickig, hier aber zeigt sich, dass sie mehr zu bieten hat. Das Geheimnis hätte sie auch ohne die Übersinnlichkeit lösen können und es ist schade, dass sie das nicht beweisen konnte. Das ist ein bisschen wie in den alten germanischen Sagen, in denen die starken Frauen immer einen "Zaubergürtel" oder ähnliches besaßen, der sie stark oder klug machte. Allein hätten sie es schließlich (aus Sicht der Mönche, die diese Sagen aufschrieben) nicht gekonnt. In der heutigen Zeit sind die Frauen jedoch weiter.
Ob das Ende ein definitives ist, steht nicht wirklich fest. "Und ich wusste: Die Geschichte von Jérôme und mir, sie würde weitergehen ..." Vielleicht können beide zusammen fortgehen, neue Abenteuer in Afrika oder Frankreich?
Insgesamt handelt es sich bei "Solange du schläfst" um einen lockeren Beziehungsroman, der sich flott wegliest und gerade in der zweiten Hälfte kaum aus der Hand zu legen ist.


http://www.antjeszillat.de/
Antje Szillat ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in der Nähe von Hannover.

Dienstag, 27. September 2011

† Sara Douglass (1957-2011)


Die weltbekannte australische Fantasyautorin Sara Douglass erlag heute ihrem langen Krebsleiden. Mein Mitgefühl gilt der Familie und den unzähligen Fans, zu denen auch ich mich zähle.
Sie wurde in Südaustralien geboren und nach der Schule erlernte sie auf Wunsch der Eltern den Beruf der Krankenschwester. Weil sie damit jedoch nicht zufrieden war, nahm sie anschließend das Studium der Englischen Geschichte auf, in dem sie 1992 promovierte. Sie hängte den Krankenschwesterjob an den Nagel und lehrte als Dozentin an der La Trobe University in Bendigo.
Im Jahr 1995 erschien ihr Roman "The Wayfarer Redemption", dem in den folgenden Jahren acht weitere Bücher der Reihe und unzählige andere folgten.
2008 wurde bei Sara Douglass Krebs diagnostiziert, gegen den sie nun heute leider den Kampf verloren hat.
Danke für all die großartigen Werke.
R.I.P.

http://www.saradouglass.com/
Sara Douglass: Verzeichnis ihrer Werke beim deutschen Verlag Piper
Meine Meinung zu "Die Macht der Pyramide"

Montag, 26. September 2011

Covergleichheit: Der Verrenkungsblick


So ein Cover kann man nicht vergessen. Zwar bietet die arme Frau einen hervorragenden Blick ins tiefe Dekolleté, am Abend hat sie aber sicher wahnsinnige Rückenschmerzen (ob's der Preis Wert ist?).
Die Leseprobe zu Cover zwei las sich übrigens gar nicht mal so schlecht. Hier ist ab Hals abwärts nicht mehr wirklich viel zu sehen und der Blick eher als "Sehnsucht zur Freiheit" (siehe Titel) zu deuten. Wirklich passen tut's leider nicht. Ich denke, das ist in beiden Fällen ein kostenloses oder zumindest preiswertes Bild gewesen, das sich dann niemand gewagt hat zu bearbeiten. Macht auch nichts, guckt man trotzdem hin.

Aleas Freundin Fabienne ist verzweifelt. Der Ruf und die Existenz ihres Nobel-Etablissements, des Lady’s Paradise, stehen auf dem Spiel, als dort Diebstähle stattfinden. Das Lady’s Paradise ist ein Erholungscenter speziell für Frauen. Alle Wünsche werden ihnen dort erfüllt, von Wellness bis hin zu atemberaubenden Edel-Callboys. Als Kundin getarnt begibt sich die Privatdetektivin Alea auf Ermittlungen der besonderen Art ...










Die junge Sklavin Ticiana wird auf dem Sklavenmarkt angeboten und entkommt nach einer beschämenden Zurschaustellung knapp einem ihr unangenehmen, alten Mann. Ihr attraktiver Retter mutet ihr jedoch gleich vor Ort eine ganze Menge zu! Aber am Ende ist nichts so, wie es scheint...











Vielen Dank an Maren für den Hinweis! Auch Teil 10 der Black Dagger muss mit einer Frau in BH und mit Perlenkette leben. Preisfrage: Auf welches Cover passt das Model am wenigsten?


Freitag, 23. September 2011

(DVD) Superman - Die Abenteuer von Lois und Clark (Ep.1+2)


Titel: Superman - Die Abenteuer von Lois und Clark (Ep.1+2)
Regisseur: Robert Butler
Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
ISBN: 7321921729461
Euro: etwa 10
Veröffentlichungsdatum: 2006
Spieldauer: gesamt 978 Minuten
Serie ab 12 Jahren
Come in: Gekauft








Inhalt

Episode 1: Die Rückkehr
Clark Kent kommt nach Metropolis, um beim Daily Planet zu arbeiten. Dort trifft er auf die Starreporterin Lois Lane, die er verwirrend und anziehend zugleich findet. Er wird eingestellt und Lois als Partner zugeteilt.
Währenddessen versucht der Milliardär Lex Luthor die Raumstation Prometheus zu sabotieren, um seine eigene Wissenschaftsstation im All zu etablieren.
Clark beginnt damit, das Leben von in Not geratenen Menschen zu retten und bittet seine Mutter um eine Art Kostüm. Und während seine Gefühle für Lois erwachen, kommen diese und Lex Luthor sich näher.
Lieblingszitat: "Was ist das? Ist es Flugzeug? Ist es ein Vogel? Nein, es ist ein Kerl in Strumpfhosen und mit einem roten Umhang!"

Episode 2: Besucher von 3-9
Einige Agenten der Regierung dringen in den Daily Planet ein und beschlagnahmen die Computer von Lois und Clark. Sie wollen Kontakt zu Superman. Die beiden Starreporter sind aufgeschreckt und finden heraus, dass die Eindringlinge gar nicht für die Regierung arbeiten. Der Anführer der "Abteilung 39" hält Superman für die Vorhut einer außerirdischen Invasion.
Während der Nachforschungen entdeckt Clark sein Erbe, das seine menschlichen Zieheltern ihm bis dato vorenthalten haben. Doch das kleine Raumschiff, mit dem er einst auf die Erde gelangte und das sein Vater vergraben hat, ist verschwunden. Die Agenten kommen Supermans wahrer Herkunft gefährlich nahe.
Lieblingszitat: "Haben Sie keine Backups auf Floppy-Disk?"

Zusatz-Features/Bild/Ton

Drei Sprachen, mehr als Untertitel, einige Interviews und Making Ofs. Special Effekts wurden 1993 noch selten mit dem Computer erstellt, da mussten die Schauspieler oft selbst ran. Trotzdem sieht es ungekünzelt aus, wenn Clark durch die Luft schwebt und natürlich, wenn er durch Wände oder Koffer ins jeweilige Innere blickt. Wirkliche Kämpfe (Face to Face) hatte er noch kaum auszustehen, so dass dies noch abzuwarten bleibt.
Lieblings-Special: Clark Kent läuft in seinem mickrigen, grauen Apartment die Wände hoch und runter und schraubt an der Glühbirne herum.
Die Übergänge sind weich, keine Hickser und in Szenen wird stets ein- und abgeleitet. Die Qualität hat unter den letzten Jahren kaum gelitten, aber es ist erkennbar, dass es sich um einen älteren Dreh handelt.

Meinung

Episode 1: Die Schöpferin und Ausführende Produzentin Deborah Joy LeVine hat ihren Figuren sehr viel Zeit zur Einführung gegeben, ehe die Handlung vollends einsetzt. Dabei wird deutlich, dass Lois allein für ihre Arbeit lebt und kein Privatleben besitzt. Sie wirkt kühl und sehr stolz, lässt sich jedoch hier und da ein wenig aus der Reserve locken, so dass klar wird, dass sie auch eine sehr weiche Seite besitzt. Ihre direkte Art hat schon so manchen potentiellen Verehrer vergrault.
Clark ist recht behütet und mit seinem großen Geheimnis aufgewachsen. Das Leben in der großen Stadt ist ihm fremd, seine Eltern sind ihm nah, er hilft älteren Damen über die Straße - kurz und gut, vom Bad Boy ist er weit entfernt. Aber diese weiche Seite macht ihn sehr anziehend - so wie das Lächeln vom noch zumeist bebrillten Dean Cain.
Zunächst ist unklar, was es mit Clark auf sich hat: er hält mit der bloßen Hand einen fahrenden Bus auf, sieht durch Häuserwände und fliegt zum Abendessen rüber nach Kansas. Sein Supermankostüm gibt es erst am Ende der Episode.
Lex Luthor wird als Gegenspieler etabliert. Er arbeitet in erster Linie für sich selbst, gibt aber vor, der Menschheit zu dienen. Lois ist fasziniert von dem sehr charmant wirkenden Milliardär, doch Clark durchschaut sofort das falsche Spiel.
Die Handlung rund um die Raumstation läuft eher im Hintergrund ab, im Vordergrund stehen die Figuren, die durch das Geschehen näher beleuchtet werden. Spannung ist hier und da gegeben, obwohl klar ist, dass Superkräfte eher Chancen für ein Happy End haben. Unfassbar auch heute noch, dass allein die Brille Clark von seinem Alter Ego distanzieren soll - und niemand merkt es.
Die Einführung in die Serie ist absolut geglückt. Die Charaktere der beiden Helden sind sympathisch und bieten viel Potential. Die sich anbahnende Liebesgeschichte birgt enorme Spannung in sich und viel Raum für Entfaltung.
Lieblingsszenen: Lex Luthor unterwirft eine Kobra mit seinem bloßen Blick.
Clark probiert die ersten Kostüme (von Miau bis Pink Monster) und bleibt bei einem mit Cape hängen.

Episode 2: Die Figuren sind etabliert, haben sich auch gegenseitig kennengelernt und leben ihren Alltag. Der arme Clark muss beinahe hilflos dabei zusehen, wie Lois' Faszination für Superman stetig wächst, während er nur ein Kollege für sie ist. Obwohl Lex Luthor in dieser Folge nicht auftritt wird deutlich, dass Clark zwei Gegner auf seinem Weg in Lois Herz ausstechen muss.
Die Szenen sind zumeist auf Emotionen angesetzt, in dieser Folge besonders Spannung. Wenn Clark versucht herauszufinden, woher er eigentlich stammt und die Agenten es ihm nicht leicht machen - Lois auch noch mittendrin ist - wirbelt dies das Geschehen mächtig durcheinander.
Die Handlung ist wieder extrem auf beide Protagonisten zugeschnitten, manchmal etwas wirr, so dass es ratsam ist, wachsam den Aktionen zu folgen und sich nicht vom Bildschirm zu entfernen.
Nebencharaktere bereichern den Hauptplot. Die rassige Klatschkolumnistin Cat in etwa, die versucht, Clark ganz Kansaslike zu verführen. Oder Lois Schwester. Obwohl diese Figuren zunächst ein wenig nach Klischee aussehen, ist ihnen eine recht individuelle Note mitgegeben worden.
Das nächste Abenteuer wartet!
Lieblingsszene: Lois und Clark werden ohne Fallschirm aus einem Flugzeug geworfen. Lois schreit sich die Seele aus dem Leib, Superman eilt zur Rettung und die Agenten schießen mit einer Rakete auf ihn - die er auffängt, umdreht und zurückschickt.


Darsteller:
Superman/ Clark Kent: Dean Cain
Lois Lane: Teri Hatcher
Lex Luthor: John Shea
Perry White (Daily Planet): Lane Smith
Jonathan Kent: Eddie Jones
Martha Kent: K Callan
Catherine "Cat" Grant: Tracy Scoggins
Lucy Lane: Elizabeth Barondes
Jimmy Olsen: Michael Landes

Donnerstag, 22. September 2011

Hör mir bloß auf mit dem Kitsch! (Buchgedanken)


Beim Anschauen der TV-Ausstrahlung von "Transformers" musste ich bei einigen der Dialoge unwillkürlich lachen oder mit den Augen rollen, obwohl das von den Autoren sicher nicht so geplant war.
Dabei schoss mir dann ein Gedanke durch den Kopf: Immer wieder heißt es, Liebesromane seien kitschig und dass man genau deswegen die Hände davon lassen solle. Wenn ER sie in seine starken Arme reißt und ihr mit heißem Atem (und sonstwas) gesteht, dass er schon immer nur Augen für sie gehabt hat ...
Plötzlich aber sah ich mich in diesem Transformers-Männerfilm mit Dialogen konfrontiert, die in etwa so gingen:

A: Aber Sergeant, das kann deinen Tod bedeuten!
B: Ich weiß, aber die Menschheit muss gerettet werden.
A. Was für ein Opfer. Wir werden an deiner Seite sterben!
B: Nein! Ich bin für die Truppe verantwortlich, also führ' du sie nach Hause ins gelobte Land. Ich folge nur meiner Bestimmung.
A salutiert mit bewegtem Gesichtsausdruck.
B (mit gebrochener Stimme): Männer! Es war eine Ehre mit euch gedient zu haben.
Alle stehen stramm (mit bewegtem Gesichtsausdruck).
B fliegt in den Sonnenuntergang.
A: Was für ein Kerl!
Denkt: Wir werden ihm ein Denkmal bauen, auf das sein Heldenmut nie vergessen wird.

Also mal ehrlich: Ist das nicht mindestens ebenso kitschig? Und lieben Männer diese Dialoge nicht mindestens ebenso sehr, wie Frauen diverse Liebeserklärungen?
Seien wir fair und lassen allen ohne Wertung ihren Spaß!
(Zu den Dialogen in diesem Film hätte ich sonst nämlich noch eine gaaanze Menge zu sagen!)

Wer immer noch nicht weiß, was ich meine, der sollte sich den Filmtrailer von "Krieg der Götter" ansehen, den ich bei Lucina entdeckt habe und der am 11.11.2011 in die deutschen Kinos kommt.

Wie bei allem wo es "zu viel des Guten" ist, wirkt es schnell unfreiwillig komisch.
Wie hoch ist eigentlich Euer Kitsch-Faktor?

Mittwoch, 21. September 2011

Nach dem Ende - Alden Bell


Titel: Nach dem Ende
Autor: Alden Bell
Originaltitel: The Reapers are the Angels
Verlag: Heyne
ISBN: 3453528336
Euro: 8,99
Veröffentlichungsdatum: Juli 2011
Seiten: 320
Kein Serientitel
Come in: Geschenk






Inhalt

Sarah Mary Williams, die sich selbst Temple nennt, ist fünfzehn und lebt in einer postapokalyptischen Welt. Ein Vierteljahrhundert zuvor wurde die Erde von einer Katastrophe heimgesucht, nach der die Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und jeden, der nicht schnell genug fliehen konnte, ebenfalls infizierten.
Für Temple sind es bloße Fleischsäcke, denen man leicht aus dem Weg gehen oder sie wenn's hart auf hart kommt, ins ewige Totenreich schicken muss. Temple kennt es nicht anders, denn sie ist in diese Welt hineingeboren worden.
Als sie wieder einmal ihren Standort wechseln muss - die Fleischsäcke gieren nach lebendem Fleisch - gelangt sie in eine Gruppe Menschen, die sich in vier Hochhäusern einer ehemals großen Stadt verschanzt haben. Als Abraham Todd versucht, Temple zu vergewaltigen, tötet sie ihn und flieht. Sein Bruder Moses Todd nimmt daraufhin die Verfolgung durch die menschenleere Zombiewildnis auf. Für Temple wird es zu einer Reise in ihr Inneres.

Cover

Die Umschlaggestaltung stammt von Nele Schütz Design und war es, das mir zuerst ins Auge gefallen ist. Passt auf jeden Fall hervorragend zur Atmosphäre des Romans und gibt die Landschaftbilder treffend wieder. Schrifttyp gefällt, auch im Inneren des Buches, beispielsweise bei den Seitenzahlen.

Meinung

Ein Roman, der allein sprachlich aus der Masse herausragt, zwar teilweise recht trashig daherkommt, aber eine umwerfend gut charakterisierte Heldin und jede Menge spannende Zukunftsszenarien in sich trägt.
Was genau geschehen ist, wird nicht gesagt. Aber es wird deutlich, dass es plötzlich über Amerika hereinbrach und schließlich nicht mehr aufzuhalten war. Die Städte und Dörfer sind verlassen, bloße Ruinen ragen ihrem Zweck beraubt in den Himmel. Einige Gruppen, mal nur drei, mal siebenhundert Menschen haben sich hier und da zusammengefunden und versuchen mit der Situation klarzukommen.
Temple gehört zu keiner von ihnen. Sie ist es gewohnt allein zu sein, sie liebt es, sich die Hochhäuser von innen anzusehen, Cracker zu essen und die wenigen Lieder zu singen, die sie kennt. Sie wurde in diese Welt hineingeboren und kann sich an das Davor nicht erinnern, versteht auch nicht wie es war und warum die Älteren es zurück haben wollen.
Ihr Leben mag kurz gewesen sein, aber es ist trotzdem angefüllt. Vor allem mit Flucht und Kampf, aber auch mit Weite und Freiheit. Sie ist an keinen Ort gebunden, fährt mit Autos oder geht zu Fuß und schaut sich das große weite Land an, in das sie hinein geschupst worden ist. Das ist ihr Leben, so will sie es. Aber da sind auch dunkle Schatten, die auf ihrer Seele lasten, Kummer, der in ihrem Herzen nistet.
Moses Todd ist ein gestandener Mann, der knapp in Temples Alter war, als die Katastrophe passierte. Er kommt nicht so wirklich klar mit der Situation und kann sich ebenfalls in keine Gemeinschaft einfügen. Obwohl er eine verwandte Seele in dem Mädchen gefunden hat, weicht er keine Sekunde von seinem Vorhaben ab. Und er ist ein hartnäckiger Verfolger, ebenso gut ausgerüstet und treffsicher, wie die Fünfzehnjährige.
Auf ihrer Flucht trifft Temple einige andere Menschen und Kommunen, die entscheidend zur Beschreibung der Welt beitragen. Es wird bis zum Schluss nicht deutlich, wie es weitergehen wird mit der Menschheit - was schon zu Beginn klar ist. "Nach dem Ende" ist kein Roman, in dem ein Heilmittel gefunden werden muss, damit die Menschheit zurück zu ihren Wurzeln gelangen kann, das verrät auch schon der Titel. Das Schlimmste ist passiert und nun lebt damit. Nur wie?
Einige seltsame Zufälle gibt es allerdings doch. Zwar kann es gut sein, dass auch nach fünfundzwanzig Jahren noch das ein oder andere Stromnetz funktioniert oder eine Zapfsäule an der Tankstelle benutzt werden kann. Es ist ja nichts zerstört, sondern einfach nur verlassen worden. Doch einige Lebensmittel und auch Cola halten sich gewiss nicht über eine so lange Zeit.
Aber eigentlich denkt man darüber beim lesen nicht nach. Da gibt es genug anderes, das gefangen nimmt und nicht so schnell aus dem Bann lässt.
Obwohl es viel Action und Kämpfe gibt, ist das eher ein Roman, der auf die Gefühle und Emotionen der Heldin setzt. Ihre Gedanken und wie sie die Welt sieht gehen ans Herz. Trotz der Jugendlichkeit Temples ist das kein Roman für jugendliche Leser, er ist frühestens ab sechzehn Jahren zu empfehlen. Erzählt wird genau und sehr bildgewaltig, im Präsens und in der dritten Person. Am Ende heißt es tapfer sein, wenn das ein oder andere Tränchen die Wange hinabrinnt.
Mit einem gewissen Zeitkontingent einfach gefangen nehmen lassen.


Pseudonym von: http://www.joshuagaylord.com/
Joshua Gaylord lives in New York. For the past ten years, he has taught high school English at an Upper East Side prep school (a modern orthodox co-educational Yeshiva). Since 2002, he has also taught literature and cultural studies courses as an adjunct professor at the New School.

Dienstag, 20. September 2011

Diana Rowlands "Kara-Gillian"-Serie geht in die vierte Runde


"Sins of the Demon", der vierte Teil der Serie wird am 03.01.2012 erscheinen.
The homicide beat in Louisiana isn't just terrifying, it's demonic. Detective Kara Gilligan of the supernatural task force has the ability to summon demons to her aid, but she herself is pledged to serve a demonic lord. And now, people who've hurt Kara in the past are dropping dead for no apparent reason. To clear her name and save both the demon and human worlds, she's in a race against the clock and in a battle for her life that just may take her to hell and back.





Die Homepage der Autorin Diana Rowland weiß es noch nicht, der große Online-Buchhändler dagegen schon: Kara Gillian geht in die vierte Runde.
In Deutschland ist die Serie bei Egmont Lyx erschienen. Leider sterben dort momentan die Serien wie die Fliegen und auch Kara Gillian ist davon nicht verschont geblieben. Dabei hat sie unheimlich viel zu bieten! Wie immer macht es die Mischung: Paranormal und Krimi/Suspence bieten für jeden etwas. Dazu kommt eine umwerfend sympathische Heldin und viel Gefühl.
Im Original wurden die Cover nach Band 2 verändert und passen nun wesentlich besser zum Inhalt. Das gleiche würde ich mir vom deutschen Verlag wünschen: Bitte keine verzärtelten Frauengesichter mehr wenn die Heldin alles andere als weich ist. Einfach versuchen und mehr Aufmerksamkeit auf eine Serie lenken, die es verdient hat, von möglichst Vielen gelesen zu werden.


Vom Dämon gezeichnet
Kara Gillian ist eine Beschwörerin, eine Frau also, die Dämonen der allerhöchsten Stufe in diese Welt rufen kann. Für die junge Polizeiermittlerin ist das ein Meilenstein, denn viele Jahre ist sie dafür von ihrer Tante unterrichtet worden.
Im realen Leben bekommt sie es mit einem Fall zu tun, bei dem die verstümmelten Leichen offenbar für ein satanisches Ritual missbraucht wurden.
Als Kara daraufhin einen Dämon beschwören und dazu befragen will, taucht statt diesem Rhyzkahl auf, der sich als weit mächtiger entpuppt, als alles, was Kara je gesehen oder beschworen hat.

Diana Rowland ist ein sehr unterhaltsamer Pageturner gelungen, den ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe.
Es liegt keine wirkliche romantische Beziehung vor, was aber alles in allem nicht schlimm ist. Was der Autorin nämlich ausgesprochen gut gelungen ist, war die Gegenüberstellung des Dämons und der Beschwörerin, da war so viel Knistern drin, so viel Sexappeal, dass es einfach Spaß gemacht hat, Seite um Seite weiterzublättern.
Die Handlung um die Morde begann sehr vielversprechend und ist sehr durchdacht. Da Frau Rowland selbst im Metier gearbeitet hat, schafft sie es alles sehr echt und plastisch darzustellen.
Die erste Häfte des Buches ist perfekt, man lernt die Heldin kennen, erfährt etwas über die Mordfälle und bekommt viel *hrr*. Aber in der zweiten Hälfte fällt das alles irgenwie ab. Nichtsdestotrotz wurde ich sehr gut unterhalten und habe alles bekommen, was ich vor dem Lesen erwartet habe. Die Heldin ist sympathisch und in ihrem Werdegang glaubhaft. In Bezug auf Männer allerdings ziemlich sprunghaft.
Was Diana Rowland sehr gut gelingt ist die Darstellung ihrer Charaktere und deren Beziehungen untereinander. Auch schreibt sie von Dingen, die sie kennt, was deutlich spürbar ist. Die sinnlich-erotischen Szenen sind gelungen, die Dialoge ebenfalls. Definitive Leseempfehlung!


Vom Dämon versucht
Kara Gillian hat sich noch nicht ganz vom ersten Fall erholt, da bekommt sie es mit einer neuen Mordserie zu tun, die eine deutliche Dämonenhandschrift trägt.
Ihre Tante und Lehrmeisterin Tessa Pazhel liegt immer noch im Koma, so dass Kara allein auf Mörderjagd gehen muss. Als aber immer mehr Menschen sterben, sucht sie gegen alle inneren Einwände Hilfe beim Dämonenfürsten Rhyzkahl, der ihr deutliche Avancen macht und sie gern für sich allein beanspruchen würde. Auch der attraktive FBI-Agent Ryan Kristoff steht ihr nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch mit viel Gefühl zur Seite. Obwohl Kara sich in ihn verliebt, kann er nicht über seinen Schatten springen, denn er verurteilt Karas Verbundenheit ans Dämonenreich. Ohne diese kann Kara aber ihren Fall nicht lösen kann. So ist sie vor eine schwere Wahl gestellt ...

Im zweiten Teil der Kara-Gillian-Serie, die in Folge gelesen werden sollte, geht es heiß her. Diana Rowland hat selbst als Kriminaltechnikerin gearbeitet, was sie in zahlreichen Details sehr authentisch in ihre Geschichte eingeflochten hat.
Diese halten die Handlung sehr lebendig. Außerdem sorgt die Autorin so von Beginn an für die richtige Atmosphäre, das bei Ermittlungen und Dämonen gleichermaßen zu erwarten sein sollte. Keine rosa Brille, sondern knallharte Action mit einer taffen, sympathischen Polizistin.
Kara ist zwar noch ziemlich angeschlagen, rappelt sich aber langsam wieder auf. Sie ist keine Überheldin und trifft nicht immer die richtige Entscheidung, was sie aber nur umso liebenswerter und menschlicher macht.
Der FBI-Ermittler Ryan ist ein starker Held, der ihr zur Seite steht, aber nicht zu ihrer Rettung nahen muss. Zwischen den beiden knistert es so gewaltig, dass es greifbar scheint. Ohne viel Gewese, allein mit Blicken und Gesten, Worten und viel Ungesagtem schafft Diana Rowland eine hochemotionale Atmosphäre.
Aber auch die Morde werden sehr spannend und mit der ein oder anderen Finte gelungen aufgelöst, so dass „Vom Dämon versucht“ ein kleines Highlight des Genres bildet.


Kara Gillian Serie (Demons):
1. Mark of the Demon (Vom Dämon gezeichnet)
2. Blood of the Demon (Vom Dämon versucht)
3. Secrets of the Demon
4. Sins of the Demons




Samstag, 17. September 2011

(Autorenplausch) Alma Alexander: Die verborgene Königin (dt.)


Titel: Die verborgene Königin
Autor: Alma Alexander
Originaltitel: The Hidden Queen
400 Seiten, ISBN: 3492264549
Euro: 14,00
http://www.almaalexander.com/











The Making Of: Die verborgene Königin und Die Rückkehr der Königin

Ich bin daran gewöhnt. Ein weiblicher Charakter tritt aus dem Äther heraus, stellt sich vor und beginnt dann damit, mir ihre Geschichte zu erzählen.

Die Geschichte von "Changers of Days" begann als eine einzelne Szene - eine Gruppe von Flüchtlingen, die vor einem mächtigen Verfolger flieht, findet einen Aussichtspunkt auf dem Gipfel eines Hügels und beobachtet trostlos den Staub der Armee, die sie verfolgt. Was ich zu diesem Zeitpunkt von ihnen wusste, war erbärmlich wenig.
Einer von ihnen, ein Mädchen namens Anghara, war der Grund dafür, dass sie hier waren - und sie hatte etwas Schreckliches in den Händen des Mannes, der sie nun verfolgte, erlitten. Ein anderer war ein Junge namens Kieran, der ganz offensichtlich in Anghara verliebt war. Zwei weitere waren ein Zwillingspaar.
Anghara spricht davon, zu einem mysteriösen Ort mit düsterem Ruf zu gehen, um Heilung für ihre verwundete Seele zu suchen.

Das war es. Das war alles, was ich hatte. Ich schrieb dies teilweise an meinem kleinen Schreibtisch, der in dem Mikrobiologielabor stand, wo ich auf meinen Abschluss hinarbeitete. Ich begann das Spiel mit der Geschichte gleichzeitig mit der Durchführung von Laborexperimenten und dem Schreiben meiner Abschlußarbeit.

Ich fand heraus, wer Anghara war - eine verbannte Prinzessin und Erbin eines uralten Thrones. Ich fand heraus, wer ihr Verfolger war - ihr Halbbruder Sif, der ihre Krone an sich gerissen hatte. Ich fand heraus, dass die Zwillinge ihre Cousins waren. Ich fand heraus, dass sie, die Zwillinge und Kieran alle im gleichen Haushalt aufgewachsen waren. Ich fand viel über eine Fähigkeit namens Sight und wie sie das Leben der jungen Anghara kontrolliert heraus.

Als ich schließlich mit dem Roman begann, stattete ich ihn mit einem Prolog aus, der viele Jahre vor dieser einzelnen Szene auf dem Hügel spielt, zu einer Zeit, als Anghara erst neun Jahre alt war. Das Ganze wuchs nach und nach. Ich schrieb Szenen in einer Art leidenschaftlicher Raserei - und dann gärte alles für Wochen oder Monate vor sich hin.

Es dauerte Monate des Schreibens, hunderte von Manuskriptseiten und das Verschieben des Plots, um schließlich die Szene zu erreichen, die ich im Forschungslabor geschrieben hatte - und zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Labor schon lange verlassen.

"Changer of Days" wurde über einen Zeitraum von drei Jahren geschrieben - inklusive einer Zeit von fast vier Monaten, als ich ganz am Ende meine glücklosen Protagonisten auf ihren Pferden mitten in einem Winterwald sitzen ließ. Schließlich musste ich zur Fertigstellung des Romans gezwungen werden, als ein Freund mich bat "tu etwas mit diesen armen Leuten bevor sie an Erfrierungen sterben!".

Endlich war es soweit. Ich habe schon eine Menge Bücher im Fantasy-Genre zuende gelesen und nun hatte ich meinen eigenen abgeschlossenen Roman in der Hand. Und was für einen Roman! Das fertige Manuskript wog fast ein Viertel von einer Million Wörter! Ich verglich die von mir gelesenen veröffentlichten Arbeiten mit dem Ding, das ich geschrieben hatte und erkannte, dass ich eine verdammt gute Story in meinen Händen hielt.

Und so begann meine Glaubensreise, eine Dekade des fortwährenden Glaubens an das Potential von "Changer of Days", nicht aufzugeben auch im Angesicht aller widrigen Umstände für Erstlingswerke.

Als ich schließlich mein Manuskript bei Harper Collins New Zealand einreichte, akzeptierten sie es unter der Bedingung, dass es in zwei Bände aufgeteilt wird. Daher gab es in den USA und anderen Editionen "The Hidden Queen" (Die verborgene Königin) und "Changers of Days" (Die Rückkehr der Königin).

Es brauchte Glauben, Ausdauer und einen hartnäckigen, unbeugsamen Traum - aber die Changer-Bücher würden veröffentlicht werden. Als ich die Nachricht hörte, weinte ich. Das Buch sammelte eine Reihe von begeisterten Kritiken und zwei Nominierungen - aber lohnender waren die Leserkommentare, die in meine Mailbox flatterten. Eines meiner liebsten erzählte von einer jugendlichen Tochter, die gerade "Changer of Days" beendet hatte und dann den ersten "Der Herr der Ringe" Filme schaute. Beim Verlassen des Kinos drehte sie sich zu ihrer Mutter um und sagte fröhlich: "Weißt du, Mama, dieser Tolkien schreibt fast so gut wie Alma."

Ich war ein Autor. "Changer of Days" war eine verdammt schöne Geschichte und nach alledem bin ich froh, dass Anghara mich ausgewählt hat, sie zu schreiben.


Freitag, 16. September 2011

(Autorenplausch) Alma Alexander: Die verborgene Königin (engl.)


Titel: Die verborgene Königin
Autor: Alma Alexander
Originaltitel: The Hidden Queen
400 Seiten, ISBN: 3492264549
Euro: 14,00
http://www.almaalexander.com/











The Making of a Novel: The Hidden Queen and Changer of Days

I'm used to this. A character steps out of the ether, introduces herself and then begins to tell me her story.

The Changer of Days story began as a single scene - a band of fugitives running from a powerful pursuer finds a vantage point on the top of a hill and from there bleakly observes the dust of the armies in pursuit. What I knew about them at this point was pitifully little.
One of them, the girl called Anghara, was the reason they were all here -- and she had suffered something terrible at the hands of the man who was now pursuing her. Another was a lad named Kieran who was obviously in love with Anghara. Two more of them were a pair of twins. Anghara spoke of going to a place of mystery and a dark reputation to seek healing for her wounded spirit.

That was it. That was all I had. I wrote this partly at my tiny desk parked in a Microbiology lab where I was working towards a degree. I started playing with the story concurrently with performing lab experiments and writing a Masters degree thesis.

I found out who Anghara was -- an ousted princess and a heir to an ancient throne. I found out who her pursuer was -- her half-brother, Sif, who had usurped her crown. I found out that the twins were her cousins. I found out that she, the twins and Kieran were all fostered in the same household. I found out much about a gift called Sight, and how it controlled young Anghara's life.

When I finally began the novel, it was with a prologue that took place many years before that isolated scene on the hilltop when Anghara was only nine years old. The thing grew, in fits and starts. I'd write a segment in a passionate fury -- and then it would fester at this point for weeks or months.

It took me months of writing, hundreds of manuscript pages, and a great deal of twisting of the plot to finally reach the scene I had written in the research lab, and by this stage I had long left that lab.

Changer of Days was written over a period of three years -- including a period of nearly four months right at the end where I left my hapless protagonists sitting on their horses in the middle of a winter wood. I finally had to be pushed into finishing the novel, by a friend who begged me to "do something with those poor people, before they die of terminal frostbite!"

So, it was finally done I continued to read a lot of books in the fantasy genre, and now that I had a completed novel of my own. And what a novel! The completed MS weighed in at almost a quarter of a million of words! I was inevitably comparing the published works I read with the thing that I had written, and was discovering that I had a damned good story on my hands.

And thus began my journey of faith, a decade of sturdy belief in the potential of Changer of Days, a refusal to give up in the face of the sort of iniquitous odds that face first-time novelists.

When I eventually submitted my manuscript to Harper Collins New Zealand, they accepted it…on condition that it be split into two volumes. These became, in the US and other editions, "The Hidden Queen" and "Changer of Days".

It had taken faith, perseverance, a stubborn and implacable dream -- but the Changer books were going to be published. When I heard the news, I cried. The book garnered a swath of glowing reviews and two award nominations - but more rewarding were the reader comments that kept filtering into my mailbox. One of my favorites has to be teenager daughter who, having just finished Changer of Days and then saw the first Lord of the Rings movie. Walking out of the cinema, she turned to her mother and said blithely, "You know, Mom, this Tolkien guy writes almost as well as Alma."

I was a writer. Changer of Days was a damn fine story, after all, and I'm glad Anghara chose me to write it.



(Die deutsche Übersetzung erfolgt morgen.)

Donnerstag, 15. September 2011

(Hörbuch) Brennender Kuss - Sophie Jordan


Titel: Brennender Kuss
Autorin: Sophie Jordan
Sprecher: Stephanie Kellner
Originaltitel: Firelight
Verlag: DAV
Spieldauer: ca. 325 min/ 5 CDs (gekürzt)
Euro: 19,99
Serie: Firelight 01
Come in: Vom Audioverlag


Inhalt

Die sechzehnjährige Jacinda Jones ist ein Draki, ein Nachkomme von Drachen(wandlern), deren größte Überlebenschance ihre heimliche Fähigkeit ist, sich in menschlicher Form bewegen zu können.
Unter Ihresgleichen ist sie etwas Besonderes, denn sie ist seit Generationen die erste, die Feuer speien kann. Das macht sie auch als Partnerin wertvoll, weswegen sie seit Kindertagen ihrem Jugendfreund Cassian versprochen ist. Obwohl sie ihn mag, möchte sie ihre Zukunft selbst bestimmen dürfen. Außerdem ist ihre Zwillingsschwester Tamra, bei der sich nie der Draki gezeigt hat, heimlich in Cassian verliebt.
Als Jacinda nur knapp einem Angriff von Drachenjägern entgeht, beschließt ihre Mutter, mit ihren Töchtern ans andere Ende des Landes zu fliehen. Dort geht Jacinda das erste Mal in eine normale Schule und trifft auch auf den mysteriösen Will Rutledge, den sie sofort als einen Drachenjäger wiedererkennt. Doch er hat sie selbst nur in Drakiform gesehen und sie glaubt, dieser Umstand würde sie schützen. Denn ihre Mutter hat ihr verboten, sich jemals wieder in einen Draki zu verwandeln, um weder sich, noch die Sippe in Gefahr zu bringen.
Aber Jacindas innerer Draki ruft und sie spürt schnell, dass sie sich in Will verliebt hat. Außerdem ist da auch noch Cassian.

Cover/Sprecherin

Das Cover mag auf den ersten Blick sehr künstlich aussehen, ist aber dennoch dergestalt, dass man fast nicht in der Lage ist, den Blick abzuwenden. Es ist größtenteils vom deutschen Buch und dieses vom Original übernommen und war es, das mich dazu bewog, die ersten Seiten anzulesen und es schließlich mitzunehmen.
Das Hörbuch gibt die Handlung gekürzt wieder, ich kann jedoch nicht behaupten, dass mir das besonders aufgefallen wäre.

Stephanie Kellner, laut Klappentext die deutsche Stimme von Jessica Alba, liest mit vollem Körpereinsatz, was deutlich herauszuhören ist. Im Video ist zu sehen, wie sehr sie an den Buchstaben und dem Inhalt hängt, wie sehr sie sich in die Figuren einzufühlen vermag. Es gelingt ihr großartig, den Grundtenor der Geschichte in sich aufzunehmen und sehr glaubhaft wiederzugeben. Die lebendige Sprechweise macht es möglich, der Geschichte lange am Stück zu folgen ohne dass sich Ermüdungserscheinungen zeigen.
Die Sprecherin hat eine klassische Ausbildung hinter sich, ist ebenfalls im Gesang und im Schauspiel bewandert, spielt Theater und leiht ihre interessante Stimme einigen bekannten Filmgrößen.
Diese Sprecherin war ein Glücksgriff für "Brennender Kuss" und es bleibt zu hoffen, dass sie im Falle der Übersetzung der beiden weiteren Serienteile ebenfalls diese Rolle übernimmt.


Meinung

Im letzten Jahr las ich das Original "Firelight" für das LoveLetter-Magazin und war nun sehr gespannt, wie es mit der deutschen Übersetzung geklappt hat. Als mir das Hörbuch angeboten wurde und mich die Hörprobe deutlich überzeugen konnte, sagte ich gern zu - auch wenn die Geschichte für die Hörausgabe gekürzt wurde.
Laut Autorenhomepage ist "Firelight" bereits in der vierten Auflage und in insgesamt siebzehn Länder verkauft. Außerdem sind die Filmrechte an Mandalay Entertainment gegangen; Nick Pustay wird versuchen, einen Film daraus zu machen.
Wie auch damals denke ich, völlig zu Recht.
Sophie Jordan weiß, wie man eine bewegende und sehr emotionale Geschichte schreibt, ist sie doch durch ihre Historicals schon seit Jahren darin geübt. "Brennender Kuss" lehnt sich spürbar an einige Bestseller des jungen Genres an, dessen Vergleiche es nicht scheuen muss.
Jacinda ist von ihrer Wesensart her ein typisches sechzehnjähriges Mädchen. Sie ist noch sehr jung, setzt sich aber mehr und mehr durch. Ihr eigener Wille, ihr eigenes Leben werden ihr von verschiedenen Charakteren vorenthalten und sie begehrt auf. Dabei kann sie allerdings alles gefährden, was andere in vielen Jahrhunderten aufgebaut haben. Diese schwere Last drückt ihre Stimmung deutlich herunter. Jacinda, die etwas Besonderes ist, es aber nicht sein will. Die glaubt, keiner könne sie verstehen, die mit ihrer (normalen) Schwester im Twist liegt, deren Mutter sie einfach nicht versteht, die leidet, leidet, leidet, aber der Welt ein fröhliches Gesicht zeigen muss. Wenn das nicht Pubertät ist, was dann?
Sie bildet also eine Figur, die wie geschaffen für junge Mädchen ist, weil sie kuhl ist, obwohl sie es nicht sein will und weil sie fühlt, was Viele in diesem Alter fühlen - ganz ohne inneren Draki.
Die Welt um die Draki jedoch sind ein großer Kritikpunkt. Vielleicht wird von der Autorin in den Folgebänden noch darauf eingegangen, aber bisher kommt die Gemeinschaft deutlich zu kurz.
So ist nicht klar, wie sich die Draki überhaupt entwickeln konnten. Auch fehlt der Grund, warum genau sie gejagt werden und wieso die Drachenjäger, die seit Jahrunderten in Sippen zusammenleben, von ihnen wissen, aber nicht von ihrer menschlichen Gestalt. Und warum weiß kein anderer Mensch von den Drachen(wandlern)?
Will ist ein sehr geheimnisvoller Held, was ihn allein schon sehr anziehend macht. Sein attraktives Gesicht, das sich hinter viel Schweigsamkeit verbirgt, paart sich mit dem Umstand, dass dieser typische Mädchenschwarm nur Augen für Jacinda hat. Diese Übermacht und die vermeintlich von ihm ausgehende Gefahr sind es, die den Großteil der Handlung beherrschen. Diese lebt in erster Linie von starken Bildern und tiefen (Mädchen)Emotionen, die den Leser schnell mitreißen und kaum mehr loslassen.
Die Gefühle zwischen Jacinda und Will entwickeln sich zunächst langsam, müssen auch den ein oder anderen Tiefschlag verkraften, gehen aber schließlich tief. Während die Welt um sie herum unterzugehen droht, bildet ihre Liebe eine Art festen Anker.
Das Ende wartet mit einem recht heftigen Cliffhanger auf, was umso enttäuschender ist, als dass es bis zum nächsten Teil in deutscher Sprache (und entsprechend als Hörbuch eingelesen) noch recht lange dauern dürfte.
"Brennender Kuss" bietet beste Unterhaltung für junge Leser und Hörer, weil es besonders für sie thematisch in die Vollen greift. Obwohl nicht alles ganz nachvollziehbar ist, was die spannende Handlung jedoch schnell vergessen lässt, tragen gerade die tollen Bilder und die tiefe Emotionalität zu einem unterhaltsamen Hörvergnügen bei.

Firelight-Serie:
1. Firelight (Brennender Kuss)
2. Vanish (September 2011)
3. noch unbekannt


http://www.sophiejordan.net/
Sophie Jordan wuchs im Hügelland von Texas auf, das sie schon früh zu Geschichten über Drachen, Kämpfer und Prinzessinnen inspirierte.
Sophie Jordan schrieb ihre erste romatische Geschichte schon in ihrer Jugend, während der langweiligen Spanischstunden in der High School. Ihre Leidenschaft für das Schreiben sorgte dann dafür, dass sie ihren Abschluß in Englisch und Geschichte machte.
Sie wurde Lehrerin für englische Literatur, nach mehreren Jahren Lehrtätigkeit an einer High School und mit der Geburt ihrer ersten Tochter beschloss Sophie Jordan ihren wirklichen Traum vom Schreiben wahr zu machen.
Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringt sie ihre Zeit gerne mit der Aufnahme von zuviel Koffein (am liebsten in Form von Latte macchiato und Cherry Cola) und bespricht Handlungsstränge mit jedem, der zuhört – ihre Kinder eingeschlossen.
Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Houston.
Sophie Jordan, die bisher nur für ihre Historicals und unter dem Sharie Kohler für ihre Paranormals bekannt war, legt mit "Firelight" ihren ersten Jugendroman vor.

Mittwoch, 14. September 2011

(DVD) Die Legende von Aang


Titel: Die Legende von Aang
Regisseur: M. Night Shyamalan
Darsteller: Noah Ringer, Dev Patel, Nicola Peltz, Jackson Rathbone
Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch
ISBN: 4010884540284
Euro: 9,99
Veröffentlichungsdatum: 2010
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Spieldauer: 99 Minuten
Serie: Teil 1 von geplanten 3
Come in: Gekauft





Inhalt

Die Geschwister Katara und Sokka stoßen eines Tages bei der Jagd auf den Jungen Aang, der mit seinem fliegenden Bison im Eis gefangen ist. Sie nehmen ihn mit zu sich nach Hause und pflegen ihn gesund.
Die Welt in der sie leben ist jedoch keine friedliche. Menschen haben gelernt, die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft zu bändigen, doch beherrscht jeder nur eines davon. Einzig der Avatar vermag es, alle Elemente zu steuern und so für Ausgleich unter den Nationen zu sorgen. Doch er ist vor einhundert Jahren verschwunden und niemand weiß wohin.
Die Feuernation hat sich als Herrscher über die anderen aufgeschwungen und unterdrückt sie. Der Prinz Suko, von seinem Vater vor Jahren verstoßen, wird auf Aang aufmerksam und vermutet in ihm den Avatar. Dieser ist der Schlüssel zu seiner triumpfahlen Heimkehr, weswegen er den Jungen gegen seinen Willen mitnimmt.
Katara und Sokka befreien Aang und machen sich mit ihm auf eine gefährliche Reise, an deren Ende die Offenbarung des Avatars stehen soll, damit endlich der Frieden zurückkehrt. Doch Aang will gar nicht der Avatar sein ...

Zusatz-Features/Bild/Ton

Drei Sprachen, Untertitel, Gag Reel und entfernte Szenen.
Sehr sprunghaft im Abgang einer Szene, was Gewöhnung bedarf, da die nächste entweder verzerrt oder etwas abgeschnitten wird.
Die Special-Effects machen durchaus etwas her, wirken aber manchmal recht plump ins Bild gesetzt.

Meinung

Die Trickfilm/Anime-Serie, auf der dieser Realfilm basiert, hat weltweit treue Fans jeden Alters. Leider kannte ich sie bisher nicht - das werde ich aber ganz sicher nachholen. Obwohl ich den Film eher mittelmäßig fand, bin ich von der Geschichte die erzählt wird, schwer begeistert.
Die Handlung wirkt ziemlich sprunghaft und es ist schwer, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zauberwelt, in der sich nur der Avatar aufhalten kann, zu unterscheiden. Da der Film ab sechs Jahren freigegeben ist und sich auch vorrangig an ein junges Publikum richtet, hätte das vermieden und generell mehr Erklärungen eingebaut werden müssen.
Leider konnte die sehr detaillreiche Handlung, die trotz allem spürbar ist, auch wenn einige Dinge oft recht abgehakt wirken, nicht komplett in die neunundneunzig Minuten gebracht werden, weshalb sich wohl auf die wichtigsten Punkte geeinigt worden ist. Das führt jedoch dazu, dass sich kaum Atmosphäre einstellten mag, wenn es in die einzelnen Szenen keine Einleitung (Zeit zum Umsehen) gibt und sich im nächsten Bild die Helden schon an einem anderen Ort befinden.
Weiterhin hatte ich den Eindruck, dass sich die Charaktere nicht recht entfalten konnten. Beispielsweise steht Katara sehr im Hintergrund, obwohl sie häufig zu neuen Handlungen anregt und beispielsweise ebenfalls das Wasserbändigen lernen muss. Das passiert aber oft stark im Hintergrund und bietet so keinen Raum, um die an und für sich interessante Figur näher kennen zu lernen.
Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte von Sokka und der Prinzessin mit dem weißen Haar geht ziemlich unter. Ganz zu schweigen von den Gewissenskonflikten, die der Gegenspieler Suko auszustehen hat.
Diese Pressung macht aus der Film-Raupe leider keinen Schmetterling, sondern verheddert sich zu sehr in den Fäden der Verpuppung.
Dennoch halte ich den Film für sehenswert, weil eine im Grunde spannende und sehr durchdachte Geschichte erzählt wird. Wenn sich jetzt mehr Zeit gelassen werden würde, um all die kleinen Dramen und Freuden zu zeigen und vielleicht der ein oder andere etwas hölzerne Dialog weggelassen, könnte das ein grandioser Film sein.
Das Ende läuft in einem großen Cliffhanger aus, da es sich um den ersten von geplanten drei Filmen handelt. Ob es den zweiten, der angeblich 2012 in die Kinos kommen soll, je geben wird, ist noch umstritten, da Teil eins weltweit leider nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte.