Samstag, 30. Juli 2011

Alien Lovers - neue Helden im Liebesroman


Wer gerne neue Geschmacksrichtungen im großen Kuchen "Liebesroman" probiert, wird in den nächsten Monaten ein neues Aroma entdecken können. Dabei ist es gar nicht so neu, nur mit den Übersetzungen hat es mal wieder gedauert.
Nach den (lebenden) Menschen, meist im historischen Gewand, sämtlichen "übersinnlichen" Kreaturen, wie Vampiren, Geistern, Gestaltwandlern, Engeln oder Drachen, geht es nun Out of Space.
"In der Science Fiction haben Außerirdische den Ruf, das Böse zu sein, gefährlich, kriegerisch, hässlich ... Sie wissen schon. Diese Wahrnehmung entstand sowohl aus der Literatur als auch durch unzählige Filme, in denen Außerirdische stets als Eindringlinge dargestellt wurden.", schreibt Heather in ihrer Kolumne "Romance in Space".
Das Genre hat von jeher nicht nur männliche Autoren und Leser gehabt, sondern auch viele weibliche. Unzufrieden mit dem eher einseitigen Bild von Außerirdischen, beschlossen sie, "dass Aliens mehr sein können als überdimensionale Käfer und schleimige Parasiten." Herausgekommen sind spannende, emotionale und auch romantische Geschichten.
Bisher waren deutsche Verlage eher zurückhaltend was die Übersetzung diverser Titel in der Science Fiction anging; das Genre wurde immer mal wieder tot gesagt. Aber vielleicht kann ein neuer Aspekt wieder mehr Leben hineinbringen.
Eine kurze, unvollständige Liste:

Ann Aguirre:
"Sonnenfeuer (Dunkles Universum 01)" (Februar 2012): Sirantha Jax ist eine begnadete Navigatorin, die in der Lage ist, Raumschiffe durch den gefährlichen Grimspace zu steuern und dabei unvorstellbare Entfernungen zurückzulegen. Doch nun soll sie für eine Tat bestraft werden, an die sie sich nicht einmal erinnert. Plötzlich taucht der geheimnisvolle March in ihrer Zelle auf. Er will Jax zur Flucht verhelfen – wenn sie die Rebellen in ihrem Kampf gegen das Regierungssystem unterstützt. Doch March scheint auch noch ein anderes Motiv zu haben, der schönen Jax die Freiheit zu schenken ...

Catherine Asaro:
"Der PSI-Faktor (Das Sternenreich von Skolia 01)": Skolia regiert ein Drittel der zivilisierten Galaxis. Ein Krieg mit dem benachbarten Sternenreich scheint jedoch unvermeidich, ein Krieg, der entweder zu Skolias Versklavung oder der Zerstörung beider Gegner führen muss. Ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten verliebt sich die telepatisch begabte Valdoria von Skolia in ihren schlimmsten Feind ...

Marcella Burnard:
1. "Enemy Within": Captain Aris Karriere ist durch den Aufenthalt in einem Aliengefängnis zerstört; sie wurde ihres Kommandos enthoben und in die wissenschaftliche Forschung zu ihrem Vater gesteckt. Doch dann überfallen Piraten das Schiff ihres Vaters.
Der Anführer Cullin Seaghdh ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Beide misstrauen sich aufs Äußerste. Cullin vermutet durch ihren Gefängnisaufenthalt eine Spionin in ihr. Und so kann er es sich nicht leisten, die Gefühle zu vertiefen, die sie in ihm wachruft.
(RITA Finalist "Best First Book")
2. "Enemy Games"

Amanda Quick, vielen Lesern von ihren historischen Liebesromanen bekannt, schreibt seit etlichen Jahren auch unter anderen Namen. So in etwa als Jayne Castle, die sich zwar ebenfalls Paranormals widmet, aber gern auch der Futuristic.
Im späten 21. Jahrhundert öffnete sich unweit der Erde ein geheimnisvoller Energievorhang, der es ermöglichte, interstellare Reisen zu unternehmen. Daraufhin packten viele Menschen ihre Koffer, um ferne Welten zu kolonialisieren, neue Gesellschaften aufzubauen und das Weltall zu erforschen. Eine dieser Welten nannten sie Harmony.
Zunächst lief es prächtig, die mitgebrachte Technologie erleichterte die Eingewöhnung und ließ den Kontakt zur Erde nie abbrechen. Doch dann schloss sich der Energievorhang ohne Vorwarnung und die Kolonisten waren von ihrer Rohstoffzufuhr abgeschnitten und mussten mit einem primitiveren Leben zurecht kommen. Was unmöglich schien, stärkte sie und Generationen später hatten sie sich eine neue Welt geschaffen, ähnlich der unseren.
Allerdings hat die neue Umgebung auch zu Veränderungen geführt, so wurden beispielsweise latente psychische Kräfte gefördert, es gibt einen mysteriösen unterirdischen Regenwald und die ein oder andere Überraschung.
Die Serie ist übrigens lose mit den historischen Romanen der Autorin verbunden.
1. After Dark
2. After Glow
3. Ghost Hunter
4. Silver Master
5. Dark Light
6. Obsidian Prey
7. Midnight Crystal
8. Canyons of Night

Gini Koch:
1. "Aliens in Armani" (Oktober 2011): Kann man die Welt wirklich mithilfe von Haarspray, einem Montblanc-Füller und Rock ’n’Roll retten? Die sexy Marketingmanagerin Kitty muss genau das tun. Bisher war ihr Leben eher langweilig, doch das ändert sich, als sie Zeugin eines Amoklaufs wird. Denn Aliens gibt es wirklich! Zusammen mit dem attraktiven Jeff Martini, einem Armani tragenden Alien der edlen Sorte, kämpft sie gegen einen außerirdischen Superparasiten, der die Menschheit aus löschen will. Mit viel Witz und Charme schlägt sie zu – und kommt dabei nicht nur dem Feind gefährlich nahe.

2. "Alien Tango" (April 2012): Die Marketingmanagerin Kitty arbeitet bereits seit fünf Monaten für die attraktiven Aliens von Alpha Centauri – ihrem Kollegen Jeff Martini kommt sie dabei immer näher. Als ein Raumschiff unerwartet zum Kennedy Space Center zurückkehrt, werden Kitty, Martini und der Rest ihres Teams angefordert, um den mysteriösen Fall aufzuklären. Dort angekommen, müssen sie sich gegen gefährliche Überwesen verteidigen und die gestrandeten Astronauten befreien. Zu allem Überfluss wird Kitty dabei von ihrer amourösen Vergangenheit eingeholt. Und die sollte sie in den Griff bekommen, bevor sie in die Fänge der Überwesen gerät ...

Linnea Sinclair:
Die Dock-Five-Serie spielt im gleichen Universum, hat aber stets ein neues Heldenpaar.
1. Gabriel's Ghost (Gewann 2006 den RITA "Best Paranormal Romance")
2. Shades of Dark (2008 P.E.A.R.L. Award "Best Science Fiction/Fantasy Romance")
3. Hope's Folly (2009 P.E.A.R.L. Award "Best Science Fiction & Futuristic Fantasy Romance")
4. Rebels and Lovers
Die Autorin hat auch einige in sich abgeschlossene Romane geschrieben, von denen die meisten ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurden.
"The Down Home Zombie Blues" wird verfilmt.

S.L. Viehl:
(Lynn Viehl)
Stardoc
"In den USA jetzt schon ein sagenhafter Erfolg: Die Abenteuer von Dr. Cherijo Grey Veil, die in ferner Zukunft von Planet zu Planet reist und bei den seltsamsten Lebewesen ihre Kunst als Ärztin unter Beweis stellt. Doch eines Tages wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt..."
1. Stardoc (Die Seuche)
2. Beyond Varallan (Der Klon)
3. Endurance (Die Flucht)
4. Shockball
5. Eternity Row
6. Rebel Ice
7. Plague of Memory
8. Omega Games
9. Crystal Healer
10. Dream Called Time

Mittwoch, 27. Juli 2011

Ein Mann von Ehre - Anne Herries


Titel: Ein Mann von Ehre
Autorin: Anne Herries
Originaltitel: Rosalyn and the Scoundrel
Verlag: Cora/ Weltbild
ISBN: 9783899417739
Euro: 4,90
Veröffentlichungsdatum: März 2009
Seiten: 252
Kein Serientitel
Come in: Gekauft









Inhalt

Miss Rosalyn Eastleigh wohnt in einem wunderschönen Haus mit weitreichenden Ländereien und kann ihren eigenen Bedürfnissen folgen. Unerwartet bekommt sie einen neuen Nachbarn, Damian Wrexham, den Earl of Marlowe. Der attraktive Mann mit dem geheimnisvollen Touch macht sofort Eindruck auf die nicht mehr ganz so junge Frau und auch Damian fühlt sich zu Rosalyn hingezogen. Während vielen Spaziergängen lernen sie sich näher kennen und lieben.
Doch dann erfährt Rosalyn, dass der Earl einst England in Schmach und Schande verließ, die ihm noch immer anhängen. Damian erklärt sich zwar bereit, ihr den Sachverhalt darzulegen, offenbart ihr jedoch auch, dass er sie trotz seiner Liebe zu ihr nie heiraten können wird. Denn auch sie wäre von seinem schlechten Ruf in der Gesellschaft betroffen.
Als Rosalyns Bruder sich verlobt und Ansprüche an das Haus, in dem sie lebt, stellt, beschließt diese um die Welt zu reisen. Damit ist ungewiss, ob sich die Liebenden je wiedersehen werden.

Cover

Wie für die Lords-und-Ladys-Reihe üblich, wurde das Cover dreigeteilt. In der unteren Hälfte eine wie ein Gemälde wirkende Szene, in der eine kleinere Jagdgesellschaft in einem Wirtshaus Rast macht.
Mittig der Titel mit dem Regency-Wappen und im oberen Teil ein sich innig zugetanes Paar. Sie in einem hellen, grünen Seidenkleid, er in weißem Hemd. Beide Kleidungsstücke sitzen nicht mehr ganz korrekt.
Warme angenehme Farben, ansprechende Motive, die jedoch leider mehr versprechen, als im Roman geboten wird.
Wer genau für die Bilder verantwortlich ist, lässt sich leider nicht genau sagen, da mehrere Agenturen angegeben sind.

Meinung

"Ein Mann von Ehre" schmökert sich auf dem Liegestuhl weg, verkraftet es, öfter mal zur Seite gelegt zu werden und hinterlässt kaum bleibenden Spuren.
Das Paar findet schon zu Beginn zueinander und führt eine liebevolle, aber dennoch zurückhaltende Beziehung. Dass beide nicht mehr taufrisch sind und ihre Entscheidungen selbst zu treffen wissen, schlägt sich ebenfalls nieder. Da scheint es fast, als gäbe es kein wirkliches Problem, denn für Rosalyn ist der Sachverhalt ohnehin klar. Sie liebt ihren Damian und lebt seit Langem abseits der Gesellschaft. Die kleineren Randgeheimnisse sind so schnell gelüftet, dass auch hier kaum Spannung auftritt.
Obwohl Rosalyn eine freundliche und charmante Heldin ist, wirkt sie manchmal etwas kühl, weil sie allzeit sehr beherrscht ist und auch in Gefahrensituationen nicht den Kopf verliert. Neben dieser allumfassenden Perfektion, auf die sie tatsächlich Anspruch erheben kann, ist nicht mehr viel Raum für Fehlerchen, was sie vielleicht etwas menschlicher gemacht hätte.
Damian ist ein anziehender Mann, der in seiner Jugend unverschuldet in eine desolate Situation geraten ist. Seltsam dabei, dass auch nach so vielen Jahren keine Veränderung eingetreten ist und Damian diese auch nicht herbeizuführen scheint. Nicht nur der Wille fehlt ihm, sondern offenkundig auch der Mut. Damit bekommt die Sache aber einiges in Richtung Feigheit, was für die Liebesbeziehung natürlich katastrophal ist, weil es so wirkt, als wäre er nicht bereit für die Liebe zu Rosalyn zu kämpfen.
Außer seltenen romantischen Küssen und verliebten Blicken gibt es keine Einzelheiten der beiden im Umgang miteinander.
Würze erhält das Geschehen jedoch durch die diversen Nebenfiguren. Zum einen der noch eher unselbständige Bruder, seine schüchterne, aber sympathische Verlobte und nicht zuletzt deren Drachen von Tante. Was sich zunächst nach Klischee anhört, ist jedoch glaubhaft und lebensecht dargestellt, mit ansprechenden, emotionalen Dialogen und genug Raum zur Entfaltung. Ein verspielter Hund und ein exotischer Junge dürfen da nicht fehlen.
Für zwischendurch durchaus zu empfehlen, eine bunte Mischung die unterhält, mehr jedoch leider nicht.


http://www.lindasole.co.uk/
Ein Pseudonym der Autorin Linda Sole.
Schreibt auch als: Lynn Granville, Anne Herries, Juliana Linden, Emma Quincey.
Geboren in Swindon, aufgewachsen in Ely in Cambridgeshire, verließ sie mit fünfzehn die Schule, um im Geschäft ihres Vaters als Friseurin zu arbeiten. Mit achtzehn Jahren heiratet sie und führte einige Jahre einen eigenen Friseurladen. 1976 begann Linda Sole mit dem Schreiben, während sie gleichzeitig versuchte, ihrem Mann dabei zu helfen, einen Antiquitätenladen zu führen. Als Anne Herries gewann sie 2004 RNA Romance Award und die Betty Neels Trophy.

Sonntag, 24. Juli 2011

Was mich bewegt hat - Spezial Oder: Der Bücherscheck


Nachträglich zu meinem Geburtstag im April haben zwei Liebe Menschen mir einen BucherScheck geschenkt. Die Freude war mindestens ebenso riesengroß wie die Wunschliste. Und bei diesem Stichwort fingen die Probleme an ...
"Gönn Dir etwas, das Du Dir sonst nie kaufen würdest!", klang in der Theorie auch ganz toll, aber wer die Wahl hat, hat die Qual.
Zuerst flogen alle Bücher von der Wunschliste, die mehr als zwölf Euronen kosten sollten, denn das ist eindeutig viel zu viel für ein Buch. Schon seit Jahren ist es mir schnurzpiepe ob ich ein HC, TB oder sonst etwas lese (außer wenn es mit in die Handtasche soll), denn für mich zählt allein der Inhalt.
Dann überlegte ich, ob das nicht eine super Gelegenheit wäre, einige angefangene Serien zu beenden oder gar eine neue anzufangen. Das sind aber auch so viele.
Das Problem durch das Aufstellen einer formal veränderten Liste änderte übrigens nichts. Um weitere Familienmitglieder mitlesen lassen zu können, wurden schließlich alle nicht-deutschsprachigen Bücher von der Liste gestrichen.
Übrig blieben zwar immer noch zu viele Wunschbücher, aber die Reihen lichteten sich. Allerdings sollten einige Werke erst in einigen Monaten erscheinen, so dass die Einlösung des Gutscheines stetig nach hinten verschoben wurde. Er selbst wurde an einen sicheren Platz, wo ich ihn auf jeden Fall wiederfinden würde, gelegt. Das zog zwei Monate später eine panische Suchaktion nach sich, bei der am Ende der BuchScheck in Reichweite auf den Schreibtisch gelegt wurde.
Ein weiterer Monat verging, in dem ich mir einige Bücher absolut versagte, obwohl ich teilweise mehrmals täglich daran vorbei lief. Die Liste wurde mehrfach verändert und der Einlösetermin nach hinten verschoben.
Als ich schließlich meinte, dass der Scheck immerhin drei Jahre gültig ist und im Oktober viele interessante Bücher erscheinen würden, wurde ich hinterrücks in meine Lieblingsbuchhandlung (die am Buchschecksystem beteiligt ist) gezerrt. Tags zuvor habe ich den blinden Fleck dort bestellt, da ich mir ziemlich sicher war, dass es Bücher des Verlages dort nicht geben würde. Was im übrigen sehr schade ist, der hat nämlich einiges zu bieten.
Die Liste habe ich am gleichen Tag - als ich mich dabei ertappte, sie neu anpassen zu wollen - entnervt gelöscht. Es sollte eine Bauchentscheidung werden, direkt im Laden.
Ha. Ha. Wie das ablief, kann man sich sicher denken.
Obwohl ich sehr gern die Neuauflage von "Die Herren von Winterfell" (George R.R. Martin) gelesen hätte - die alte Ausgabe steht noch in meinem Regal, aber es soll eine komplett neue Übersetzung sein - konnte ich mich für diesen Preis nicht begeistern. Und wollte zudem wenigstens an den Prinzipien, wenn schon nicht an der Liste festhalten.
Nach etwa einer Stunde hatte ich mich dann entschieden und herausgekommen ist das da unten. Noch einmal vielen lieben Dank, Ihr Lieben, für das tolle Geschenk! Es war positiver Stress!!





Blinder Fleck - Terri Persons
FBI-Agentin Bernadette Saint Clares zweites Gesicht lässt sie Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben. Aber manche Dinge bleiben besser unsichtbar. Es ist nicht immer leicht, mit ihr zu arbeiten, und deshalb wird sie von einem FBI-Büro zum anderen weitergereicht. Kurz nachdem sie ihren Schreibtisch im Keller des Büros im abgelegenen St. Paul bezogen hat, wird sie aufgefordert zu tun, was sie am besten kann: an einem Tatort gefundene persönliche Gegenstände verwenden, um mit den Augen eines Mörders zu sehen. Manchmal ist ihr zweites Gesicht erstaunlich exakt, dann wieder alles andere als perfekt. Der mit diesem Fall betraute Beamte, Tony Garcia, kennt Bernadettes alles andere als makellose Dienstakte und ist nicht sicher, ob er ihren Hinweisen folgen soll; die Spannung zwischen den beiden erschwert ihre Zusammenarbeit. Alles wird noch schwieriger, als sie sich mit dem neuen Mieter der Wohnung über ihr einlässt. Etwas an ihm macht sie stutzig – und dann bietet er ihr einen Hinweis auf die Identität des Mörders an.



Spiel und Verführung - Candice Hern
Sie soll sich einen Liebhaber nehmen? Dem frivolen Rat ihrer Freundinnen vom Club der Fröhlichen Witwen kann die schöne Grace wenig abgewinnen. Hat nicht ihr verstorbener Ehemann, der Bischof von London, stets jede Lust verdammt? Da wird ihre Tugendhaftigkeit jäh auf die Probe gestellt: John Grayston, Viscount Rochdale, beginnt sie zu umwerben ausgerechnet Londons bekanntester Frauenheld! Vergeblich versucht Grace, ihm zu widerstehen, seine Küsse wecken einfach zu köstliche Gefühle in ihr. Was kann daran Verwerfliches sein? Verliebt lässt sie alle Vorsicht fahren bis sie fürchten muss, dass John nur ein gemeines Spiel mit ihr treibt.



Sonnenläufer (Die Drachenprinz-Saga 1) - Melanie Rawn
Nachdem sein Vater von einem Drachen getötet wird, ist es an Prinz Rohan, sein Reich gegen Feinde von innen und außen zu verteidigen. Dabei hofft er auf die Unterstützung der Lichtläuferin Sioned, der Frau, die er liebt. Doch zum Wohle seines Volkes und zum Schutz seines Erbes muss Rohan seine Gefühle geheimhalten. Da bringt sein größter Feind Sioned in seine Gewalt, und der junge Prinz muss sich entscheiden – zwischen den Plänen zum Wohl des Reiches und seiner Liebe zu einer Lichtläuferin.



Die Kommandantin (Der Preis der Sterne 1) - Debra Doyle/James D. MacDonald
Zwischen den Sternen warten Freiheit, Abenteuer - und Gefahr
Beka will möglichst wenig mit ihrer Mutter, der Regentin der halben Galaxis, zu tun haben, sondern lieber eine einfache Raumpilotin sein. Doch nach der Ermordung ihrer Mutter bleibt Beka kaum eine Wahl. Sie muss die Assassinen finden und deren Hintermänner stellen. Doch wer Mördern nachspürt, gerät bald selbst in deren Fadenkreuz ...



Nach dem Ende - Alden Bell
Die Zeit der Menschen ist vorbei ...
Die 15-jährige Temple lebt in einer Welt, in der nur eine einzige Regel gilt: Fressen oder gefressen werden. Denn seit fünfundzwanzig Jahren ist das Angesicht der Erde nicht mehr dasselbe: Menschen leben in abgeschotteten Enklaven, umgeben von einer tödlichen Gefahr. Doch auch im Inneren der Enklaven lauern Brutalität, Gewalt und Ruchlosigkeit. Als Temple in Notwehr einen Mann tötet, muss sie fliehen. Gejagt von ihrer Vergangenheit und ihren eigenen Dämonen, begibt sie sich auf eine Reise in der verzweifelten Hoffnung auf Erlösung ...



Die Verführung des Ritters - Kris Kennedy
Gwyn flieht vor der Hochzeit mit einem ungeliebten Mann und landet in den starken Armen des Ritters Griffyn. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Romanze. Doch dann erfährt Griffyn, dass die schwarzhaarige Schönheit die Tochter seines größten Feindes ist ...

Samstag, 23. Juli 2011

Die Prophezeiung von Umbria - Deborah Hale


Titel: Die Prophezeiung von Umbria
Autorin: Deborah Hale
Originaltitel: The Wizard's Ward
Verlag: Mira
ISBN: 3899413598
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2006
Seiten: 412
Serie: Der schlafende König 01
Come in: Gekauft







Inhalt

Maura Woodbury wuchs bei dem Zauberer Langbard auf und verfügt selbst über magische Fähigkeiten. Obwohl sie sich auch auf die Wirkung von Heilkräutern versteht und damit vielen Menschen hilft, leben sie und ihr Onkel abseits der Gesellschaft.
Eines Tages eröffnet Langbard ihr, dass die Prophezeiung von Umbria wahr ist. Einst hat eine Freiheitskämpferin ihren Liebsten in einen magischen Schlaf versetzt. Wenn das Land in Not ist, soll eine Nachfahrin von ihr den schlafenden König wieder erwecken. Das Land ist in Not und Maura die einzig lebende Blutsverwandte.
Noch am gleichen Tag stolpert Maura im Wald über eine Gruppe feindlicher Han, die einen Mann verfolgen. Es gelingt ihr, ihn zu retten und in Sicherheit zu bringen.
Rath Talward ist von der jungen Frau angetan und willigt auf den Vorschlag ihres Onkels, sie bei einer Reise zu begleiten, ein.
Doch Maura hadert mit ihrer Bestimmung, vor allem, da Rath und sie sich näher kommen und sie vom Schicksal für einen anderen bestimmt ist.



Meinung


"Die Prophezeiung von Umbria" ist leider einer dieser unsteten Romane, die vorgeben mehr zu sein, als sie sind. Der Plot wirkt doch recht an den Haaren herbei gezogen und wurde nur ungenügend umgesetzt. Auch die Charaktere und deren Dialoge vermögen es nicht, über die eher enttäuschende Grundhandlung hinwegzutäuschen. Darum war nach 102 Seiten (von 412) Schluß.
Der Anfang lässt sich ruhig und unterhaltsam an, gewinnt aber schon bald an Tempo. Allerdings tauchen hier auch die ersten Ungereimtheiten auf. Beispielsweise zog Langbard Maura seit diese ein Baby war auf, bezeichnet sich als ihr (extrem liebevoller!) Vater, wird jedoch von ihr "Onkel" genannt.
Als er ihr beinahe im Vorbeigehen eröffnet, dass sie die Auserwählte ist, reagiert sie kaum, zumindest aber nicht angemessen darauf.
Dann folgt eine vorhersehbare Szene nach der nächsten. Rath wird entdeckt und von ihr gerettet und gesund gepflegt. Langbard, der mit den beiden gehen sollte wird entsorgt ... und weiter ging es dann nicht mehr. Aber es ist sicher kein Geheimnis, wen ich hinter dem "schlafenden König" vermute.
Maura ist als angenehmer Charakter angelegt worden, entwickelt sich im Beisein des Helden jedoch zu einer pubertierenden Nervensäge. Er haut leider in die gleiche Kerbe und so entstehen einige ziemlich unreife Dialoge, die ziemlich krass an der Grenze zum Fremdschämen vorbeischrammen.
Überhaupt ist die Geschichte voller Klischees. Zwar ist das der einzige Ausflug der Autorin ins Genre, doch hat der Roman mit "Fantasy" nicht wirklich viel zu tun. Es geht in erster Linie um die Beziehng der beiden Helden, das Rahmengeflecht drumherum ist nebensächlich - und wird so vernachlässigt.
Insgesamt für zwischendurch bestimmt gut zu lesen. Anspruchsvollere Leser oder jene ohne Geduld (wie ich) werden jedoch enttäuscht sein.



Der schlafende König:
1. Die Prophezeiung von Umbria (The Wizard's Ward)
2. Das Orakel von Margyle (The Destined Queen)





http://www.deborahhale.com/
Deborah Hale begann bereits als Jugendliche mit dem Schreiben von Geschichten. 1992 verfasste sie ihren ersten historischen Liebesroman. Zwei Jahre später lernte sie die Organisation Romance Writers of America kennen, besuchte dort Workshops, und schrieb anschließend ihr Manuskript noch einmal um. 1997 gewann sie den Golden Hearts Award der Romance Writers of America für die beste historische Romance. Damit begann ihre Karriere als Schriftstellerin.
Deborah Hale lebt heute mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Nova Scotia – zwischen der historischen Garnisonsstadt Halifax und dem romantischen Annapolis Valley.

Donnerstag, 21. Juli 2011

(Autorenplausch) Susanne Gerdom: Das gefrorene Lachen


Titel: Das gefrorene Lachen
Autor: Susanne Gerdom
Originaltitel, 415 Seiten
ISBN: 3800056364
Euro: 14,95
http://susannegerdom.de/










Vorhang auf:

Das "Gefrorene Lachen" ist ein Buch über Freundschaft, Könige und Garderobieren, verschmähte Liebe, einen verzauberten Prinzen, schlechte Gedichte, Shakespeare, Zirkusleute und Theaterproben, die Angst vor Clowns, Tick-Tacks und einen Drachen, Wasserspeier und Tauben und natürlich eine tapfere und kluge Heldin, die Philippa Saffronia heißt und die Tochter (und Lehrling) eines Zauberers ist.

Dieses Buch zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es fängt märchenhaft und ein bisschen albern an und wird dann düster und romantisch - wie ein gutes Theaterstück. Es zitiert Shakespeare, den Zauberlehrling von Goethe und die klassischen Clownsnummern von Tristan Rémy, es hat, wie alle meine Bücher, ein Happy End und ich habe mich während des Schreibens unsterblich in drei Wasserspeier namens Gadshill, Archidamus und Chiron verliebt. Wenn ich das Buch noch einmal schreiben müsste, dann würde es von ihren Abenteuern handeln ...

Die Geschichte des "Gefrorenen Lachens" spielt in einem verzauberten Wandertheater - oder besser: einer Mischung aus Zirkus und Theater. Das hat mich von Anfang an an dem Stoff gereizt, denn ich liebe jede Form von Theater und mag die Atmosphäre, die in einem Zirkus herrscht, diese Mischung aus Sägespänen, schiefer Musik und bunten Kostümen.
Während des Schreibens habe ich eine verkappte Coulrophobie (Angst vor Clowns) ausleben können, von der ich gar nicht wusste, dass ich an ihr leide, und ich habe gelernt, schlechte Haikus (oder etwas Ähnliches) zu schreiben. (Natürlich hätte ich noch viel lieber gelernt, GUTE Haikus zu schreiben, aber ich besitze einfach kein Talent für das Schreiben von Gedichten, auch wenn sie sich nicht reimen müssen.)
Es hat mir buchstäblich irren Spaß gemacht, einen richtig bösen Clown ins Leben zu rufen, ich habe mich gnadenlos ausgetobt, wenn es darum ging, Klatsch und Tratsch in einer "gutbürgerlichen" Kneipe zu beschreiben, ich habe Mitleid mit einem hilflosen Dschinn durchlitten und endlich einmal dafür sorgen können, dass der verwunschene Prinz von der tapferen Jungfrau erlöst wird. Oder so ähnlich.

Was soll ich sagen? Wenn derjenige, der das Buch schreibt, keinen Spaß dabei hat, dann kann es auch keinem Leser wirklich Vergnügen bereiten. Falls der Grad von Vergnügen, den ich bei der Arbeit am "Lachen" hatte, sich auch ein bisschen über die Seiten in das Gemüt der LeserInnen übertragen lässt, dann bin ich unbesorgt und freue mich auf positive Rückmeldungen.
Und wenn es nicht funktioniert haben sollte - ich versichere, ich habe mein Bestes gegeben, wertes Publikum. Bitte verzichte darauf, die arme Autorin mit Tomaten zu bewerfen. Bringt ihr lieber bei, gute Gedichte zu schreiben. Oder wenigstens mittelmäßige.

Die Generalprobe zum "Gefrorenen Lachen" ist zu meiner Erleichterung übrigens unter den erforderlichen "Pleiten, Pech und Pannen"-Vorzeichen über die Bühne gegangen, die eine gelungene Premiere garantieren. Zum Beispiel ist der falsche Vorschautext an die Buchhändler, Onlineportale usw. ausgeliefert worden.

Der richtige Text schlummert jetzt also auf meiner Festplatte - RIP. Will ihn jemand wissen?


"Hochverehrtes Publikum!
Maestro Spinelli und sein Fliegendes Theater geben sich hier, heute und jetzt die Ehre, allerlei bunte Spektakel, atemberaubende Akrobatik, zauberhafte Zaubereien und tief empfundene Dramen zur Aufführung zu bringen. Sowie einen Kraftmenschen, anmutige Balletteusen, drollige Clowns und den Großen und Unvergleichlichen Lorenzo, Magier der Könige.
Bühnenzauber - der gefährlichste unter allen Zaubern, gewebt aus Taubenfedern, Flitter, Farbe und Schminke, Holz und Leinwand, kunstvoll gesetzten Worten, Tanz und bunten Kostümen.
Theaterzauber - frei, wild und unkontrollierbar. Nehmt euch vor ihm in Acht, oder ihr seid ihm für immer verfallen!"

Licht aus. Vorhang. Applaus. (Buhrufe). Dacapo. (Pfui). Das Scheppern, mit der eine Tuba umfällt. Das Knirschen von Popcorn unter den Schuhen. Stühlerücken. Türenklappen. Staub, der sich setzt.
Eine Stimme aus dem Schnürboden: "Magst du dir die Taube mit mir teilen, Gadshill?"

Mittwoch, 20. Juli 2011

Seide und Schwert - Kai Meyer


Titel: Seide und Schwert
Autor: Kai Meyer
Originaltitel
Verlag: Piper
ISBN: 3492267297
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2010
Seiten: 416
Serie: Das Wolkenvolk 01
Come in: Vom Verlag







Inhalt

Niccolo Spini ist auf einer Wolkeninsel aufgewachsen und sehnt sich danach, die Erde betreten zu können.
Als die Wolkenwelt 1760 über China fliegt, tritt Herzog Jacopo de Medici an den Jungen heran. Der Aether, der die Pumpen der Wolkeninsel antreibt und von Drachen ausgeatmet wird, hat sich verflüchtigt. Jemand muss zum Erdboden und die Drachen suchen, damit keine Katastrophe geschieht. Da nur Niccolo, weil er lesen kann über das entsprechende Wissen - Sprache, Kultur - verfügt, soll er diese Aufgabe übernehmen.
Als die Insel zwischen zwei Berghängen stecken bleibt, macht sich Nicco auf den Weg. Dabei trifft er auf das Mädchen Nugua, die bei den Drachen aufgewachsen ist, bis diese über Nacht verschwunden sind. Sie begegnen weiteren Wanderern, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen der kleinen Truppe anschließen.
Gemeinsam machen sie sich auf die gefährliche Suche und geraten mitten hinein in einen uralten Streit der Götter bei dem das Wohl der ganzen Welt auf dem Spiel steht.


Meinung

Ein wenig aufgesetzt wirken zunächst sowohl Handlung, als auch Charaktere, aber unterhaltsam sind sie trotzdem. Dabei sind es gerade die Figuren, die das Geschehen aus sich heraus vorantreiben und dabei absolut zu fesseln wissen.
Die Gruppe als solche ist erst einmal recht typisch für eine Queste zusammengewürfelt, da fehlt auch der eher feige Tolpatsch nicht, bei dem alle Weichen daraufhindeuten, dass er sich in Zukunft noch beweisen darf. Insgesamt macht es die Figurenmischung, die trotz allem recht originell in eine eher ungewöhnliche Umgebung gesetzt wurde.
Nugua ist eine starke, junge Heldin, die sich zu wehren weiß und wenn es darauf ankommt, nicht zu unterschätzen ist. Allerdings ist ihr das Sozialverhalten unter Menschen fremd und sie hat einige Mühe, damit zurecht zu kommen. Sie weiß, dass sie anders ist, als das sowohl von ihrem Alter, als auch von ihrem Geschlecht erwartet wird und es ist schön zu sehen, dass sie (bisher) nicht vom Autor zwangsangepasst wurde. Ihre langsam erwachenden Gefühle für Nicco versüßen und verkomplizieren gleichermaßen den Ablauf.
Nicco ist ein Junge, wie es eigen ist für dieses Alter. Dabei ist er jedoch wild entschlossen und kaum von seiner Mission abzubringen. Mutig lässt er sich auf alles ein, reagiert angemessen und denkt mit. Dabei kann er nie sicher sein, dass seine Entscheidungen richtig sind und er nicht doch dem Wolkenvolk das Verderben bringt.
Zum Ende hin sind es ein bisschen viele Charaktere auf einmal, die dann zusätzlich ein wichtiges Geheimnis mit sich tragen, das sowohl mit dem Geschehen, als auch mit jenen der anderen zusammenhängen. Da heißt es wachsam sein.
Obwohl die Handlung stringent ihren Weg geht, scheinen manche Elemente recht plötzlich eingeflochten worden zu sein, so dass sich das Lesen bisweilen etwas zieht. Auf dem Weg zum Bestimmungsort machen nicht alle Zwischenhalte Sinn oder führen zu einem Ergebnis, selbst wenn sie spannende Aktionen in sich bergen und zu unterhalten wissen. Auch das führt sicherlich hier und da zu kleineren Schnaufern.
Insgesamt jedoch kann sehr leicht darüber hinweg gelesen werden. Das Ende ist natürlich offen, da es sich hier um den ersten Teil einer Trilogie handelt und weist einen großen Cliffhanger auf.
Kai Meyer hat ein sehr phantasievolles Werk geschaffen, dass schon allein durch die eher ungewöhnliche Umgebung aus der Masse heraus sticht. Dabei ist sowohl etwas fürs Herz, als auch für Actionfreunde, eine Menge Abenteuer müssen gemeistert werden und viele interessante und sehr sympathische Figuren bevölkern den Roman.





Das Wolkenvolk:
1. Seide und Schwert
2. Lanze und Licht
3. Drache und Diamant





http://www.kai-meyer.de/
Kai Meyer, geboren 1969, hat seit 1993 rund 50 Bücher veröffentlicht. Weltweit beträgt seine Auflage mehrere Millionen Exemplare. Übersetzungen erscheinen in rund 28 Sprachen, darunter Ausgaben in den USA, England, Japan, Italien, Frankreich, Spanien und Russland.

Samstag, 16. Juli 2011

Covergleichheit: Die Haarsträhne


Als ich kürzlich in den Jugendbuch-Neuerscheinungen blätterte - und mein Gott, gibt es denn wirklich keine bezahlbaren? Kein Wunder, dass die Kids nicht mehr lesen! - entdeckte ich Ana Alonsos Roman "Illusion: Das Zeichen der Nacht". Sofort wusste ich: Das Covermädchen kennst Du!
Nur woher?
Zwei Tage später sah ich es, zufällig. Amber Kizers "Meridian: Dunkle Umarmung" zeigt die gleiche träumerische Pose. Wobei sie bei ersterem Beispiel mehr traurig und beim zweiten fast verspielt wirkt. Da macht wohl das Restcover mit den Gefühlen des Zuschauers was es will.
Edit: Der Beitrag ist schon eine Weile fertig, aber in den letzten Tagen habe ich die Haarsträhne samt zugehörigem Model noch auf anderen Blogs entdecken können. Sie wurde offenbar auf mindestens vier Covern abgebildet - da fragt man sich ob es sich für sie auch gelohnt hat. Offenbar ist die Pose sehr beliebt und vielseitig verwendbar. ;-)

Noch kein Klappentext vorhanden. Die Verlagshomepage hat das Buch noch nicht gelistet. Es ist allerdings ein zweiter Teil. Teil 1: "Vision: Das Zeichen der Liebenden".



»Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Mädchen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte …«

Donnerstag, 14. Juli 2011

Verlagsgeplauder - Ebooks – technische Revolution oder teure Sackgasse?


Der Verleger Torsten Low plaudert aus dem Nähkästchen. Und das auch noch gern! In regelmäßigen Abständen wird er sich ein Thema wählen und einige Worte dazu aufschreiben. Alle, die sich näher dafür interessieren, sind herzlich eingeladen, sich diese Worte durchzulesen und zu kommentieren. Mehr noch: Interessiert ein Thema besonders? Dann her damit, Torsten antwortet gern.







E-Books – technische Revolution oder teure Sackgasse?



Als Informatiker ist mir das Thema E-Book schon seit Ewigkeiten ein Begriff. Schon Ende der neunziger Jahre war das PDF für Dokumentationen für mich ein guter Bekannter.
Es muss 1999 gewesen sein, als ich dann das erste mal von einem separaten Reader las. Damals wurde das Rocket Ebook von NuvoMedia auf den Markt gebracht.



Der ewige Hype ...



Ich gebe zu, ich war äußerst begeistert. Und wenn das gute Stück nicht so teuer gewesen wäre, hätte ich mir damals glatt eins zugelegt.
Die Branche überschlug sich in Lobeshymnen. Der Buchmarkt würde, so die allgegenwärtige Meinung, von Grund auf revolutioniert werden. Binnen weniger Jahre würden gedruckte Bücher Seltenheitswert bekommen. Viele gingen davon aus, dass das traditionelle Buch in nur wenigen Jahren verdrängt sein würde. Ich übrigens auch.
Nun, kurze Zeit später wurde die Produktion des Rocket EBooks eingestellt und niemand wagte mehr, von dem Erfolgszug der E-Books zu sprechen.



Es muss 2004 gewesen sein, als der nächste ernst zu nehmende E-Book-Reader auf den Markt kam – diesmal ein Sony. Das Gerät war in Japan wohl ein Renner und einer der Nachfolger wurde 2008 in Deutschland vorgestellt. Ich hatte die Gelegenheit, den Sony Reader eines Bekannten aus den USA zu „befingern“, empfand aber das Preis-Leistungs-Verhältnis als bei weitem zu teuer.
Auch diesmal erging sich die Presse wieder in Hurra-Rufen, die ein baldiges Ende des traditionellen Buches in den nächsten Jahren vorhersagten. Ich war mittlerweile skeptischer, betrachtete die Zahlen mit Zweifel – und behielt Recht. Seinen geplanten Siegeszug trat der Sony Reader in Deutschland und Europa nicht an. Welchen Einfluss die Wahl zum Schlechtesten Produkt des Jahres 2009 bei http://www.besteproduct.nl/  auf das Verkaufsergebnis hat, kann nur spekuliert werden.



Um 2007 herum startete der Amazon Kindle. Und seit 2011 gibt es ihn auch bei uns. Gleichzeitig kommen mit Thalias Oyo und dem Apple IPad weitere E-Book-Lesemöglichkeiten auf den Markt. Der E-Book-Service des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Libreka ging mit mehreren Tausend Titeln online. Und übers Amazon Kindle Publishing kann schon heute jeder Hobbyautor sein eigenes E-Book herausbringen.



Und schon wieder überschlagen sich Reporter und Analysten, kündigen den Untergang des gedruckten Buches an und verkünden bisher nicht veröffentlichten Autoren eine goldene Zukunft. Amerikas E-Book-Bestseller-Autoren machen es ja vor.



... und die Realität



Dabei wird oftmals übersehen, dass wir hier in Deutschland leben. Die Zahlen von Amazon USA zu nehmen und 1:1 auf Deutschland zu übertragen, funktioniert nicht.



Zum Einen steckt in unserer Generation nach wie vor der Gedanke, dass etwas Nichtmaterielles nicht viel Wert sein kann. Damit sinkt die Bereitschaft, viel Geld für etwas auszugeben, was man nicht in die Hand nehmen kann. Der Deutsche hängt halt doch am Papier. Und im letzten Jahr hat die Akzeptanz von E-Books allgemein eher nachgelassen. 
Nicht ganz unschuldig an der zögerlichen Haltung der Deutschen dürften die verschiedenen Formate sein. Wer sich heute für einen Kindle entscheidet, entscheidet sich gegen Thalia E-Books. Und umgekehrt.
Ein weiterer Knackpunkt dürfte der Einsatz von DRM sein. Meiner Meinung nach ein unbrauchbarer Schutzmechanismus. Von Profis leicht zu knacken, für den ehrlichen Anwender ein potenzielles Problem – und damit ein Kaufhindernis.



Dazu kommt die – übrigens falsche – Vorstellung, dass E-Books viel günstiger erhältich sein müssten, schließlich hat ein E-Book ja keine Druck- oder Lagerkosten. Den wenigsten Lesern, die lauthals „Abzocke“ brüllen, ist wohl bewusst, wie sich der Endpreis eines Buches zusammensetzt. Deswegen hier mal einen Schnellkurs in Büchermachen.



• Der größte Posten ist nicht etwa, wie oftmals angenommen, der Druck, sondern der Buchhandelsrabatt. Alleine 50 % bleiben an Barsortiment und Handel hängen. Daran ändert sich nichts – egal, ob das Buch Seiten oder Bytes hat.
• Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Posten sind die Kosten für Lektorat, Korrektorat, Werbung und Marketing. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass diese Kosten ja schon über die Printfassung abgedeckt wären. Im Gegenteil, schließlich geht man davon aus, dass E-Books die Druckfassung kannibalisieren. Neue Leser würden wohl eher nicht gewonnen werden, nur Umsteiger. Damit wäre der „Pro-Stück-Anteil“ für oben genannte Posten bei E-Books und Büchern gleich.
• Ebenfalls nicht vernachlässigbar sind die Autorenhonorare. Auch die müssen und sollen natürlich gezahlt werden.
• Dazu kommt der einzige Posten, der sich wirklich signifikant ändert. Die Mehrwertsteuer. Ja, wir haben in Deutschland den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% auf Bücher. Der gilt aber nicht für E-Books, digitale Literatur wird mit 19 % besteuert.



Manche der Probleme (wie die Handelsspannen für Barsortimenter oder die Mehrwertsteuer) sind hausgemachte deutsche Probleme. Das Ergebnis sieht katastrophal aus. Während in den USA mittlerweile auf 100 gedruckte Bücher 105 EBooks über den Tisch gehen, hält sich in Deutschland das E-Book wacker bei 1%.
Dazu kommt, dass die Preise für E-Book-Lesegeräte mit mehr als 100 Euro nach wie vor zu teuer sind. Das Ergebnis sind gerademal 450.000 insgesamt in Deutschland verkaufte Lesegeräte. Ein verkauftes Gerät auf 200 Einwohner.
Schwierigkeiten, doch keine unüberwindbaren



Also keine Chance fürs E-Book?

So weit möchte ich dann doch nicht gehen. Ich sehe schon heute ganz tolle Anwendungsmöglichkeiten für das E-Book.
Schon heute kann man digitale Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements abschließen und schont die Umwelt.
Gerade im wissenschaftlichen Bereich und beim Sachbuch ist die Möglichkeit der Verlinkung und der Textsuche nicht zu vernachlässigen, genauso wie die „Lesezeichen“-Funktion sehr hilfreich sein kann.
Für Verlagslektoren und Agenten ist der Reader eine gute Alternative zur Loseblattsammlung, die anscheinend auch schon gerne eingesetzt wird.
Und es wäre wünschenswert, wenn unsere Kinder statt Massen an Schulbüchern in Zukunft einfach nur einen E-Book-Reader mit allen benötigten digitalisierten Schulmaterialien tragen müssten – schon alleine, damit Rückenprobleme in der Kindheit der Vergangenheit angehören.



Auch der Belletristikmarkt wird wachsen. Nicht so schnell, wie der Sach- und Fachbuchmarkt. Aber er wird wachsen. Nur sollte man nicht zu viel erwarten. Es wird auch in zehn Jahren noch gedruckte Bücher in Deutschland geben.



Chancen und Risiken



Gerade für Kleinverlage gibt es durch die E-Books viele Chancen, aber auch ebenso viele Risiken. Eine reine E-Book-Publikation kann, so sie ansprechend gemacht ist, wirklich ein Verkaufserfolg werden. Ein Kombipaket (E-Book + Buch im Bundle für 20 % mehr) dürfte für manchen Leser ansprechend sein, der was Schönes für die Schrankwand und was Leichtes für den Urlaub möchte. Und es wird sicher auch nach dem E-Book-Siegeszug nach wie vor die Nachfrage nach feinen Produktionen mit schönen Cover, guten Papier und netten Applikationen geben.



Man darf bei allem Pioniergeist und den sich auftuenden Möglichkeiten nicht vergessen, dass es auch Risiken gibt. Seit einiger Zeit kursiert beispielsweise in diversen Autorenforen der Tipp, man solle als Autor bei den Vertragsverhandlungen versuchen, diverse Rechte – explizit natürlich das Recht auf E-Books-Produktion und -Vermarktung - zu behalten. Dies dürfte meiner Meinung nach für Kleinverlage, die sich darauf einlassen, eine tödliche Falle sein. Das Amazon Kindle Publishing stellt Autoren auf einfachste Weise die Möglichkeit zur Verfügung, E-Books schnell und einfach (und vor allem günstiger, als die Printfassung) anzubieten. Solche E-Books werden recht schnell zum Nutznießer der Printfassung (profitiert an den Seiteneffekten von Werbung und Lektorat) und zum Lohn dafür diese kannibalisieren. Ein Verleger, der da nicht dazulernt, wird dann irgendwann mal aufgeben müssen.
Und man sollte auch daran denken, dass ein schlecht zurechtgezimmertes E-Book kontraproduktiver sein kann, als gar kein E-Book.



Und was ist mit mir?



Derzeit bin ich am Überlegen, ob ich den gesamten Bereich des Verlages, der sich mit dem Manuskripteingang beschäftigt, auf EReader auslagere. Bisher habe ich auf Papier gearbeitet, einfach weil es eben ein anderes Lesen als am Bildschirm ist. Aber über kurz oder lang werde ich da wohl umsteigen.



Und für die Bücher unseres Verlages? Offen gesagt, empfinde ich das reine E-Book zur Zeit als zu uninteressant. Aber ich habe vor einigen Wochen das Multimedia-Book kennengelernt (welches Text, Musik, Soundeffekte, Videos und Links kombiniert und aus einem Leseerlebnis ein multimediales Erlebnis machen soll) und bin derzeit in Gesprächen.
Es wird also irgendwann mal irgendwas bei uns geben, über das ich noch nicht so viel sagen möchte.



Nur – es wird kein einfaches EBook sein. Lasst Euch überraschen.



Verlagshomepage
Das andere Buch

Mittwoch, 13. Juli 2011

Dämonengold - Stephan Russbült


Titel: Dämonengold
Autor: Stephan Russbült
Originaltitel
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3404200012
Euro: 14,00
Veröffentlichungsdatum: April 2011
Seiten: 560
Serie: #1
Come in: Vom Verlag





Inhalt

Der Kriegerdämon Baazlabeth ist eigentlich mäßig zufrieden in seiner Dämonenwelt, in der die einzige Abwechslung seine "Gäste" - Zauberlehrlinge oder jene, die eine Mutprobe brauchen - darstellen, mit denen er ganz nach jeweiligem Belieben verfährt.
Nach Jahrhunderten jedoch reißt ihn die Beschwörung des Magiers Lebuin Nemrothar aus dem Einheitsbrei und versetzt ihn in die Menschenwelt. Erst nach Erfüllen eines Auftrages für seinen neuen Meister darf der Dämon in seine eigene Welt zurückkehren. Keine große Sache, würde Nemrothar dem Gehörnten nicht eine Lektion erteilen wollen. Fünftausend Goldstücke soll er auf ehrliche Art und Weise verdienen und in eine Truhe legen.
Baazlabeth ändert sein Äußeres in das eines blondgelockten jungen Mannes und nennt sich fortan Sil. Doch das mit der Wahrhaftigkeit und das Grauen von körperlicher Arbeit stellt sich als schwieriger heraus, als gedacht. Hinzu kommt, dass die Stadt Brisenburg nur über wenig Finanzmittel verfügt und das die Gilden und Ausbeuter auf den Plan ruft. Wie also soll ein hasserfüllter Dämon einem ehrlichen Gewerbe nachgehen, wenn sich ihm dazu kaum Gelegenheiten bieten - dafür aber umso mehr der Unaufrichtigkeit?



Meinung

Der Autor hat eine einfallsreiche und ausgefallene Grundgeschichte geschaffen, die allein wegen ihrer Eigentümlichkeit zum lesen animiert. Und obwohl sich die ersten Seiten auch hervorragend wegschmökern und alles bieten, was der Klappentext verspricht, war für mich nach 215 (von 560) Seiten Schluß.
Baazlabeth ist ein Dämon wie er im Buche steht, grausam, gemein und blutrünstig. Davon lässt er auch den gesamten Roman über nicht ab, im von mir gelesenen Teil schon gar nicht. Das ist schade, denn ohne eine Entwicklung der Hauptfigur, reiht sich doch ziemlich fade ein Ereignis ans nächste, wie Perlen auf einer Kette. Jedoch führt das offensichtlich zu keinem spürbaren Ergebnis, kein Anzeichen für etwas in der Zukunft, auf das es sich lohnt zu warten. So verschenkt sich auch ein Kalauer nach dem nächsten, nicht nur, dass es meist nicht wirklich witzig, weil erzwungen, ist, der Unmut des Leser steigt von Seite zu Seite.
Der Dämon, der in seiner menschlichen Hülle Sil genannt wird, trifft auf einige Nebencharaktere, die leider den Karren auch nicht so recht vom Fleck bewegen können. Seltsam hierbei vor allem die verwendeten Namen. Von einem deutschen Autor wären deutsche Namen schön zu sehen (zumindest aber eine Kontinuierlichkeit), die es auch durchaus gibt - in etwa im Namen der Stadt. Dennoch vermischen sich diese mit sehr englischträchtigen anderen Namen, wie etwa im regierenden Lord, der Brackenmoore heißt. Was ist hier passiert? Wurde die Stadt von Engländern eingenommen, befindet sie sich gar in England und wurde von deutschen Eroberern besetzt? Das erfährt weder der Dämon (den das sicher auch nicht weiter kratzen würde), noch der Leser. Vermutlich einfach eine Vorliebe des Autors.
Geschrieben wird interessant, aber einfach. Das Umfeld bleibt meist unbeschrieben, stellt aber dennoch keine graue Masse dar, sondern weiß die Notwendigkeiten im Kopfkino zu besetzen.
Letztendlich bleibt ein recht schales Gefühl ob dieser stoischen Story, die kaum Abwechlung und Entwicklung bietet und es liegt im Auge des Betrachters, ob sich das Weiterlesen lohnt.
Das Buch wird vom Verlag ab zwölf Jahren freigegeben, ist aber erst ab sechzehn zu empfehlen. Da werden doch Themen angeschnitten und ausführlich behandelt, die nicht für Kinder geeignet sind oder von diesen verstanden werden können.


Dämonen-Reihe:
1. Dämonengold
2. Dämonenzeit (November 2011)



http://russbuelt.net/
Stephan Russbült wurde 1966 in Rendsburg in Schleswig-Holstein geboren. Er absolvierte eine Lehre als Großhandelskaufmann und studierte dann an einer Fernuniversität BWL. Zurzeit lebt er mit seiner Frau und Kind in Breiholz, nahe dem Nordostseekanal und arbeitet als leitender Angestellter.
Sein größtes Hobby ist das Rollenspiel, das für ihn 1983 mit D&D begann und sich mittlerweile auch auf Cthulhu und Shadowrun erstreckt. Aus dem Rollenspiel erwuchs auch seine Leidenschaft, Geschichten zu Papier zu bringen.