Freitag, 26. Februar 2010

Was und warum liest Ulrike Schweikert?


Warum sollte man als Autor viel lesen?
Ein Autor und seine Bücher leben von den vielen Facetten des Lebens und der Erfahrungen, die der Autor im Laufe seines Lebens macht. Durch lesen erweitert der Autor seinen Horizont und ergänzt seine eigenen Erfahrungen.
Ich möchte vielseitig sein und in verschiedene "Welten" sehen. Mir ist es daher sehr wichtig, immer viel zu lesen. Außerdem macht es Spaß und entspannt.

Was ist das erste Buch, das Sie jemals gelesen haben? Hat es Sie vielleicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst?
Oh, das weiß ich nicht mehr. Das ging glaube ich nahtlos von vorgelesen bekommen in selber lesen über. Mich hat "Pippi Langstrumpf" geprägt, "Hotzenplotz", "Das kleine Gespenst" und danach die Bücher von Enid Blyton und Karl May. Beeinflusst haben mich meine ersten Bücher sicher. Sie haben Abenteuerlust und Reiselust geweckt.

Was lesen Sie derzeit und wie gefällt es Ihnen?
Da ich mich gerade sehr viel mit Pferden und Reiten beschäftige, lese ich "Seabiscuit. Mit dem Willen zum Erfolg." Von Laura Hillenbrand, eine Geschichte der 30er Jahre in Amerika über das erfolgreichste Rennpferd dieser Zeit. Mir gefällt, wie die Menschen, die unerschütterlich an etwas glauben und nie aufgeben am Ende Erfolg damit haben. "Hart arbeiten, nicht aufgeben und an sich glauben" ist ein Motto, mit dem auch ich gut gefahren bin.

Welches Buch möchten Sie unter keinen Umständen geschenkt bekommen? Warum?
Da fällt mir nichts ein. Ich bin für alles offen, nehme mir aber auch die Freiheit, wenn mich ein Buch die ersten 100 Seiten nicht überzeugt, es zur Seite zu legen.

Was glauben Sie, welchen Stellenwert hat das (Taschen-)Buch heutzutage noch?
Ich glaube noch einen sehr großen. Gerade in der Unterhaltung ist es ein Genuss, ein Buch an einen schönen Ort mitzunehmen und zu schmökern. Ich glaube und hoffe, dass sich das auch nicht so schnell ändert. So kann jede Busfahrt oder jeder verregnete Tag zum Abenteuer und einer aufregenden Reise in andere Zeiten und Länder werden. Was kann es Schöneres geben?
http://www.ulrike-schweikert.de/
Am 28. November 1966 wurde ich in Schwäbisch Hall geboren und verbrachte meine Kindheit und Schulzeit in der liebenswerten, verschlafenen Kleinstadt im Fränkisch-Hohenlohischen. (...) Ich begann mich in meiner Freizeit immer intensiver an der Schreibmaschine oder auf dem Zeichenblock auszutoben, schrieb Reisereportagen, Kurzgeschichten und Gedichte, malte Aquarelle und ganze Wände mit Acrylfarben voll.
(...) Nach monatelangen Recherchen und vielen Nächten am Computer entstand der historische Roman "Die Tochter des Salzsieders", die im März 2000 bei Knaur erschien. (...)


Mittwoch, 24. Februar 2010

Meg Cabot meets Vampire


Sick of hearing about vampires? So is Meena Harper.
But her boss is making her write about them anyway, even though Meena doesn't believe in them.
Not that Meena isn't familiar with the supernatural. See, Meena Harper knows how you're going to die (not that you're going to believe her. No one ever does). But not even Meena's precognition can prepare her for what happens when she meets — then makes the mistake of falling in love with — Lucien Antonescu, a modern-day prince with a bit of a dark side...a dark side a lot of people, like an ancient society of vampire-hunters, would prefer to see him dead for.
The problem is, Lucien's already dead. Maybe that's why he's the first guy Meena's ever met that she could see herself having a future with. See, while Meena's always been able to see everyone else's future, she's never been able look into her own.
And while Lucien seems like everything Meena has ever dreamed of in a boyfriend, he might turn out to be more like a nightmare.
Now might be a good time for Meena to start learning to predict her own future...
If she even has one.


Sind wir eigentlich sicher, dass die Vampirwelle abflaut?
Im Juni 2010 wird in englischer Sprache "Insatiable" erscheinen, wie die Autorin Meg Cabot - die thematisch damit doch eher Neuland betritt - auf ihrem Blog verrät. Laut Homepage eine moderne Fortsetzung zu Bram Stokers "Dracula".
Sieht so aus, als käme da noch eine Menge auf uns zu - ich habe nicht einmal etwas dagegen!


Montag, 22. Februar 2010

Sex und so im Heftroman


Sex und so behandelt die richtig schmuddeligen Hefte. Mit Liebe und Romantik hatten die meisten davon nicht viel am Hut, aber darum ging's auch gar nicht ...
Eine kleine Geschichte von Liebe und Sex in Heftromanform war gar nicht so einfach, da viele von ihnen schon vergriffen sind und sich kaum jemand die Mühe gemacht hat, darüber zu schreiben. Nicht nur "Groschenhefte" an sich, sondern auch noch mit diesem Thema ... das ja eigentlich keiner gelesen hat.
Doch eine Serie, nämlich "Amore" zunächst mit dem Untertitel "Zärtlicher Sex für Sie", dann auch "Romantische Liebe - Zärtlicher Sex", möchte ich Euch nicht vorenthalten. Jedes Heft umfasst 66 Seiten und wurde vom Franz Decker Verlag, Aalen herausgebracht.
Wie evolver uns wissen lässt, sorgte der Verlag "in den frühen 70ern vor allem beim "starken" Geschlecht für heiße Ohren und feuchte Unterhosen. Die beliebten Publikationen sogenannter Erwachsenenliteratur versprachen allein durch ihre Aufmachung anregende Reisen in die Welt der Erotik. Zumeist entpuppten sich die scharfen Appetitanreger amerikanischer Provenienz jedoch als Übersetzungsnieten, die wahrscheinlich auch nicht immer den gewünschten Effekt erzielten."

Einige Titel, auf die ich gestoßen bin und die sich von allein erklären:
Amora Nr. 03 Ekstase unterm Eifelturm (Norman A. King)
Amora Nr. 04 Die rote Sex-Katze (Dana Pitman)
Amora Nr. 05 Ich war mannstoll (Felix Valentine)
Amora Nr. 06 Maja mit den Schlafzimmeraugen (Philemon Schwarz)
Amora Nr. 07 Ein Teddy fürs Bett (Andrea Gast)
Amora Nr. 08 Komm doch öfter.... (J. H. Andreas)
Amora Nr. 10 Wenn Sexkätzchen schnurren (J. H. Andreas)

Diese Serie hat mich insofern fasziniert, als dass mir beim Anblick der Cover klar geworden ist, warum "Erotik- und Sittenromane" zu ihrem schlechten Ruf gekommen sind. Hinzu kommt, dass die meisten Autoren männliche Namen besitzen, was man heute nur äußerst selten antreffen würde.
Abgesehen davon waren diese Hefte zumeist gar nicht für Frauen gedacht.

Aber schon 1950 gab es beispielsweise solch amürösen Romane wie den hier: "Dirne wider Willen - Der Intime Liebesabenteuer-Roman" vom Frank Verlag Nürnberg. Er umfasste ganze 50 Seiten, ich konnte mich aber nicht dazu druchringen, ihn zu lesen. Es sei mir verziehen ...

Warum es heute bei Bastei in den weiblichen Heftromanen eher keusch zugeht, erklärt dieser Artikel. "„Wir wagten vor einigen Jahren den Versuch eines erotischen Heftromans für Frauen”, erzählt Elfie Ligensa, „aber das lief nicht so gut.” Die normalen Heftroman-Leserinnen wollen entspannt, nicht erregt werden. (...)"

Wer und warum Heftromane liest, könnte dieser Artikel klären. Die Anzahl derer, die sich an der Umfrage beteiligt haben, finde ich spektakulär. Auch, dass viele noch Extrablätter mit Notizen beilegten, muss erwähnt werden.
Einen Stichpunkt aus dem Ergebnis möchte ich aufreifen:
Weibliche Leser würden keinen Sex in ihren Liebesgeschichten wollen. Diese Aussage verdutzt mich schon ein wenig. Denn ehrlich gesagt habe ich da nichts dagegen ...
Zitat: "Die Leserinnen von Liebesromanen unterscheiden sich deutlich, wenn es "um die Form" geht: Taschenbuch- (Heft-) Romanleserinnen haben eine höhere Bildung als Heftromanleserinnen. Die Heftroman-Leserin verlangt in ihrer Lektüre keinen Sex, die Taschenbuch-(Heft-)Romanleserin wohl. Die größte Gruppe dieser Leserinnen (Heft und Taschenbuch) sind die 20- bis 29-Jährigen."
Allerdings stammen die meisten dieser Untersuchungen aus Zeiten vor 20 Jahren ... ob sich da heute nicht einiges gewandelt hat?
Fest steht, dass es noch immer keinen Geschlechtsverkehr in Heftromanen gibt. Die Romane von Cora, die ja mehr Seiten umfassen und Übersetzungen aus dem Mutterverlag sind, dagegen schon. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob man die nicht ausklammern müsste.

So wirklich kann ich also nichts zu diesem ganz speziellen Thema beitragen, aber als Kurzinformation ist das sicher ausreichend.
Wie sehr Ihr das? Kann/ darf Sex in Euren Büchern vorkommen? Muss er es sogar? Oder schreckt Euch so etwas ab?


Sonntag, 21. Februar 2010

Die schöne Hexe von Chicago - Julie Leto (Cora) ♥♥♥♥


Erschienen: 14. Juli 2009
Bandnr.: 0002
Homepage der Autorinnen:

Dieser Cora-Roman enthält zwei Romane.
"Nächte voller Magie" von Kelley St. John habe ich leider abgebrochen.
In der Geschichte geht es um die Heldin Kayla, die in ihren Träumen Nacht für Nacht umwerfenden und sehr romantischen Sex mit einem Fremden hat. Bei ihm handelt es sich um Gage Vicknair, der die gleichen Träume hat. Er gehört zu einer übersinnlichen Familie, deren einzelnen Mitgliedern eigene Romane gewidmet worden sind. Die Cousinen und Cousins erhalten Briefe von ihrer toten Oma auf einem Silbertablett (im Totenreich gibt es Ämter, die für die Ordnung in der lebenden Welt zuständig sind und in den Briefen werden E-Mails offenbart, die in der toten Welt verschickt werden). Abgesehen davon, dass ich diese Idee schon mordsmäßig blöd fand, ist Kayla eines der Opfer, die gerettet werden sollen. Sie wurde in ihrer Kindheit vergewaltigt und der Täter bringt nun die Mädchen aus dem Heim um, an denen er sich einst vergangen hat - als Geist, damit es übersinnlich bleibt. Kayla kann ihm einmal entkommen, verliert dabei aber ihr Gedächtnis. Dass da etwas Böses ist, das sie jagt, weiß sie jedoch ...
Die Geschichte ist nicht schlecht geschrieben, aber von der Handlung her einfach viel zu weit hergeholt für meinen Geschmack. Das Thema "Vergewaltigung" passt auch nicht in einen erotischen Roman. Darum war für mich nach Ankunft im Haus der Oma Schluss.

"Die schöne Hexe von Chicago" von Julie Leto
Lilith ist eine waschechte Hexe, der jedoch ihre Kräfte vom Hexenrat genommen werden, als herauskommt, dass sie nicht nur einmal gegen diverse Regeln verstoßen hat. Just zu diesem Zeitpunkt meldet sich der umwerfend gutaussehende Cop Mac Mancusi bei ihr. Lilith hat der Polizei nämlich bei dem ein oder anderen ungeklärten Fall geholfen. Und dabei auch den attraktiven Mann bezirzt - mit ihren Hexenkräften.
Die fehlen ihr nun und sie muss sich in einem Alltag ohne Magie zurechtfinden. Und mit ihrem Herzen, denn trotz der heftigen Trennung von einst, zieht es sie und Mancusi wieder zueinander. Wie soll sie dem Mann nur klar machen, dass er diesmal ohne Zauberkräfte mit ihr ermitteln muss? Und wie, dass sein Körper und sein Herz allein auf sie reagieren ...
In diesem Roman geht es heiß her. Zum einen ist Lilith eine sehr sympathische Hexe und junge Frau, zum anderen Mancusi wirklich zum Anbeißen. Sie finden Gott Lob schnell zueinander und verlieren sich in den intimen Stunden gekonnt ineinander. Da gibt es kleine Dominanzspielchen genauso, wie viele andere anregende Szenen.
Der Fall, an dem beide arbeiten, zieht weite Kreise und Fans von Aufklärungsfällen werden sicher auf ihre Kosten kommen. Doch hier macht es die Mischung von beidem, die mich hat weiterlesen lassen.
Es gibt mehr als eine magische oder übersinnliche Figur und so ist auch das Verbrechen nicht ohne ...
Ich habe den Roman sehr genossen und würde gern mehr von der Autorin lesen!

Diese zweite Ausgabe von Tiffany Sexy magische Momente erschien vor etwa einem halben Jahr, Ausgabe eins vor nochmal so langer Zeit. Auf meine Nachfrage beim Cora-Verlag wurde mir gesagt, dass man nicht wisse ob und wann die Serie fortgesetzt werden würde. Ich persönlich würde mich sehr darüber freuen, paranormale oder übersinnliche Romane (dann auch noch zwei in einem Band!) lesen zu dürfen.


Freitag, 19. Februar 2010

Aus dem Verlagsleben geplaudert - Abgelehnt!




Der Verleger Torsten Low plaudert aus dem Nähkästchen. Und das auch noch gern! In regelmäßigen Abständen wird er sich ein Thema wählen und einige Worte dazu aufschreiben. Alle, die sich näher dafür interessieren, sind herzlich eingeladen, sich diese Worte durchzulesen und zu kommentieren. Mehr noch: Interessiert ein Thema besonders? Dann her damit, Torsten antwortet gern.


Abgelehnt!

Als ich noch „nur“ Autor war, habe ich vor einem immer ganz besonders viel Angst gehabt.
Vor Absagen.
Das war auch der Hauptgrund, warum ich überhaupt einen Verlag gegründet habe. Ich räumte meiner eigenen Geschichte nicht viele Chancen auf dem Buchmarkt ein, deswegen wollte ich es selber machen, um sie einfach nur in den Händen halten.
Aus Angst vor einer Absage unterließ ich es, meine Geschichten an einen Verlag zu schicken.

Heute geht es mir anders. Ich stehe auf der anderen Seite. Ich lese täglich die unterschiedlichsten Geschichten.
Manche sind von Anfang an fast perfekt. Manche sind wie ein Rohdiamant, man muss noch etwas herumschleifen, bevor sie wirklich reif sind.
Und dann gibt es die, die ich ablehnen muss.
Gründe für die Ablehnung gibt es viele.
Es hat tatsächlich schon einen gegeben, der mir einen Roman aus der Sicht eines chronisch kranken Hartz IV-Empfängers geschrieben hat. Ganz klar, solche Romane passen nicht ins Portfolio meines auf Phantastik ausgerichteten Verlages.
Ein anderer schickte mir einen historischen Roman, leider jedoch mehr ein trockener Geschichtskursus und weniger ein Roman. Da war es schon etwas schwerer – wie erkläre ich, dass derjenige zwar sicher ein perfekter Altertumsforscher ist, aber kein guter Erzähler?
Noch ein anderer hatte recht gute Ideen im Exposé, aber an der Umsetzung mangelte es. Es fehlte am Spannungsaufbau, die Dialoge waren lahm, die Leseprobe voller Adjektive und Infodump.
Wieder eine andere schickte mir ein Anschreiben, welches vor Rechtschreibfehlern nur so hagelte. Das setzte sich auch im Exposé fort. Das Lesen und vor allem das Verstehen, was dieser Autor eigentlich mitteilen wollte, war in dem Falle einfach nur extrem schwer, so dass ich die Leseprobe gar nicht mehr zur Hand genommen habe. Dass man mich nicht falsch versteht: Ich verlange kein komplett fehlerfreies oder vorlektoriertes Manuskript. Aber ich verlange ein Mindestmaß an Sorgfalt, die man in seine Arbeit steckt, bevor man mit ihr hausieren geht. Und wer mich mit einem fehlerstrotzenden Anschreiben bedenkt, ist sich wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, dass kein Verlag dieser Welt, weder ein ganz großer, noch ein ganz kleiner, es nötig hat, sich durch fehlerverseuchte Manuskripte zu quälen, wenn gleichzeitig der Stapel neuer und qualitativ guter Manuskripte schneller anwächst, als sie ein Verlag jemals abarbeiten kann. Jeder Autor hat mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Mitbewerber um einen Veröffentlichungsplatz.
Ich kann verstehen, dass der Autor gerne wissen möchte, warum er abgelehnt wird. Ich würde es auch gern wissen wollen, was ich falsch gemacht habe. Damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Deswegen habe ich es bis vor kurzem wirklich so gehandhabt, dass ich den Autor versucht habe, die Gründe für meine Ablehnung darzulegen.

Leider hat sich aber genau das zu einer Art Bumerang entwickelt.
Der Autor des Hartz IV-Romans versuchte mich danach zu überzeugen, dass er schon von vielen Leuten gehört hätte, dass sie seinen Roman kaufen würden. Ich müsste also nur verlegen und schon würde alles wie von selbst gehen. Ich habe bisher fünf Bücher herausgegeben, das sechste Buch erscheint noch in diesem Monat. Das sind Bücher, wo ich die Zielgruppe kenne. Wo ich weiß, wie ich es verkaufen kann. Wo ich weiß, wo ich sein muss, um den Kunden zu finden. Und nie, nie war es einfach und ging von allein. Aber jener Autor, der sich noch nie im Leben Gedanken über Buchmarkt, Buchhandel, Zielgruppe und Verkaufsstrategien gemacht hatte, wollte mir erklären, dass ich nur mal was Neues ausprobieren müsste.
Der Archäologe fand es anmaßend von mir, dass ich seine historisch korrekt erzählte Geschichte für langweilig hielt. Und mit welchem Recht könne ich denn entscheiden, was in meinem Verlag gedruckt werde und was nicht? Schließlich gebe es das Recht auf Meinungsfreiheit und die dürfe er ausleben. Natürlich mit meinem Kapital. Ich gebe zu, dass ich ob dieser mehr als verrückten Vorstellungen, was ein Verlag zu tun und zu lassen habe, einfach nur lange Zeit kopfschüttelnd vor meinem PC verbracht habe.
Jener, dessen Exposé ich gelobt habe, versuchte mir dann zu erklären, dass er sein Manuskript einfach noch ein oder zwei Mal überarbeiten werde und die Rechtschreibfehler rausmachen würde. Danach würde er es mir erneut zur Prüfung zuschicken. Schließlich sei ich doch von dem Manuskript so angetan gewesen.
Moment, ich war nicht angetan vom Manuskript. Es war absolut schlecht umgesetzt und die paar Rechtschreibfehler waren das geringste Problem. Jede weitere Erklärung war umsonst. Der Autor war so selbstverliebt, dass er die kritischen Untertöne in der Mail nicht akzeptierte und sich voller Überzeugung an die Überarbeitung seines Manuskriptes setzte. Ich bin gespannt, wann es wieder auf meinem Tisch landet.
Der mit dem Rechtschreibproblem fand es unmöglich, dass ich mich über die Fehler so aufrege. Schließlich gäbe es ja genau dafür ein Lektorat. Außerdem könne er nichts dafür – er habe LRS. Und wenn ich sein Manuskript deswegen ablehnen würde, dann wäre das diskriminierend. Außerdem sei diese krude Schreibweise sein persönlicher Stil.

All diese Beispiele – und ich hätte noch mehr davon – zeigen eigentlich, dass so einige Autoren zwar die Ablehnungsgründe wissen wollen. Aber weniger, um an sich selbst zu arbeiten, sondern viel mehr, um gegen die Ablehnung protestieren zu können.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich das verstanden habe. Bis dahin hab ich mir wirklich viel Mühe gegeben, die Absagen so zu verfassen, dass sie zwar ehrlich, aber nicht angreifend aufgefasst werden können. Dass sie als wirkliche echte konstruktive Kritik verwendet werden können.
Leider wurde mir dies nicht gedankt. Im Gegenteil, ich hatte mir mit so einigen Autoren ellenlange Diskussionen über die Rechtfertigkeit dieser Absage liefern dürfen.

Heute weiß ich, warum solche Standardbriefe verschickt werden. Deswegen habe ich auch seit kurzem umgestellt. Ich fand diese nichtssagenden Standardbriefe trotz ihrer unverbindlichen Freundlichkeit immer kalt, eine Ohrfeige für den Autor.
Aber es spart mir viel Nerven. Ich umgehe Diskussionen, die eh nur darauf hinauslaufen, dass ich unfair bin, keine Ahnung habe, das Risiko scheue und ein eingebildeter Betonklotz bin. Ich habe mehr Zeit, die ich in akzeptierte Geschichten und Manuskripte stecken kann.
Und das ist doch auch etwas Gutes, denn mit der Zeit, die ich mit den Standardbriefchen einsparen kann, kann ich ein Buch, das bei uns erscheint, richtig gut machen.
Für meine Autoren und unsere Leser.

http://www.verlag-torsten-low.de/
Das andere Buch


Donnerstag, 18. Februar 2010

Nevare-Zyklus (Robin Hobb) endlich als TB


Nevares Lebensweg ist vorgezeichnet. Als Zweitgeborener eines Edelmannes ist er dazu bestimmt, Soldat zu werden, wie sein Vater es einst war, bevor der König ihn für seine Tapferkeit mit dem Adelstitel und einem Stück Land im Osten belohnte - im Osten, wo einst die Flachländer ihre Heimat hatten, jene"wilden"nomadischen Ureinwohner, die in Einklang und Harmonie mit der Natur lebten, und deren uralte Zauberei wundersame Dinge vermochte. Doch gegen die übermächtige Technologie der westlichen Zivilisation standen sie auf verlorenem Posten - sie wurden zurückgedrängt in die tiefen, undurchdringlichen Wälder.
Aber die Zauberkunst der Flachländer - der"Fleck", wie sie sich selbst nennen - lebt. Dewara, ein Kidona-Häuptling, von dem Nevare lernen soll, wie man in der Wildnis überleben kann, nutzt die Gelegenheit und bringt Nevare mit der Magie seines Volkes in Berührung.


Vor einer Weile habe ich beim Winterkätzchen das Hardcover von Robin Hobbs neuem Zyklus gewonnen. Ganz aus dem Häuschen habe ich mich aber nie getraut mit dem Lesen anzufangen. Die Einzelbände kosten nämlich deutlich über zwanzig Euronen.
Jetzt kann ich es aber wohl mit gutem Gewissen tun, denn endlich erscheint "Die Schamanenbrücke" auch als Taschenbuch. Der Titel ist gleich geblieben, der Verlag hat sich verändert.
Wenn nur schon Juli wäre, dann kämen sicher auch bald die anderen beiden Bände als Taschenbuch ...
PS: Ich weiß, das ist keine umwerfende Neuigkeit, aber Robin Hobb ist meine absolute Lieblingsautorin (Fantasy) und ich habe mich gerade eben SO gefreut!


Montag, 15. Februar 2010

Neuzugänge der letzten Woche


Es sind mal wieder neue Bücher bei mir eingegangen, was im Prinzip nichts ungewöhnliches ist. Aber über diese habe ich mir besonders gefreut.

Der aufziehende Sturm von Jordan/ Sanderson
Wie habe ich mich auf dieses Buch gefreut? Die Verarbeitung gefällt mir und es gibt eine ganze Menge Text. Sanderson hat ein Vorwort verfasst und es gibt eine Sache, die war in Jordans Version anders ... mehr sei aber noch nicht verraten.

Für immer untot von Karen Chance
Ich freue mich darauf, mehr von dieser Autorin zu lesen. Eigentlich wollte ich nur die Leseprobe ansehen, aber dann hat es mich gepackt.
Beide Bücher wurden mit als Leseexemplar zur Verfügung gestellt und ich bedanke mich schon hier ganz herzlich beim Piper-Verlag.

Hexenzorn von T.A. Pratt
Man muss ein Buch kaufen, wenn alles ohne Porto geliefert werden soll ...

Frühlingsgefühle ein Sammelband von Cora
Da ich mich an jeder Umfrage beteilige (man muss doch die "Liebe im Büro"-Verrückten zurückdrängen können!), hat die Glücksfee auch mal bei mir reingesehen. Ich habe diesen Band gewonnen.


Sonntag, 14. Februar 2010

Verliebt, verlobt, Versace - Lindsey Kelk ♥♥♥♥


Angela Clark ist Kinderbuchautorin, lebt in einem schicken Haus und hat einen tollen Verlobten. Glaubt sie, denn auf ihrer Hochzeitsfeier ertappt sie ihn in flagranti. Zutiefst verletzt steigt sie in das nächstbeste Flugzeug. Es geht von London nach New York. Ohne Koffer, aber dafür mit viel Tränen checkt die junge Frau in einem Hotel ein, in dem auch Jenny Lopez arbeitet, die ebenfalls gerade verlassen wurde. Beide beschließen, sich nicht unterkriegen zu lassen und gehen einkaufen. Nachdem Angela auch beim Friseur war, fühlt sie sich gleich besser. Ihr neues Selbstbewußtsein zieht weite Kreise, denn plötzlich wirkt sie wieder sehr anziehend auf die Männerwelt.
Der Anzugträger Tyler Moore verspricht Solidität und der Leadsänger Alex Reid viel Abwechslung und Spaß. Angela geht mit beiden mehrfach aus und versucht zu entscheiden, wer der Richtige ist.
Gleichzeitig wird das angesagte Magazin The Look auf sie aufmerksam und lässt sie über die Erlebnisse bei den Dates bloggen. Diese Kolumnen werden sehr berühmt und machen Angela zum Star. Sie hat inzwischen aber entdeckt, dass sie noch ein Herz besitzt, weil dieses für einen der beiden Männer anfängt zu schlagen. Die jedoch sollen nicht erfahren, was sie über sie schreibt. Aber dann überschlagen sich die Ereigenisse.

Die Autorin arbeitet als Lektorin für Kinderbücher und hat sicherlich sehr viel von sich selbst in die Hauptfigur und den Roman gepackt.
Heiter und manchmal auch ein bisschen abgedreht, schildert sie Angelas Erlebnisse. Obwohl es auf den ersten Blick so aussehen mag, erstickt der Roman nicht in einer Menge Klischees. Hier gibt es glaubhafte und gut ausgearbeitete Charaktere und am Ende auch eine große Schleife hin zur Realität. Denn schließlich kann nach einem so schlimmen Erlebnis wie auf der Hochzeit nicht innerhalb von drei Monaten alles gut werden.
Leider wird die ausstehende Entscheidung, die Angela zwischen den beiden Männern zu treffen hat etwas abgewürgt.
Die Kolumnen sind gelungen und die Recherche in New York hat sich sehr gelohnt, denn hier werden einige Details eingestreut, die sicher in keinem Fremdenführer drin stehen.
Obwohl der Roman als in sich abgeschlossen betrachtet werden kann, gibt es bereits zwei Nachfolger. Nach New York zieht es Angela darin nach Hollywood und schließlich nach Paris. Leider trifft sie dort auch auf andere Männer, was das Happy End dieses Buches leider ziemlich schmälert.


http://www.iheartnewyork.co.uk/
Lindsey Kelk is a British writer and children’s book editor. When she isn’t writing, reading, listening to music or watching more TV than is healthy, Lindsey likes to wear shoes, shop for shoes and judge the shoes of others. She loves living in New York but misses Sherbert Fountains, London and drinking Gin & Elderflower cocktails with her friends. Not necessarily in that order.


Samstag, 13. Februar 2010

Ich will Dich nicht lieben - Leni Behrendt ♥♥♥♥


Leni Behrendt (Sonderedition)
Band 23
Erschienen: 12/ 2009

Sigmar Graf Wultringen kehrt nach vielen Jahren in die Heimat zurück. Doch nur zu seinem besten Freund, denn das Gut Freienhofen gehört ihm nicht mehr, der Vater hat es verspielt. Die einzige Erbin des Gewinners, Beatrix Tanger, genannt Nixchen, ist eine Zugezogene ohne Titel, aber mit sehr viel Geld. Schönheit und Liebreiz helfen ihr als Gast in einige Häuser, aber nicht in alle. Als Sigmar eine alte Schuld seines Vaters begleichen will, aber für die Summe nicht aufkommen kann, bietet ihm Nixchen die Ehe an. Heimlich ist sie längst in ihn verliebt. Er willigt ein, doch der stolze Mann, will sich nichts von seiner Frau geben lassen und verzichtet auf ihr Geld. Vor Kummer reist Beatrix nach der Hochzeit unbekannt fort. Doch ihren Gefühlen kann sie nicht entfliehen ...

Sechsundsechzig Seiten voller Liebeskummer, die erst in den letzten Zeilen das erhoffte Happy End präsentieren. Wem das also nicht liegt, der sollte Vorsicht walten lassen.
Ein klein wenig verwirrend war der Roman geschrieben, mir fiel es schwer, den einen Grafen vom anderen zu unterscheiden. Auch macht Beatrix eine Wandlung durch, die ich nicht nachvollziehen kann. Da gibt es keine Augenaufschläge oder flehende Blicke. Erst am Ende wird kurz und knapp gesagt: so ist es und nicht anders. Auch in einem Heftroman hätte ich ein klein wenig mehr erwartet.
Die Handlung spielt in den 60er Jahren, von Gleichberechtigung noch keine Spur, da wird Nixchen auch mal wie ein kleines, verwöhntes Kind behandelt. Aber dafür gibt es hier eine schöne, heile Welt, die nur durch die völlig durcheinandergekommenen Gefühle aus den Fugen gerät.


Freitag, 12. Februar 2010

Davidson beendet Teil 09 der Betsy Taylor Reihe


Vampire Queen Betsy Taylor is fed up of trying to decipher the strange things prophesied in The Book of the Dead. At the end of her tether, she strikes a deal with Satan who promises to help - if she and her half-sister Laura pay a visit to Hell. Hell, it would seem, is more terrifying than Betsy could have ever imagined - a waiting room with bad carpeting, re-runs of 70s TV shows and ancient Good Housekeeping magazines. But when Betsy and Laura find themselves catapulted back and forth through time, they realise they could seriously screw everything up for good ...

Mary Janice Davidson gab am 08.02.2010 auf ihrem Blog bekannt, dass sie den bisher letzten Teil der "Undead and Unfinished"-Serie beendet hat.
"I don't think I've ever been so happy to type The End before. Not that I didn't love writing it, because I absolutely did. But I vastly underestimated the time and research the book required."
Aber Fans der Autorin müssen nicht traurig sein. Im Interview mit Verlorene Werke hat sie verlauten lassen, dass sie neben diesem Buch auch an einem anderen gearbeitet hat. Es nennt sich "Me, myself & Why" und wird eine neue Reihe begründen.

"Undead and Unfinished" erscheint im englischen Original im Juni/ Juli 2010 als Hardcover. Das Buch wird mehr Seiten umfassen, als seine Vorgänger, wie die Autorin schreibt.
"(...)I'm pathologically lazy and dislike research. But I couldn't have Betsy and Laura stumbling through, say, Salem in the 1600s without doing a teeny bit of research. And that's only one time period!"
Wir dürfen gespannt sein, wie ihr die Umsetzung gelungen ist.


Dienstag, 9. Februar 2010

Arabellas Geheimnis - Joanne Rock ♥♥♥♥


Erschienen: 18. August 2009
Bandnummer: 0261

Arabella Rowan ist bei Mutter und Großmutter in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und hatte nur äußerst selten Kontakt zu Männern. Dafür aber ist sie der Natur eng verbunden und kennt sich mit Heilkräutern aus.
Ihr Vater hat ihre Mutter zwar nie geheiratet, doch bringt sein Titel sie in die Gesandtschaft der böhmischen Prinzessin, die zu ihrem Ehemann übersiedelt.
Auf der Reise soll Sir Tristan Carlisle für die Sicherheit aller sorgen. Er ist vor Jahren von einer Frau schwer getäuscht worden, so dass es ihm schwer fällt, dem weiblichen Geschlecht zu vertrauen. Als er im Wald auf eine geheimnisvolle, schwarzhaarige Fee trifft, ist sein Herz (und mehr) entbrannt. Doch das, was sie tat, sah sehr nach Hexerei aus.
Als er Arabella dann als Hofdame wiedertrifft und mehrere junge Frauen auf mysteriöse Weise verschwinden, muss er sich mehr als einmal fragen, was die junge Frau damit zu tun hat. Auch sie versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und wird schnell in die Ereignisse verwickelt.
Können beide ihr Misstrauen überwinden und zu ihren wahren Gefühlen finden?

Ein guter, solider und sehr unterhaltsamer Roman. Einziger, aber dafür umso gravierender, Kritikpunkt ist die Figur der Neiderin. Zuerst tut sie alles, um Arabella in Verruf zu bringen und ihr alles Leid anzutun. Schließlich aber dreht sie sich um 180 Grad, was damit erklärt wird, dass sie schwanger ist. Natürlich reagiert eine Frau, die ein Baby bekommt oft ein wenig anders, aber sie verliert dabei doch nicht komplett ihren Verstand!
Die romantische Beziehung von Arabella und Tristan zieht sich bisweilen etwas hin, was an den Intrigen liegt. Wirklich spannend ist ihr Zögern aber irgendwann nicht mehr und just in dem Moment, als es fast zu viel wird, greift die Autorin durch eine Wendung ein.
Die Charakterisierung der Hauptfiguren ist Joanne Rock gut gelungen und die Liebesgeschichte funktioniert schließlich. Abgesehen davon spielt die Handlung in einer geschichtlichen Zeit, die mir sehr liegt. Die Autorin versteht es, diese in ihrem Roman lebendig werden zu lassen, sowohl in Kleidung, Umgebung, Waffen als auch Motivation und so manchem Dialog.
Insgesamt ist das eine unterhaltsame Geschichte, bei der die meisten Leser auf ihre Kosten kommen werden und die mir persönlich gut gefallen hat.

http://www.joannerock.com/
The author of over thirty romances in a variety of subgenres, she enjoys writing medieval historicals and sexy contemporaries along with the occasional romantic suspense.
Joanne has won numerous awards for her stories. Her work has been reprinted in twenty-four countries and translated into nineteen languages.


Montag, 8. Februar 2010

Ansehen und Leumund von Heftromanen


Über das Ansehen des ehemaligen Groschenromans lässt sich nur spekulieren. Wahrscheinlich dachten viele Anspruchsvolle, dass man billig bekommt, wenn man billig einkauft. Dann müssten wir davon ausgehen, dass die Heftromane ihr Ansehen einem winzigen Wörtchen verdanken, nämlich "Groschenroman".
In Amerika erschien der erste Heftroman um 1850 und wurde "Eisenbahnliteratur" oder auch "„Conversations- und Reiseliteratur“ genannt.
Auf beiden Kontinenten - Europa und Amerika - ging man aber sehr lange Zeit davon aus, dass nur niedere soziale Schichten so etwas lesen würden. Die Frage: Steht das wiederum im Zusammenhang mit dem Preis? Ist nur das, was teuer ist auch gleich gut? Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, so schreiben auch "hochgeistige" oder die alten klassischen Autoren im Prinzip um das Wesen Mensch und seine (niederen) Instinkte herum. Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Intrigen ...
Oder was fällt Euch ein bei Namen wie Shakespeare, Schiller, Goethe ...?

Wichtigster Kritikpunkt ist die Eingruppierung der Heftromane in die Trivialliteratur. Also etwas, das allen Schichten, Geschlechtern, Generationen usw. zugänglich ist. Etwas, das sich stilistisch von der "hohen Literatur" unterscheidet, das auch mal vulgär oder kitschig daherkommt und auf Wortgruppen wie "bebende Lippen" oder "sie erstarrten zur Salzsäule" nicht verzichten darf.
Kennzeichen sind weiterhin flache Figuren, eindimensionale Handlung, ein Happy End, Stereotype wo man hinsieht und immer wiederkehrende Themen.
Tja, ich würde sagen, da haben die Liebesromane aber einen ganz schweren Stand, denn Happy Ends sind natürlich Pflicht und eine romantische Sprache kann auf einige Leser sicherlich kitschig wirken. Abgesehen davon, dass das Thema "Liebe und Romantik" nun mal immer wiederkehrend ist.
Am wichtigsten aber - und das sagten alle Quellen - sei die leichte Lesbarkeit der Heftromane.
Wenn man dabei bedenkt, dass schon um 1800 festgestellt wurde, dass Groschenhefte/ Heftromane so etwas wie Opium fürs Volk seien, öffnet das neue Gedanken-Sphären.
Heftromane entlasten demnach die Psyche, dienen der Entspannung und können auch die ein oder andere Lebenshilfe bieten. Kritiker führten aber auch an, dass sie eine massive Beeinflussung der Leser bedeuteten. Gesellschaftliche Zustände würden ohne Kritik und zu allen Bedingungen akzeptiert.
Das liest sich im Spiegel von 1988 so: "Diese "massenhaft verbreiteten Lesestoffe", sagt der Volkskundeprofessor Rudolf Schenda, "sind Herrschaftsinstrumente, die teils didaktisch, indoktrinierend, teils therapeutisch, beruhigend, operieren". Und "die Leser", glaubt der Philologe Peter Nusser, "werden auf diese Weise verführt, in den von ihnen erfahrenen Widersprüchen weiter auszuhalten".
Doch eben diese Nörgler, meint Susanne Scheibler, die bei Bastei den Frauenroman zu verantworten hat, helfen dem Heftroman noch, weil nämlich "in einer Zeit, wo alles in Frage gestellt und alles bezweifelt und alles von einem Sockel gestürzt wird, ein vernünftiges Gegengewicht nicht falsch ist."

Und so dreht sich für mich alles um einen Punkt, nämlich den der Leserschaft. Hinweis: Heftromane werden nicht über den normalen Buchhandel vertrieben, sondern sind an Kiosken und Tankstellen zu bekommen.
Sollte das etwa bedeuten, dass jeder, der etwas auf sich hält, keine Heftromane lesen sollte? Weil sie fürs Volk gemacht sind? Weil alle so etwas lesen und verstehen können?
Halloo?! Ist Literatur denn nicht genau dafür einst geschaffen worden?
Ich glaube, hier nehmen sich einige Leute einfach zu wichtig und müssen das irgendwie vor sich und der Welt rechtfertigen.

Fazit? Nachdem ich nun (zu) lange und gründlich darüber nachgedacht habe, ist es mir eigentlich auch schon wieder egal. Ich lese sehr gern Heftromane und zwar aus den Gründen, die oft angeprangert werden. Nicht zuletzt kann ich sie mir leisten, weil sie günstig sind, ich liebe Happy Ends, ich mag es, wenn ich verstehe, was ich lese und es interessiert mich nicht, ob ich das, was ich lese, schon hundert Mal zuvor konsumiert habe. Solange mir eine gute, phantasievolle, spannende, romantische, abenteuerliche oder lustige Geschichte erzählt wird, bin ich zufrieden.
Dafür soll ich an den Pranger gestellt werden? *pf
Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Menschen den Mut aufbringen und sich offen zu ihrem Lesestoff bekennen. Denn auch, wenn es keiner wahr haben will, die Verkaufszahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
Auf jeden Fall aber möchte ich nie wieder irgendwo lesen müssen, dass Heft- oder Groschenromane das Niveau der Literatur oder ihrer Leser nach unten ziehen und hoffe, dass ich mit diesem Wunsch nicht alleine bin.


Sonntag, 7. Februar 2010

Das düstere Inselschloss - Margaret Richmond ♥♥(♥)


Irrlicht Kelter
Band: 900
Erschienen: 11/2009

Als Ken Lunday, der alte Fischer, eines Abend nach Hause stapft, zieht Nebel über das Moor und er spürt, dass etwas Unheiliges nach Scar-Island gekommen ist. Der Schloßherr Sir Oliver und seine Frau Lilian sind in Gefahr!
Die untote Zigeunerin Mandra geht auf der kleinen Insel um und setzt Oliver unter Druck. Sie will ins Schloss und von dort aus herrschen. Als er sich aus Liebe zu seiner Frau nicht darauf einlässt, spukt sie in Burg und Umgebung.
Oliver verändert sich, er wird wortkarg und grantig, erzählt aber niemandem, was ihn bedrückt. Die Dienerschaft verlässt zu Tode verängstigt ihre Posten und auch Lilian geht nach einem Streit. Aber die alte Küchenhilfe Gwendolin weiß: Nur die Liebe kann den alten Fluch brechen. Dazu scheint es aber längst zu spät ...

Der Roman beginnt sehr spannend und führt gekonnt in die Atmosphäre ein. Aber ich war verwirrt, als es erst seitenlang um den Fischer geht und schließlich das Geschehen komplett zum Schlossherren wechselt. Danach ist die Handlung sehr solide und als Leser bereitet man sich auf das Ende vor. Schwierig wird es, da es einige Andeutungen gibt, von denen aber schließlich keine genutzt wird. Auch hielt ich Mandra stets für einen "echten" Menschen, womit ich mich auch gründlich geirrt habe. Aber ich greife eher selten zu "Irrlicht"-Heften, so dass das auch an mir liegen kann.
Das Ende war absoluter Nonsens und ergibt auch bei noch so angestrengtem Nachdenken keinen Sinn. Abgesehen davon, dass es viel zu plötzlich kommt. Hätte hier Frau Richmond am Anfang gespart, hätte das Ende grandios auslaufen können. Schade, dass da einiges an Potential verschenkt worden ist.
Nach dem Lesen fühlte ich mich nicht zufrieden gestellt und kann daher auch leider nur von dem Heftroman abraten.


Samstag, 6. Februar 2010

Geschichte der Heftromane


Es ist eigentlich traurig, dass sich dem Thema der Heftromane so gut wie niemand bisher angenommen hat. Vielleicht habe ich auch einfach nicht lange und gründlich genug gesucht, wer weiß. Fakt ist, dass viele etwas wissen, sich das aber oft unterscheidet, von einander abweicht und manche Dinge erst gar nicht berührt.
Ich gebe also ein ungefähres Grundwissen wider, das weder vollständig ist, noch Anspruch auf Richtigkeit erhebt. (Und in mehrere Blogposts aufgeteilt wird.)

Bei den Heftromanen handelt es sich um sehr preisgünstig produzierte Romanhefte, die durch ihre Herstellung und die sehr hohen Auflagen billig an den Endverbraucher herangetragen werden können.
Oft sind es Serien (Ärzte, Western usw.), die vertrieben werden, von denen nicht wenige durchgehende Storylines besitzen, die dann die Einzelhefte miteinander verbinden. Beispielsweise durch die gleiche Hauptfigur.
Die Autoren dieser Hefte sind zumeist nicht gleich zu erkennen, da nicht wenige von ihnen unter Pseudonym schreiben.

Einige Quellen gehen davon aus, dass sich die Heftromane aus Übersetzungen aus dem Französischen oder Italienischen entwickelt haben. Schwerpunkt dabei Liebe und Abenteuer.

Der Bastei-Verlag schreibt in seinem kurzen Artikel "Zur Historie des Heftromans", dass alles im 19. Jahrhundert angefangen hat. Zunächst mit Bilderbogen und Ein-Blatt-Drucken. Später dann mit Fortsetzungsgeschichten, die aber erst ab 1870 Seriencharakter (regelmäßiges Erscheinungsdatum etc.) erhielten. In sich abgeschlossene Geschichten, die oft die gleichen Helden hatten, wurden beliebt. Vor und während der beiden Weltkriege gab es sie auch, die Heftromane, aber erst nach dem Spuk wurde der Markt größer.
Geschmäht wurden die Heftromane offenbar von Anfang an. In den 50er Jahren sollten sie in Österreich sogar verboten werden.
Sehr namhafte Autoren haben mit Heftromanen begonnen, Bastei zählt hier Stephen King, Marion Zimmer-Bradley und Isaac Asimov auf. Aber schon Autoren, die heute zu den Klassikern zählen, schrieben Heftromane: Jack London, Robert Louis Stevenson, Balzac und Maupassant.
"Und nicht zuletzt wurde der Filmstreifen namens „Pulp Fiction“ sogar als Oscar-Nominierung gehandelt. Dieser Film ist die getreueste Umsetzung einer Heftroman-Story, wobei auf die einfachen Strukturen der Romane bewußt großen Wert gelegt wurde."
Heutige Autoren sind auch vertreten und da hätten wir: Alfred Bekker, Volker Krämer, Fritz Tenkrat (Pseudonyme beachten), Linda Budinger ... Und das sind nur die, deren Namen mir was gesagt haben.

Eine Geschichte der 1968-2000er Jahre gibt es hier. Es geht vor allem um die Hefte Phantastik, Krimi und Horror und wie sie sich gewandelt haben.

Bei Bastei werden heute wöchentlich 320.000 Hefte für die weiblichen Leser gedruckt und an sie verkauft. Ob Liebe, Arzt oder Heimat bleibt sich dabei gleich.
Bei den männlichen Lesern (Revolverheld, Spezialagent, Geisterjäger, Elitesoldat) sind leider keine Zahlen angegeben. 1988 war der Stand, dem Spiegel zufolge so:
560.000 Frauenromane und 750.000 Männerromane in Heftform.


Freitag, 5. Februar 2010

Prinzenhochzeit auf Schloss Hohen Sand - Sandra Heyden ♥♥♥♥♥


Fürstenroman Bastei
Band 2221
Erschienen: 11/09

Fürst von Reblow kann und will nicht länger mitansehen, wie sein ältester Sohn Arius ungebunden durchs Leben geht, seit dessen erste Frau bei einem Unfall vor vier Jahren um Leben gekommen ist. Also beauftragt der alte Mann einen Heiratsvermittler, denn es muss eine Frau von Stand sein!
Seine persönliche Assisstentin Louisa C. Hellmuth, die seit langer Zeit heimlich in Arius verliebt ist, warnt den Prinzen vor. Um dem Plan des Vaters zu entgehen, überredet er sie, so zu tun, als seien sie beide ein Paar. Dabei kommen sie sich tatsächlich näher.
Doch Louisa ist dem Fürsten treu ergeben und der will nun einmal keine Bürgerliche in der Familie ...

Der Roman ist romantisch und sehr unterhaltend - irgendwie konnte ich mir schon die filmische Umsetzung vorstellen.
Mir gefiel die Art, wie Sandra Heyden sich ausdrückt sehr und obwohl sie nur eine begrenzte Anzahl an Worten zur Verfügung hatte, wirkt die Handlung nicht gestaucht. Im Gegenteil, die wichtigen Szenen, wenn sich das Paar näher kommt, sind äußerst gefühlvoll dargestellt. Keine platten Dialoge und sehr schöne, die Geschichte unterstreichende Bilder.
Vielleicht sind die Worte "Prinz" und "Fürst" einen Tick zu oft vorgekommen, aber das ist schnell aus den Augen, wenn man den teilweise spannenden, wenn auch etwas vorhersehbaren Geschehnissen folgt.
"Prinzenhochzeit auf Schloss Hohen Sand" reiht sich zunächst brav in die lange Reihe der "Fürsten-Romane" von Bastei ein, sticht dann aber aufgrund der gekonnten Schreibweise daraus hervor.


Mittwoch, 3. Februar 2010

Der Kuss im Kristall - Gail Ranstrom ♥♥♥


Erschienen: 10.11.2009
Bandnummer: 0265

London, 1818: Alethea Lovejoys Tante, die bekannte Wahrsagerin Madame Zoe ist ermordet wordet. Da sie sehr zurückgezogen und von der Gesellschaft geächtet gelebt hat, erfährt niemand davon und Alethea begräbt sie unbekannt.
Doch in ihr schwelt der Wunsch nach Gerechtigkeit: um den Mörder dingfest zu machen, verkleidet sie sich als Madame Zoe und hofft so, den Täter zu entlarven. Einen Hinweis hat sie bereits: eine Anstecknadel mit einem Familienwappen in Form eines schwarzen Raben.
Rob McHugh, Earl of Glenross ist nach Monaten der schlimmsten Gefangenschaft nach England zurückgekehrt. Aufgrund einer Weissagung von Madame Zoe ist seine Frau mit ihrem Sohn zu einer Reise aufgebrochen und beide sind ums Leben gekommen. Das trägt Rob der Dame nach und möchte sie vor der ganzen Gesellschaft bloß stellen. Sein Familienwappen ziert ein schwarzer Rabe.
Alethea und Rob lernen sich auf einer Soiree kennen und er ist sofort angetan von ihr, nicht ahnend, dass sie nicht ganz die ist, für die er sie hält. Alethea reagiert leidenschaftlich auf den attraktiven Earl, doch sie kann sich nicht sicher sein, ob er nicht doch etwas mit den Tod ihrer Tante zu tun hat. Und so steht mehr als ein gefährliches Geheimnis zwischen den beiden ...

 

Ein Roman mit einer interessanten Idee und einem überzeugenden Aufbau, der es aber leider nicht geschafft hat, mich zu fesseln.
Alethea - die im Original "The Rakes Revenge" Afton hieß - ist eine normale junge Frau, die mit ihrem rötlichen Haar selbst einige "übersinnliche" Fähigkeiten besitzt. Für meinen Geschmack bleibt sie ein wenig zu farblos in ihrer Charakterisierung und zu haltlos in ihrer Rolle.
Rob machte zunächst viel Eindruck auf mich, weil er einer dieser Helden ist, die schwer gelitten haben und (mit Liebe) geheilt werden müssen. Er ist voller Hass. Aber gerade mit diesem und dem ständigen Wunsch nach Rache scheint es seltsam, dass er so heftig auf die junge Alethea reagiert und auch ein verständnisvolles Wort und Auge für seinen jüngeren Bruder übrig hat.
Meine Aufmerksamkeit am Ablauf der Geschichte ließ mittig doch recht stark nach und ich überflog die Seiten danach nur noch flüchtig.
Der eigentliche Mörder ist relativ rasch ausgemacht, wenn man genauer hinsieht, doch gehen die Vermutungen erst einmal in verschiedene Richtungen, so dass Rätselfreunde auf ihre Kosten kommen werden.
Alles in allem handelt es sich hier um einen soliden Roman für Romantikfreunde - mir allerdings hat er leider nicht ganz so unterhaltsame Stunden verschafft.


Geboren und aufgewachsen ist Gail Ranstrom im Nordwesten der USA, in den Weiten von Montana. Schon damals hörte sie gerne Geschichten über vergangene Epochen und weit entfernte Länder, und dabei durfte natürlich auch Abenteuer, Spannung und Romantik nicht zu kurz kommen! Bevor sie jedoch selbst mit dem Schreiben anfing, machte sie alle möglichen und unmöglichen Jobs, einmal nähte sie sogar die Kellneruniformen für einen deutschen Biergarten.
Erst als ihr jüngstes Kind zur Schule ging und sie etwas Zeit für sich fand, erfüllte sie sich ihren Traum, spannende Liebesromane zu schreiben, die zur Zeit des englischen Regency spielen. Zum Glück wohnt einer ihrer Brüder in London, sodass sie immer wieder zu Recherchezwecken nach England fahren kann. Und die langen Winter in Montana sind geradezu geschaffen, um ihre preisgekrönten Romane zu verfassen.


Montag, 1. Februar 2010

Ausblick auf den Blog im Februar


Wie zum Jahreswechsel angekündigt, sollte der Februar mein erster Themenmonat werden. Leider hat mir das Leben einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich konnte mich dem ersten Thema "Heftromane" und ihr (schlechtes) Ansehen in der Literaturwelt nicht so ausgiebig widmen, wie ich das gerne wollte.
Daher wird es in diesem Blog eher gemischt zugehen. Die üblichen Verdächtigen - Rezensionen, Film- und Kinovorstellungen und Neuerscheinungen werden nicht fehlen. Aber vielleicht ist der ein oder andere von Euch geneigt, mich unter fayum[at]gmx.de wissen zu lassen, was er oder sie von Heftromanen so hält. Lest Ihr sie? Wenn ja warum und wenn nein, warum nicht. Kennt Ihr keine, würdet Ihr es mal versuchen wollen? Wann seid Ihr das erste Mal mit Heftromanen in Berührung gekommen? Einfach alles, was Euch zum Thema einfällt. (Ob mit Namen oder Anonym, ich möchte es gern sammeln und die Meinungen Ende des Monats vorstellen.)