Der literarische Rückblick 2024
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| Jahreshighlight 2025 |
Das Jahr 2025 habe ich als äußerst frustrierend
erlebt – und das in jeder Hinsicht. Beruflich wäre es gutgegangen, wenn sich
nicht eine „Baustelle“ in meiner Wohnung aufgetan hätte, die monatelang nicht
behoben wurde. Als sie endlich bearbeitet war, tat sich infolge dessen eine
zweite auf, die bis zum Zeitpunkt, da ich diesen Text schreibe (es ist Mitte Dezember),
nicht angegangen worden ist. Selbst erledigen kann ich es leider nicht, da noch
Strom in uralten Schächten fließt und jemanden kommen lassen auch nicht, da die
WBG es aus Gewährleistungsgründen nicht gestattet. Sie selbst schickt
niemanden, da der Handwerkermangel angeblich (in Berlin!) zu stark sei – bis
ich herausfand, dass es niemand erledigen will,
da der Auftrag zu klein ist und finanziell nicht lohnt. Monatelang habe ich
nicht oder nicht richtig geschlafen, da ein extrem übler Geruch hervorströmte
und sich auch mit Lüften nicht beseitigen ließ. Dass ich diesbezüglich nicht
ernst genommen wurde, lag schnell auf der Hand – und nach Monaten, in denen ich
immer nur stark übermüdet war – in manchen Ländern wird das als Folter
eingesetzt und ich weiß jetzt wieso –, ging das Leben irgendwie nicht mehr
vorwärts. Die Bürokratie dahinter muss wohl nicht näher erläutert werden. Das
Aufsetzen von Schriftstücken, das Hinterhertelefonieren … und schiefgegangen
ist auch so manches. Es war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Am meisten hat
mir zugesetzt, dass ich für dieses Jahr so viele Pläne hatte, die ich dann aber
nicht angehen konnte, da ich meine Kräfte und Nerven anderweitig einsetzen
musste – und irgendwann hatte ich beides nicht mehr. Am Ende des Jahres, als es
schon elf Monate lief, war ich vier Monate ohne Geldeingang bzw. werde es noch
sein – Freiberufler müssen arbeiten, wenn sie etwas verdienen wollen, aber das
konnte ich schließlich auch nicht mehr. Ich habe dann mein letztes Geld
zusammengekratzt und einen letzten Versuch gewagt. Es hält leidlich und nach
einem Monat Schlaf, scheint sich auch mein Körper zu regenerieren. Welche WBG
ich habe, muss ich nicht definieren, sie ist oft genug in den Medien.
Inzwischen geht niemand mehr ans Telefon und Briefe (E-Mail wurde generell
abgeschafft) werden nicht mehr beantwortet.
Dass sich das alles auch auf mein Lesen und
meinen Umgang mit dem Blog(gen) ausgewirkt hat, liegt auf der Hand. Manchmal
musste ich eine Seite mehrfach lesen, um zu begreifen, was dort stand. Daher
habe ich insgesamt weniger gelesen. Aber dennoch einige schöne Geschichten und
Sachbücher ausgegraben. Ich musste wählerischer werden, habe mir genau
angesehen, womit ich meine Zeit verbringen würde und mich erst dann
entschieden. Vielleicht war das gar nicht so schlecht, oft fragt man sich ja
bei einigen, ob die noch lesen oder schon konsumieren.