Dienstag, 5. August 2014

(DVD) Vampire Academy


Titel: Vampire Academy
Regisseur: Mark S. Waters
Darsteller: Zoey Deutch, Lucy Fry, Danila Kozlowskj
Sprachen: Deutsch, Englisch
Euro: 12,99
Veröffentlichungsdatum: Juli 2014
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spieldauer: 101 Minuten
Serie: Vampire Academy 01
Come in: Online-Pressebetreuung










Inhalt

Die siebzehnjährige Halbvampirin Rose Hathaway besucht die Vampire Academy und wird dort zur Wächterin ausgebildet. Eines Tages, so hofft sie, wird sie ihrer besten Freundin Lissa Dragomir zur Seite stehen, die aus einer alten, adligen Vampirfamilie stammt.
Nachdem beide unerlaubt der Schule fern geblieben sind, werden sie von der Leitung schwer bestraft. Es gilt immerhin zwei Jahre aufzuholen und Rose soll ihre Wächterfertigkeiten mit dem geheimnisvollen Dimitri Belikov stärken. Beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen, wissen jedoch, dass dies nicht sein darf.
Neben den guten Moroi, denen auch Lissa angehört, gibt es noch die feindseligen Strigoi, die insbesondere ihren Artgenossen den Kampf angesagt haben. Rose muss Lissa jedoch nicht nur vor ihnen schützen, sondern auch vor sich selbst, denn ihre Freundin entwickelt Fähigkeiten, die niemand für möglich gehalten hätte.
Und das alles geschieht im täglichen Überlebenskampf an einer Schule für Heranwachsende ...

Meinung

Mit Buchverfilmungen ist es heutzutage ja so eine Sache, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass ein Buch eben ein Buch und ein Film eben ein Film ist. Außerdem scheinen Leser und Filmeschauer in den Augen so mancher Macher zwei verschiedene Spezies zu sein, die sich offenbar kaum miteinander vertragen. Dass aber Gerneleser gerade ins Kino gehen, um die geliebten Charaktere - am besten 1:1 umgesetzt - anzusehen, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Auch kann es einer neuen Studie zufolge passieren, dass Buchverkaufszahlen in die Höhe schießen, wenn es erst einmal verfilmt worden ist. Da habe ich bei diesem Werk allerdings so meine Zweifel, denn der Film ist viel zu hastig, handelt die einzelnen Szenen stümperhaft ab und versucht dann auch noch spritzig zu sein - und übertreibt es damit leider viel zu sehr.
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich das erste Buch der Reihe gelesen und war von diesem recht angetan. Von dem, was ich da gelesen habe, ist leider kaum etwas übrig geblieben, bis auf die Charaktere, aber selbst diese sind spürbar verdreht worden, bis man sie teilweise kaum wiederzuerkennen vermag.
Die DVD bietet einige Specials, nicht zuletzt ein Interview, das mit Richelle Mead, der Autorin der Bücher, geführt worden ist. Darin äußert sie sich sehr angetan von der Schauspielerin Zoey Deutch, die in der Rolle der Hauptfigur Rose zu sehen ist. Leider kann ich Frau Mead da nicht ein bisschen zustimmen, denn gerade Deutch ist absolut fehlbesetzt. Zum einen verwundert ihr Äußeres im Hinblick auf einen vermutlich türkischen Vater und zum anderen spiegelt sie kein Selbstbewusstsein, keine grüblerische Art und schon gar keine Schlagfertigkeit wider. Das ist auch ein großer Kritikpunkt in der dargestellten Figurenentwicklung. Rose, wie auch Lissa wirken teilweise einfach nur gemein und egoistisch, zu dumm um gerade gehen zu können und mit viel zu viel Glück. Im Buch sind es aber sehr eigenständige auch mal sehr in sich gehende Mädchen, die sich eben an die Gegebenheiten anpassen und taff ihren Weg gehen. Lissa wirkt im Film nur wenige Minuten wie die, die sie ist. Zunächst eben ein sehr schüchternes Mädchen, die eben auch mal herumgeschubst wird und die damit einen großen Gegenpol zu Rose bildet. Die Freundschaft der beiden ist zwar da, aber sie erreicht nicht einmal das erste Level von jener im Buch.
Die Beziehung von Rose zu Dimitri ist leider das allergrößte Manko geworden. Obwohl die Liebe der beiden nie groß im Vordergrund gestanden hat, bildet sie doch eine starke Säule in der Story. Im Film ist davon nichts zu merken, denn hier treffen sie kaum aufeinander, schauen sich, wenn, nur kurz an. Kein Herzklopfen, kein nix. Geschmäcker sind verschieden, aber Danila Kozlovski scheint mir auch nicht unbedingt derjenige zu sein, der auf die Rolle passt, auch wenn er scheinbar im Original einen russischen Akzent vorweisen kann, der im Deutschen fehlt.
Über Hintergründe ist generell sehr wenig zu erfahren, damit verlieren aber auch viele Figuren ihre Motivationen, was den roten Faden immer mal wieder hin und her baumeln lässt, wie ein Fänchen im Wind. Da es bei mir ein Jahr her ist, seit ich das Buch gelesen habe, bin ich stellenweise nicht mitgekommen, weil zudem auch alles so fürchterlich hastig abgehandelt worden ist. Wer das blonde Mädchen ist und warum sie so gemein zu ihr waren, hat sich mir nicht erschlossen, bis ich eine Buchzusammenfassung gelesen habe. Das ist gründlich missglückt.
Man hätte lieber mehr in die Ausgestaltung der Story (die ja immerhin schon da gewesen ist! Nur leider hat offenbar jemand den Kern der eigentlichen Geschichte nicht erfassen können.) und der Figuren stecken sollen, statt in "coole" Auftritte und dümmliche Dialoge.
Vielleicht können jene, die das Buch nicht kennen, mit diesem Film leben, ich kann es eindeutig nicht. Hände weg und lieber das Buch lesen, das ist nämlich wirklich gelungen.


Die DVD ist von mir einmal angesehen worden und weist daher nur wenige Mängel auf. Wer sie haben möchte, um sich den Film selbst auch anzuschauen, der schreibt mir bitte eine E-Mail mit seiner Adresse und dem Geburtsdatum der Autorin der "Vampire Academy" Bücher. Bei mehr als einer Mail entscheidet das Los.


Kommentare:

  1. Hmm also das macht ja jetzt nicht unbedingt Mut ;P Ich kann dich gut verstehen, aber ich glaube, ich probiers einfach mal aus. Ich werde sie mir leihen, da hat man ja nicht allzu viel zu verlieren^^

    Liebe Grüße!

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    1. Nicht? ;-) Was ist mit Deiner wertvollen Zeit? Und Deinen Nerven? *lach*
      Nein, schon klar. Aber sag nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt :)

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  2. Sarge13.8.14

    Mir gings ähnlich: Hatte auch vor ca. einem Jahr das Buch gelesen.
    Was wirklich zutrifft: Ohne die Vorkenntnisse aus dem Buch wirkt der Film etwas abgehackt und kurzgefasst.
    Im Original spricht Dimitri übrigens ein Englisch mit übelstem russischen Akzent, so dass ich kaum was verstanden habe. ME ne klare Fehlbesetzung.
    Was die beiden Protagonistinnen angeht, fand ich den Film aber recht originalgetreu, denn auch im Buch hab ich sie als oberflächlich empfunden.
    Was in Filmen generell immer auffällt: Selbst die Figuren, die eigtl. nicht attraktiv sein sollen, sind natürlich mit attraktiven Darstellern besetzt, die dann eine Brille oder schlechten Haarschnitt verpasst bekommen.

    Alles in allem sicher kein großer Wurf, aber man kann seine Zeit viel schlechter verbringen. Ich würde mir nen zweiten Teil durchaus ansehen.

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    1. Schön, mal wieder von Dir zu lesen :)
      Dimitri: Nur wegen dem Akzent? ;-)
      Ich fand, die wichtigsten Stellen aus dem Buch haben gefehlt, so oberflächlich habe ich sie im Buch nicht empfunden und so dümmlich auch nicht.
      Ich würde defintiv keinen zweiten Teil davon sehen (es sei denn, da ist massiv dran gearbeitet worden) und meine Zeit verbringe ich dann lieber mit den Büchern *lach*

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