Dienstag, 5. November 2013

(Buchgedanken) Interaktives Lesen




Auf der Suche nach dem "Buchtrailer der Woche" stieß ich auf dieses E-Book "Das Erbe der Zeit", das nicht nur Text zu bieten hat, sondern auch diverse Geräusche und Lieder. Zwar habe ich nicht verstanden, ob diese von allein loslegen oder ich sie erst anklicken muss, aber obwohl ich versucht habe, an den Buchstaben zu bleiben und den Sinn zu verstehen, haben mich eben diese zusätzlichen Klangmomente immer wieder herausgerissen.
Nun ist diese Art des interaktiven Lesens keine neue Erfindung, aber das erste Mal, dass ich auf Derartiges stoße. Und scheiden sich daran nicht die Geister?
Ich frage mich, ob es Sinn macht, eine Geschichte zu untermalen; wenn das geschriebene Wort allein nicht alles im Kopfkino erzeugen kann, werden Zusätzlichkeiten dann dazu beitragen? Braucht es diese Zusätzlichkeiten überhaupt? Weiterhin frage ich mich, ob man als Leser daran denkt, die einzelnen Klänge anzuklicken, wenn einen die Geschichte so sehr fesselt, dass Seite um Seite vorbeifliegt. Ist es dann eher etwas für das nochmalige Lesen?
In welchen Situationen macht "lautes lesen" einen Sinn und wann könnte es zu komischen Vorfällen (in der S-Bahn, beim Arzt, etc.) führen?
Ich bin versucht zu sagen, dass diese Weise, eine Geschichte zu konsumieren, nicht meins ist. Aber das dachte ich auch einst von E-Books im allgemeinen und nun möchte ich nicht mehr ohne sie.
Wie steht es mit Euch?

Kommentare:

  1. Für mich wär das nichts. Ich mag zwar stimmungsvolle Musik (ab und zu auch gern beim Lesen), aber die möchte ich selbst aussuchen können. Vor allem aber drängt sich Musik für mich schnell mal in den Vordergrund, wenn ich sie noch nicht kenne - dann horche ich auf die Melodie und werde dadurch abgelenkt.
    Es gibt manchmal Hörbücher, bei denen zwischendrin mal kurze "stimmungsvolle" Musikuntermalung ist, und so etwas hasse ich wie die Pest. Wenn mir beim Reinhorchen in ein Hörbuch so etwas unterkommt, dann ist das für mich auch gleich ein Grund, das gar nicht erst zu kaufen/auszuleihen.

    Insofern kann ich dazu nur sagen: Nein danke und zwar egal, ob das nun angeklickt werden muss oder von selbst losgeht. Zweiteres würde mich aus oben genannten Gründen nerven, ersteres würde mich aus dem Lesefluss reißen (schon alleine, weil ich dann wohl kurz überlegen würde "hm, soll ich das jetzt anhorchen oder nicht").

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    1. Hörspiele sind ja gar nicht meins, da verstehe ich oft nicht viel und die Hintergrundgeräusche lenken mich zu sehr ab. Und obwohl ich beim lesen oft Musik höre, wüsste ich nicht, ob das obige für mich in Frage käme. Probieren tue ich ja erstmal alles, aber das alte Konzept funktioniert, also ...

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  2. Es geht halt dabei immer weniger ums Lesen an sich. Finde ich. Mit ebooks kann ich bisher auch nichts anfangen. Kinderbücher gibt es inzwischen interaktiv auf dem Tablet, wenn ich jetzt noch Musik vorgespielt bekomme - demnächst läuft das gelesene als Comic mit... Wozu noch lesen und die eigene Phantasie benutzen?

    Ich weiß zwar, dass der technische Fortschritt vorangeht, aber ich brauch das alles nicht. Ich brauche keinen ebook-Reader, ein Tablet sowieso nicht. Und ich brauche keine animierten "interaktiven" Bücher. Aber kommen wird das sicher, weil es genug Technik-Jünger gibt, die sich damit beeindrucken wollen.

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    1. Also meinen ebook-Reader finde ich schon super, weil ich einfach nicht genug Platz in der Wohnung habe, um noch viel mehr Bücher unterzubringen. Und es ist einfach so viel praktischer, wenn man bei englischen Büchern nicht erst die dicke Wörterbuch-Schwarte daneben liegen haben muss.
      Und dann kann man sogar noch gemütlich auf dem Sofa die eigenen Romane korrekturlesen, ohne Unmengen von Druckerpapier zu verbrauchen. :-)

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    2. Ich habe ja sogar zwei Reader und muss sagen, dass ich sie nicht missen möchte - und ich bin sicher kein Technik-Freak ;-) Aber für unterwegs finde ich sie unglaublich praktisch. Dass sie für weniger Papierbücher in meinem Haushalt gesorgt haben, kann ich jetzt nicht behaupten, aber sie sind eine nette, praktische Zusatzhilfe. Durch das E-Ink-Display ist es fast wie ein echtes Buch. Und ich, die keine dicken Bücher mag, weil man die (z.B. beim lümmeln oder unterwegs) so schlecht halten kann, muss hier und da ein E-Book haben!
      Was interaktive Kinderbücher angeht, finde ich die Idee schon nicht sooo schlecht. Wenn man einem Zwerg die Raupe Nimmersatt vorliest und eine Plüschraupe dabei hat und dabei bewegt ... das lieben Kinder ja. Allerdings finde ich den persönlichen Kontakt wichtiger. So kleine Kinder werden an ein Tablet aber ohnehin nicht ohne Erwachsenen rangehen ...

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  3. So gerne ich ebooks auch mag, aber das ist nix für mich. Mich macht schon der Trailer ganz nervös. Und außerdem gehöre ich zu den Lesern, die am besten in aller Stille lesen können. Ich mag nicht mal irgendwelche Musik als Hintergrund, das stört mich einfach.

    Für Sachbücher kann ich mir ähnliches aber schon vorstellen - kurze Videos, in denen z.b. bestimmte Techniken noch mal erklärt werden.

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    1. Nervös? *g* Ich bin hier und da richtig zusammengezuckt!
      Bei Sachbüchern könnte das tatsächlich eine gute Idee sein, wobei ich da auch lieber Schritt für Schritt Fotos ansehe, weil ich Schritt 3 garantiert mehrmals machen muss, ehe ich es kapiert habe *hüstel*

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