Donnerstag, 12. September 2013

The Taken - Vicki Pettersson


Titel: The Taken
Autorin: Vicki Pettersson
Originaltitel
Verlag: Harper Voyager
ISBN: 0062064649
Euro: 10,00
Veröffentlichungsdatum: Juni 2012
Seiten: 400
Serie: Celestial Blues 01
Come in: Geliehen
Sprache: Englisch







Inhalt

Nicole Rockwell ist in Las Vegas ermordet worden und Griffin – Grif – Shaw wird geschickt, sie auf die andere Seite zu begleiten. Er ist, trotz seiner Flügel, kein "richtiger" Engel. Er wurde als Mensch geboren und in den 50er Jahren zusammen mit seiner Ehefrau Evelyn ermordet. Als echter Gentleman erlaubt er Nicole kurz in ihren Körper zurückzukehren, wobei diese unbemerkt eine Notiz an ihre beste Freundin Katherine – Kit – Craig aufschreiben kann.
Nicole und Kit sind einem Menschenhändlerring, zu dem auch hohe Würdenträger und Politiker gehören, auf die Spur gekommen, der Frauen in die Prostitution zwingt.
Grif wird für seine Tat von Anas, einem weiblichen Engel, bestraft, seiner Flügel beraubt und zu einem Leben als Mensch verurteilt. Er beschließt herauszufinden, wer ihn einst ermordet hat. Aber er erhält auch die Warnung, dass Kit die nächste ist, die sterben muss. Grif will das verhindern und schleicht sich bei Kit ein. Als er sie vor einem Mordanschlag retten kann, schließen beide einen Pakt. Grif hilft ihr, den Mörder Nicoles zu finden und sie hilft ihm, den Mörder von Evelyn Shaw zu finden, Grifs Großmutter wie sie glaubt.


Meinung

Die Autorin schreibt auf ihrer Homepage, dass "The Taken" als Celestial-Blues-Trilogie angesetzt ist. Auch das Ende vom ersten Teil suggeriert eine Mehrteiligkeit mit gleichen Charakteren. Im März 2013 ist Teil 2 "The Lost" erschienen.
Andererseits kann dieser Roman auch als in sich abgeschlossen betrachtet werden, selbst wenn Handlungsstränge ungeklärt bleiben, da dieses eine Abenteuer der beiden Helden vollständig erlebt wird und nur offen bleibt, wer Grif einst ermordet hat.
Der Inhalt ist trotzdem schwer zusammen zu fassen, weil gleich mehrere Ebenen nebeneinander ablaufen. Der Roman beginnt etwas seltsam und es dauert, in ihn hineinzufinden. Es ist schnell zu spüren, dass liebenswerte, individuelle und sympathische Charaktere agieren. Die jedoch ein Manko haben, das Geschmackssache ist: Sie neigen zu inneren Monologen, was das Geschehen mitunter ziemlich in die Länge zieht.
Grif ist wortkarg, kämpferisch, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen unterwegs. Dabei aber durch seine Erziehung stets korrekt und höflich, besonders zu Frauen; anders ausgedrückt: Der perfekte Held. Er hat Schwierigkeiten, sich in der modernen Welt zurechtzufinden, beispielsweise bei technischen Neuerungen wie Handys und Kameras, was auch zu der ein oder anderen heiteren Szene führt.
Kit ist eine junge Frau, die zwar privilegiert aufwuchs, sich durch den frühen Tod der Eltern aber selbst durchschlagen und auch Misserfolge durchstehen musste. Fehlentscheidungen, wie eine zu frühe Heirat mit einem Mann, der nur ihr Geld liebte, inbegriffen. Der Charakter ist typisch für diese Art Roman: Frau will taff ihren Weg gehen, wagt zu viel und bringt sich dadurch in immer größere Schwierigkeiten, aus denen der Held sie dann retten muss.
Der Bösewicht dagegen hat nur eine Facette, nämlich Bösartigkeit. Er hasst Frauen, hat keine Achtung vor Menschen und liebt nur seine Macht. Durch ihn entstehen aber düstere Momente, die mitunter recht heftig werden können. Insofern ist am Ende des Romans, wenn er auftritt, etwas mehr als nur die Aussicht auf Ermordung oder kleinere Scharmützel durchzustehen.
Der Grundkonflikt offenbart und etabliert sich schnell, auch wenn das Paar sich noch nicht begegnet ist. Die beiden treffen nämlich erst relativ spät aufeinander. Die Beziehung ist von Beginn an von viel Prickeln geprägt. Grif war lange Zeit Engel, die keine Gefühle haben und gewöhnt sich nur schwer wieder an diese. Außerdem brechen seine einstigen Gefühle für Evelyn wieder heraus. Das ist ein bisschen grenzwertig, wenn er schließlich doch feststellt, dass er ihren Tod schon in den letzten Jahrzehnten verdaut hat. Es gibt eine ansprechende, aber kurze erotische Szene mit ihm und Kit, nach der sich das Paar streitet und getrennter Wege geht, so dass Kit dem Gegner in die Hände fallen kann. Es handelt sich somit um einen dieser typischen Plots, der glaubhaft, spannend und mit dem gewissen Prickeln niedergeschrieben wurde.
Trotz mäßigem Anfang ab etwa der Hälfte des Romans, wenn die inneren Monologe zurück treten, in einem Rutsch zu lesen. Streckenweise geschieht zwar nicht viel in Hinsicht der Mordaufklärung es dreht sich alles nur um die Beziehung, das ist aber leicht zu verschmerzen. Zwar nicht hundertprozentig überzeugend, aber dennoch sehr unterhaltsam.
BA in Englisch, zehn Jahre als Showgirl gearbeitet, bevor sie Mutter und Autorin wurde. Sie liebt Las Vegas, in der nicht nur „The Taken“ spielt, sondern auch die Zodiac Bücher (6 Romane), mit denen sie bekannt geworden ist. Da sie in der Stadt geboren wurde, dort lange lebte und arbeitete, ist das kaum verwunderlich.
Sie schrieb zunächst historical fiction, bevor sie sich auf Dark Urban Fantasy verlegte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen