Donnerstag, 17. Mai 2012

(Buchgedanken) Namen machen Leute?



Während manche Autoren sehr kreativ in der Namensfindung ihrer Figuren sind, meinen offenbar andere, besonders abgedreht und/oder innovativ sein zu müssen - und übertreiben es damit. Ungewöhnlich muss dabei aber nicht immer schlecht sein.
Wenn der Leser jedoch vom Namen auf den Plot schließen kann, ärgert mich das ungemein. Vielleicht will der Autor mit dem Namen seiner Figur auch etwas bestimmtes vermitteln, noch bevor eben diese auf welche Art und Weise überhaupt gehandelt hat. Das ist manchmal wie ein Fingerzeig: Das da ist der Bösewicht, das der Held und da drüben die Schönheit, die gerettet werden muss.
Ich denke da unter anderem an Elisabeth Rolls Kurzroman "Bilder der Leidenschaft", in dem die vom Liebesromanhelden auserwählte Dame den Namen Loveday Trehearne trägt. Oder auch an die Fee Thistle Periwinkle in Thea Harrisons "Im Bann des Drachen". Kein Wunder, dass Eigennamen so selten übersetzt werden.
Aber auch die "normalen" Namen scheinen stets eine gewisse Bedeutung zu besitzen. In der Jugendliteratur scheint gerade der Name "Jacinda/Lucinda" beliebt zu sein. Brave Mädchen heißen stets "Jane". Verknöcherte lese- und lernbegeisterte Frauen "Esme". Männer, die in die Sparte Alpha-Held fallen, heißen gern Gideon, Ryan, Nicolas oder Kyle.
Natürlich gibt es auch in unserer Zeit und Welt Eltern, die ihren Kindern äußerst seltene und zumeist auch recht merkwürdige Namen verpassen. Man denke nur an gewisse Promis, deren Kinder als "Apple", "Haven" oder "Bluebell" durch ihr Leben gehen müssen. In gewisser Weise sind Autoren Eltern (und Gott) ihrer Geschichten.
Wonach sie sich orientieren, das wissen nur sie. Dem Leser bleibt oft nicht viel mehr übrig, als mit dem Kopf zu schütteln und es zu nehmen wie es ist.

Kommentare:

  1. Manche Kinder können einem heutzutage wirklich Leid tun und man kann nur hoffen, dass sie irgendwie einen Spitznamen finden, der besser zu ihnen passt ^^

    Zu den Namen in Büchern: ich kann dir nur zustimmen! Manche der Namen sind schon so Klischeebeladen, da braucht man kaum noch eine Charakterbeschreibung zu machen. Zum Glück gibt es aber auch immer mal wieder richtig schöne Namen, die in Erinnerung bleiben :)
    liebe Grüße

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    1. Manchmal finde ich es ja etwas öde, so einen normalen Namen zu haben, aber wenn ich mir dann die Alternativen so ansehe ... *g*

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  2. Schlimm finde ich vor allem: Jimi Blue und Wilson Gonzalez... nichts gegen die Jungs, aber die Namen?ehr speziell, so wie die ganze Familie!

    Namen in Büchern. Ich hab manchmal auch keine Ahnung wodurch die Namen ausgesucht werden. Ich erinne mich nur an Stephenie MEyer, die mal erklärt hat, welche Bedeutungen die Namen haben. Das fand ich toll. Aber so...normale Namen,für normale Mädchen, wie du und ich:)

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    1. Ja, bissl passen sollten die Namen schon, wenn der Träger deren schon sein Leben lang so rumlaufen muss! :)
      Weißt Du noch, wo Du das mit S. Meyer gelesen hast?

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  3. Lustig. Gestern habe ich im Auto gesessen und Blackout zu ende gehört. Danach kam mir der Gedanke, nach welchen Kriterien eigentlich der Autor die Namen seiner Protagonisten ausgewählt hat. Sind jetzt keine abgehobenen, ich weiß auch nicht, wie ich darauf kam ;)

    Aktuell suche ich ja auch Mädchennamen für meinen bald schlüpfenden Nachwuchs und ich muss gestehen, ich tue mir sehr schwer *seufz*

    Übrigens: was mir zwar in Büchern nicht so aufgefallen ist, jedoch in Filmen ganz massiv - dort heißen unheimlich viele Protagonisten (Bereich Action & Co. würde ich mal sagen) Jack, Jake oder John. Achtet mal drauf :)

    LG
    Niniji

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    1. Beim eigenen Nachwuchs ist man ja immer etwas eigen, denke ich. Denn wenn man dann Statistiken liest und herauskommt, dass soundsoviel Prozent der Jungen, die soundso heißen diesundjenes tun ... Ich drück Dir die Daumen, dass Du noch etwas wirklich passendes findest, ehe es soweit ist!

      Was mir bei Filmen auffällt ist, dass Namen generell immer kürzer werden, als ob sich keiner mehr Namen mit mehr als fünf Buchstaben merken kann ...

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  4. in meinem privaten umkreis kenne ich ein kleines mädchen, dass heißt La Toya.

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    1. Ohje, da mag jemand Musik oder? ;-)

      PS: Du musst Dein Profil noch freigeben, sonst weiß niemand was drin steht ;-)

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  5. Du sprichst damit schon das an worüber ich mich letztens erst mit Kollegen unterhalten habe. Es ging dabei weniger um die Namen von Romanhelden sondern eher um die Namensvielfalt und -kreativität der Prominenten.
    Wenn man diese Namen alle einmal übersetzen würde ... hier zulande würde niemand seinem Kind solch einen Namen geben. Stelle man sich alleine mal die einfachen Namen wie "April", "Summer" oder "Paris" vor.

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Na ja, einige deutsche Promis nennen ihren Nachwuchs ja auch nach Städten ... wobei Paris ja ein sehr alter Name ist, den es schon gab, ehe die Stadt stand :)
      Den Namen April mag ich sehr gerne, würde aber nie mein Kind so nennen.
      Mir ist gestern ein Promi-Kind untergekommen, das "Lemon" heißt ...

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