Dienstag, 10. August 2010

(DVD) Tintenherz



Die junge Meggie Folchart (Eliza Bennett) lebt mit ihrem Vater Mortimer/ Mo (Brendan Fraser) zusammen. Er restauriert Bücher und sucht seit Jahren nach einem ganz bestimmten Exemplar: Tintenherz. Seine Leidenschaft für Bücher teilt auch seine Tochter.
Eines Tages ereilt Mo die Warnung des Landstreichers Staubfinger (Paul Bettany). Capricorn ist hinter ihm her und so flüchtet er mit seiner unwissenden Tochter zu Tante Elinor (Helen Mirren). Doch ihre Verfolger holen sie nur wenig später ein und erneut hört Meggie das Wort, auf dem alles beruht. Zauberzunge.
Die seltsamen Wesen, die wie aus einer fiktiven Geschichte entsprungen scheinen, nehmen die drei gefangen. Und nun erfährt Meggie die ganze Wahrheit. Ihr Vater Mo ist eine Zauberzunge, mit deren Magie er laut lesend Figuren aus einem Buch herauslesen kann. Doch für jede Figur die hinausgeht, muss eine andere hinein. So erging es neun Jahre zuvor auch Meggies Mutter, die Mo seither versucht wiederzufinden.
Die Figuren "Tintenherz" und einige weitere haben sich zusammengefunden und Mo will sie alle zurückschicken. Doch diese weigern sich und ihr Anführer Capricorn zwingt ihn, Reichtümer und ähnliches aus den Büchern herauszulesen. Wenn es nicht zur Katastrophe kommen soll, muss Meggie sich etwas einfallen lassen.

Ich habe den Film angesehen, weil ich vor Jahren das Buch abgebrochen habe, aber trotzdem eine spannende Geschichte dahinter vermutete. Und so ist es auch; Idee und Plot sind top und ich bin richtig fasziniert davon! Der Film hat mir alles in allem auch gut gefallen, wenngleich ich auch einiges zu kritisieren habe.
Der Anfang des Filmes ist ein anderer als der, an den ich mich aus dem Buch erinnere, was aber nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten muss. Irritiert bin ich nur von der Zeit, in der die Handlung spielen soll. Haben die amerikanischen Filmemacher nur keine Ahnung davon, wie es in Italien aussieht und zugeht oder spielt der Film in einer Zeit vor vielen Jahrzehnten?
Der zum niederknieen süße Staubfinger ist eine tragische Figur, beweist aber immer wieder seine Stärke, was nicht so wirklich zur Charakterisierung passen will, die sein Schöpfer für ihn vorgesehen hat. Aber vielleicht liegt das nur daran, dass alle Menschen mit ihren Aufgaben wachsen und sich dementsprechend verändern. Mir hat diese Figur sehr gefallen, was aber auch daran liegen kann, dass ich eine Schwäche für solche Helden habe.
Mo und seine Tochter sind liebevoll gezeichnete Figuren, ebenfalls die etwas schrullige Tante, die aber irgendwann ihre Sympathien verliert. Enttäuscht war ich von Fenoglio, den ich gar nicht mochte.
Die Handlung ist immer wieder von kleineren Höhepunkten durchsetzt, die deutlich auf einen großen Showdown am Ende ansetzen. Allerdings läuft vieles ziemlich sprunghaft ab, irgendwie husch-husch, als hätte man etwas in eine gewisse, knapp bemessene Zeitspanne reinquetschen müssen. Da hätte ich mir schon vom Plot her ein bisschen Ausführlichkeit gewünscht, die den Schauspielern sicher auch mehr Raum gegeben hätte, sich zu beweisen.
Das Ende selbst habe ich ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Es sind während der ganzen Handlung immer wieder Figuren in Bücher hineingelesen worden (während andere hinaus kamen), die da eigentlich nicht hingehörten. Sind denn alle wieder zurückgetauscht worden? Den Eindruck hatte ich irgendwie gar nicht, aber da Tintenherz der erste Teil einer Trilogie ist, klärt sich das vielleicht erst noch auf.
Ich glaube jedoch nicht, dass es weitere Verfilmungen geben wird, da sich das Ende zu sehr nach Happy End, eben nach Abschluss, ausnimmt. Nach einigen Recherchen habe ich gelesen, dass Teil 1 eher tragisch ausgeht und kaum etwas geklärt werden konnte. Allerdings hat man bei einigen Testvorführungen gemerkt, dass sich das Publikum eben ein glückliches Ende wünscht und dieses hat es dann auch bekommen. Das ist schade, denn so werde ich nie erfahren, wie es mit Teil 2 und 3 weitergeht und vielleicht sollten manche Filmemacher einfach auch mal beachten, dass solche Verfilmungen auch von Leuten angesehen werden, die die Büchervorlage nicht kennen und auch nicht unbedingt kennen wollen.Ein Fazit fällt mir an der Stelle schwer. Den Film fand ich nicht schlecht und habe ihn sogar die meiste Zeit über genossen. Ich glaube, für Kinder ist er sehr gut geeignet und damit auch für einen tollen Familiennachmittag. Wirklich herausragend ist er aber auch nicht und damit eher ein Film unter vielen im Regal.

Kommentare:

  1. Der Film war, finde ich, ertragbar, kam aber nicht an das "Niveau" von dem Buch ran :)

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  2. Ich habe das Buch dummerweise noch vor dem Film gelesen. Das Ganze hat leider gar nichts mehr mit der Buchvorlage gemeinsam.
    Eine Freundin hat gemeint, sie habe alle drei Bücher gelesen und versteht den Film auch nicht. Zumal circa 10 % der Handlung aus allen drei Büchern gewesen sein muss, während 90 % von den Drehbuchautoren hinzugedichtet wurde.
    Wie das mit dem "zurücktauschen" von Figuren ist, kann ich dir nicht sagen. Ich habe das schon im Buch nicht richtig verstanden. Glaube auch nicht, dass ich Band 2 und 3 noch jemals lesen werde.

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  3. Hallo Ihrs,

    @Pia:
    Ich kenne vom Buch ja nur die ersten paar Seiten, kann also dazu nicht viel sagen. :)

    @Lariel:
    Willkommen im Blog!
    Was ich dann daran aber nicht verstehe ist, dass ich gelesen habe, dass die Autorin Mitspracherecht beim Film hatte, das sie sich frühzeitig erstritten hat.
    Schade, schade. Dann dürfte man sowas auch nicht Buchverfilmung nennen. Aber wenn man es schon im Buch nicht richtig versteht, dann liegt es wohl nicht an mir, was ja auch wieder sehr beruhigend ist *g*

    LG
    Soleil

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  4. Hallo Soleil,
    der Film zur Trilogie von Cornelia Funkes` Tintenherz, war im Angebot. Die Drehbücher weichen zwar meistens von den Büchern ab, aber ich denke auch, das man diesen kindgerecht gestalten wollte. Ich persönlich war ein wenig enttäuscht. Mir persönlich hat am Besten Andy Serkis gefallen.

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  5. Literaturverfilmungen sind ja immer schwierig, aber es stimmt: hier ist viel verändert worden. Und es gibt auch keine weiteren Verfilmungen lt. Funkes Homepage. Fenoglio ist übrigens durchgehend ziemlich unsymphatisch - auch in den Büchern. Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht um mich von der Literaturvorlage zu distanzieren, dann hat mir der Film gefallen, wenn ich es auch schade finde, dass soviel geändert wurde. Denke, dass mich hauptsächlich Paul Bettany und Brendan Fraser überzeugt haben. Ersteren finde ich sowieso ziemlich beeindruckend und Fraser war eine sehr passende Umsetzung von Mo. Aber es ist halt eher an die Geschichte angelehnt als eine Verfilmung. Und dann ist es schon ziemlich nett, finde ich.

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  6. Hallo Ihr zwei,

    @Tanja:
    Im Angebot? Du meinst, die haben ein rotes Preisettikett drauf geklebt und gewartet, wer es haben will? ;)
    Ein Kinder- und Familienfilm ist es auf jeden Fall geworden und man kann ihn gut schauen. Die Frage ist nur, ob man ihn mehrmals oder gar oft schaut.

    @anjasi:
    Ach schade, dann erfahre ich tatsächlich nicht, was in Teil 2 und 3 noch geschehen wird ...
    Bettany hat ein bisschen was von Aragorn und Co. vielleicht lag es auch daran, dass ich ihn mochte. ;)

    LG
    Soleil

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  7. Das Buch fand ich nur mittelprächtig und den Film habe ich noch nicht gesehen, das will ich aber irgendwann sicher nachholen. Vor allem wegen der Darsteller. Staubfinger war schon im Buch meine liebste Figur und ich finde, Paul Bettany ist eine tolle Besetzung!

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