Sonntag, 3. Januar 2010

Küssen undercover - Daphne Uviller ♥♥♥♥


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40708-4
Euro: 8,95

Zephyr Zuckerman ist eine junge Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht recht gefunden hat. Zwei Studienfächer hat sie abgebrochen und ihre letzte Beziehung zu Hayden liegt mitllerweile auch schon zwei Jahre zurück.
Sie und ihre besten Freundinnen bilden das Gespann der Stearling Girls und ihr größtes Hobby ist es, Partys zu crashen. Dabei ziehen sie sich festlich an und schleichen sich bei Festivitäten ein.
Als Zephyr eines Tages von einer dieser Crashingtouren zurückkehrt, wird vor dem Haus ihrer Eltern, in dem sie ebenfalls lebt der Hausmeister James verhaftet. Um die Stelle schnellstmöglich zu besetzen und ihrer Tochter eine Möglichkeit zu geben, bieten die Hausbesitzer Zephyr den Job an. Die kann sich Besseres vorstellen, da sie aber sonst nichts mit sich anzufangen weiß und die Miete sparen kann, stimmt sie zu.
Dadurch lernt sie nun auch ihre Mitbewohner besser kennen. Die ältere, alleinstehende Witwe, die jeden Morgen pünktlich sieben Uhr anruft, weil sie "merkwürdige Geräusche hört" oder Roxana, die bildschöne Französin, die von Zephyr und ihren Freundinnen beneidet wird.
Es gehört ebenfalls zum Job, die leerstehenden Wohnungen durchzusehen und dazu gehört auch James'. Dabei stösst Zephyr auf eine geheime Tür in seiner Wohnung, die zu einem zweiten Treppenhaus im Hinterhaus führt. Als sie dieses untersuchen will, trifft sie auf den sehr attraktiven Kammerjäger Gregory und beide untersuchen das Phänomen genauer.
Die Treppe führt in den Wandschrank der attraktiven Roxana und ist mit rosa Seidenstoff ausgelegt. Nicht einmal den Stearling Girls fällt etwas dazu ein.
Doch im Laufe der Zeit kommen Zephyr und Gregory sich näher. Sie hat Zweifel, denn immerhin stammt sie aus einer studierten Familie und er ist lediglich Kammerjäger. Dass er, wie sie, ein Studium abgebrochen hat, zählt nicht.
Und dann wird Zephyr auch noch als Geschworene berufen und trifft dabei auch auf den Gerichtsreporter: Es ist Hayden!


Zunächst einige Worte zum absolut gelungenem Cover. Das amerikanische Original "Super in the City" ist durchweg in schwarz gehalten und stellt eine Häuserwand dar, in der zwei weiß umrandete Fenster zu erkennen sind.
Darin eine Hand und ein Vogel zu sehen. In zartrosa ist der Titel in die rechte untere Ecke gequetscht worden. Wie langweilig!
Auf der Autorenhomepage ist zu lesen, dass sich selbst die Autorin über das deutsche Cover gefreut hat. Die Zielgruppe (junger) Frauen wird damit schon optisch angelockt. In mehreren Abstufungen wechselt rosa zu rot. Im Hintergrund erkennt man die Skyline einer Großstadt, im Vordergrund sitzt eine dunkelhaarige, attraktive, junge Frau, in der ich mir sehr gut die Hauptperson Zephyr Zuckerman vorstellen kann. Sie trägt ein Partykleid und sitzt auf einem Stuhl. Obwohl sie den Leser charmant anlächelt, ist die silberne Schusswaffe in ihrer Hand nicht übersehbar. Nur warum sie barfuß ist, erschließt sich mir nicht.
Der Titel "Küssen" ist mit vielen Strasssteinen unterlegt.
Mir gefällt es wirklich sehr gut, wenngleich andere es eventuell kitschig nennen würden.


Obwohl ich nach Klappentext und Cover zunächst etwas anderes erwartet habe, hat mir der Roman sehr gut gefallen.
Der Anfang von "Küssen undercover" zieht sich leider etwas in die Länge, da die Autorin hier mit Rückblenden und Erinnerungen arbeitet und der Leser so das Gefühl bekommt, dass es mit der Handlung nicht recht nach Vorn geht.
Aber sobald Zephyr erst einmal eine Rohrzange in der Hand hält und sich um ausstehende Rechnungen kümmern muss, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Zum einen liegt das an den zahlreichen Nebenfiguren, die Daphne Uviller sehr individuell gelungen sind. Natürlich schleicht sich in manche ein klein wenig Klischee, aber sie verpackt das alles so nett und witzig, dass es nach einer Weile in den Hintergrund tritt.
Ganz wichtig an solchen Ich-Romanen ist aber immer die Hauptperson. Zephyr Zuckerman - die Frau mit dem ungewöhnlichen Namen - ist mir symphatisch gewesen. Sie ist in manchen Dingen unstet und kann sich nicht recht für einen Lebensweg entscheiden, doch sie ist charmant und kämpft mit den Selbstzweifeln vieler junger Menschen. Der Druck, den sie glaubt, den ihre Eltern - beide Studierte - auf sie ausüben. Der Bruder, der einen prämierten Film gedreht hat. Ihre Freundinnen, die alle Akademikerinnen sind. Diese Zweifel projeziert sie dann auch auf Gregory, der sich dadurch zu Recht zurückgesetzt fühlt.
Obwohl mit den Partys, den Streichen der Stearling Girls und dem mehrmaligen Erwähnen von "Gregory sieht gar nicht nach (so etwas gewöhnlichem wie) einem Schädlingsbekämpfer aus", der Roman einen oberflächlichen Touch erhält, kann ich nicht behaupten, dass ich ihn so empfunden habe. Die Figuren waren mir durchweg symphatisch, Zephyr fand ich nach einer Weile regelrecht charmant und vor allem die Liebesgeschichte funktioniert.
Gregory trägt ein Geheimnis mit sich herum, das mit James und der mysteriösen Treppe zusammenhängt. Seine Gefühle für die schöne Hausmeisterin sind aber echt und als er einen fremden Mann bei ihr erwischt, bricht ihm das das Herz.
Ganz nebenbei hält die Krimigeschichte den Leser bei Atem, tritt aber nie in den Vordergrund, sondern begleitet Zephyr bei ihren Abenteuern, Phantasien und Liebesgeschichten.


Trotz des stockenden Anfangs, den Allüren und Phantasien der Hauptperson, ein gelungener Roman, der einige sehr witzige Szenen enthält. Ein wenig Oberflächlichkeit schleicht sich ein, die der Leser aber sicher gern verzeihen wird, angesichts der romantischen und herzerwärmenden Liebesgeschichte. Außerdem gilt es auch ein Geheimnis und damit einen spannenden Kriminalfall zu lösen. Damit ist sicher für viele Leserherzen etwas für sie ansprechendes dabei!


Kommentare:

  1. Huhu Soleil! Danke für diese ausführliche Rezension. Sie hat mich zwar nicht direkt abgeschreckt, aber irgendwie muss ich das Buch zumindest nicht sofort haben und unbedingt lesen. Ich hätte glaube ich auch etwas anderes erwartet.

    Viele liebe Grüße
    Katrin

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  2. Es ist anders, aber dennoch nicht übel. Ob man es sofort lesen muss? Nicht unbedingt. Hält man es aber in den Händen, kann es vergnügliche Stunden bereiten. Kommt immer auf Deine Verfassung an. Mir war danach wieder nach Fantasy, aber das wechselt bei mir ohnehin dauernd ;)

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  3. DAnke für die Rezi. Werd das Buch dann wohl nicht "sofort" haben wollen. Steht nämlich auf meiner Wunschliste.Aber gestrichen ist es noch nicht. Na mal sehen

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  4. Büdde. Ja, bissl was anderes, als man nach dem Klappentext denkt, ist es schon.
    Aber wenn man sich dran gewöhnt hat, ist es nicht übel.

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