Sonntag, 6. Dezember 2009

Die Dämonenseherin - Brigitte Melzer ♥♥♥♥♥ (+Interview)


Die Gemeinschaft der Seher hat ein großes Problem: Durch ein verunglücktes Experiment ist es fünfzehn Probanden gelungen, mit einem Dämon im Körper zu entkommen. Nachdem einige von ihnen gegen das Wesen in ihnen nicht länger standhalten konnten und es zu einem Blutbad gekommen ist, wird Logan Drake, Agent einer Spezialeinheit, beauftragt, die restlichen Flüchtlinge einzufangen.
Die gesamte Rezension kann hier nachgelesen werden.


Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Brigitte Melzer“ hört?
Ich bin 1971 in München geboren, wo ich immer noch lebe. Nach einem Umweg über den Einzelhandel habe ich ins Bankenwesen gewechselt und dort 17 Jahre gearbeitet. Seit Sommer 2007 widme ich mich voll und ganz dem Schreiben, das ich im Laufe meiner Arbeitsjahre für mich entdeckt hatte.
Als Privatmensch habe ich im zarten Alter von 12 Jahren zum ersten Mal einen Blick in die Rollenspielwelt erhascht. Damit hat auch mein Faible für Fantasy-Geschichten begonnen. Ansonsten lese ich gerne, bin ein großer Kinofan, treffe mich mit Freunden und mag Urlaube in den USA und Schottland. Obendrein habe ich das Glück, einen Mann zu haben, der meine Hobbys teilt und mich nach Kräften unterstützt, wenn es darum geht, mir auch in stressigen Zeiten den nötigen Freiraum zum Schreiben zu verschaffen.


"Die Dämonenseherin" spielt in Edinburgh: Haben Sie die Stadt je persönlich besucht? Wenn ja, wie hat sie Ihnen gefallen, welche Eindrücke konnten Sie mitnehmen?
Ich war mittlerweile mehrmals in Edinburgh und muss sagen, dass es für mich eine der schönsten Städte ist, die ich kenne. Ich liebe das Flair und den Geruch des alten Schottlands, der einem an jeder Ecke entgegenschlägt. Obwohl die Stadt modern ist, hat man – gerade im Stadtzentrum – ständig das Gefühl, dass ein Schritt genügt, um einen ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit zu katapultieren. Abgesehen davon sind die Schotten ein unglaublich freundliches und herzliches Volk, das mich garantiert noch öfter sehen wird.


Auf Ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Sie auch schon mal Schwertkampf im eigenen Wohnzimmer üben, um zu sehen, ob sich Phantasie und Realität nicht zu sehr mischen. Gab es bei der "Dämonenseherin" ebenfalls Dinge, die recherchiert werden mussten? Welche waren es?
Für „Die Dämonenseherin“ haben sich meine Recherchen in erster Linie auf Technik beschränkt – dabei ging es mir ganz besonders um Bewaffnung und Ausrüstung. Vieles davon ist nicht in den Roman eingeflossen, aber um ein Gefühl für das Team zu bekommen, musste ich wissen, wie Logan und sein Team ausgerüstet sind, welche Waffen sie tragen, Fahrzeuge usw. Dabei habe ich mich an die Ausrüstung gehalten, die auch die Spezialeinheiten der British Army benutzen.


Wie lange haben Sie ungefähr an dem Roman gearbeitet (mit Vorbereitung)?
Die Vorbereitungszeit ist schwer zu schätzen, da ich Ideen bereits sammle, wenn ich noch an anderen Projekten arbeite.
Alles in allem würde ich sagen, dass es – inklusive Überarbeitung - ungefähr vier bis fünf Monate waren.


Wird es ein Wiedersehen mit der Welt der Seher geben? Vielleicht mit Logans Bruder Devon Drake und der (Liebes-) Geschichte mit seiner Frau Jackie?
Die Möglichkeit einer Fortsetzung besteht durchaus. Ob etwas daraus wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Sobald es spruchreif ist, stelle ich die Information auf jeden Fall auf meiner Website (http://www.brigitte-melzer.de) online.


Was ist das erste Buch, das Sie jemals gelesen haben? Hat es Sie vielleicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst?
Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung mehr habe, wie mein erstes Buch hieß. Die ersten Bücher, an die ich eine Erinnerung habe, sind „Hanni und Nanni“, „TKKG“, „Kalle Blomquist“ und „Huckleberry Finn“. Oh, und natürlich „Die unendliche Geschichte“!
Beeinflusst haben mich diese Bücher damals noch nicht – wenn man einmal davon absieht, dass ich mir eine ganze Weile gewünscht habe, auf das Hanni und Nanni Internat gehen zu können oder mit Huck Finn Abenteuer zu erleben.



Was lesen Sie derzeit und wie gefällt es Ihnen?

Ich bin gerade in einer arbeitsreichen Phase, in der mir nicht viel Zeit zum lesen bleibt. Eines der letzten Bücher, die gerade hinter mir liegen, waren „Die Tribute von Panem“. Nach dem Klappentext war ich eigentlich davon überzeugt, dass das überhaupt keine Geschichte ist, die mir liegen könnte, trotzdem wurde ich bei all den positiven Stimmen neugierig – und war letztendlich begeistert!


Könnten Sie uns noch einen kleinen Ausblick auf Ihre zukünftigen Werke geben? Woran arbeiten Sie gerade?
Im Januar erscheint mein neuester Roman mit dem Titel „Dämonisches Tattoo“. Dabei handelt es sich dieses Mal um einen Mystery-Thriller.
Es geht um einen Serienkiller, der seit einigen Jahren sein Unwesen treibt, und einen FBI-Agenten, der alles daran setzt, ihn zu fassen. Dabei spielt ein Tattoo eine wichtige Rolle, das eine Verbindung zwischen Ermittler und Mörder schafft und sich als weitaus gefährlicher entpuppt, als angenommen.
Es ist ein Katz- und Mausspiel, in dem auch eine entführte Reporterin und ein auf Rache sinnender Agent kräftig mitmischen.

Aktuell arbeite ich an einem Urban Fantasy Roman, in dem es um Engel geht. Mehr möchte ich darüber im Augenblick noch nicht verraten – vielleicht nur so viel: Es werden keine niedlichen kleinen Kerlchen mit Pausbäckchen sein, die auf Wolken sitzen und Harfe spielen…

Vielen lieben Dank für die tollen Antworten!
Das gesamte Interview gibt es hier zu lesen!




Kommentare:

  1. interessantes Interview - ich habe das komplette im Forum gelesen ...

    Das nächste Mal in der Buchhandlung werde ich - wenn der Roman da und nicht ausverkauft ist - in der "Dämonenseherin" blättern und schauen, ob es mich zum Kauf verführt

    AntwortenLöschen
  2. Du liebe Güte, ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Material einige Autoren innerhalb kürzester Zeit veröffentlichen (siehe Interview mit Brigitte Melzer).

    Schon klar, dass die Veröffentlichungsdaten von vielen Büchern nicht immer identisch sind mit der Idee oder dem Konzept eines Romans - das kann sicherlich einige Monate oder sogar Jahre zurückliegen -, aber trotzdem: Ich kann mich nur knietief (mindestens!) verbeugen vor so viel Fleiß, Disziplin und Ideenreichtum. Man, bin ich neidisch ...

    AntwortenLöschen
  3. Irgendwie habe ich das Gefühl Engel sind die neuen Dämonen. Ansonsten war das mal wieder ein schönes und interessantes Interview! :)
    Reinschauen würde ich in den aktuellen Roman auch gern mal, aber noch reizt mich eher der Schauplatz als die Geschichte. ;)

    AntwortenLöschen
  4. @Winterkatze: kann ich auch nachvollziehen. Eine Freundin von mir ist Schottland-Fan und fährt wann immer sie kann im Urlaub auf die Insel. Sie schwärmt mir immer so lebhaft von Edinburgh vor und zeigt tolle Fotos von Stadt - und Umland -, daß ich ganz neugierig werde und Fernweh bekomme. Vielleicht schaffe ich es ja auch einmal nach Schottland

    Hm, Dämonen sind ja (gefallene) Engel, mal sehen ob Frau Melzer über die gefallenen oder die aufgestiegenen oder beide Arten schreibt... :)

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Ihrs,

    dass Engel die neuen Vampire/ Dämonen sind, höre ich dieser Tage an allen Ecken und Enden. Sogar Anne Rice soll es geäußert haben. :)
    Wahrscheinlich schwappt die Welle, die in den Staaten schon weite Kreise schlägt, auch bald zu uns. Na mal schaun, was bei rumkommt *g*

    @Natira:
    Das Buch an sich von der Aufmachung her hat mir sehr gut gefallen! Anlesen in der Buchhandlung ist imemr gut.

    @Kirsten:
    Neidisch bin ich auf so etwas auch immer. Im Moment bringe ich es auf zwei Kurzgeschichten im Jahr ... das liegt aber mehr an mir, denke ich.

    @Winterkatze:
    Ich dachte auch erst, dass die Geschichte nichts für mich wäre, aber ich habe mich geirrt. ;)


    LG
    Soleil

    AntwortenLöschen
  6. Tolles Interview!
    Von Brigitte Melzer kenne ich nur ihre Kurzgeschichte 'Return of the living Fred' in der Anthologie "Fantastische Kreaturen" aus dem Ueberbeuter Verlag und die ist wirklich ganz toll und witzig! (Beide Daumen hoch!)
    Hat "Die Dämonenseherin" auch das eine oder andere humoristische Element?

    AntwortenLöschen
  7. Danke!
    Und nein, eher nicht. Das ist eine Agentengeschichte, Frau mit Dämon flüchtet und versteckt sich. Ermittler stöbert sie auf und verliebt sich. Beide zusammen ... Endkampf.
    Aber es liest sich wirklich gut auch ohne humoristische Einlagen :)

    AntwortenLöschen
  8. Edinburgh ist klasse, war dieses Jahr im März da und werde nächstes Jahr wieder dort hin fliegen (lang lebe Ryanair direkt vor der Haustür!). Daher bin ich neugierig, wie sie den Flair im Buch umgesetzt hat...

    AntwortenLöschen