Titel: Feuervogel
Autorin: priest
Originaltitel: Lie Huo Jiao Chou
Verlag: Bramble HC
ISBN: 978-3426565995
Euro: 25,00
Veröffentlichungsdatum: August 2026
Seiten: 400
Serie: Drowning Sorrows in Raging Fire 01
Come in: vorablesen.de
Inhalt
Xuan Ji tritt seinen neuen Job beim »Nationalen
Amt für die Verwaltung und Kontrolle von paranormalen Phänomenen und speziellen
Spezies« an, in den er eher zufällig geschlittert ist. Bereits an seinem ersten
Tag geht es hoch her: Es wurde ein Wiedergänger durch das magische
Schattenritual beschworen. Dämon Sheng Lingyuan hat vor dreitausend Jahren als
Kaiser von China das Überleben der menschlichen Spezies durch einen blutigen
Krieg mit den Yao und seine eigene Opferung gesichert. Mit einem Team, das er
nicht kennt, muss Xuan Ji nicht nur den Dämon bändigen, sondern ebenfalls
herausfinden, wer ihn beschworen hat. Doch im Amt ist nicht alles, wie es
scheint – zudem hat auch Xuan Ji Gründe, im Geheimen zu verbleiben.
Meinung
Dieser erste von insgesamt vier Bänden (der
zweite ist bereits übersetzt angekündigt) spielt in der gleichen Welt wie die „Guardian“-Reihe
der Autorin. Es gibt ein Wiedersehen mit einer der Hauptfiguren. Allerdings ist
es nicht notwendig, die andere Serie gelesen zu haben, um mit dieser hier zu
beginnen. Was aber auffällt, wenn man sie kennt, ist, dass die Autorin ihre
Welt stärker ausgebaut hat. Ich war von vielen neuen Einzelheiten und Ideen
sehr überrascht, nicht zuletzt davon, wie das Amt zu betreten und wie es innen
ausgestattet ist. Hier warten zukünftig sicher noch einige Überraschungen auf
die Leser.
Dennoch muss ich gestehen, dass ich nach dem
Start dieser neuen Reihe keinerlei Impuls verspüre, auch nach den Folgebänden
zu greifen. Dabei sind die Bücher recht hübsch aufgemacht: farbiger Buchschnitt,
Innenillustrationen. Auf all das würde ich sehr gern zugunsten des Buchpreises
verzichten; ein Buch kostet fünfundzwanzig Euro, das macht mal vier genau einhundert
Euro. Dafür muss aber der Inhalt stimmen. Auch wenn das hier der Start in eine
Story ist, die sich auf mehrere Bücher erstreckt, findet das Geschehen an nur
einem Tag statt, was dem Leser keine Zeit gibt, den Figuren nahezukommen. Zwar
baut die Autorin etliche Infos ein, aber leider nur als Infodump und tell. Xuan
Ji wird bereits am Anfang genauso vorgestellt, mit der Erklärung, wie er zum
Amt gekommen ist und einem Abriss seines bisherigen Lebenslaufes. Da ist er
bereits im Amt. Sein erster Tag wird das gesamte Buch einnehmen.
Obwohl die Autorin etliche Wendungen eingebaut
hat, kommen diese nicht zum Zuge, eben weil der Leser die ganzen Figuren nicht
kennt und damit nicht emotional dabei ist. Zudem hatte ich das Gefühl – als jemand,
der gern in asiatische Phantastik und auch filmische Umsetzungen hineinliest
und –schaut –, dass sich die Autorin von anderen hat sehr stark inspirieren
lassen. Zusammengenommen ist der Beginn des Buches zwar recht spannend
gelungen, verliert sich aber zunehmend in Zähigkeit.
Xuan Ji ist noch der einzige Charakter, der
überhaupt einen solchen besitzt. Alle anderen Figuren bis auf den Dämon treten
viel zu wenig in Erscheinung, als dass sie eine Rolle spielen würden. Die
Klischees, die die Autorin hierbei mit eingebaut hat, besonders das Team rund
um Xuan Ji betreffend, sind mir ehrlich gesagt recht sauer aufgestoßen.
Sheng Lingyuan, wie er sich selbst nennt – das ist
nicht der Name des einstigen Kaisers –, ist verwirrend gemacht worden. Ich habe
lange nicht durchschauen können, ob er nun eben dieser Kaiser ist oder der
besagte beschworene Dämon. Ehrlich gesagt weiß ich das immer noch nicht. Sind
es zwei Personen oder nur eine? Am Ende des Tages werden beide in eine Art
Höhlensystem verschlagen, wo es etliche Erinnerungen an das Leben des Kaisers
gibt. Die sind interessant und sollen wohl Mitgefühl für ihn erregen, aber was
sie mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, hat sich mir nicht erschlossen.
Man kann diese Story rund um die beiden wohl erst so richtig beurteilen, wenn
man alle Bücher gelesen hat, sollten sie übersetzt werden. Dass beide jungen Männer sich bisher noch
nicht nahekommen, liegt auf der Hand. Buch 1 ist ein erstes Kennenlernen. Es
gibt Andeutungen, dass beide sich einst kannten und quasi wiedergeboren sein
könnten, aber bisher ist das nichts Halbes und nichts Ganzes.
Was ich gut gemacht fand, waren die Ideen rund
um das alles herum. Der Trugfalter in etwa und die kleine Story, die die
Autorin hierherum gestrickt hat. Ob das jedoch weitere fünfundsiebzig Euro wert
ist, wage ich zu bezweifeln. Schade, schade. Als Taschenbuch würde ich nicht zögern
und in jedem Fall weiterlesen, auch wenn sich die Story nicht weiterentwickeln
sollte. Aber so viel Geld nur für ein buntes Buch mit drei Bildchen darin? Nein
danke.
Priest
wurde 1988 geboren und
studierte in Shanghai und Hongkong. Heute zählt sie zu den erfolgreichsten
Autor*innen Chinas. Ihre Romane wurden in viele Sprachen übersetzt und haben
auch international eine große Fangemeinde. Beim Schreiben wird sie stets von ihrer
Katze Pizai begleitet. Ihre Urban-Fantasy-Danmei-Reihe »Guardian« landete auf
der SPIEGEL-Bestsellerliste.

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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!
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