Freitag, 13. März 2020

Jägerin des Sturms - Rebecca Roanhorse


Titel: Jägerin des Sturms
Autorin: Rebecca Roanhorse
Originaltitel: Trail of Lightning
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3404209644
Euro: 11,00
Veröffentlichungsdatum: November 2019
Seiten: 352
Serie: Das erwachte Land 01
Come in: vom Verlag










Inhalt
Die Dinè Maggie Hoskie lebt in einer Welt jenseits von „Big Water“. Die Erde hat sich gewehrt und einen Großteil der Menschheit vernichtet. Nur wenige Orte wurden verschont und dazu gehört auch der Nordosten von Arizona, wo Maggie nach dem Tod ihrer Großmutter in einem Trailer lebt. Das Land ist nach der Katastrophe magisch erwacht und Maggie ernährt sich von der Vernichtung all der Alpträume aus den Legenden ihres Stammes. Eines Tages soll sie ein verschlepptes Mädchen befreien, als ihr klar wird, dass das Monster, das sie jagt, nicht geboren, sondern erschaffen wurde. Doch wer hat die Macht dazu? Die Antwort führt sie in ihre eigene  Vergangenheit.


Meinung
Roanhorse hat einen Urban-Fantasy-Roman mit Navajo-Mythologie geschrieben, der eine kleine Endzeitstory in sich birgt; damit vollkommen überzeugt, in der Umsetzung jedoch stark schwächelt. Im Grunde gibt es eine Kick-Ass-Heldin mit trauriger Vergangenheit, zwei Herren, die ihr Herz schneller schlagen lassen und praktisch keine Handlung. Letzteres ist es auch, das wirklich jedwedes Stehvermögen benötigt, um nicht die Hälfte zu überblättern und dann nur das Ende zu lesen. Zudem wäre es zu empfehlen, ein Glossar anzulegen, denn die Autorin bindet von der ersten Zeile an verschiedene Begriffe und Wörter der Stammeskultur mit ein, die sich nicht immer in ihrer Bedeutung sofort erschließen lassen.
Maggie ist eine taffe, wenn auch recht verschlossene junge Frau, die leider nur wenige Gelegenheiten bekommt, sich beweisen zu dürfen – dann allerdings kann sie nichts und niemand aufhalten. Sie ist ruppig und legt es vermutlich selbst nicht darauf an, gemocht zu werden. Auch wenn sie nicht von Anfang an sympathisch ist, vermag sie es rasch, den Respekt des Lesers zu erringen.
In die Handlung wird ohne Umschweife eingestiegen, kaum Zeit sich umzusehen oder die Gegebenheiten kennenzulernen. Leider schießt Maggie von allen anderen Menschen Missgunst entgegen, was ausgehalten werden will, der Grundtenor ist also mehrheitlich recht düster. Einzig die Familie von Grace, die eine Art Pub unterhält, bringt ihr Sympathien entgegen.
Die Nebenfiguren sind gut angelegt und interessant aufgearbeitet, dürfen aber mehrheitlich noch nicht zeigen, was sie können. Es ist immer Maggie, die im Mittelpunkt steht. Etwas derb wird es, als Mąʼii auftaucht.
Es ist schwer, mehr über die Geschichte zu sagen, da sie in der Grundidee zwar sehr überzeugend ist, in der Umsetzung aber deutlich schwächelt. Es ist zu hoffen, dass sich Roanhorse in der Fortsetzung bessern kann. Bis dato sei „Jägerin des Sturms“ Lesern der Urban Fantasy ans Herz gelegt, die mal etwas anderes, Neues kennenlernen möchten. Es braucht zwar etwas, um einzusteigen, dann aber weiß die von der Autorin gezeigte Welt zu fesseln (aber eben leider nur die). Das Ende ist reichlich mystisch und erklärt sich vermutlich tatsächlich endgültig im zweiten Roman, der im September 2020 auf Deutsch erscheinen wird.


Das erwachte Land:
1. Trail of Lightning (Jägerin des Sturms)
2. Storm of Locusts (Meister der Heuschrecken, 30.09.2020)
3. Untitled
4. Untitled (2021)


Rebecca Roanhorse hat sowohl indianische als auch afroamerikanische Vorfahren. Sie ist Absolventin der Yale University sowie der University of New Mexico und hat bereits zahlreiche Preise gewonnen, darunter den "Hugo Award", den "Nebula Award" und den "John W. Campbell Award". Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Santa Fe, New Mexico, wo sie als Anwältin arbeitet.


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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!

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