Dienstag, 30. März 2010

Milliardäre bevorzugt - Tasmina Perry


In der schwerreichen High Society der oberen Zehntausend kennt jeder jeden, doch so manch unerfreuliche Vergangenheit wird verschwiegen. Auch Karen Cavendish, deren Ehemann vor einem Jahr bei einem Yachtunfall ums Leben kam, und ihre Intimfeindin Molly Sinclair, die einst ein viel gefeiertes Model war, bilden da keine Ausnahme.

After qualifying as a solicitor, Tasmina moved into the more glamorous world of women's magazine journalism. She won the New Magazine Journalist of the Year Award, met Brad Pitt, and was serenaded by Julio Iglesias. Tasmina has gone on to write for Marie Claire, Glamour and Heat, and has found time to launch her own travel and style magazine, Jaunt. She is currently Deputy Editor of In Style magazine, and lives in Clapham with her writer husband John, son and lots of shoes.

Die Autorin schreibt auch unter dem Pseudonym Mia James, das sie sich mit John Perry teilt. "By Midnight (Ravenwood)" wird im Juli 2010 erscheinen.
April Dunne is not impressed. She's had to move from Edinburgh to Highgate, London, with her parents. She's left her friends - and her entire life - behind. She has to start at a new school and, worst of all, now she's stuck in a creepy old dump of a house which doesn't even have proper mobile phone reception. Ravenwood, her new school, is a prestigious academy for gifted (financially or academically) students - and the only place her parents could find her a place, in the middle of term, in the middle of London, on incredibly short notice. So she's stuck with the super-rich, and the super-smart ...and trying to fit in is when the rest of the students seem to be more glamorous, smarter, or more talented than she is, is more than tough. It's intimidating and isolating, even when she finds a friend in the conspiracy-theorist Caro Jackson - and perhaps finds something more than friendship in the gorgeous, mysterious Gabriel Swift. But there's more going on at Ravenwood than meets the eye. Practical jokes on new students are normal, but when Gabriel saves her from ...something ...in the Highgate Cemetery, and then she discovers that a murder took place, just yards away from where she had been standing, April has to wonder if something more sinister is going on. ..and whether or not she's going to live through it ...
Freie Übersetzung: Mädchen muss mit den Eltern umziehen und kommt an eine neue Schule - Ravenwood. Dort lebt sie sich nicht so schnell ein, wie sie gehofft hat, alle scheinen klüger und hübscher als sie zu sein. Aber da gibt es noch einen gewissen mysteriösen Jungen, der sie vor "Etwas" rettet und damit sich und sie in geheimnisvolle Dinge verstrickt ...

Nachdem mich "Milliardäre bevorzugt" sehr positiv überrascht hat, würde ich selbst diesen Roman mit dem nur all zu bekannten Plot lesen. Ich glaube, die Autorin, die hier wohl mit ihrem Ehemann konspiriert, wird viel zu bieten haben.


Montag, 29. März 2010

Leipziger Buchmesse - Erfahrungsbericht


Wer an einem sehr ausführlichen Bericht aller Buchmessetage interessiert ist, dem lege ich Natira ans Herz.

Am Dienstag vor der Leipziger Buchmesse entschloss ich mich kurzfristig, doch noch hinzufahren. Schließlich hatte ich von vielen Leuten gehört, dass sie am Freitag da sein würden.
Die Fahrt von Berlin nach Leipzig Messe dauert nur knapp über eine Stunde und daher war es durchaus machbar, morgens hin und abends wieder zurück zu fahren.
Glücklicherweise hat meine Begleitung mir einen Platz frei gehalten und so musste ich wenigstens nicht auf der Hinfahrt stehen.
Mein erster Weg führte mich zu den Toiletten, wo sich schon Unmengen junger Mädchen mit ihren Koffern aufgebaut hatten, um sich auf Cosplay umzustylen. Vor dem Spiegel stand ein Mädchen mit einer langen schwarzen, lockigen Haarperücke, die ihre Freundin heftig mit der Schere bearbeitete. Eine ältere Dame zeigte sich entsetzt, wurde aber darüber aufgeklärt, dass der Figur die Haare nur bis knapp zur Schulter reichen würden, es aber keine anderen Perücke gegeben hätte. Das sei schade, weil Locke um Locke zu Boden fiel, aber ohne das Massaker sei es viel zu unrealistisch ... Wie langweilig war es, als ich fünfzehn war! Da gab es Gothics und die waren alle schwarz.
Es war noch etwa eine halbe Stunde zu warten, aber schon vor den Tunneln, die in die einzelnen Hallen führten, gab es eine Menge zu sehen. Fernseh- und Radiostationen bauten ihre Stände auf und verteilten/ verkauften die ersten Sachen.
Die gläserne Vorhalle macht einen grandiosen Eindruck!
Meine Begleitung(en) und ich trennten uns, denn sie waren verabredet. Ich selbst wollte mir Oliver Plaschka auf seiner Lesung ansehen und hören und steurte zielsicher die Leseinsel Fantasy an. Dort saß ich keine zehn Minuten, als mich der Verlag Torsten Low fand. Torsten hatte bereits am Donnerstag um 14.30 Uhr aus der Anthologie "Metamorphosen" gelesen und wie ich an den Fotos ersehen konnte, die mir vom Allroundgenie Tina gezeigt wurden, auch gut Zuhörer angelockt.
Der Bericht ist leider noch nicht online, aber hier gibt es Fotos und Texte zu all den bereits vergangenen. Beim Thema "BuCon" gibts ein Foto (fast)aller Herausgeber und eines mit Hardebusch und Plaschka, die in diversen Anthologien des Verlages vertreten sind.
Mir wurde dann von Torsten der Stand des Wunderwald-Verlages angetragen, aber weil ich es nicht so mit Nummern habe, sind wir zusammen mit Tina hingegangen. Vorgefunden haben wir nicht nur den Verlag, nebst zugehörigen lebenden Menschen, sondern auch Erik Schreiber ("Der phantastische Bücherbrief"). Wir hatten viel Spaß und zufälligerweise stand auch "Lichtbringer" im Regal. Die Fotos, die wir davor gemacht haben, gehen hoffentlich nie online, denn ich schaue auf allen ziemlich bekloppt.
Oliver Plaschkas Lesung im übrigen fand ich gut. Leider gehört das Buch "Die Magier von Montparnasse" zu meinen abgebrochenen. Ich habe mich in den vielen Nichtigkeiten der Handlung heillos verloren und nicht wirklich verstanden, worum es ging. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, es noch einmal mit dem Autor zu versuchen.
Um 12 Uhr wollte ich zur Lesung von Bernhard Hennen gehen, da ich dort Natira und Seychella vermutete. Offenbar waren wir auch alle da, haben uns aber leider dennoch verpasst.
Hennen macht es in seinen Lesungen (um 15 Uhr gab es noch eine) recht geschickt. Er weiß, dass er nicht zu den besten Lesern gehört, darum veranstaltet er immer eine Fragerunde. Die wird auch jedesmal gut genutzt. Ein junges Mädchen fragte ihn in etwa, ab welchem Alter er "Elfenkönigin" empfehlen würde. Er sah sie an und meinte dann, dass sicher schon der Umfang des Romans jüngere Leser abschrecken würde. Ha! Nein, sie nicht, sie lese gern. Super Antwort!
Nach der Lesung machte ich mich endlich auf, um Halle 2, die der Fantasy und dem Manga/ Cosplay vorbehalten war zu erkunden. Deprimiert wurde ich schon nach einigen Schritten. Ich kenne tatsächlich schon viele der neu vorgestellten Romane oder bekomme sie in Kürze (das ist natürlich nicht deprimierend!). Darum boten die Stände wenig Neues für mich. Aber es war schön anzusehen, wie viel Mühe oft in einen Stand gesteckt wurde.
Zur Lesung von Wolfgang Hohlbein kam ich leider etwas spät, aber immerhin sah ich ihn noch. Allerdings war mir auch etwas schlecht und schwindelig, so dass ich erst einmal die Toiletten aufgesucht habe. Neben mir am Waschbecken stand dann plötzlich Ju Honisch, doch ich war zu schüchtern, um sie anzusprechen. Gleich neben den gläsernen Türen bemerkte ich einige Menschen mit Zigaretten. Ich hasse Raucher, aber die finden immer das letzte bisschen Frischluft und das hatte ich bitter nötig. Und richtig ... halbe Stunde Pause mit Essen, trinken und durchatmen. Puh.
Ich kam gerade richtig, um auf dem Schwarzen Sofa einen Vortrag des Comic Culture Verlages zu kommen. "Wie werde ich Comiczeichner in Deutschland?" Nein, ich habe keine Ambitionen dahingehend, ich bekomme auch nicht wirklich schöne Bilder hin und male nur aus Spaß. Aber es hat mich interessiert, wie Autoren und Zeichner von Mangas/ Comics am Markt bestehen. Zwar komme ich aus der Ecke der "richtigen" Bücher (ich entschuldige mich bei allen, die diesen Ausdruck als beleidigend empfinden könnten), aber Fantasy ist ein weites Feld und die gezeichneten Geschichten sind ein großer Teil davon.
Sehr informativ und locker wurde mir das Thema näher gebracht und ich stellte fest, dass es diesen Autoren auch nicht viel anders oder gar besser geht, als den anderen auch. Es ist ein hartes Geschäft und wer nicht diszipliniert und viel arbeitet, kann und wird nicht bestehen.
Ausgeruht machte ich mich danach auf den Weg, um die anderen Hallen zu erkunden. Ich hatte weder die christlichen Verlage bisher gesehen, noch die Hörbücher. Halle 3 eröffnete mir neue Sphären und ich fühlte mich dort sehr wohl. In Halle 4 habe ich mich verlaufen und kaum den Weg zurück gefunden ...
Die Leseinsel Junge Verlage war gut besucht und von den Besuchern her sehr bunt gemischt. Die laufende Lesung hat mich, ohne dass ich es genauer ausdrücken oder erklären könnte, ziemlich deprimiert, so dass ich nicht lange blieb.
Um 16 Uhr waren meine Begleiterinnen und ich an der Fantasyleseinsel verabredet, da ich aber schon alles gesehen hatte, was mich interessiert hat, war ich etwas eher da. Hennens zweite Lesung war sehr voll, aber die Reihen lichteten sich schnell, als er zur Signierecke ging. Nach ihm war die Leipziger Autorin Marion Rother mit ihrem Buch "Im Zauberreich von Bondrix" dran. Zum fast ersten Mal kam mir der Gedanke, wie deprimierend es sein muss, die Menschen weggehen zu sehen, wenn man ihnen doch sein Werk vorstellen will ... Ich hatte zwar nicht wirklich vor, mir die Lesung anzuhören, setzte mich aber hin und versuchte, interessiert auszusehen. Sie machte das eigentlich sehr gut, verteilte Papier und Stifte an die kleinen Kindern, die da waren und las langsam. Als sie mit den Worten endete: Ich bin dann an der Signierinsel, falls jemand gern ein Exemplar mitnehmen möchte. schaute ich hinüber. Noch immer standen Leute über Leute an, um sich ein Buch von Hennen signieren zu lassen. Sie kannte ihn übrigens nicht und musste sich erst von einem Mitarbeiter von WerkZeugs aufklären lassen.
Inzwischen fand mich eine meine Begleiterinnen und setzte sich erleichtert hin. Wir warteten auf den Rest. Zwar konnte ich jene sehen, mit denen wir uns ebenfalls treffen wollten, aber noch waren wir nicht offiziell vorgestellt und die einzige Person, die das tun konnte, kam nicht ... Irgendwann beschlossen wir, dass wir uns einfach selbst vorstellen und setzten uns so zu Jennifer Schreiner, Jeanine Krock, Kerimaya und ihrer Freundin. Dann kam doch noch der Rest vom Redaktions-Team und ganz urplötzlich, fast aus dem Nichts auch Darkstar mit seiner Begleitung. Sie hatte ein so schönes Kostüm an und ich ärgere mich immer noch, dass ich davon kein Foto gemacht habe.
Wir plauderten kurz über das Neueste und dann löste sich die Runde auch fast schon wieder auf. Ich selbst habe mich sehr anregend mit Jeanine unterhalten und unter anderem erfahren, dass auch sie ihren Twitter-Nick nicht aussprechen kann. Ha! Bin ich nicht der einzige Depp.
Als es später wurde, ging ich eine letzte Runde, bis ich am Stand von Feder&Schwert zufällig auf meine Begleiterinnen traf. Und eine davon hatte ein signiertes Buch von Ju Honisch, weil sie mutiger war als ich. *pf*
Auf der Rückfahrt war der olle Zug so voll, dass wir stehen mussten, was ermüdete Füße nicht wirklich toll finden. Aber was hatten wir nicht alles zu erzählen! Zumindest bis eine Frau sich beschwerte, sie wolle lesen ... *doppel-pf* In Berlin musste ich noch mal eine Stunde fahren, aber das machte mir gar nichts aus. Ich hatte einen schönen Tag!
Am Sonntag wollte ich noch einmal zur Messe fahren, vor allem um mir die sehr interessanten Lesungen anzuhören, aber schon am Samstag Morgen ging es mir nicht wirklich gut und spät am Abend musste ich meine Fahrt absagen.


Samstag, 27. März 2010

Kismet Knight, Vampirpsychologin - Lynda Hilburn ♥♥


Kismet Knight ist eine geradlinige Psychologin, die es eines Tages mit einer jungen Frau zu tun bekommt, die behauptet, in einen echten Vampir verliebt zu sein. Natürlich ist das Unfug, aber Kismet lässt sich in ihren Sitzungen darauf ein. Was sie nicht weiß ist, dass das Mädchen von ihrer Psychologin erzählt und so schlendert der attraktive Vampir Devereux in Kismets Praxis. Obwohl er sehr viel in ihr auslöst, glaubt sie auch ihm kein Wort, schließlich gibt es für alles eine rationale Erklärung.
Dann aber meldet sich der ebenfalls nicht unansehnliche Special Agent Alan Stevens bei ihr. Auch er behauptet, dass es Vampire wirklich gebe und er die wirklich bösen von ihnen jagt.
Die beiden Besuche bringen auch andere Wesen auf Kismets Spur und sie hat bald alle Hände voll zu tun, sich nicht nur neue Erklärungen für die Geistesgestörtheit diverser Personen zu überlegen, sondern auch damit, ihr Leben zu retten.

Die Idee, die dem Buch zugrunde liegt und sehr viel Witz verspricht und das wirklich toll gestaltete Cover haben mich zu diesem Buch geleitet. An beiden gibt es nichts zu meckern.
Nachdem ich das Buch im Januar schon einmal abgebrochen hatte, zwang ich mich nun dazu, es zuende zu lesen. Und ein Zwang ist es. Aber von Anfang an.
Lynda Hilburn ist das Metier der Psychologin nicht ganz fremd, denn sie hat eine zeitlang als Psycho- und Hypnosetherapeutin gearbeitet. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass sie genau deswegen auf die Idee kam, eine Figur in diesen Beruf zu setzen und nicht an die Verrücktheiten der Patienten glauben zu lassen. Über ihren Roman schreibt sie selbst: "The Vampire Shrink was my first completed full-length fiction manuscript. And, like all my stories, it crosses genres. It’s an urban fantasy romance w/mystery elements, sex, dark humor, and a contemporary vibe."
Schon am Beginn vermochte es der Roman nicht, mich an sich zu binden. Dabei kommt die Handlung vergleichsweise harmlos in Gang. Aber selbst ungeübte Leser müsste dieser Stil ins Auge fallen, denn Hilburn schreckt nicht vor endlosen Beschreibungen, der immensen Verwendung von Adjektiven und "Und Dann" - Sätzen zurück. Wirklich emotional oder mit einem gewissen Gefühl für Sprache geht es hier nicht zu. Ziemlich klar und stoisch ist ein Satz an den nächsten gereiht, was aber nicht in Zusammenhang mit dem Inhalt zu bringen ist.
Dieser erweist sich als mindestens ebenso unausgegoren und unfertig. Eine Ungereimtheit reiht sich an die nächste. Auch vermögen es die Charaktere nicht, zu überzeugen.
Kismet ist eine junge Frau mitten im Leben. Ihr Beruf und ihre "zwei Jahre ohne Mann" haben sie ein bisschen zur grauen Maus gemacht. Macht ihr selbst nicht viel aus, immerhin ist sie eine intelligente Frau und hat schönes Haar.
Leider erweist sie sich nicht als halb so geradlinig, für wie sie sich selbst hält. Sie nervt irgendwann geradezu! Dass sie zunächst nicht an Vampire glaubt ist gelungen. Der Witz, der ihren Gedanken, die mir als Leser kursiv dargestellt werden, fehlt komplett und mehrmals hielt ich Kismet für jünger, als die junge Patientin, die vor ihr saß. Auch als echte Vampire vor ihr stehen oder sitzen, ihre Gedanken lesen oder andere Spielchen machen, die unmöglich logisch zu erklären sind, glaubt sie kein Wort. Sie hat nicht den leisesten Zweifel a la "könnte sein".
Schließlich treten mehrere Männer in ihr Leben und ich denke, es war so gedacht, dass sie zwar sinnlich (wegen der zwei Jahre ohne Sex), aber doch kuhl rüber kommen soll. Weit gefehlt! Sie ist sich nicht einmal ihrer eigenen Gefühle sicher. Obwohl sie sich stark zu Devereux hingezogen fühlt, schläft sie mit Agent Stevens.
In Gefahrensituationen muss sie stets von einem (übermenschlichen) Mann gerettet werden, denn selbst ist sie zu keiner Handlung zur eigenen Rettung fähig. Sie versucht es noch nicht einmal. Wieder so ein Dummchen, das naiv von einer Kuriosität in die nächste stolpert.
Leider gibt es keine anderen Dinge oder Personen, die mich davon abgelenkt hätten. Spannung zum Beispiel oder jahrhunderte alte Geheimnisse, ein Vampir mit so viel Schmerz in sich ...
Die Männer sind ebenfalls nicht gelungen. Sämtliche Hauptpersonen sehen gut aus. Punkt. Kaum Hintergrunddetails, keine Motivation für nichts, keine Emotionen. Wie leere Hüllen agieren sie in einem zumeist luftleeren Raum.
Ich könnte das noch mehr ausreizen, aber ich beende das einfach mal mit den Worten: Finger weg!
Im Seitenklappentext des Romans steht geschrieben, dass Teil zwei bereits fertig gestellt wurde.


Dienstag, 23. März 2010

Sternendieb - Colin Greenland ♥♥♥♥♥


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Tabea Jute ist eine junge Frau mit eigenem Raumschiff, der Alice Lidell. Obwohl sie mit ihren Frachtaufträgen nicht umwerfend verdient, ist sie mit ihrem Leben zufrieden, denn sie ist ihr eigener Herr. Doch das knappe Budget macht ihr zu schaffen, denn Alice braucht einige Ersatzteile. Die allerdings kann sie ihr nur mit einem neuen Auftrag beschaffen. Auf dem Weg dahin, gerät sie ohne eigenes Verschulden in eine desolate Situation und da Tabea nicht auf den Mund gefallen ist, bringt sie sich in noch größere Schwierigkeiten.
Aber der Bühnenkünstler Marco Metz, zu dem sie sich auch körperlich hingezogen fühlt, bietet ihr einen Auftrag an und so scheint sich alles zum Guten zu wenden.
Was Tabea nicht weiß ist, dass Marco und seine drei Mitstreiter nicht ganz die sind, die sie vorgeben zu sein. Schon nach kurzer Zeit begreift Tabea, dass etwas nicht stimmt, kann die Passagiere jedoch nicht abschütteln. Und die tun ihr bestes, sie in immer größere Schwierigkeiten zu bringen.
Als sich dann auch noch die mächtigsten Wesen im bekannten Universum für sie interessieren, begreift Tabea, dass viel mehr auf dem Spiel steht, als sie ahnt ...

"Sternendieb" ist der Auftakt zu einer Trilogie, von der ich hoffe, dass sie komplett übersetzt wird. Teil 2 ist nach Aussage des Verlages für Februar 2011 geplant. Sie stammt tatsächlich schon aus dem Jahre 1990, was aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden soll. Wichtig hierbei ist sicherlich, dass es sich um keine Neuauflage handelt, sondern bereits in den 90er Jahren auf deutsch erschienen ist, damals unter dem Titel "Begegnungen auf dem Möbiusband".
Der Roman wechselt zwischen fortlaufender Handlung und einem persönlichem Dialog zwischen Tabea und ihrem Schiff Alice, das etwa alle zwei Kapitel stattfindet. In diesen erzählt Tabea von ihren Erlebnissen in Kindheit und Jugend und ihren ganz individuellen Werdegang. Nicht nur ihre berufliche Karriere wird dabei thematisiert, sondern auch ihr Liebesleben.
Am Beginn war es für mich problematisch, dass ich immer wieder aus der Handlung geworfen wurde und dann etwas, im ersten Moment Unzusammenhängendes lesen sollte. Nach und nach wurde mir aber klar, dass diese Informationen sehr wichtig waren und ich Tabea ohne diese völlig anders gesehen hätte.
Zum Roman griff ich, weil er mir als Space Opera mit starker weiblicher Hauptperson verkauft wurde, die nicht auf den Mund gefallen ist und auch einige romantische Verwicklungen erlebt. Stimmt alles, bis auf den letzten Punkt. Wirklich romantisch geht es hier nicht zu, keine Dates, kein Hin und Her, kein Herzschmerz. Tabea aber sucht sich ihre Liebhaber(innen) nach eigenem Gutdünken aus, manchmal einfach aus Langeweile, manchmal, weil sie sich etwas davon erhofft.
Als Persönlichkeit hat sie mir ganz wunderbar gefallen. Sie wird von einer Notlage in die nächste geworfen, versucht stets sich und ihr Schiff durchzubringen - hier vor allem das Avatar Alice - und niemand sagt ihr, worum es wirklich geht. Auf die Abenteuer, die sie dabei erlebt, könnte sie wahrscheinlich gut und gerne verzichten. Nicht so der Leser! Einige der Situationen sind urkomisch, andere spannend, andere sehr emotional. So wie Tabea rutscht auch der Leser von einer Emotion in die nächste. Unterhaltsamer geht es kaum.
Als Science Fiction Anfänger brauchte ich aber meine 100 Seiten, um wirklich in den Roman zu finden. Das lag nicht an den Begrifflichkeiten, da dies mehr Opera, als Space ist. Greenland bleibt schon am Genre und hat viel recherchiert. Aber er hat sich auch viele Freiheiten herausgenommen, in etwa in den Völkern und Rassen die er geschaffen hat. Daher vermute ich, dass hier mehr auf Unterhaltung Wert gelegt wurde und weniger auf Authentizität.
In die Geschichte eingetaucht, las ich in einem Rutsch durch. Das Geheimnis muss gelüftet und die Nerven beruhigt werden. Tabea wird sehr gebeutelt und nicht immer laufen ihre Erlebnisse glimpflich ab. Kein männlicher Held kommt im letzten Moment um sie zu retten, das muss sie schon selbst machen - und nicht immer klappt es. So ist das Leben und so ist Tabea.
Sie ist eine sehr gut charakterisierte Figur, die ich wirklich mochte und die mir hier und da ein Lächeln entlockt hat.
Im letzten Drittel legt Greenland auf all diese Großartigkeiten noch eine Schippe drauf und Seite um Seite fliegt vorbei. Dennoch muss ich auch erwähnen, dass ich mitunter etwas mit einer gewissen Langatmigkeit zu kämpfen hatte, einige Szenensequenzen sind sicher nicht zwingend für die Handlung notwendig, wenn sie aber auch gut zu lesen sind.
Neben Tabea können sich alle hier geschaffenen Figuren sehen lassen, egal ob sie humanoid sind (und das sind die wenigsten) oder nicht. Dieser Detailreichtum besticht sofort und lässt über so manche Kleinigkeit hinwegsehen.
Colin Greenland erzählt mit formvollendeten Charakteren, denen er eine so persönliche Note verpasst, dass sie jeden Moment aus den Seiten zu springen scheinen. Die Handlung ist breit angelegt und verspricht einiges, was sie bis zum Ende auch zu halten vermag.
"Sternendieb" ist der Auftakt einer Trilogie, die ihre ganze eigene Melodie komponiert und den Leser dann wie ein Ohrwurm nicht mehr los lässt.


Der Autor
Colin Greenland ist ein britischer Science-Fiction-Schriftsteller. Bereits mit seiner ersten Erzählung gewann er den zweiten Preis des Faber & Faber-Wettbewerbs. Sein Roman Take back Plenty (1990) ("Sternendieb") wurde schließlich mit den wichtigsten britischen Science Fiction-Preisen ausgezeichnet: British Science Fiction Association Award und Arthur C. Clarke Award.
Colin Greenland lebt seit 1996 mit der Schriftstellerin Susanna Clarke (Jonathan Strange & Mr. Norrell) zusammen. Seine Werke wurden bisher in zwölf Sprachen übersetzt.


Montag, 22. März 2010

Martin Millar setzt endlich "Kalix" fort


Martin Millar stellt auf seinem Blog das Cover der Fortsetzung zu "Lonely Werwolf Girl" (Kalix. Werwölfin von London) vor. Zum Buch selbst hat er allerdings nicht viel zu sagen, außer dass es im August in US erscheinen wird. Daher muss ich wohl oder übel A. bemühen, den Onlineladen, in dem man Bücher und anderes kaufen kann.

Scottish teenage werewolf Kalix MacRinnalch is in London trying to settle down and live a normal life. Her new friends support her as she goes to college to learn to read and write, but her old enemies won't leave her alone. Many powerful werewolves want Kalix dead, and the Guild of Werewolf Hunters is still dedicated to wiping out the entire MacRinnalch werewolf clan. Life might be easier for Kalix if her werewolf family were able to help, but her sister the Enchantress needs all of her sorcerous powers to locate the perfect pair of high heels, her brother Markus is busy in Scotland organising an opera, and her cousin Dominil is engaged in her own merciless vendetta with her enemies. Kalix must carry on alone but she's finding it difficult enough to pay the rent and cope with her anxiety and depression, while struggling with werewolf hunters and exams at the same time...
In freier Übersetzung: Kalix kehrt nach dem großen Kampf nach London zurück und versucht ein normales Leben zu führen. Sie bekommt Hilfe von ihren neuen Freunden, geht sogar aufs College.
Doch es gibt viele Werwölfe, die sie lieber tot sehen wollen und da Kalix' Familie anderweitig beschäftigt ist, ist sie wieder einmal auf sich allein gestellt. Schwierig, Miete zu zahlen und ein verantwortungsbewußtes Leben zu führen, wenn man an starken Depressionen leidet. Und mitten in der Prüfungszeit rücken mal wieder die Jäger an ...

Wenn das nicht nach einer gelungenen Fortsetzung nach Teil 1 klingt, weiß ich auch nicht. Sieht so aus, als könnten wir uns auf einiges freuen. Da es aber schon beim ersten Teil etwa zwei Jahre gedauert hat, ehe die deutschen Fans die Geschichte in ihrer Muttersprache halten durften, sollten wir uns auf Ende 2011/ Anfang 2012 einstellen. Oder zum Original greifen: August 2010!


Sonntag, 21. März 2010

Drei Engel für Armand - Jim C. Hines ♥♥♥(♥)


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Was ist eigentlich passiert, nachdem der Prinz das Aschenputtel geheiratet hat?
Hier setzt Jim C. Hines an. Danielle und ihr Liebster Armand haben eine sehr ausgiebige Hochzeitsreise hinter sich und sind nun in das Schloss der Schwiegereltern zurückgekehrt. Die junge Königin gibt sich alle Mühe in ihre neue Rolle hinein zu wachsen, doch innerlich ist sie noch immer das unterdrückte, mit Asche beschmutze Nichts.
Dass sie nun in feudaler Umgebung leben kann, können die Stiefschwestern ihr nicht verzeihen und verüben einen Anschlag auf sie. In letzter Sekunde kann die geheimnisvolle Talia (Dornröschen) sie retten. Doch es kommt schlimmer: Die Stiefschwestern entführen Armand.
Dessen Mutter trommelt die Mädels zusammen und so machen sich Daniella, Talia und Schnee(wittchen) auf den Weg nach Elfstadt, wohin es die Entführer verschlagen hat.

Die Idee, die dem Roman zugrunde liegt, finde ich genial. Und es hat mir sehr viel Freude bereitet, die wahre Geschichte um die drei Prinzessinnen zu lesen, Schon als Kind dachte ich oft, dass es so einfach, wie Märchen das gern sehen, auch nicht gewesen sein kann - und ich bin wohlgemerkt mit den Originalen aufgewachsen.
Wie soll das für eine Frau aus dem Volke sein, die über keine große Bildung verfügt und die Ränkespiele an einem Königshof nicht gewohnt ist? So genau erfahren wir das hier auch nicht, aber Hines schafft sehr gute Ansätze.
Leider fand ich nur sehr schwer ins Geschehen, was nicht unbedingt am Inhalt liegt. Aber der Autor hat die Angewohnheit alles ziemlich in die Länge zu ziehen, statt konstant von einem Punkt zum nächsten zu gehen. Das schlägt sich auch in seinen Schreibstil nieder. Dennoch habe ich nach zwei Abbrüchen zuende gelesen, aber nur, weil ich es unbedingt! wollte.
Meine Lieblingsfigur war, wie erwartet, Talia um die sich eine ganz eigene Geschichte rankt. Sollte es einen weiteren Roman des Autors geben, in dem sie die Hauptrolle spielt, werde ich es auf jeden Fall lesen.
Die Geschichte nun ist interessant, die Charaktere sind individuell und trotz der Märchengrundlage neu interpretiert. Aber ohne wirklichen Zugang konnte ich einfach nicht richtig eintauchen und kann daher nur mit "kann man lesen, muss man aber nicht mit Tendenz zu guter Unterhaltung" urteilen.
PS: Ja, es ist ein Happy End-Buch.

http://www.jimchines.com/
Jim C. Hines wurde 1974 geboren. Er hat Psychologie und Anglistik an der Michigan State University studiert. Er schreibt seit den frühen neunziger Jahren, inzwischen als Vollzeit-Autor. Sein Fantasy-Roman „Die Goblins“ wurde auf Anhieb in verschiedene Sprachen übersetzt und fand bei den deutschen Lesern eine große Fangemeinde. Jim C. Hines lebt heute mit seiner Familie und vielen Haustieren in Michigan.


Mittwoch, 17. März 2010

Für immer untot - Karen Chance ♥♥♥♥


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Piper-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

Im dritten Teil wird es endlich Zeit, dass Cassandra Palmer sich dem Geis stellt, der sie und den Meistervampir Mircea aneinander fesselt.
Da Cassie ihn auf einer ihrer Zeitreisen unabsichtlich doppelt infiziert hat, gelingt es Mircea kaum noch sich unter Kontrolle zu halten. Um ihn und alle anderen zu schützen, sperrt die Konsulin des Senats ihn ein - und alle wissen, dass die Zeit abläuft. Denn der Geis kann unerfüllt tödlich sein, selbst für einen so mächtigen Vampir.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder Cassie und Mircea schlafen miteinander, wie das Schlupfloch des Zaubers es vorsieht oder sie wenden den Gegenzauber an. Vor ersterem fürchten sich beide, denn der Geis wird dabei einen von beiden zum Sklaven des anderen machen. Zwar ist Mircea der Meistervampir, doch Cassie ist die Pythia und entdeckt immer mehr Möglichkeiten ihrer Macht.
Der Gegenzauber befindet sich im Codex Merlini, einem heiligen Buch, das schon vor Jahrhunderten verschwunden ist. Und nicht nur Cassie ist dahinter her.
Und da ist auch noch der Magier Pritkin, der sich unerwartet auf Cassies Seite gestellt hat und ein ums andere Mal den Geis - und Cassies Libido - reizt.
Nebenbei tauchen einige Kinder bei ihr auf, die bei Tami, bei der auch Cassandra aufwuchs, gelebt haben. Sie sind durch die Netze des Senats gerutscht und benötigen Cassies Schutz. Tami wurde entführt und nun muss Cassie für die Kinder sogen, was nicht ganz einfach ist, denn unter ihnen befinden sich mächtige Wesen. Ein Nekromant, ein Feuerbeschwörer, eine Telepatin und sogar einige Nuller.
Mit ihrer Fähigkeit über Raum und Zeit zu gebieten, reist Cassie zum letzten bekannten Aufenthaltsort des Codex ...

Karen Chance hat leider die Angewohnheit, ihre Geschichte in die Länge zu ziehen, so dass man sich als Leser streckenweise doch arg durchkämpfen muss. Aber sie verfügt über ein Repertoire an Ideen, das mich einfach nur fasziniert. In etwa, als Cassie nach dem großen Brand im Nachclub sitzt und dem Schrumpfkopf schwarze Haarsträhnen anklebt. Der ist davon nicht besonders angetan, denn: "So kann ich nicht herumlaufen!", sagte der Kopf verdrießlich, als ich den Sekundenkleber zur Hand nahm. "Ich bin hier die Hauptattraktion. Ich bin der Star! (S. 46)
Dies und Details wie die drei Graien, die sich nicht einfangen lassen wollen oder ein kindlicher Nekromant, der wortwörtlich die Knochen tanzen lässt, sind es, die mich Seite um Seite verschlingen lassen. Wo holt Chance das nur alles her?
In diesem Teil unternimmt Cassie mehrere Zeitreisen, die bisher nicht allzu schwierig zu verfolgen waren, hier allerdings ein konzentriertes Lesen erfordern. Denn sie reist nicht nur zwei Wochen zurück - und trifft dort sogar auf ihr eigenes Selbst - sondern auch mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit. Was das mit der Logik anstellt und ob ich als Leser darüber wirklich nachdenken sollte ist fraglich. Immerhin trifft sie dort auch Personen, die sich später an alles erinnern.
Das schafft Verwirrung, wo es keine geben sollte. Nimmt man das aber einfach hin, ist es schließlich gar nicht so schlimm. Zum einen wegen der schon erwähnten Details, zum anderen aber auch wegen der sehr interessanten Charakteren, die Chance hier sowohl in Haupt-, als auch Nebenrollen präsentiert.
Leidenschaften gibt es hier einige. Pritkin ist von Cassie sehr angetan, weiß aber, dass er sich ihr nicht allzu sehr nähern darf. Dennoch überkommt es beide und erst im letzten Moment kommen sie zu Verstand. Es wird im übrigen auch die sehr interessante Vergangenheit Pritkins aufgeklärt.
Das Hin und Her mit Mircea stieß mir gegen Ende des Buches ziemlich auf und ich konnte das Wort "Geis" schließlich nicht mehr sehen! Auch wenn die Handlung noch so gewürzt wurde, irgendwann schwingt auch das längste Pendel aus.
Alles in allem hat es Karen Chance wieder einmal geschafft, mich fast komplett zu überzeugen. Etwas mehr Klarheit ohne zu viel Gewese und die Richtungsänderungen im Plot hätte ich mir gewünscht. Davon abgesehen hatte ich aber viel Spaß beim lesen und freue mich sehr auf den nächsten Teil!

Teil 4 "Unwiderstehlich untot" erscheint im Mai 2010 und wird im Piper-Pressebrief als "heißer Abschlussband der Serie um Cassie Palmer" bezeichnet.
Für mich etwas überraschend, denn mir ist nicht klar, was da so schnell ein Ende finden soll. Außerdem könnte ich die tollen innovativen Ideen noch mindestens drei Bände lang lesen.

http://www.karenchance.com/
Karen Chance ist eine amerikanische Schriftstellerin von Urban Fantasy. Sie wuchs in Florida auf und lebte in Frankreich, Großbritannien, Hong Kong und New Orleans. Heute lebt Chance in Tampa.


Montag, 15. März 2010

(Interview) Gesa Schwartz "Grim-Das Siegel des Feuers"


Der Pariser Gargoyle Grim ist ein Schattenflügler, seine Aufgabe ist es, das steinerne Gesetz zu wahren, dass niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch eines Tages wird dieses Gesetz gebrochen und Grim begegnet der jungen Sterblichen Mia, die über eine besondere Gabe verfügt: Sie ist eine Seherin des Möglichen. Mia gerät in den Besitz eines rätselhaften Pergaments, das mit merkwürdigen Schriftzeichen bedeckt ist, die sie nicht entziffern kann. Kurz darauf wird sie von gefährlichen Anderwesen verfolgt. Gemeinsam beschließen Grim und Mia, das Geheimnis des Pergaments zu ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie sich damit auf eine gefährliche Reise begeben. Denn sie sind einem Rätsel auf der Spur, das nicht nur ihr eigenes Leben bedroht, sondern das Schicksal der ganzen Welt.

Möchtest Du Dich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen "Gesa Schwartz" hört?
Am besten gar nicht mich, sondern eine Figur aus einer meiner Geschichten – beispielsweise Grim. Es sind meine Geschichten, die zählen, nicht ich als Person. Aber wer dennoch etwas über mich erfahren möchte, dem sei gesagt, dass ich 29 Jahre alt bin, in einem Zirkuswagen lebe und mit Leib und Seele Geschichten erzähle. Mehr Informationen über mich und meine Geschichten finden sich auf meiner Homepage.

Wie genau bist Du auf die Idee gekommen, die mythische Gestalt eines Gargoyles zur Hauptfigur eines Deiner Werke zu machen?
Eigentlich ist die Idee zu mir gekommen, und zwar in Form einer dunklen Gestalt mit riesigen Schwingen hoch über den Dächern von Paris: Das war Grim, und sobald ich seinen Namen erfahren hatte, wollte ich mehr von ihm wissen und seine Geschichte erzählen. Darüber hinaus sind Gargoyles bzw. steinerne Figuren im Allgemeinen für mich ein Sinnbild für die Existenz des Geheimnisvollen in unserem ganz alltäglichen Leben – und das hat mich schon immer fasziniert.

Gargoyles werden hier nicht geboren, sondern aus Lava gemacht. Hybride - eine Mischung aus Gargoyle und Mensch - enstehen, wenn der Geist eines Menschen in den Stein übergeht. Dennoch gab es in den Jahrhunderten stets auch Liebesgeschichten zwischen Gargoyles und Menschen. Könntest Du diese Konzeption vielleicht etwas näher erklären?
Nicht alle Gargoyles werden aus Lava erschaffen. Nur die Gargoyles des stärksten Clans – die Vulkangeborenen – entspringen sozusagen tatsächlich einem Vulkan. Es gibt auch Gargoyles, deren Körper wie Statuen erschaffen werden, ehe ihr Schöpfer sie durch seinen Kuss zum Leben erweckt. Bei den Hybriden gibt es verschiedene Schöpfungsmöglichkeiten. Eine davon ist die ganz natürliche Fortpflanzung wie bei Menschen (Hybriden können sowohl Menschen- als auch Gargoylegestalt annehmen). Der Legende nach wurden die ersten Gargoyles nach dem Vorbild der Menschen geschaffen und sind noch sehr menschenähnlich gewesen. So lässt es sich auch erklären, warum die Gargoyles menschliche Organe haben wie Lunge, Herz etc. Mit der Zeit haben sich Gargoyles und Menschen voneinander entfernt – innerlich wie äußerlich, aber manchmal ist es dennoch vorgekommen, dass zwei dieser so verschieden gewordenen Völker mehr ineinander gefunden haben als das Fremde, Andere. Wie tragisch eine solche Verbindung allerdings enden kann, zeigt die Geschichte.

Auf Deiner Homepage ist nachzulesen, dass Du noch weitere Romane geschrieben hast. Bewegen diese sich ebenfalls im phantastischen Genre?
Nein, nicht alle – aber in den vergangenen Jahren doch die meisten.

Was ist für Dich das Besondere an Phantastik? Könntest Du Dir vorstellen, einmal in einem anderen Genre zu schreiben?
Die Phantastik ist ein unglaublich spannendes Genre, da in ihr alles möglich ist. Diese Freiheit, das Grenzenlose ist sehr reizvoll. Dennoch sind es letztlich immer die Geschichten, die alles weitere entscheiden – auch, in welchem Genre sie erzählt werden wollen. Daher schließe ich auch kein Genre für mich aus.

Wie sieht Deine Zukunftsplanung aus? Was dürfen die Leser als nächstes von Dir erwarten? Gibt es vielleicht ein Wiedersehen mit der Welt von Grim?
Ja, ich arbeite gerade an einem weiteren Abenteuer von Grim. Es wird ein wenig düsterer und actionreicher als der Vorgänger, und auf jeden Fall bleibt es spannend.


Samstag, 13. März 2010

Der aufziehende Sturm - Jordan/ Brandon Sanderson ♥♥♥♥♥


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Piper-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!


Die Handlung knüpft nahtlos an den Vorgängerband an. Außer Elayne und ihrer Behüterin und Thom Merrilin sind alle Haupt- und fast alle Nebencharaktere vertreten.
Rand al'Thor der Wiedergeborene Drache hat seine linke Hand im Kampf mit einer der Verlorenen, Semirhage, eingebüßt. Doch obwohl sie dabei gefangen genommen werden konnte, erlaubt er nicht, dass sie gefoltert wird - denn sie ist eine Frau. Das letzte bisschen Menschlichkeit, das er noch besitzt, will er nicht verlieren, indem er das letzte aufgibt, an das er sich so fest klammert. Seine Erziehung.
Damit haben Cadsuane Sedai, Nynaeve und natürlich die Weisen Frauen der Aiel ein großes Problem. Denn Semirhage hat im letzten Zeitalter selbst massiv Folterungen vorgenommen - immer unter dem Deckmantel der Forschung. Und sie geizt nicht damit, den Frauen, die sie bewachen Einzelheiten davon zu erzählen. Obwohl sie von der Einen Macht abgeschnitten ist, hält sie alle Zügel in der Hand. Wie soll es nur gelingen, eine Frau wie sie zu brechen und von den Plänen des Schattens zu erfahren, ohne ihr körperlich Schaden zuzufügen?
Inzwischen ist Egwene noch immer Gefangene in der Weißen Burg. Sie wurde von ihrer Rivalin Elaida, der Amyrlin, als Novizin zurückgestuft und wird jeden Tag mehrfach geschlagen und gedemütigt. Doch sie weigert sich, zu fliehen und die Burg zu verlassen, denn trotz allem bekommt sie noch immer Unterricht. Und in diesem kann sie Kontakt zu den Aes Sedai knüpfen, die in der Burg leben. Sie leidet unter den dortigen Zuständen, denn keine Ajah ist der anderen gewogen, es brechen sogar ganz offene Feindseligkeiten aus. Egwene muss beweisen, dass sie trotz ihrer Jugend die wahre Amyrlin ist.
Und da ist auch noch ihre Gabe der Vorraussicht, die ihr vor langer Zeit verraten hat, dass die Seanchaner die Weiße Burg angreifen und jede Frau, die die Eine Macht lenken kann, ans Band legen und zur Damane machen werden. Ohne eine starke, vereinte Burg ist der Ausgang so eines Kampfes ungewiss.
Tuon, die nun Ehefrau von Mathwin Cauthon - dem Hornbläser des Wiedergeborenen Drachen - ist und alleinige Erbin des Kristallthrons der Seanchaner, hat im Moment andere Sorgen. Sie fühlt sich zu ihrem Mann stark hingezogen, sendet ihn dennoch auf eine Mission. Dass eine der Verlorenen unter ihnen gelebt und sie betrogen hat, stiftet noch immer Verwirrung, ebenso wie der Vorschlag des Wiedergeborenen Drachen, sich zu treffen. Dann unterbreitet der Heerführer der jungen Frau einen Schlachtplan zum Angriff auf die Weiße Burg, der mehr als nur den Sieg über die ungebundenen Damane verspricht.
Derweil ziehen dunkle Wolken über der Fäule auf und viele Ereignisse deuten darauf hin, dass die Zeit unwiderbringlich abläuft. Rand weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat die Welt gegen den Dunklen König zu einen. Und diese Welt will sich einfach nicht einen lassen, so dass er ein ums andere Mal die Geduld verliert. Seine Getreuen sehen das nicht gern und einige beginnen damit, sich von ihm loszusagen ...

Achtung:
1) Das ist Band 32, der nur verständlich ist, wenn alle vorherigen Bände gelesen wurden.
2) Ich bin ein Fan der Serie, seit ich sie vor etwa zehn/zwölf Jahren begonnen habe. Darum kann es sein, dass ich etwas voreingenommen bin ...

Es ist etwas Besonderes, dieses Buch in den Händen halten zu dürfen. Nach dem Tod des Autors hatte ich bereits mit der Serie abgeschlossen und mich mit dem Gedanken abgefunden, dass ich nie erfahren würde, wie es ausgeht und sich alle Handlungsstränge zusammenfügen. Doch Robert Jordan hat für seine Fans vorgesorgt und bis zuletzt an seiner Geschichte gearbeitet. Zusammen mit seiner Frau sind viele Teilstücke entstanden und wenn man dem Vorwort Brandon Sandersons glauben darf, hat Jordan das Ende noch selbst geschrieben.
Dennoch merkt man, dass der Autor gewechselt hat. Es war nicht mehr ganz so lebendig und einige Nebenfiguren wirkten plötzlich auf mich regelrecht unsympatisch. Das soll aber nicht heißen, dass der Roman schlecht ist, ganz im Gegenteil! Grandios wie immer, spannend zu verfolgen und auch nicht mehr so gehetzt, wie der letzte Band.
Die Fans wissen, dass sie sich auf einen anderen Autoren einstellen müssen, aber es dauert eine Weile, sich wirklich damit abzufinden. Dann allerdings bekommt der Leser alles, worauf er Jahre gewartet hat. Die Welt um "Das Rad der Zeit" entfaltet sich gewohnt gewaltig und entbehrt an nichts.

Zwei Bemerkungen, die man mir durchaus als Kriteleien auslegen darf:
1) Zuerst die Anmerkungen und den Anhang durchstöbernd - um die Erinnerung aufzufrischen und zu sehen, ob und was sich geändert hat - stieß ich auf einen Brief, den Moiraine Damodred, die Aes Sedai, die Rand aus seinem Dorf in sein Schicksal führte, an Thom Merrilin geschrieben hat. Sie wusste zu diesem Zeitpunkt um ihren Tod und gab dem Gaukler noch die Information, die er für sein Seelenheil brauchte. Ich habe diesen Brief in den Vorgängerbänden nicht nachgeschlagen, aber meiner Meinung nach hat sie darin nicht angedeutet, dass sie "wiedergeboren" wird. Wir kennen ja das Spielchen: Die Verlorenen werden von Rand al'Thor vernichtet und dann in einem anderen Körper wiedererweckt. Streckt die Serie und hält die Fans hin.
Aber Moiraine? Also das wüsste ich noch, denn ich mochte sie eigentlich immer ganz gerne und hätte mich gefreut, sie wiederzusehen. Aber mit dieser Figur hatte ich nach ihrem grandiosen Ende abgeschlossen.
Wenn sie allerdings schon wiedergeboren sein sollte, dann habe ich sie noch nicht gefunden, nun aber einen Grund, mich darauf zu freuen.
2) Der Übersetzer wechselt eine Begrifflichkeit. Beim Volk der Aiel war stets die Rede davon, den "Rest eines Restes" zu retten. Plötzlich jedoch ist es "Das Relikt eines Reliktes" ohne, dass näher darauf eingegangen wird. Es ist aber definitiv das gleiche gemeint.
Andreas Decker ist schon seit einigen Bänden dabei, darum wundert mich das nun doch ein wenig. Nicht, dass es schlimm wäre, aber zwischen Rest und Relikt gibt es nun doch den ein oder anderen Unterschied und der Sinn dieses Satzes stellt es auch plötzlich auf den Kopf. Ich jedenfalls würde diese Prophezeiung - nichts anderes ist es ja - nun ganz anders verstehen.

Fazit: Einem Fan, der so weit gekommen ist, ist es wahrscheinlich egal, was er vorgesetzt bekommt, Hauptsache, die Geschichte findet ein würdiges Ende.
Aber "Der aufziehende Sturm" ist ein hervorragend geschriebenes Buch, das Spannung, Intrigen, Politik und Emotionen in einer bunten und sehr facettenreichen Welt bietet. Ich habe nur einige Teilstücke aufgegriffen, der Roman bietet aber noch viel mehr. Das ist auf keinen Fall rausgeschmissenes Geld!
Mit großer Erwartung sehe ich dem August entgegen, wenn Teil 2 von "The Gathering Storm" auf Deutsch erscheint.


http://www.dragonmount.com/RobertJordan/
Robert Jordan, ein Pseudonym des amerikanischen Schriftstellers James Oliver Rigney, Jr., geboren 1948 in South Carolina, begeisterte sich schon in seiner Jugend für phantastische Literatur von Jules Verne und H.G. Wells. Als ihm der Lesestoff ausging, begann er selbst zu schreiben. 1990 erschien der Auftakt zu seinem Zyklus »Das Rad der Zeit«, einem einzigartigen epischen Werk, das Millionen Fans in der ganzen Welt gefunden hat. Am 16. September 2007 erlag der amerikanische Autor im Alter von 58 Jahren einer seltenen Blutkrankheit.

http://www.brandonsanderson.com/
Brandon Sanderson was born in December of 1975 in Lincoln, Nebraska.
In December of 2007 Brandon was chosen by Harriet Rigney to complete A Memory of Light, book twelve in Robert Jordan's Wheel of Time series. Brandon is now hard at work on this epic project.


Donnerstag, 11. März 2010

Leidenschaft der Wüste - Bonnie Vanak


Badra war Sklavin, lebt aber seit fünf Jahren beim Stamm der Khamsin in der ägyptischen Wüste. Ihr Falkenwächter Khepri ist der Ziehbruder des Scheichs und seit Jahren in sie verliebt. Doch obwohl sie seine Gefühle teilt, kann sie sich ihm nicht hingeben, denn sie wurde als Sklavin oft missbraucht und geschlagen.
Als Khepris englischer Großvater ins Lager kommt, um ihn mitzunehmen, weist Badra seinen Heiratsantrag zurück. Enttäuscht verlässt Khepri, der nun Kenneth genannt wird, das Land.
Ein Jahr später erfährt Badra, dass ihre Tochter, die man ihr weggenommen und als tot ausgegeben hat, lebt. Um sie zu befreien soll Badra eine goldene Kette aus einem Grab stehlen. Die Ausgrabungen werden von Kenneth geführt und er erkennt das blaue Tuch seines ehemaligen Stammes, das der Dieb zurückgelassen hat.
Als beide sich wieder begegnen, brennt nicht nur die Liebe in ihnen auf, sondern auch die Leidenschaft. Doch Badra kann ihm noch immer nicht sagen, was ihr einst wiederfahren ist und zudem will sie alles tun, um ihre Tochter vor dem gleichen Schicksal zu retten. Sie weist ihn erneut zurück, doch Krieger sind hartnäckig ...

Aus einer Laune und dem Faible für Ägypten heraus las ich dieses Buch. Obwohl es einige Ungereimtheiten enthält, fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten. Das Thema "Vergewaltigung" spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, wurde jedoch für einen historischen Liebesroman aufbereitet. Das es aber so zentral sein würde, war mir vor dem Lesen nicht klar. Wer also damit ein Problem hat, sollte besser die Finger vom Buch lassen.
"Leidenschaft der Wüste" ist Teil drei einer Reihe. Die ersten beiden "The Falcon and the Dove" (Scheich Jabari bekommt Elizabeth) und "The Tiger and the Tomb" (Der beste Freund Rames bekommt Katherine) wurden, so weit ich das ersehen kann, nicht ins Deutsche übersetzt. Teil 4 "Sturm der Leidenschaft" wird den Falkenwächter Rashid umfassen und ich habe ihn mir bereits ertauscht.
In diesem Roman nun gibt es einige Zeitsprünge nach denen dann plötzlich neue Personen im Lager anzutreffen sind, so die beiden englischen Ehefrauen. Auch fällt ins Auge, dass alle Männer der Khamsin sehr freundlich und zuvorkommend sind. Für einen Kriegerstamm kaum vorstellbar, auch wenn viel Ehre im Spiel ist. Die Verstrickungen rund um die Kette(n) habe ich bis zum Schluss nicht durchschauen können.
Das sind aber nur Kleinigkeiten, über die man sehr leicht hinwegsehen kann, denn der Roman überzeugt nicht damit. Er ist sehr feinfühlig durchdacht und geschrieben. Das Flair der Wüste und Ägyptens besticht auf fast jeder Seite, Vanak hat an viele Details gedacht - Ausgrabungsgegenstände, Kleidungsstücke, Düfte ...
Die Liebesgeschichte baut sich langsam auf und ist von viel Schmerz und Enttäuschung geprägt, was mir liegt und rundum gelungen ist. Später, als beide endlich alles gestehen können, nimmt auch die Leidenschaft in Form von sanfter und auch ungezügelter Erotik zu.
Ein tiefgründiger Humor, der das ein oder andere Schmunzeln entlockt, ist ebenfalls anzutreffen, wenn Kenneth sich beispielsweise an das Leben in England (und die neue Kleidung) anpassen muss.
Badra hat leider keinen schönen Namen bekommen, dafür ist sie aber eine durchaus sympathische Figur. Ihr Zögern, sich anderen anzuvertrauen (außer Rashid, der ebenfalls missbraucht wurde) ist nicht immer nachvollziehbar, was ich schade fand. Sie müsste nach so vielen Jahren doch wissen, dass sie den anderen vertrauen kann.
Kephri/ Kenneth ist auf eine Art feinfühlig und sanft, dann aber wieder ein starker und sinnlicher Held, der nicht nur Badra zu betören weiß. Die Andeutungen über die Größe seines "besten Stücks" fand ich allerdings etwas fehlplatziert, vor allem in Hinsicht auf Badra und ihre Vergangenheit. Da aber schon klar war, dass es beiden gelingt, diese Hürde zu nehmen, hat sie etwas, worauf sie sich in Zukunft freuen kann.
Dieser Roman hat etwas sehr eigenes, das ich nicht genau benennen kann und das mir sehr gut gefiel. Über kleinere Schwächen lässt es wunderbar hinwegsehen und Seite um Seite fliegt nur so dahin. Da in diesem dritten Teil von Personen aus den ersten beiden berichtet wird, ist anzunehmen, dass wir im weiteren Verlauf auch vom Schicksal dieses Paares erfahren.
Habe ich wirklich sehr gern gelesen.


http://www.bonnievanak.com/
Bonnie Vanak schreibt seit frühester Kindheit Geschichten und Gedichte. Nach ihrem Universitätsabschluss hat sie jahrelang als Journalistin gearbeitet. Heute lebt sie als Autorin sinnlicher und exotischer historischer Liebesromane in Florida.


Montag, 8. März 2010

(Interview) Sarah Lukas "Der Kuss des Engels"


Manchmal zerplatzen Träume wie Seifenblasen: Sophie glaubt, sie habe eine glückliche Zukunft mit ihrem Verlobten Rafael vor sich bis zu dem verhängnisvollen Tag, an dem er stirbt. Die junge Frau steht vor dem Nichts. In Paris sucht sie das Vergessen, doch ein Leben ohne ihn hat für sie keinen Wert. Dann erblickt sie am Ufer der Seine eine Gestalt, die Rafael zum Verwechseln ähnlich sieht. Sophie ist überzeugt, dass er zurückgekehrt ist, doch der Fremde erinnert sich nicht an sie. Und bevor Sophie begreift, worauf sie sich einlässt, schweben sie beide in großer Gefahr. Denn er ist ein gefallener Engel, dem eine ganz besondere Mission auf der Erde zuteil wird. Und er kann sie nur mit Sophies Hilfe erfüllen.

Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Sarah Lukas“ hört?
Wenn man sich eine große, schlanke Frau mit langen Haaren vorstellt, liegt man nicht so falsch. Ich bin 37, war etliche Jahre verheiratet und lebe nun in einer Art Familien-WG in Wiesbaden. Dazu gehört auch ein Hund, mit dem ich bei Wind und Wetter unterwegs bin, um neue Ideen und Energie fürs Schreiben zu tanken.

Könnten Sie uns "Der Kuss des Engels" vielleicht in ein paar kurzen Sätzen schildern?
Der Roman erzählt von Sophie, einer jungen Deutschen in Paris, deren Verlobter ums Leben gekommen ist. Sie begegnet einem Mann, der dem Verstorbenen unfassbar ähnlich sieht, aber er scheint sie nicht zu kennen. Zunächst glaubt sie nicht an einen übersinnlichen Hintergrund, doch dann wird sie in eine Geschichte um gefallene Engel, schwarze Magie und unsterbliche Liebe verstrickt und gerät in höchste Gefahr, als ihr ein Dämon nach dem Leben trachtet.

Woher kam die Idee für dieses Buch? Hat Sie etwas Bestimmtes inspiriert oder wollten Sie schon lange einen Roman mit übersinnlichem Bezug schreiben?
Es hat mich schon länger gereizt, über die Rivalität zwischen Engeln und Dämonen zu schreiben, die nach katholischer Ansicht nichts anderes als gefallene Engel sind. Das Thema wurde in einigen Hollywood-Filmen eher actionlastig behandelt, während in romantischen Filmen nur die guten Engel vorkamen. Ich fand es interessant, auch die Dämonen und das zu ihnen gehörende Thema Exorzismus in eine romantische Geschichte einzubeziehen.

Sophie ist eine junge Frau, die einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste, aber trotz allem mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. Wie ähnlich sind sie Ihrer Hauptfigur? Gibt es mehr Ähnlichkeiten oder krasse Unterschiede?
Es gibt da durchaus große Unterschiede, denn ich wollte ganz bewusst eine Hauptfigur, die sich nie sehr viel mit religiösen Fragen befasst hat. Außerdem sollte sie sich weder mit Esoterik, noch mit übersinnlichen Phänomenen auskennen, ja, sogar skeptisch eingestellt sein, damit sie Jean nicht sofort glaubt. Auf diese Art kann sie ihre Erlebnisse mit Engeln und Dämonen auch nicht so gut einordnen und will sie erst einmal nicht wahr haben.

Jean Méric, Rafaels Gegenspieler, der Sophie vor dem gefallenen Engel warnt, ist gutaussehend und geheimnisvoll zugleich. Gibt es für ihn vielleicht ein reales Vorbild?
Hat nicht jede Frau schon einmal einen attraktiven Mann getroffen, aus dem sie nicht schlau wurde, weil er nicht viel von sich preisgegeben hat? Darüber hinaus gab es für seine Persönlichkeit aber kein exaktes, reales Vorbild, nur hier und da etwas Inspiration. Für sein Aussehen hatte ich dagegen einen bestimmten Mann vor Augen, doch den möchte ich nicht verraten, damit sich jeder sein eigenes Bild von Jean machen kann.

Das Ende ist recht offen gehalten, wird es ein Wiedersehen mit Sophie geben? Arbeiten Sie vielleicht schon an einer Fortsetzung? Falls ja, worauf dürfen sich Ihre Leser in der Geschichte freuen?
Ich arbeite tatsächlich bereits an einer Fortsetzung, denn Sophies Probleme sind längst nicht gelöst. Rafael und sie haben zwar einen Sieg errungen, aber ihrer Liebe stehen noch immer Hindernisse im Weg. Auch ihr größter Gegner hat seine finsteren Pläne nicht aufgegeben und wird neue Wege ausprobieren, um sein Ziel zu erreichen. Außerdem werden wir mehr über Jean und seine Vergangenheit erfahren.



Sonntag, 7. März 2010

Die unbeugsame Braut - Virginia Henley


Lady Georgina Gordon will sich auf keinen Fall an den reichen, aber verkommenen Duke of Bedford verheiraten lassen. Zwar wünscht ihre Mutter das schon aus dem Prinzip, weil sie alle ihre Töchter an Adlige bindet, doch Georgina spielt da nicht mit.
Auf einem Familienfest lernt sie den jüngeren Bruder des Duke John Russel kennen, der mit seinen Söhnen gekommen ist. Auch er ist sofort von der lebenshungrigen jungen Dame fasziniert. Doch John ist verheiratet und so dürfen diese Gefühle nicht sein, auch wenn seine Frau sich immer mehr in ihren Depressionen vergräbt und ihre Launen oft an den Kindern auslässt.
Der Duke hingegen ist es nicht gewohnt, abgewiesen zu werden und fasst den Plan, Georgina zu kompromittieren, so dass sie doch noch in die Ehe einwilligen muss. Die junge Frau aber weiß sich zu wehren, dennoch gibt es Gerede, das ihr schnell alle Chancen für die Zukunft zunichte machen kann.

Was mir an diesem Roman besonders gefiel war die Welt, in der sich die Figuren bewegen, nämlich die der Dukes und Prinzen. In der geschlossenen Gesellschaft der Reichen und Schönen des 18. Jahrhunderts gibt es jede Menge Unwahrheiten, Intrigen und Affären über die nur hinter vorgehaltener Hand geplaudert werden. Dann allerdings mit viel Vergnügen und Schadenfreude, wie auch Georgina herausfinden muss. In diese Welt einzutauchen ist erlaucht, amüsant und sehr unterhaltsam.
Leider kommt dabei die eigentliche Liebesgeschichte viel zu kurz. Sie wird nicht nur von den zunächst unzähligen Tragödien behindert, die auf jede Figur warten, sondern auch - das vor allem in der zweiten Hälfte - von den glücklichen Wendungen, die sich für das Paar ergeben. Wer also auf eine breit angelegte Beziehung (Kenenlernen, das bekannte Hin und Her/ an der Nase herumführen/ Flirten, Wendung, Bekenntnis) Wert legt, sollte überlegen, ob der Roman lohnt. Das soll aber nicht heißen, dass die Liebe völlig fehlt. Im Gegenteil, nur nimmt sie eben nicht so viel Raum ein.
Aber über der originellen Welt, die Henley schafft und der eigentlichen Handlung vergisst man das schnell und taucht mit Genuss in die Seiten ein.

http://www.virginiahenley.com/


Freitag, 5. März 2010

Juwel meines Herzens - Cheryl Howe ♥♥♥♥


In South Carolina arbeitet 1775 die schöne Jewel Sanderson in der Taverne ihrer Mutter. Sie ist die uneheliche Tochter des berühmten Piraten Bellamy Legget und hofft seit Kindertagen darauf, dass dieser eines Tages kommen und sie mit sich nehmen wird. Ein glorreiches Leben voller Spannung und Action erhofft sie sich. Doch sie ist nun in einem Alter, in dem sie einsehen muss, dass sich dieser Wunsch nie erfüllen wird. Darum verlobt sie sich mit einem Mann, den sie verabscheut.
Am gleichen Tag taucht völlig unerwartet der Protege ihres Vaters auf. Nolan Kenton uns Jewel waren einst wie Bruder und Schwester füreinander, doch Nolan trägt ein furchtbares Geheimnis mit sich herum. Er fordert von ihr die Schatzkarte, die sie einst von ihrem Vater erhalten hat. Durch eine List bekommt er diese, doch Jewel sieht ihre Chance gekommen: Heimlich schleicht sie sich auf Nolans Schiff ein, um ebenfalls nach dem Schatz zu suchen.
Zu spät bemerkt, muss Nolan sie mitnehmen und schon bald erwachen zarte Gefühle und heiße Leidenschaften in beiden. Doch Nolan ist hin und her gerissen, denn Jewel darf nie vom Schicksal ihres Vaters erfahren, an dem er nicht ganz unbeteiligt ist ...

Mit einem Faible für Liebesromane und Piraten hat Cheryl Howe eines Tages beschlossen, beides zu verbinden und einen Roman zu schreiben. Zum Glück. Denn obwohl der zu lang geratene Anfang nicht unbedingt zum weiterlesen einläd, entwickelt sich spätestens nach Ankunft Jewels auf dem Schiff eine spannende und gefühlvolle Geschichte. Die Heldin hat viel Raum bekommen sich zu entwickeln und Nolan ist einer dieser Helden, die schwer am eigenen Schicksal mit sich herum tragen. Beide benötigen zunächst etwas Hilfe, um zueinander zu finden, danach entwickelt es sich fast von selbst. Action bekommt Jewel genug, so eine Schatzsuche ist nicht ungefährlich. Der Leser errät recht schnell, was das Geheimnis um den Vater ist und das schließlich doch alles anders kommen könnte, als selbst die Figuren das erwaten.
Trotz dieser Abstriche handelt es sich um eine recht unterhaltsame Geschichte mit Gefühl.


Cheryl Howe verbrachte die Sommer ihrer Kindheit damit, in ihrem Zimmer gefühlvolle Liebesromane zu lesen anstatt der Aufforderung ihrer Mutter zu folgen und draußen zu spielen. Nach ihrem Studienabschluss in Englisch hatte sie mehrere Jobs, die alle nichts mit ihrer Liebe zu Büchern zu tun hatten. Dann beschloss sie eines Tages, dass es an der Zeit sei, ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen: Sie schrieb ihren ersten Roman, der sofort ein großer Erfolg wurde. Cheryl Howe lebt mit ihrem Mann, ihrem Hund und Miss Kitty in Südkalifornien.


Mittwoch, 3. März 2010

Teufelskuss - Sarwat Chadda ♥♥♥♥(♥)


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Penhaligon-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken!

In unserer Zeit und Welt: Bilquis SanGreal, genannt Billi, ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, das bei ihrem Vater lebt. Sie könnte ein ganz normaler Teenager sein, wenn nicht ihr Vater der Großmeister des Ordens der letzten neun Tempelritter wäre.
Die Ritter schützen die Menschen wie seit Urzeiten vor den Wesen der Nacht - Vampiren und Werwölfen.
Billis Mutter ist von diesen Wesen getötet worden, als sie fünf Jahre alt war und so entschied der Vater, dass Billi als erste Frau ein Tempelritter werden sollte.
Für das Mädchen gab es nun neben der Schule noch mehr zu lernen, alte Mythen und Sprachen. Und kämpfen.
Just an dem Tag, als Billi ihr Aufnahmeritual besteht, kehrt auch ihr alter Freund aus Kindertagen zurück. Kay war ein Jahr in Israel um seine seherischen Kräfte unter Kontrolle zu bringen und zu lernen, wie er damit umgehen soll.
Wenig später lernt Billi den geheimnisvollen Mike kennen und erkennt, dass sie entscheiden muss, was sie wirklich will - das Leben eines Tempelritters oder jenes einer normalen jungen Frau.
Ihr Herz, das stark für Kay schlägt, macht ihr die Entscheidung nicht leichter und auch der attraktive und charmante Mike drängt hinein.
Aber dann stösst Billi auf die alte Sage vom Todesengel Michael, der seine in einem Siegel gefangenen Geschwister befreien will, damit sie die Welt mit Plagen überziehen können. Menschen beten nur, wenn es ihnen schlecht geht und Michael hat geplant, viele Seelen zu seinem Vater zu bringen.
Als Kay ihr offenbart, dass er weiß wo das Siegel ist und es ihr sogar zeigt, nehmen die Dinge plötzlich einen unheilvollen Verlauf. Billi muss kämpfen, wenn sie nicht alles, was sie liebt, verlieren will.

Die beiden schlechten Nachrichten zuerst:
1) Obwohl man den Roman als abgeschlossen betrachten kann, hat er ein relativ offenes Ende. Der Autor schreibt auch gerade an der Fortsetzung - ein neues Abenteuer von Billi.
2) Happy End verwöhnte Leser werden nicht auf ihre Kosten kommen und sollten sich überlegen, ob sie zum Buch greifen.

Die Idee, die dem Buch zugrunde liegt, finde ich grandios. Vampire und Co. treten hier nur sehr am Rande auf, dafür aber greift Chadda auf biblische Themen rund um die Tempelritter zurück. Damit ist der Autor genau am Puls der Zeit und sticht dennoch aus den vielen Romanen heraus, die derzeit ähnlich düstere Themen behandeln. Der Leser muss allerdings kein Insider der Bibel sein, auch ein Atheist versteht worum es geht. Gekonnt werden Informationen in den Handlungsverlauf eingeflochten, dies jedoch nie belehrend oder langwierig. Vielmehr schmiegen sie sich ins Geschehen ein und werden ein Teil davon.
Billi ist ein vielschichtiger Charakter - einerseits ein junges Mädchen, andererseits schon fast eine erwachsene Frau und Kriegerin. Das macht es teilweise etwas schwierig sich mit ihr und ihrem Tun zu arrangieren. Wirklich mädchenhaft geht es nicht zu, was mir sehr gut gefiel. Denn hier zeigt sich, dass nicht die Farbe Rosa die Frau macht, sondern immer nur die Person. Billi greift zum Schwert und verteidigt sich meisterhaft, aber in ihrem Inneren bleibt sie ein Mädchen. Ihre Zerissenheit zwischen Tempelritter-Leben und einem völlig normalen war gut nachvollziehbar und sehr emotional gestaltet.
Obwohl nie aus Kays Sicht erzählt wird, findet man auch in ihm eine starke Figur. Jede Geste erzählt etwas und was er fühlt wird mehr als deutlich. Er ist ein wenig älter, aber immer noch ein junger Held. Über seine Vergangenheit wird nur wenig berichtet, trotzdem formt jedes Detail ein wenig von allem, was er in der Gegenwart tut oder gerade nicht.
Die Liebesgeschichte zwischen beiden ist glaubhaft und von viel Kummer und Verletztheit geprägt. Ich muss gestehen, dass ich mir ab und zu gewünscht habe, der Autor möge eine Frau sein, von der ich mir erhofft hätte, dass sie manche Szenen einfach viel ausführlicher abhandelt. Doch schließlich ist das hier keine Romantische Fantasy und die Liebesgeschichte begleitet nur, bildet aber nicht den Hauptanteil.
Die Beziehung zwischen Billi und ihrem Vater ist von einigen Problemen gekennzeichnet und war nie ganz einfach. Was mir nicht gefiel war die Auflösung dessen, die zum einen zu plötzlich kam, zum anderen wie schnell eingefügt wirkt. Und dann ist wieder alles gut? Glaubhaft ist so etwas nicht.
Scharmützel und Kämpfe gibt es zur genüge, so dass Actionfreunde nicht zu kurz kommen werden. Aber Chadda verliert sich in keinem der Details: Emotionen, Liebesgeschichte, Dramatik, Action.
Ich habe mich auf jeder Seite sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Buch daher uneingeschränkt empfehlen.

http://www.sarwatchadda.com/
Sarwat Chadda ist mit Geschichten über Saladin, Richard Löwenherz und die Kreuzzüge aufgewachsen. Er hat als Ingenieur an Großprojekten überall auf der Welt mitgearbeitet. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in London und schreibt an der Fortsetzung der Geschichte von Billi SanGreal.


Montag, 1. März 2010

Ausblick auf den Blog im März


Im Februar hat sich das Gesicht des Blogs ein klein wenig verändert. Oben, direkt unter dem Header gibt es nun sieben Links. Dahinter sind wie folgt aufgelistet: alle Buchrezensionen im Blog, alle Filmrezensionen im Blog, Blogs von Autoren, eigene Werke im Blog, Verlagsgeplauder von Torsten Low, verliehen bekommene Awards und schließlich Links zu anderen Bloggern, bei denen ich gerne reinschaue.
Ich möchte mich ganz herzlich bei Winterkatze bedanken, die mich in die technischen Notwendigkeiten dafür eingeführt hat; allein wäre ich nie darauf gekommen. *g*

Im März geht es bei mir gemischt zu. Es gibt noch einige historische Liebesromane, aber die Fantasy und die Paranormals sind wieder bei mir eingezogen. Neben den Rezensionen gibt es wieder Kinohighlights, Neuigkeiten und den ganzen anderen üblichen Kram.

Mir ist erst vor kurzem die Idee zu einer Fantasy-Challenge gekommen, die ein Jahr umfassen soll. Bisher ist es nur eine Idee, die ich nicht näher ausgearbeitet habe. Da ich keine Erfahrung mit Challenges habe, würde ich mich freuen, wenn mir jemand Tips geben könnte. Oder Ihr seit so neugierig geworden, dass Ihr mitmachen und die Idee mit mir zusammen ausarbeiten wollt. Schreibt mir einfach unter fayumETgmxPUNKTde eine Mail.