Dienstag, 13. Dezember 2016

100 Prozent Jugendsprache 2017: Das Buch zum Jugendwort des Jahres

Titel: 100 Prozent Jugendsprache 2017: Das Buch zum Jugendwort des Jahres
AutorIn: Redaktion Langenscheidt
Originaltitel
Verlag: Langenscheidt
ISBN: 978-3468298783
Euro: 4,99
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2016
Seiten: 160
Kein Serientitel
Come in: Vom Verlag








Meinung

Pünktlich zum Jugendwort 2017 (Ende November 2016) hat der Langenscheidt Verlag wieder ein kleines Büchlein zur Jugendsprache herausgebracht. Die 156 Seiten beherbergen rund 700 Wörter, die garantiert kaum jemand ab dreißig benutzt - echt jetzt, ich hab sie alle gelesen.
Im Vorwort wird noch einmal zusammengefasst, wie es überhaupt zur Wahl dieser Wörter kommt: Per digitalen Medien (Facebook, Mail, etc.) werden Wörter gesammelt oder eingereicht und schließlich in einem dudenartigen Buch zusammengestellt.
Bei Wechsel zum jeweils neuen Buchstaben hat Mark Frost eine Zeichnung passend zu einem der Begriffe, die nun folgen, angefertigt. Wonach er diese ausgewählt hat, ist leider nicht vermerkt.
Es folgt erst das betreffende Wort (in Knallorange), dann dessen Bedeutung und schließlich noch die englische Übersetzung in GB oder US.
Auffällig dabei, dass es doch einige verenglischte Begriffe gibt, aber auch einige Manga/Anime animierte, sehr viele zusammengesetzte, viele, die mit den sozialen Medien zusammenhängen und vor allem, dass offenbar unzählige Wörter/Redewedungen existieren, die schlicht in "sein Geschäft verrichten" ihre Bedeutung finden. Sexistische Wörter kommen übrigens auch nicht zu kurz, ebenfalls wie männlich ausgerichtete, dazu gehören auch Wörter wie "Eierflattern kriegen", "dazwischenmösen", "Männerballett", "Einwegtussi", "Wanderhure", "Gurkendomina" und einige mehr.
Andere Begriffe sind eher niedlich oder schlicht zum laut Lachen: darthvadern, Galileo-Professor, entsnowden, Gamerbräune, Offliner.
Interessant wäre es zu verfolgen, wie sich sich diese Wortwahl in den letzten Jahren verändert hat (wo dieses Büchlein ebenfalls bereits erschienen ist); einige Redewendungen sind regional angesiedelt, andere vom öffentlichen Leben inspiriert wie in etwa "merkeln".
Das Jugendwort 2016 lautet: Fly sein. Im Buch vermerkt mit: fly, am fly sein. Soll sowas heißen wie "besonders abgehen". In der engeren Auswahl waren übrigens auch "Hopfensmoothie" für Bier und "isso". Aber das eine Wort kennen Jugendliche offiziell ja gar nicht und das andere war vermutlich zu banal.
Disqualifiziert hat sich das Buch bei mir auf den letzten vier Seiten, wo diverse Werbung abgebildet ist.
Na ja, ich will jetzt kein Senfautomat sein - "100% Jugendsprache 2017" ist genau das was drauf steht. Ein lustiger Nachmittag ist garantiert.




Kommentare:

  1. Eine sehr interessante Lektüre (^.^)

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    1. Des Buches? :) Ja, ich habe gern mal alles durchgelesen. Ob sich mein Sprachschatz erweitert hat? Nein ;-)

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