Donnerstag, 23. April 2015

Grabesstimmen - Charlaine Harris

Titel: Grabesstimmen
Autorin: Charlaine Harris
Originaltitel: Grave Sight
Verlag: Dtv
ISBN: 978-3423210515
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Februar 2008
Seiten: 288
Serie: Harper Conelly 01
Come in: Tausch










Inhalt

Harper Conelly wurde als Teenager vom Blitz getroffen und hat seither die Fähigkeit, mit den Toten zu kommunizieren. Mit ihrem Stiefbruder Tolliver Lang zieht sie durchs Land und verdingt sich bei Polizei und Privatleuten, um vermisste Personen aufzuspüren. Dabei folgt sie einem Gefühl, das sie zu den sterblichen Überresten zieht. Sie kann auch sehen, wie die Verstorbenen ums Leben gekommen sind.
In der Kleinstadt Sarne soll sie einen verschwundenen Teenager aufspüren, was ihr auch schnell gelingt. Doch nicht nur der Junge, sondern auch seine Freundin sind ermordet worden. Obwohl Harpers Arbeit getan ist, gelingt es den Geschwistern nicht, die Stadt wieder zu verlassen. Als Tolliver unter einem Vorwand verhaftet wird, ist die junge Frau das erste Mal auf sich allein gestellt.


Meinung

Die vierbändige Reihe um Harper Conelly beginnt recht unspektakulär, aber versprüht sehr viel eigenen Charme. Eine nette kleine Geschichte für zwischendurch.
Harpers und Tollivers Eltern haben geheiratet und dann noch zwei Kinder bekommen, während die ehemaligen Anwälte bereits im Drogensumpf versanken. Die beiden Teenager versuchten, den Anschein zu wahren, bis Harpers ältere Schwester spurlos verschwand. An einer herzzerreißenden Hintergrundgeschichte, die recht häufig thematisiert wird, fehlt es also nicht. Das eigentlich nicht-verwandtschaftliche Verhältnis lässt wenig Zweifel über die spätere Beziehung der beiden Geschwister. Aber selbst ohne diesen Hinweis ist dieses Buch voller versteckter Hinweise zwischen den Zeilen, die nicht nur für großartige Charaktere sorgen, sondern auch eine ganz eigene Spannung, völlig unabhängig vom Krimianteil.
Harper ist eine junge Frau knapp über der zwanzig, die ein bisschen schüchtern, aber grundsolide dargestellt wird. Allüren hat sie keine und auch ihre Fähigkeit wird nie in den Vordergrund gestellt, sondern begleitet sie stets nur. Was zunächst ein wenig seltsam klang, ist von Harris glaubhaft umgesetzt worden.
Tolliver, mit dem Schnurrbart und den Aknenarben ist der Beschützer der Lady ohne sie einzuengen oder zu bevormunden. Sie sind gleichberechtigte Partner und sparen auf ein gemeinsames Haus, das in der Nähe der jüngeren Schwestern liegt, die zur Tante gekommen sind.
Der Mörder ist vom Leser recht schnell gefunden und so hat es den Anschein, als würde die Krimigeschichte einen Tick zu sehr ausgebreitet. Darüber lässt sich mit allem anderen aber schnell hinwegsehen. Sehr düster oder blutig geht es übrigens nicht zu.
Vielleicht nicht herausragend, liest sich aber rasch weg und unterhält gut.


Harper Conelly:
1. Grave Sight (Grabesstimmen)
2. Grave Surprise (Falsches Grab)
3. An Ice Cold Grave (Ein eiskaltes Grab)
4. Grave Secret (Grabeshauch)

http://charlaineharris.com/
Charlaine Harris wurde im Mississippi-Delta geboren und wuchs inmitten von Baumwollfeldern auf. Obwohl ihr Werk hauptsächlich Geistergeschichten umfasst, schrieb sie in ihrer Zeit im College auch Gedichte und Theaterstücke.
Nach dem College folgten zunächst einige Jahre mit Gelegenheitsarbeiten, bis sie endlich vom Schreiben leben konnte. Mit der Zeit wurden ihre Geschichten immer dunkler, und damit wuchs auch ihr Erfolg. Charlaine Harris engagiert sich in der Kirche und im Berufsverband der Schriftsteller. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Süden von Arkansas.

Kommentare:

  1. Hallo :)
    Diese vierbändige Reihe habe ich auch vor kurzem gelesen und kann dir nur zustimmen. Eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch.
    Besonders die Charakterisierung von Harper fand ich gut umgesetzt und glaubhaft in Bezug auf ihre Fähigkeit.

    Viele Grüße. :)

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    1. Ich habe ebenfalls alle vier gelesen :) Harper hat eindeutig als Figur einiges rausgeholt, das stimmt. Schön war für mich auch, dass ich alle Bände gleich hintereinanderweg lesen konnte.

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  2. Ich habe alle Teile schon vor einiger Zeit gelesen und sie haben mir ausgesprochen gut gefallen. Bis auf den letzten Teil, da war das Ende nicht ganz mein Geschmack, aber ich verrate hier mal nix. Lesenswert allemal.

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    1. Das liegt vermutlich daran, dass es wohl noch weitergehen sollte, dann aber das große Trara um Sookie dazwischenkam. Immerhin: die wichtigsten Handlungsstränge wurden beendet. Das Ende war aber tatsächlich zu zackig und überhaupt ...

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  3. Harper als Figur mochte ich auch sehr gerne. Von allen weiblichen Hauptpersonen in den Büchern von Charlaine Harris ist sie mir diejenige, die am besten dargestellt wurde.

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    1. Ja, mit vielen anderen konnte ich auch nicht so. Umso schöner, dass es hier klappt. :)

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