Donnerstag, 19. März 2015

Edward: Wie ich zum Menschen wurde - Roy Lewis

Titel: Edward: Wie ich zum Menschen wurde
Autor: Roy Lewis
Originaltitel: What We Did To Father
Verlag: Unionsverlag
ISBN: 978-3293004665
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2013
Seiten: 224
Kein Serientitel
Come in: Tausch









Inhalt

Dank Edward und seiner Familie nimmt die Evolution ihren Gang. Vom Baum geht es in eine Höhle, man lernt das Jagen, Höhlenzeichnungen, Fleisch braten, und viele andere auch heute noch nutzbare Errungenschaften. Edward ist nicht dumm, aber alles kann selbst er nicht voraussehen.


Meinung

Im Klappentext wird dieses Buch als das witzigste seit 500.000 Jahren bezeichnet und das von niemand Geringerem als Terry Pratchett. Wirklich witzig fand ich es tatsächlich nicht, unterhaltsam und äußerst lehrreich allerdings schon. Und genau deswegen möchte ich es jedem ans Herz legen.
Edwards Geschichte wird nicht von ihm selbst, sondern einem seiner Söhne erzählt, der nicht immer ganz versteht, was sein Vater da treibt, aber immer an seiner Seite steht. Sogar gegen Onkel Wanja, der zwar den Luxus der Zivilisation genießt (z.B. das vom Vulkan geraubte Feuer), sie aber stets verteufelt und alle zurück in die Bäme zu treiben sucht.
Anthropologisches Vorwissen benötigt es nicht, um das Buch zu verstehen, es schadet allerdings auch nicht. Auf kurzweilige Art werden wir in etwa durch einen dummen Unfall lernen, Fleisch zu braten. Jeder Sohn Edwards hat dabei eine andere Idee: Ein Tier nicht jagen, sondern selbst halten oder Zeichnungen an die Wand malen. Wir rauschen so mit einer Familie durch Jahrhunderte, ohne dass die Mitglieder unsterblich wären.
Das ist allerdings auch ein kleines Manko: Lewis verarbeitet hier athropologische Lehren, die sicher einige Jahre auf dem Buckel hatten, als man sie ihm weitergegeben hat. Nun sind wieder zahlreiche Jahre vergangen und Wissenschaft entwickelt sich weiter. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung zur Evolution und späteren Zivilisation wird leider fast komplett ignoriert und zudem gibt es ein paar spätere Abschnitte von denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie nicht harsch an der rassistischen Grenze verlaufen.
"Edward: Wie ich zum Menschen wurde" ist amüsant, schnell gelesen und vor allem auch sehr lehrreich.


Roy Lewis wurde nach eigener Aussage in »prähistorischer Zeit«, genauer 1913, in Birmingham geboren. Nach einem Studium in Oxford besuchte er die London School of Economics und arbeitete als Anthropologe und Journalist. Mehr als zwanzig Jahre war er als Auslandskorrespondent der Zeitungen The Economist und The Times tätig, unter anderem in Afrika. Später lebte er in London, wo er einen kleinen Lyrikverlag besaß. Roy Lewis starb 1996.

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