Dienstag, 10. Juni 2014

Die Schwester der Königin - Philippa Gregory


Titel: Die Schwester der Königin
Autorin: Philippa Gregory
Originaltitel: The Other Boleyn Girl
Verlag: Cora
ISBN: 4198004706953
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Februar 2011
Seiten: 640
Kein Serientitel
Come in: Kauf








Inhalt

England, 1521. Der vierzehnjährigen Mary Boleyn wird von ihrer Familie aufgetragen, sich von ihrem Ehemann ab- und dem König, der Interesse an ihr gezeigt hat, zuzuwenden. Das Mädchen kann sich gegen die Rivalinnen durchsetzen und teilt fortan das Bett von Henry VIII., was ihr zwar durchaus gefällt, ihr aber wegen der Königin Kummer bereitet.
Mit Marys älterer Schwester Anne steht ihr jedoch nicht nur ihre stärkste Verbündete, sondern auch ihre stärkste Kritikerin gegenüber. Denn Anne neidet Mary ihren Platz und will den König für sich allein gewinnen - nicht als Mätresse, sondern als nächste Königin von England.
Obwohl Mary zwei Kinder zur Welt bringt, die als jene des Königs gelten, wendet sich der König von ihr ab. Zunächst scheint Annes Stern hell, doch Mary bemerkt bereits die Wolken am Horizont.

Meinung

Philippa Gregory hat einen interessanten Roman geschrieben, der aber weder authentisch, noch historisch korrekt daherkomt. Er ist sicherlich zwischendurch gut und schnell gelesen, allzuviel sollte jedoch nicht erwartet werden.
Mary berichtet die Ereignisse aus ihrer eigenen Sicht, da sie aber nicht immer am englischen Hof anwesend ist, wird vieles auch per Botenerzählung oder Brief an den Leser gebracht. Das bringt es dann mit sich, dass gerade die letzten Jahre von Anne nur so vorbeifliegen. Denn Gregory hält sich nicht mit Gepflogenheiten des höfischen Lebens, Politik oder schlicht dem Drumherum auf, alles was zählt sind die Boleyn Schwestern und deren Bruder. Da kommt selbst der König reichlich kurz, der nur hier und da einige Auftritte bekommt, in denen er entweder reitet oder die Augenbrauen verzieht oder wie ein verliebter Jüngling um eine Frau herumschleicht.
Die beiden Schwestern sind ziemlich gegensätzlich angelegt; Mary ist ein blondes, naiv wirkendes Mädchen, das immer aufopferungsvoll für andere da ist und im Grunde nur fort von ihrer intriganten, bestimmenden Familie und hin zu ihren Kindern will. Obwohl sie wie Anne aus dem gleichen Hause stammt, die gleiche Ausbildung genoss, ebenso an diversen Königshöfen Europas aufwuchs, scheint sie ungebildet und manchmal sogar etwas dümmlich. Zwar gelingt es ihr am Ende, doch noch ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, bis dahin ist es jedoch ein weiter, steiniger Weg gewesen. Sie schaut beständig zu, wird aber nie selbst aktiv.
Anne, von der historisch eher anzunehmen ist, dass sie jünger als Mary war, kommt von Anfang an sehr selbstbewusst und stark rüber. Sie will Königin werden und das um jeden Preis - den sie dann jedoch auch bezahlen muss.
Der Roman enthält einige sehr faszinierende Ansätze, die vor allem aus weiblicher Sicht Sinn machen und mehr als überlegenswert sind, um die Ereignisse der damiligen Zeit besser zu verstehen. Allerdings fällt es nicht großartig ins Gewicht, hier und da einige Seiten zu überblättern, um schneller durch die immerhin sechshundert Seiten zu gelangen. Um wirklich Spuren beim Leser zu hinterlassen ist das Geschehen eine Spur zu oberflächlich geblieben und die Figuren zu blass.
Um Zeit zu sparen vielleicht besser den Film.

http://www.philippagregory.com/
Philippa Gregory ist im Jahr 1954 in Kenia geboren. Philippa studierte Geschichte in Brighton und promovierte an der Universität Edinburgh über Englische Literatur des 18. Jahrhunderts.
Neben mehreren erfolgreichen historischen Romanen verfasste sie auch Kinderbücher, Kurzgeschichten, Reiseberichte sowie Drehbücher. Philippa Gregory arbeitete auch als Journalistin und Produzentin für Fernsehen und Radio. Heute lebt Sie in Nordengland.

Kommentare:

  1. Den Film hab ich gesehen und fand ihn recht unterhaltsam (wenn auch Henry VIII immer viel zu hübsch in Verfilmungen dargestellt wird - wär doch mal lustig, wenn die einen authentischen Fettsack casten, der zudem auch nicht mit Schönheit punkten kann :D)

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    1. Ich werde ihn mir bei Gelegenheit mal ansehen, wenn ich auch glaube, dass ich ihn vielleicht schon gesehen habe. Wenn, dann kann ich mich allerdings nicht mehr daran erinnern.
      In jungen Jahren soll er ja sehr ansehnlich gewesen sein, bis dann irgendwann dieser Dicke da von dem recht bekannten Bild übrig geblieben ist.

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