Samstag, 21. April 2012

(Autorenplausch) Julian Frost: Last Days on Earth


Titel: Last Days on Earth
Autor: Julian Frost
Originaltitel, 432 Seiten
ISBN: 3492702554
Euro: 16,99











Last Days on Earth – Mein ganz persönlicher Beitrag zur Apokalypse

„Kannst du uns was schreiben? Einen Weltuntergangsthriller?“ So lautete der Wunsch meines Piper-Programmleiters, ihm etwas über das vielbeschworene Ende der Langen Zählung des Maya-Kalenders zu verfassen.
Und er hatte gleich auch einen Namen – nicht für das Buch. Für mich.
Ich bin ja inzwischen daran gewöhnt, dass ich meine Bücher in den Buchhandlungen unter verschiedenen Autorennamen suchen muss, also habe ich nur ganz kurz gezuckt und genickt. Seitdem heiße ich Julian Frost und stamme aus Schottland.

So. Da saß ich also. Ich wusste ungefähr so viel über die Maya und ihren wirklich faszinierenden Kalender wie ein Krokodil übers Turniertanzen. Also habe ich mich erst einmal schlau gemacht. Das sind die Zeiten, in denen ich das Internet küssen könnte. An Material zum Thema hat es nicht gemangelt, und ich habe dann gleich auch die gängigsten Weltuntergangs- und Verschwörungstheorien mitgenommen. Was für ein grandioser Irrsinn. Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir noch nicht von unsichtbaren Riesenplaneten zermalmt oder von geheimnisvollen Wesen aus der Tiefe gefressen worden sind.

Das habe ich alles in meinen Kopf befördert und gut umgerührt. Wer oder was könnte sich mit so einem Weltuntergang befassen müssen? Und warum? Ich hatte überhaupt keine Lust, dreihundert Seiten lang zusammenstürzende Hochhäuser zu beschreiben – abgesehen davon war ein Thriller bestellt worden. Sprich: Jemand plant etwas Böses und ein anderer Jemand muss versuchen, es zu verhindern.
Also: Jemand plant den Weltuntergang. Super. So neu, unverbraucht und originell!

Es musste also ein Bösewicht her und dann noch ein Held. Oder eine Heldin. Ein Held und eine Heldin?
Ja, genau. Ein Ermittlerduo. Ich liebe Kriminalromane, und da kommt so was öfter vor.
Nun sollte das Ganze ja Fantasy sein. Ein Fantasy-Thriller mit einem Ermittlerduo? Warum nicht.

Was haben wir also jetzt? Die beiden Ermittler: Karla van Zomeren, weiße Hexe und Magistra der MID (Magisterische Informationsdienststelle) – sprich: Kriminalbeamtin - und Raoul Winter, Schwarzmagier, freier Mitarbeiter der ZMA (Zentrale Magische Aufklärung – die Konkurrenzbehörde des „Schwarzen Zweiges“). Beide Kripo-Abteilungen unterstehen der Behörde für Magische Belange. MID und ZMA sind sich zwar nicht grün, aber sie arbeiten zusammen, wenn es um Verbrechen mit magischem Hintergrund geht.
Das Ganze spielt natürlich 2012 – wegen des Weltuntergangstermins – in unserer Welt, jedenfalls beinahe. Es gibt Atomkraftwerke und Magier, die sich darum kümmern, dass sie laufen. Es gibt Finanzkrisen und Börsencrashs, Flugzeuge, Autos, italienische Restaurants und chinesische Take-Away, Kaffeemaschinen und Bombenattentate auf Diskotheken.
Banken, Versicherungen und die Börse werden von Drachen kontrolliert – die haben nun mal einen Draht zu allem, was wertvoll ist – und alle möglichen Arten von Nichtmenschen bevölkern die Städte und kämpfen um ihr Wahlrecht. So zum Beispiel auch Vampire (die Herren der Unterwelt) und Gestaltwandler.
Es gibt keine Computer, aber Omnipedia und das Æethernetz, und Daimonen sind Wissensspeicher – allerdings sollte man aufpassen, dass man sie nicht in seinen Kopf lässt. Jedenfalls nicht zu lange.

So. Die Bühne steht. Und jetzt kann sie untergehen, die Welt. Oder nicht?

Kommentare:

  1. Man wird ja derzeit von diesem Thema nahezu erschlagen, aber der Roman klingt tatsächlich mal nach was anderem. Ich mag es ja irgendwie, wenn Magie quasi bürokratisch verwaltet wird.
    Interessante Entstehungsgeschichte auf alle Fälle und ein Roman, den ich mal im Kopf behalten werde. :-)

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    1. Ehrlich gesagt bin ich ja immer noch erstaunt, wie wenig Weltuntergangsbücher ich entdecke ;-)
      Ich hab den Roman schon hier zu liegen und sobald ich die aktuelle Lektüre beendet habe, werde ich zumindest mal anlesen. (Vielleicht isses ja auch ganz doof hihi)

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  2. Also das klingt definitiv interessant
    - sowohl Buch, als auch Interview.

    Lustig wie so ein Pseudonym zustande kommt. Und Susanne Gerdom scheint ja Pseudonyme fast schon zu sammeln ;-).

    Liebe Grüße,
    Melanie

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    1. Auf der Buchmesse habe ich live miterlebt, wie sie erstmal überlegen musste, wie sie unterschreibt. Denn da hielten ihr die Leser alle möglichen von ihr geschriebenen Werke unter die Nase. Ich glaube, da wäre ich auch durcheinander gekommen *g*

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    2. Ja, echt. Ich hab mir angewöhnt, erstmal aufs Cover zu sehen, ehe ich losschreibe. Und wenn ich in einer Buchhandlung nachsehen möchte, ob eins meiner Bücher da ist, muss ich auch immer überlegen. (Welches war das in Türkis? Ah, unter "H". Das in Orange ... "F". Und Rot ... Rot ... verdammt, wie heiße ich nochmal in Rot? Ah ja. Gerdom. LOL

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    3. Dann bin ich ja gespannt, ob du das farbtechnisch auch durchhältst. ;) Wenn Drachenhaut zu "blau" wird, hast du da ja ein kleines Problem. *g*
      Und meine signierte Ausgabe vom Türkisen hat dann wohl Seltenheitswert! Habe eben extra nochmal nachgeschaut...

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    4. @Susanne: Ich habe erst kürzlich bei einer Kollegin miterlebt, wie sie nach der Heirat den neuen Namen geübt hat. Ist das mit den Pseudonymen vergleichbar? oder schreibst Du da wild drauflos?

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    5. Mir fällt immer beim ersten Signieren ein, dass ich die Unterschrift eigentlich noch üben wollte. Frances G. Hill sieht immer noch unecht aus. Julian Frost läuft schön aus der Feder. Und mein eigener Name ist Hühnerkrikelkrakel, den schreib ich schon zu lange ... :-)

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  3. Hui, du hast es schon! Und willst es auch bald anlesen, da bin ich ja gespannt. Da mir die Leseprobe so gut gefallen hat, gehe ich mal davon aus, dass die Geschichte etwas für mich ist. Trotz der V-Dinger. Hu! Mal sehen, was das wird...

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    1. Jetzt musste ich glatt erstmal überlegen, was Du mit V-Dinger meinst ... aber klar. *hüstel*
      Hier werden sie aber sicher nicht so im Vordergrund stehen, nehme ich mal an. :)

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  4. V-Va-Nachtgeborene. Du weißt schon... ;)
    Und mir wurde glaubhaft versichert, dass sie nicht so im Vordergrund stehen und ich das daher überleben werde. Falls ich mich aber ab Mitte Mai nicht mehr melde, weißt du warum. Weia!

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    1. Und wenn die V-Dinger erstmal romantisch werden *ggg*
      Nee, schon klar. Drück' Dir die Daumen, dass es Dich dann noch gibt und sie Dich nicht gebissen haben. :)

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  5. Sarge3.5.12

    Hmm, das nimmt einem sämtliche romantischen Vorstellungen, wie bzw. warum Bücher entstehen.

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    1. Nun, das Schreiben ist nunmal auch etwas, mit dem geld verdient werden soll/muss. Und gegen so ein bisschen Inspiration von außen ist ja auch nie verkehrt ;-) Außerdem wächst man ja mit seinen Aufgaben und Herausforderungen halten jung.

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    2. Na ja, dafür ist mir im letzten Jahr ein Buch "passiert", das jetzt kein Verlag kaufen will, weil es auch keiner bestellt hat. Aber ich liebe es. So gesehen - ganz romantisch. :-)

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    3. Du oder das Buch? ;-)

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