Samstag, 8. Oktober 2011

Licht und Schatten - Jackie Kessler/Caitlin Kittredge


Titel: Licht und Schatten
Autorinnen: Jackie Kessler/Caitlin Kittredge
Originaltitel: Black and White
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 380258354X
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2010
Seiten: 539
Serie: Das Ikarus-Projekt 01
Come in: Gekauft







Klappentext/Inhalt

Während ihrer Ausbildung an einer Eliteakademie für Superhelden waren Callie Bradford, Codename Iridium, und Joannie Greene, Codename Jet, beste Freundinnen. Inzwischen sind sie jedoch verfeindet bis aufs Blut. Während Jet ihre übermenschlichen Kräfte dazu benutzt, die Einwohner von New Chicago zu beschützen, ist Iridium die Herrin der Unterwelt der Stadt. Unterdessen braut sich großes Unheil über New Chicago zusammen, und Jet und und Iridium finden sich inmitten eines Mahlstroms der Intrigen wider, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse mehr und mehr verschwimmen.

Cover

Angaben darüber, wer das Cover angefertigt hat, finden sich im Buch leider nicht. Es ist auf jeden Fall ein Hingucker, der mich zum Kauf animiert hat. Allerdings auch etwas speziell, für Liebhaber eben.

Meinung

Ich habe das Buch auf Seite 305 (von 539) abgebrochen. Da das schon vor einigen Monaten der Fall gewesen ist und ich keinen Zugang mehr zum Geschehen gefunden habe, gibt es ausnahmsweise nur den Klappentext und keine eigene Inhaltszusammenfassung.
"Viele Köche verderben den Brei" trifft in diesem Fall nicht zu. Beide Autorinnen haben eine sehr durchdachte und logisch aufgebaute Geschichte geschrieben, die vor allem für Comicfans zu empfehlen ist.
Das Geschehen wechselt zwischen der Jetztzeit der Grundhandlung und der Zeit, als die Heldinnen Teenager waren. Dabei wird sehr stimmig auch die Vergangenheit von Jet und Iridium thematisiert und durchaus gekonnt mit der Historie der Superhelden verknüpft. Ebenfalls wird dadurch deutlich gemacht, wo die Grenze von Gut und Böse verläuft (und warum) und ab wann eben diese nicht mehr so klar zu bezeichnen ist.
Die ungleichen Frauen waren einst Zimmergenossinnen und beste Freundinnen, was einen interessanten Ausgangspunkt abgibt, denn im Jetzt sind sie genau das definitiv nicht mehr. Es baut sich ein konstanter Spannungsbogen auf, der schwierig gewesen sein muss aufrechtzuerhalten, weil dafür die Wechsel der Handlungszeiten maßgeblich sind.
Warum dann dennoch der Abbruch?
Es war nicht uninteressant, was es zu lesen gab. Die Figuren werden gut charakterisiert und Action gibt es auch genug. Aber ich bin einfach nicht ins Geschehen hinein gekommen. Es ist eine eher trockene Art wie erzählt wird, nicht ohne Tiefe, aber beinahe emotionslos. Oft musste ich mich zwingen am Satz zu bleiben, habe am Anfang einer Seite schon auf deren Ende gehofft und es dauerte gefühlte Stunden, ehe ich dort angelangt bin.
Hinzu kommen viele Kleinigkeiten, die anderen sicher nicht einmal aufgefallen wären. So spielt das Ganze im Jahr 2112 und noch immer haben Superheldinnen eng anliegende Kostüme mit Röckchen dran. Gut, für Fans des Genres ist das wohl maßgeblich, weil es ja immer so gewesen ist. Aber dieser Roman ist von Frauen geschrieben worden (für Frauen?), wo bei Comics das genaue Gegenteil der Fall gewesen sein dürfte (Men's District). Mädels, ehrlich.
Ich möchte den Roman nicht schlecht reden, er ist auf jeden Fall eine Rarität im Genre, weiß zu unterhalten und eine typische, spannende (Comic-)Geschichte zu erzählen. Er bleibt aber trotzdem Geschmackssache und das sollte sich jeder vor dem Lesen klar machen.


Das Ikarus-Projekt:
1. Black and White (Schatten und Licht)
2. Shades of Gray (Im Zwielicht)


Jackie Kessler (born September 1970) is a American author of urban fantasy paranormal romance series.
In 2009, Kessler published the superhero novel Black and White with co-author Caitlin Kittredge.
In 2010, Kessler did her first writing for comic books, scripting "Vampire Noctem" for Tales from the Vampires from Dark Horse Comics, a story set in the Buffy the Vampire Slayer universe.

"I write books. I take pictures. I like pie."
Caitlin Kittredge (born September 1984) is an American novelist of dark fantasy and urban fantasy noir. Caitlin Kittredge graduated from college with a degree in English. She has cited Raymond Chandler, Neil Gaiman, and H.P. Lovecraft as inspirations. Kittredge is a fan of film noir, classic pulp novels, and comic books.

Kommentare:

  1. "Hinzu kommen viele Kleinigkeiten, die anderen sicher nicht einmal aufgefallen wären. So spielt das Ganze im Jahr 2112 und noch immer haben Superheldinnen eng anliegende Kostüme mit Röckchen dran. Gut, für Fans des Genres ist das wohl maßgeblich, weil es ja immer so gewesen ist."

    Da du das Buch ja nicht zu Ende gelesen hast und der letzte Blick hinein vermutlich eine Weile her ist, hast du anscheinend den Kern der Geschichte nicht mitbekommen. Der Knackpunkt ist doch (wie ich schon hier andeutete: http://verlorene-werke.blogspot.com/2011/02/was-machen-superhelden-in-ihrer.html?showComment=1298284918180#c7825389404071884771) , dass die Akademie der Superhelden - ebenso wie ihr restliches Leben - von Corp-Co bestimmt wird. Und dieser Konzern ist es auch, der die Superhelden in erster Linie als Werbefiguren und erst in zweiter Linie als "Verbrechensbekämpfer" verwendet. So ist es auch Thema in diesem Buch, dass man für die "Rolle" des Superhelden eher ausgewählt wird, wenn man gut aussieht, wohingegen man noch so tolle Kräfte haben kann und trotzdem auf einem bürokratischen Posten versauert, wenn man als Schüler keinen Werbevertrag bekommt.

    Und du magst über die Rolle der Frau denken, was du willst, aber ihre Funktion in der Werbung wird sich leider auch in den kommenden hundert Jahren nicht ändern: Sex sells, und dabei sind kurze Röcke noch eins der zurückhaltenderen Mittel. Angenehmerweise ist diese Vermarktungsmaschinerie in dieser Reihe ein Thema, mit dem die Autorinnen sehr kritisch umgehen.

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  2. Hallo Winterkatze,

    *g* Woher wusste ich nur, dass Du Dich auf den Beitrag melden wirst? :)
    Das ist übrigens nur eine der Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind und sie war nicht maßgeblich am Abbruch beteiligt. Das war einzig der Nicht-Zugang bzw. die Erzählweise.
    Nur, weil ich das Buch abgebrochen habe, heißt das nicht, dass ich nicht verstanden hätte worum es geht (ich bin ja doch recht weit gekommen). Ganz im Gegenteil. Der von Dir näher ausgeführte Punkt war sogar einer derer, der mich zum Weiterlesen animiert hat, weil mir dieser und auch die Gegenüberstellung(en) gut gefallen haben.
    Nichts desto trotz ist das dennoch ein Buch, das Geschmackssache ist. Ich kenne sowohl sehr begeisterte Leser, als auch jene, die ebenfalls keinen Zugang gefunden oder es sogar abgebrochen haben (wie ich). Und wir verstehen uns trotzdem noch super ;-)

    Die Rolle der Frau ist mir sehr bewusst. Das heißt aber nicht, dass ich es stillschweigend dulden muss, weil "es nunmal so ist wie es ist". Ich bin sogar der Meinung, dass Frauen selbst daran Schuld sind, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
    Über das Thema und wie es in diesem Buch umgesetzt wurde könnte man Bände schreiben. Ich tu's aber mal nicht, weil ich glaube, dass wir das doch ähnlich sehen, auch wenn ich das Buch nicht zuende gelesen habe. Ich kann auch nicht sagen, dass ich es schlecht fand, im Gegenteil, mich hat die Gegenüberstellung Jugend/Erwachsen sehr beeindruckt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer so etwas umzusetzen ist. Handwerk stimmt, Charaktere und Umsetzung auch. Für mich hat aber leider das i-Tüpfelchen gefehlt. Mehr wollte ich nicht zum Ausdruck bringen.

    LG
    Soleil

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