Mittwoch, 31. August 2011

Das gefrorene Lachen - Susanne Gerdom


Titel: Das gefrorene Lachen
Autorin: Susanne Gerdom
Originaltitel
Verlag: Ueberreuter
ISBN: 3800056364
Euro: 14,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2011
Seiten: 415
Kein Serientitel
Come in: Vom Autor







Inhalt

Philippa Saffronia, die Tochter des Hofzauberers und sein Lehrling, und Prinz Augustin sind zusammen aufgewachsen. Das junge Mädchen ist schon eine Weile in ihren einstigen Spielgefährten verliebt, was sie ihm jedoch verschweigt.
Als der Geburtstag des Prinzen naht, an dem er auch als offizieller Erbe eingesetzt werden soll, beschließt sein Vater ein buntes Programm mit Zauberkünstlern, munteren Gesellen und Akrobaten zu bieten.
Unerkannt schleicht sich so ein gefährlicher Feind ein: der eisige Ostwind. Auf dem Höhepunkt des Festes, als zudem die Verlobung des Prinzen mit einem adligen Mädchen verkündet wird, gibt er sich zu erkennen. Eine alte Feindschaft mit Pippas Vater und die Hilfe eines Dschinns lösen einen mächtigen Zauber aus.
Das Schloß verschwindet und der Ostwind übernimmt die Herrschaft über das Königreich. Wer aufbegehrt wird gefangen genommen und kehrt als Tick-Tack, eine fremdgesteuerte halbe Maschine mit einem Schlüssel im Rücken, zurück.
Pippa und der Hofstaat erinnern sich an nichts und leben fortan in Maestro Spinellis Fliegendem Theater. Doch nur, wenn es dem Mädchen gelingt das Geheimnis des wahren Zaubers zu lösen, kann der Ostwind besiegt werden. August versucht alles, um ihr zu helfen und gemeinsam kämpfen sie gegen einen schier unbesiegbaren Feind.

Cover

Die Umschlaggestaltung stammt von der ZERO Werbeagentur.
Zum einen ein klarer Hingucker, der sicher den ein oder anderen Leser zum Zugreifen animieren wird. Aber das allumfassende Thema ist ein anderes und es ist ein bisschen schade, dass nichts Zirkusartiges abgebildet wurde.

Meinung

Susanne Gerdom hat sich selbst an Pantomime und Clownerie versucht, war überdies als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Das ist ihr bei diesem Roman sicher zugute gekommen, der wie ein klassisches Bühnenstück aufgebaut wurde.
Schon der Prolog deutet ein eher düsteres Thema an, das zunächst am Beginn der Geschichte erst einmal zurücktreten muss. Die beiden Hauptfiguren Philippa und Augustin werden eingeführt und in ihrem Umfeld näher beleuchtet. Die klassische Konstellation wird beibehalten; den Prinzen gilt es zu erobern, auch wenn in den eigenen Adern gewöhnliches Blut fließt.
Philippa ist ein sympathisches Mädchen, das ihrem Vater bei einigen Zaubern helfen darf und sich schließlich als begabte Magierin herausstellt. Ihre Gefühle für Augustin sind aufrichtig, auch wenn die ein oder andere Enttäuschung auf sie wartet. Außerdem ist das Mädchen jemand, der für seine Ziele im Leben und die Gerechtigkeit im allgemeinen kämpft.
Augustin scheint zunächst etwas blass. Sieht gut aus, wird einmal König und langsam ernster. Erst, als der Zauber des Ostwinds wirkt, wird aus ihm ein Charakter zum mitfühlen, ein Mensch, der sich nicht scheut, Ängste und Nöte einzugestehen und auszuhalten.
Die anfängliche helle, fröhlichen Atmosphäre läuft auf einen spannenden Höhepunkt zu, der im Prolog seinen Anfang genommen hat. Danach ändert sich einfach alles und es ist, als hätte eine völlig neue Geschichte begonnen. Hier ist auch das einzige Manko zu finden, denn zunächst ist nicht klar, was eigentlich geschehen ist. Wo die Helden sich befinden und warum sie tun, was sie eben tun, scheint ebenfalls ungeklärt. Philippa und Augustin und ebenfalls der halbe Hofstaat mit ihnen werden in ihren Alltäglichkeiten beim Zirkus neu eingeführt, was zwar unterhaltsam zu lesen ist, allerdings auch stockend wirkt, so dass der Mittelteil sich doch etwas zieht.
Doch schon kurz darauf ist der rote Faden wieder ersichtlich und ein ums andere Geheimnis muss von der mutigen Gehilfin des Zauberers gelöst werden. Ungünstig für sie, dass sich alle Menschen ins Gegenteil verkehrt haben, als seien sie alle durch einen Spiegel gegangen. Nur Pippa scheint verschont geblieben zu sein.
Dem Volk des Königreiches ging es nie schlechter. Wer aufmuckt, wird fortgebracht und kehrt mit einem tickenden Schlüssel im Rücken zurück. Kein neuer Einfall, aber gut in die fortlaufende Handlung eingebaut.
Sprachlich ragt der Roman aus der Masse der (deutschen) Jugendliteratur deutlich heraus. Einfach, aber sehr bildhaft passt sie sich der märchenhaften Grundstimmung an und unterstützt sowohl schillernde, als auch düster-grausame Storyelemente.
Susanne Gerdom schreibt im Autorenplausch, das alle ihre Geschichten ein Happy End besitzen, wer also Bedenken diesbezüglich hegt, kann getrost zugreifen. Absolut grandios das Ende des Endes, denn wie bei Neil Gaimans "Sternenwanderer" oder auch Tolkiens "Der Herr der Ringe" gibt es eine Art Abspann, der ausgesprochen vergnüglich zu lesen ist.
"Das gefrorene Lachen" ist nicht nur ein Roman für Kinder und Teens, sondern auch für jung Gebliebene, die Zirkus, Theater und Märchen lieben.


Die Fantasy- und Science Fiction-Autorin Susanne Gerdom wurde 1958 in Düsseldorf geboren. Sie wuchs in Rheinhausen am Niederrhein auf. Sie absolvierte eine Lehre als Buchhändlerin in Düsseldorf, versuchte sich an Pantomime und Clownerie und war als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Sie hat einige Zeit ein kleines Kellertheater betrieben und in der Deutschen Oper am Rhein gearbeitet. Danach begann sie mit dem Schreiben und veröffentlichte 2000 ihren ersten Roman "Ellorans Traum". Susanne Gerdom lebt heute in Düsseldorf.
Susanne Gerdom im Autorenplausch zu diesem Roman, HIER.

Kommentare:

  1. Du hast mich ja mächtig neugierig auf das Buch gemacht - ich glaub das wandert gleich mal auf meine Wunschliste.

    LG
    Bella

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  2. Ich mochte es, vor allem, weil es auch mal etwas anderes ist. Wünsch Dir schon mal viel Spaß beim lesen! :)

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  3. Das Buch klingt wirklich toll, kommt auf meine Wunschliste :)

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  4. Hallo Jari,

    willkommen im Blog!
    Dir auch schon mal vorab viel Spaß beim lesen! :)

    LG
    Soleil

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