Mittwoch, 20. Juli 2011

Seide und Schwert - Kai Meyer


Titel: Seide und Schwert
Autor: Kai Meyer
Originaltitel
Verlag: Piper
ISBN: 3492267297
Euro: 9,95
Veröffentlichungsdatum: Juli 2010
Seiten: 416
Serie: Das Wolkenvolk 01
Come in: Vom Verlag








Inhalt



Niccolo Spini ist auf einer Wolkeninsel aufgewachsen und sehnt sich danach, die Erde betreten zu können.
Als die Wolkenwelt 1760 über China fliegt, tritt Herzog Jacopo de Medici an den Jungen heran. Der Aether, der die Pumpen der Wolkeninsel antreibt und von Drachen ausgeatmet wird, hat sich verflüchtigt. Jemand muss zum Erdboden und die Drachen suchen, damit keine Katastrophe geschieht. Da nur Niccolo, weil er lesen kann über das entsprechende Wissen - Sprache, Kultur - verfügt, soll er diese Aufgabe übernehmen.
Als die Insel zwischen zwei Berghängen stecken bleibt, macht sich Nicco auf den Weg. Dabei trifft er auf das Mädchen Nugua, die bei den Drachen aufgewachsen ist, bis diese über Nacht verschwunden sind. Sie begegnen weiteren Wanderern, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen der kleinen Truppe anschließen.
Gemeinsam machen sie sich auf die gefährliche Suche und geraten mitten hinein in einen uralten Streit der Götter bei dem das Wohl der ganzen Welt auf dem Spiel steht.



Cover



Es erstaunt mittlerweile wenig, wenn es um ein Buchcover eines deutschen Autors geht, dass sich "Guter Punkt" dafür verantwortlich zeigt.
Autorenname und Titel sind 3D angelegt, die Kriegerin auf dem Titel macht neugierig. In sich rund und stimmig, gefällt.



Meinung



Ein wenig aufgesetzt wirken zunächst sowohl Handlung, als auch Charaktere, aber unterhaltsam sind sie trotzdem. Dabei sind es gerade die Figuren, die das Geschehen aus sich heraus vorantreiben und dabei absolut zu fesseln wissen.
Die Gruppe als solche ist erst einmal recht typisch für eine Queste zusammengewürfelt, da fehlt auch der eher feige Tolpatsch nicht, bei dem alle Weichen daraufhindeuten, dass er sich in Zukunft noch beweisen darf. Insgesamt macht es die Figurenmischung, die trotz allem recht originell in eine eher ungewöhnliche Umgebung gesetzt wurde.
Nugua ist eine starke, junge Heldin, die sich zu wehren weiß und wenn es darauf ankommt, nicht zu unterschätzen ist. Allerdings ist ihr das Sozialverhalten unter Menschen fremd und sie hat einige Mühe, damit zurecht zu kommen. Sie weiß, dass sie anders ist, als das sowohl von ihrem Alter, als auch von ihrem Geschlecht erwartet wird und es ist schön zu sehen, dass sie (bisher) nicht vom Autor zwangsangepasst wurde. Ihre langsam erwachenden Gefühle für Nicco versüßen und verkomplizieren gleichermaßen den Ablauf.
Nicco ist ein Junge, wie es eigen ist für dieses Alter. Dabei ist er jedoch wild entschlossen und kaum von seiner Mission abzubringen. Mutig lässt er sich auf alles ein, reagiert angemessen und denkt mit. Dabei kann er nie sicher sein, dass seine Entscheidungen richtig sind und er nicht doch dem Wolkenvolk das Verderben bringt.
Zum Ende hin sind es ein bisschen viele Charaktere auf einmal, die dann zusätzlich ein wichtiges Geheimnis mit sich tragen, das sowohl mit dem Geschehen, als auch mit jenen der anderen zusammenhängen. Da heißt es wachsam sein.
Obwohl die Handlung stringent ihren Weg geht, scheinen manche Elemente recht plötzlich eingeflochten worden zu sein, so dass sich das Lesen bisweilen etwas zieht. Auf dem Weg zum Bestimmungsort machen nicht alle Zwischenhalte Sinn oder führen zu einem Ergebnis, selbst wenn sie spannende Aktionen in sich bergen und zu unterhalten wissen. Auch das führt sicherlich hier und da zu kleineren Schnaufern.
Insgesamt jedoch kann sehr leicht darüber hinweg gelesen werden. Das Ende ist natürlich offen, da es sich hier um den ersten Teil einer Trilogie handelt und weist einen großen Cliffhanger auf.
Kai Meyer hat ein sehr phantasievolles Werk geschaffen, dass schon allein durch die eher ungewöhnliche Umgebung aus der Masse heraus sticht. Dabei ist sowohl etwas fürs Herz, als auch für Actionfreunde, eine Menge Abenteuer müssen gemeistert werden und viele interessante und sehr sympathische Figuren bevölkern den Roman.




Das Wolkenvolk:
1. Seide und Schwert (als Bildgeschichte HIER)
2. Lanze und Licht
3. Drache und Diamant




Kai Meyer, geboren 1969, hat seit 1993 rund 50 Bücher veröffentlicht. Weltweit beträgt seine Auflage mehrere Millionen Exemplare. Übersetzungen erscheinen in rund 28 Sprachen, darunter Ausgaben in den USA, England, Japan, Italien, Frankreich, Spanien und Russland.

Kommentare:

  1. Ich habe Kai Meyer mit dem Hörspiel "Die Geisterseher" kennen gelernt, was mir sehr gefallen hat. Ein Buch habe ich noch nicht von ihm gelesen.
    Das hier klingt zwar echt gut, aber ich glaube, bei Meyer nehme ich mir erst einmal "Die Alchimistin" vor.
    Schreibt er einfach oder eher kompliziert?

    VG
    Jo

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  2. Noch nicht im Urlaub? ;-)
    Ich habe vor vielen Jahren einmal "Loreley" vom Autor gelesen, das Buch damals aber abgebrochen. Trotzdem gefiel mir obiges sehr gut und wenn es sich ergibt, lese ich die Serie gerne weiter. Gern würde ich auch mal Arkadien versuchen, aber die Bücher kann man als Normalsterblicher ja gar nicht bezahlen.
    Wie schreibt er, mhm. Ich würde sagen weder noch. Er schreibt sehr klar und bildhaft, Kopfkino ist immer mit dabei. Dabei gerät er jedoch nicht in plaudern und reizt die Geduld des Lesers nicht mit Endlosbeschreibungen.
    "Seide und Schwert" ist eher für jugendliche Leser gedacht und denen würde ich das Buch auch vorbehaltlos in die Hand drücken.

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  3. Das steht auch noch auf meiner Liste, aber derzeite warte ich auf den dritten Teil von Arkadien erwacht, erst danach kommt eine neue Reihe. Er ist übrigens auch live sehr hörenswert - die Litcologne lässt grüssen

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