Montag, 4. Oktober 2010

Heftromane schreiben & veröffentlichen - Anna Basener


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei LeseLustFrust für die Leihung des Buches bedanken!

Klappentext/ Inhalt:
Erzählt man anderen Menschen, dass man Heftromane schreibt, bekommt man meistens eine dieser beiden Reaktionen zu hören: Warum schreibst du nichts Richtiges? Oder: Das wollte ich auch mal machen! Beide Echos zeugen von einer Gesellschaft, deren Bild vom Heftroman leicht verschoben ist. Wenn ein Romanheft die "falsche" Literatur ist, was wäre denn die "richtige"? Viele halten den Heftroman für etwas, das jeder schreiben kann: So ein Heftchen ist schnell verdientes Geld, es ist flugs runtergeschrieben und bedarf keines besonderen Talents oder gar einer Ausbildung seitens des Autors. Wäre das der Fall, wäre alles zum Thema Heftromane schreiben und veröffentlichen bereits gesagt. Die zwei großen deutschen Heftromanverlage veröffentlichen wöchentlich alleine 30 bis 40 Liebesheftromane. Das sind 120 bis 160 Liebesromane im Monat, bis zu 2000 Groschenheftchen im Jahr. Bei dieser Menge vermuten Sie zurecht, dass Bedarf an neuen Schreibern besteht. Die Heftromanbranche braucht frische und auch jüngere Liebesromanautoren. Das Interesse an Nachwuchs ist groß, aber den Redakteuren bleibt keine Zeit, potenzielle Schreiber auszubilden. Aus den Standardabsagen des Verlags kann niemand lernen, Talente können kaum gefördert werden. Genau da setzt dieser Ratgeber ein. Er ist der überfällige Leitfaden des Heftromanschreibens.



I. Warum?
Mitreißende Einleitung über die Notwendigkeit dieses Buchs
II. Was?
Zu Herzen gehendes Kapitel über den Heftroman im Allgemeinen
1. Das Werk
2. Das Romanheft und die Liebe
3. Die Reihe und die Serie
4. Der Redakteur
5. Die Autoren
6. Die Titel
7. Die Bilder
8. Der Entwurf
9. Der Roman
10. Das Lektorat
11. Das Marketing
12. Das Heft
III. Wie?
Ergreifende Schreibschule über die Entstehung einer Romanze zwischen Liebe und Reglementierung
1. Einen Anstoß finden
2. Das Genre
3. Das Exposé
4. Die Handlungsmatrix
5. Das Gute und das Böse
6. Das Verlieben
7. Der Konflikt
8. Die Lösung
9. Das Personenregister
10. Das Treatment
11. Die Kapitel
12. Die Dramaturgie im Detail
13. Der Sekundärplot
14. Die Zeit
15. Die Witwen und Waisen
16. Der Roman
17. Die Erzählung
18. Die Sprache
19. Die Figuren
20. Der Dialog
21. Die Kulisse
22. Die Recherche
23. Der Kuss
24. Die Grenzen von Sexualität und Gewalt
25. Die Unterhaltung
IV. Weiter
Fesselnde Passage über Einstieg und Leben im Trivialliteraturbetrieb
IV. Wegweiser
Bezauberndes Beispielexposé und dramatisches Treatmentvorbild
1. Beispiel für ein Exposé
2. Beispiel für ein Personenregister
3. Beispiel für ein Treatment
4. Auszug aus Bin ich deine Liebe wert?
Literatur



Das Cover ist größtenteils grün gehalten, womit es Blicke auf sich zieht und es schafft, gleichzeitig gediegen zu wirken. Eine junge Frau sitzt in der freien Natur an einer Schreibmaschine und ich frage mich, ob das die Autorin selbst ist. Alles in allem ein rundes Bild. Ich hätte mir nur gewünscht, dass aus dem HC ein TB würde, damit dieses Werk auch ein bisschen bezahlbarer wäre.



Es gibt bereits zwei Rezensionen:

Ich habe schon einige Schreibratgeber gelesen und auch selbst den ein oder anderen Tip bekommen und gegeben. Anna Baseners Werk möchte ich empfehlen; nicht nur für Autoren, die gern einmal Heftromane schreiben würden und/oder Liesgeschichten mögen. Die Autorin hat es geschafft alles präzise auf den Punkt zu bringen ohne lange um gewisse Dinge drumherum zu schwafeln. Für Kurzgeschichten oder einfach kurze Geschichten eignet sich der Schreibratgeber ganz genauso, man muss es eben nur auf die eigene Geschichte und das dazugehörige Genre anwenden.
Erfahrene Schreiber werden insgesamt kaum Neues erfahren, dafür aber alles, was zum Heftroman schreiben und veröffentlichen (!) dazu gehört. Allerdings ein kleiner Punkt, der mich doch gestört hat, denn Frau Basener kehrt gerade am Anfang ziemlich stark den Redakteuer/ den Lektor heraus und wirkt in dieser Rolle ein wenig aggressiv. Natürlich hat sie nicht unrecht und sagt nur die Wahrheit, die man sich als Schreibender unbedingt zu Herzen nehmen sollte! Ich frage mich allerdings, ob man dem dann nicht ein eigenes Kapitel hätte widmen können. Der Ton allerdings ist für das, was in der Realität dann abläuft noch ziemlich zärtlich.
Ich war aber eigentlich schon nach dem Lesen des Inhaltsverzeichnisses überzeugt, denn bei den Überschriften beweist die Autorin Humor, veräppelt aber das Genre nicht, was zumindest mir immer sehr wichtig ist.
Für meinen Geschmack setzt sie mit dem Schreiben aber ein wenig spät ein, denn sie beginnt mit dem Exposé, in dem Personen und Handlung ja locker nacherzählt werden sollen. Von diesem hangelt sie sich dann immer weiter vor. Sie hat also im Prinzip eine Geschichte fertig konzipiert oder auch geplottet. Ich würde früher anfangen, nämlich mit einer Figur, die in ein bestimmtes Umfeld gesetzt wird (z.B. armes Mädchen, reicher Haushalt oder reicher, aber unglücklicher Prinz auf Yacht etc.). Diese beiden bestimmen ja im Prinzip den Fortlauf der Geschichte und es ist sehr wichtig, diesen Hauptcharakter bis ins Kleinste kennenzulernen. Dann muss der Partner heran, der zur großen Liebe werden soll. Schließlich die Nebenfiguren. Dann macht es für mich Sinn, ein Exposé zu erstellen.
Schreibanfängern möchte ich das Werk ans Herz legen, denn ich habe einige Dinge selten so präzise auf den Punkt gebracht gelesen wie hier. Dazu kommt, dass es hier sehr viele Textbeispiele gibt, die durch ein Beispielexposé und die genaue Kapiteleineilung abgerundet werden. Außerdem ist es möglich, sich die beiden Heftromane von Anna Basener, aus denen hier zitiert wird, aus dem Internet komplett herunter zu laden. Diese als Vergleich, zusammen mit den einzelnen Schrittanweisungen und allgemeinen Tips sind wirklich Gold wert für alle, die es ernst meinen.
Die beiden Leser vor mir haben angegeben, dass sie noch beim lesen des Schreibratgebers losgezogen sind und Heftromane kauften. So ging es mir ebenfalls und das ist doch das beste, was Frau Basener erreichen konnte, so soll es sein!
Ich werde mir das Buch selbst auch noch einmal anschaffen, weil es trotz einiger Kleinigkeiten wirklich gut gemacht ist. Dafür beide Daumen hoch!



Anna Basener
Ihre Homepage

Seit 2008 nimmt Anna Basener (*1983 in Essen) ihre Leser mit in eine Welt, in der die alles überwindende Liebe die Hauptrolle spielt. Schon während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Hildesheim erschuf sie Schlösser und Schicksalswege,
mischte Romantik mit Dramatik und war die jüngste Heftromanautorin Deutschlands. Heute arbeitet sie im größten deutschen Heftromanverlag in Köln und ist mit ganzem Herzen dort, wo andere „nur“ Kitsch vermuten.

Kommentare:

  1. Das klingt ja nach einem wirklich gelungene Ratgeber. Und wenn dabei noch ein paar Vorurteile beseitigt werden, umso besser.

    AntwortenLöschen
  2. Ob sie beseitigt werdn, liegt am Leser ;) Aber ich kann den Ratgeber empfehlen.

    AntwortenLöschen