Mittwoch, 28. April 2010

(DVD) Prinzessin Fantaghiró (1+2)


Es war ein Experiment, das ich gewagt habe und Schuld daran ist eine junge (weil gleichalte) Autorin, deren Namen ich nicht nenne. Es gibt ja doch so einige Serien, die an die gute, alte Zeit erinnern und ganz oben auf die Liste gehört sicherlich "Prinzessin Fantaghiró".
Da ich mir vor Jahren die Sammelbox zugelegt habe, konnte ich nun ein sehr gewagtes Experiment angehen. Ich werde mir alle Teile (noch einmal) ansehen und exklusiv (und gnadenlos) über meine Erfahrungen berichten. Dabei muss ich allerdings erwähnen, dass ich die letzten Folgen nie gesehen habe und sie daher nicht wiederhole, sondern erstmalig anschaue.
Nun aber zu Teil 1 und 2.

Die Fantasy-Serie entstand nach dem italienischen Märchen "Fantaghiró persona bella" von Italo Calvino. Der Autor hat ein altes toskanisches Volksmärchen aus dem neunten Jahrhundert ausgegraben und neu erzählt.
Erstmals in Deutschland ausgestrahlt wurde sie im Dezember 1993. Nach den ursprünglichen ersten vier Folgen wurde die Reihe dreimal mit jeweils zwei neuen Folgen fortgesetzt. Jede Folge hatte Spielfilmlänge.

Zwei Königreiche im Krieg. Der Herrscher des einen Landes sehnt sich nach zwei Töchtern nach einem Sohn. Voller Hoffnung kehrt er heim und muss nicht nur seine Frau begraben, sondern auch die dritte Tochter akzeptieren. Bevor er sie für den Tod der Mutter, die bei der Geburt ums Leben kam, bestrafen kann, schreitet die Weiße Hexe ein und weissagt, dass es sich bei der kleinen Fantaghiró um ein ganz besonderes Mädchen handelt.
Nähen, Puppen und sittsam schweigen sind so gar nichts für den Wildfang, lieber will sie Bogen schießen lernen. So oft sie bestraft wird, so oft setzt sie doch ihren eigenen Kopf durch. Als sie erwachsen ist, hat ihr Vater genug und jagt sie davon. Im Wald trifft Fantaghiró auf den Weißen Ritter, der ihr fechten, reiten und das Verständnis für die Natur beibringt.
Am Ende der Lektionen heißt er sie einen Pfeil abzuschießen, der beinahe einen jungen Mann trifft, der mit zwei Gefährten an der Grenze entlangreitet. Es handelt sich dabei um Romualdo, den Sohn des Königs des Feindeslandes.
Fantaghiró kann sich zwischen Farnen und Büschen verstecken, doch er entdeckt sie und ist von ihrer Schönheit und ihren Augen fasziniert. Der Weiße Ritter gibt Fantaghiró als eine Fee aus dem Walde aus und schickt Romualdo fort.
Unerwartet stirbt der feindliche König und Romualdo nimmt seinen Platz ein. Er ist des Mordens übedrüssig und kann das Leid seines Volkes nicht mehr mitansehen. Also schlägt er einen Zweikampf vor, der den Krieg entscheiden soll.
Doch die Weiße Hexe sagt dem König voraus, dass kein Krieger Romualdo besiegen kann, sondern nur einer seiner Nachkommen. Doch er hat nur Töchter!
Fantaghiró ergreift ihre Chance. Sie verkleidet sich als Junge und macht sich auf den Weg, um gegen Romualdo zu kämpfen. Als Romualdo sie erblickt, meint er, ihre Augen zu erkennen. Fantaghiró kämpft um den Sieg ihres Reiches, Romualdo um das, was eine Frau am meisten fürchtet ...

Das erste, was mir wieder in den Sinn kam, war die wunderschöne Musik. Leider ist die Qualität der Filme nicht besonders gut, aber man kann es schon gut schauen. Wer sie allerdings erstmalig ansieht, könnte enttäuscht sein, zumal die Box auch keine große Sprachauswahl und noch weniger Extras bietet. Dafür ist der Preis im Gegensatz zum Einzelkauf unschlagbar.
Die Geschichte soll, da folge ich Hörensagen, für Kinder gemacht worden sein, was die zahlreichen Übertreibungen der Schauspieler erklärt. Die Gestik ist beinahe ausufernd, die Mimik nicht immer so ernst zu nehmen, wie es wohl geplant war. Dadurch gerät auch mal eine Figur etwas unglaubhaft. Zum Beispiel Mario Adorf als König. Einerseits grimmig und böse, lässt er doch immer wieder sein gutes Herz durchschauen. Mir wäre wohler gewesen, wenn er sich für eines davon entschieden hätte.
Teil 1 und 2 haben noch Ángela Molina als Weiße Hexe/ Weißer Ritter, die für die Rolle viel besser geeignet ist, als ihre Nachfolgerin, was vor allem in der Männerrolle sichtbar wird.
Die Küstüme sind mitunter recht gewöhnungsbedürftig, vor allem die der Männer, die in leichten Strumpfhosen durch die Gegend rennen. Und Romualdo in Fellen? Kam bei mir beim nochmaligen Sehen auch nicht so gut an.
Natürlich sind die Effekte vergleichsweise einfach gehalten, aber so etwas wie den Stein, der sich darüber beschwert, verlegt worden zu sein und der später noch weiter mitspielen wird, will ich mal in einem heutigen Film sehen. Das bekommt so niedlich bestimmt keiner mehr hin! Meine Vorliebe für grimmige oder (sehr) kauzige Figuren wird hier sicher deutlich.
Alles in allem habe ich mich sehr gefreut, die Filme noch einmal sehen zu dürfen. Alessandra Martines ist wirklich wunderschön und spielt gut. Ich weiß noch, dass ich beim erstmaligen sehen aber enttäuscht war. Damals hatte ich noch kein Faible für Liebesgeschichten (oder Mädchenbücher) und mied sie, wo ich nur konnte. Ich freute mich auf eine starke Frau, die ihren Weg geht, aber als Fantaghiró dann weinerlich wurde, weil sie sich verliebt hat (!) wollte ich schon nicht weitersehen. Aber so viel Auswahl an Fantasyfilmen gabs damals noch nicht ...
Leider, leider ist mir auch wieder meine Abneigung gegen Romualdo eingefallen, in dem ich eher eine Art Milchbubi sehe. Und das schon, wo Tarabas noch gar nicht aufgetaucht ist! Aber gut, er ist hell, wo Fantaghiró dunkel ist und mit seinen blauen Augen sieht er schon so gut aus, wie es ein Prinz tunlichst sollte. Würde man nur sein Gesicht sehen (ohne Haare) und würde er den Mund nicht aufmachen ... och ja, warum nicht?
Die Handlung ist einfach und unheimlich kitschig. Großartige Wendungen gibt es nicht, dafür aber Gefühle und Kämpfe am laufenden Band. Humor gibt es ebenfalls, ebenso wie viele kleinere Ideen am Rande, die stets durchdacht wirken.
Das klingt alles schlimmer, als es eigentlich ist, denn noch immer habe ich "Fantaghiró" sehr gerne gesehen. Wer es noch nicht kennt, sollte nicht länger zögern und sich die Filme ansehen. Übrigens auch ein Spaß für die ganze Familie.

Darsteller (1+2):
Alessandra Martines- Fantaghiró
Kim Rossi-Stuart - Romualdo
Ángela Molina - Weiße Hexe / Weißer Ritter (Teil 1+2)
Mario Adorf - König, Vater Fantaghiró
Ornella Marcucci - Caterina (Teil 1+2)
Katerina Brozova - Carolina
Tomas Valik - Ivaldo
Stefano Davanzati - Cataldo
Jean-Pierre Cassel - General


Nützliche Links:
http://www.prinzessin-fantaghiro.de/
Fanpage
Wikipedia-Zusammenfassung
http://fantaghiro.forum-aktiv.com/
Fanforum
youtube.de
Suche: Fantaghiro (es gibt die Filme gekürzt zu sehen)


Kommentare:

  1. Ach, das habe ich auch immer gerne gesehen.

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  2. Fantaghiro habe ich als Märchenfilme gern gesehen, allerdings - wenn ich mich recht erinnere - nur, bis Romualdo zu diesem Gartenzwerg-Narr wurde. Sobald Tarabas das erste Mal auftauchte, war Romualdo Nebensache. Die bösen gutaussehenden Buben sind doch immer irgendwie reizvoller :)

    Ich bekenne ja, daß ich auch "Charmed" gerne gesehen habe: Cole war immer interessanter als Leo. Oder Spike in "Buffy" ? *g*

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  3. "Die bösen gutaussehenden Buben sind doch immer irgendwie reizvoller :)" Das gilt wirklich nicht nur für Fantaghiro, aber Tarabas hatte schon was. Nur habe ich irgendwie Angst davor, die Filme heute noch einmal anzugucken - so habe ich mir nämlich schon so manch schöne (Kindheits-)Erinnerung verdorben. Dafür genieße ich es, wenn solche Beiträge mir meine Erinnerungen wieder wachrufen. :)

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  4. Also an Fanthagiro kann ich mich erinnern. Den Namen. Gesehen hab ich es nicht. Könnte daran liegen, dass ich bei Erscheinen (1991?) schon aus dem richtigen Alter draußen war.(Falls es das gibt. Aber mit 20 hab ich mir halt sicher keine "Kindergeschichten" angesehen, ich war ja sooo erwachsen ;-). Wer weiß, vielleicht schau ich es mir mit 40 an?)
    Aber was "böse gutaussehende Buben" anbelangt, da könnt ich schon mitreden *gg* (immer her damit!)

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  5. Ich liebe die Filme/Serie mit ihr!!! Hab mir auch schon die ersten 4 geholt und fand sie immernoch toll!!!!! *schwärm*

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  6. *sabber*

    Die ersten Teile fand ich super. Hatte auch eine großartige Musik. Nur wurde es irgendwann ziemlich wirr in der Handlung. Und Tarabas war eindeutig zu lecker...*grins*

    LG,
    JED

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  7. Hallo Ihrs,

    in 1+2 taucht Tarabas noch nicht auf, aber ich muss gestehen, dass ich mich unheimlich auf ihn freue!
    @Natira: Spike!!!
    @Kätzchen: Einfach mutig sein. Und wie gesagt, ich wollte schauen, was Teil 9+10 mir bringen werden. Nach dem Lesen einiger Rezis offenbar nichts Gutes.
    @Evi: 1993
    Diese Woche schaffe ich es leider nicht mehr mit weiterschaun, aber nächste Woche hoffentlich schon. Ich berichte von meinen Eindrücken. :)

    LG
    Soleil

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  8. *seufz* ...

    Ich finde immer noch, daß James Masters die blond gefärbten Haare viiiiiiiel besser standen als seine Naturhaarfarbe... Und diese Wangenknochen! :D

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  9. Ich fürchte, ich kann Natiras letzten Beitrag genauso unterschreiben ... ;D

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  10. Lisalein11.9.10

    Fantaghiro gehört eigentlich zu meiner Kindheit :) Aber ich fand schon als Kind Tarabas besser als Romualdo^^
    PS: was die weiteren Diskussionen hier angeht - bin bekennender Buffy&Charmed-Fan und auch da sind die bösen Buben deutlich angesagter ;)

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