Sonntag, 17. Januar 2010

Im Bann der Begierde - Madeline Hunter ♥♥♥♥


Lady Roselyn Longworth hat sich zu einer Dummheit hinreißen lassen. Nach dem ihr Bruder Geld veruntreut hat und sie recht mittellos zurückließ, bat sie nicht ihre Freunde um Hilfe, sondern wurde die Geliebte des ebenfalls geprellten Viscount Norbury, Earl of Cottington. Der genießt zunächst die Zuwendungen der tadellos erzogenen Frau, doch als sie sich weigert, gewissen Neigungen nachzugehen, ist er sie schnell leid. Auf einer seiner Männergelagen, zu der auch Huren geladen sind, bietet er Roselyn zum Verkauf an. Die junge Frau ist davon völlig überrumpelt und muss sich in die entwürdigende Situation fügen.
Doch sie hat Glück: Der Protégé von Norburys Vater, Kyle Bradwell ist zufällig anwesend und erlöst sie, indem er sein gesamtes Vermögen - das eines bürgerlichen Mannes - für sie hergibt.
Obwohl befreit, gibt es für Roselyn kaum Hoffnung, da sie nun für immer ruiniert ist. Ihre Familie hat eine Idee: Sie bieten Kyle ihre Hand und eine gewisse Summe an, was er gern annimmt.
Roselyn und Kyle hegen längst Gefühle füreinander, als sie den Bund fürs Leben schließen, doch es stehen viele Geheimnisse zwischen ihnen.

Dieser Roman ist ein Teil der Rothwell-Serie und muss nicht in Reihenfolge gelesen werden. Zwar deuten sich einige Dinge an, die in den vorherigen Romanen geschehen sind, doch gelingt es Hunter mühelos, sie hier und da zu erklären.
Ausgangspunkt ist ein bekanntes Thema: Dame in Not wird gerettet. Doch zwei Dinge unterscheiden sich: Sie ist keine Jungfrau mehr und er ist ein Bürgerlicher. Das bringt es mit sich, dass ich hier sehr viel Gesellschaftskritik gefunden habe. Nicht nur, was die Frauen der Zeit angeht, sondern auch die Lage der Grubenarbeiter wird beleuchtet, da Kyles Vater ein solcher war.
Ebenfalls nimmt die "Suche nach Gerechtigkeit" einen großen Teil der Handlung ein. Beides drückt ein wenig auf die Liebesgeschichte, denn gerade am Beginn ist nur wenig Romantik zu finden.
Die Hauptfiguren des Romans sind sympathisch gelungen, aber es gibt kein Flirten und obwohl sie viel miteinander verbindet, finden sie erst recht spät zusammen.
Dann allerdings richtig - und Roselyn hat keine "Schäden" durch die Behandlung Norburys behalten.
Ein Roman, der mit viel Intrigen und Rachegelüsten gespickt ist, findet man hier nicht. Aber dennoch eine eher ruhig verlaufende Geschichte um ein Paar, das sich sehr zugetan ist.


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