Samstag, 18. Juli 2009

Irische Hochzeit - Michelle Willingham



Erscheinungstag: 4. März 2009
Bandnummer: 0253


Irland 1170: Isabel de Godred wird von ihrem englischen Vater gezwungen, den ihm im Kampf unterlegenen irischen König Patrick zu ehelichen. Bedingung ist nämlich, dass die Enkel dann auf dem Thron sitzen werden. Patrick geht zum Schutz seines Volkes darauf ein, ist aber wild entschlossen, niemals bei der Frau zu liegen, die ihm aufgedrückt worden ist und keine Kinder zu zeugen.
So wird Isabel ihrer Heimat und ihren Schwestern entrissen und muss mit dem fremden Mann, der zwar sehr anziehend, aber auch sehr schroff ist, mitgehen. In ihrer neuen Heimstatt wird sie zunächst von ihm auf eine nahe gelegene Insel verbannt. Die Anwohner haben noch die Schrecken des Krieges vor Augen und trauen der Feindin, die ihre Königin sein soll, nicht. Isabel spricht auch deren Sprache nicht.
Es leben noch einige Soldaten ihres Vaters in der Hauptburg und Isabel erkennt, dass ihr Vater möchte, dass sie beide Völker zusammenführt und als ihre Königin regiert. Sie macht sich daran, diese schwere Aufgabe zu erfüllen. Doch weder ihr Mann, noch die Bewohner geben ihr auch nur die geringste Chance. Zwar spürt sie, wie Patrick sie begehrt und schon bald muss sie sich eingestehen, dass sie sich in ihren Mann verliebt hat, doch mehr scheint es nie zu werden. Just in dem Moment, als sie einen kleinen Erfolg verbuchen kann, wird Patrick verraten und die Soldaten des Vaters verjagt. Ein neuer irischer Stamm hält Einzug und Isabel schwebt plötzlich in Lebensgefahr ...


Toller Roman!
Zum einen ist die Zeit wirklich hervorragend recherchiert worden, man hat das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Isabels Gefühle sind ebenfalls gut nachvollziehbar, ihre Verzweiflung, ihr starker Wille. Patrick ist mir in einigen Teilen des Buches zu blass gewesen, das holt er am Ende aber wieder doppelt raus. Willingham legt auch sehr viel Wert auf ihre Nebenfiguren, was mir ebenfalls gefiel. Die Kinder, die im Spiel an Isabel vorbeilaufen, haben auch mich gestreift und ihr Lachen erklang in meinem Wohnzimmer.
Die einzigen Abstriche sind in der Langatmigkeit in der Beziehung der beiden zu suchen, wirklich prickelt es da nicht. Was aber viel gegeben ist, ist die beiderseitige unglückliche Liebe, wer so etwas mag, ist hier wirklich gut bedient. Ich muss gestehen, mir lag es.
Das letzte Drittel des Romans las ich in einem Rutsch und habe sogar das klingelnde Telefon außer Acht gelassen. Zwar müsste man denken, dass einige Dinge, wie beispielsweise die durch eine Gewalttat schwangere Cousine und wie sich dann herausstellt, wer es wirklich war viel zu klischeehaft sind, doch nimmt man diese Dinge der Autorin einfach ab. Darin liegt eine Kunst.
Dieser Roman konnte mich wirklich überzeugen und ich bin wahnsinnig froh, ihn mir doch angeschafft zu haben.


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