Samstag, 27. Juni 2009

Liebe macht lustig - Kate Saunders



Beth und Charlie sind seit vielen Jahren verheiratet und haben zwei Töchter von neunzehn und fünfzehn Jahren. Charlie hat Beth schon mehrmals betrogen, doch diesmal sieht sie nicht ein, warum er damit durchkommen soll. Kurzerhand versaut sie ihm seinen Liebesurlaub und fährt mit den beiden Töchtern mit.
Clare, die zwanzig Jahre jünger und Charlies Mitarbeiterin ist, fällt aus allen Wolken, will aber ihrerseits nicht von ihrer Liebe lassen. Der Frankreichurlaub stellt sich schnell als Katastrophe heraus: Das Chateau ist noch nicht fertig und halb zerfallen, der Besitzer Jamie hat nur seine Brüder und ihre Familien eingeladen, dann aber auch die anderen Gäste gebucht. Seine Frau Angela ist stets betrunken, es gibt außer Alkohol kaum etwas Kulinarisches, es regnet herein und - Beth und Charlie und Clare müssen sich ein Badezimmer, das zwischen ihren Zimmern liegt, teilen.
Beide Frauen versuchen nun, den Mann für sich einzunehmen, stoßen aber schnell an ihre Grenzen. Unglücklich wird am Ende aber keine sein. Alles wird gut.


Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Allerdings ist das keine "köstliche Komödie" auf die ich gehofft hatte, sondern schon ein Roman mit recht ernstem Hintergrund, der von Kate Saunders sicher nicht als Komödie geplant worden ist. Auch haben Charlie und Clare bereits eine Affäre.
Von diesen Erkenntnissen (nach etwa zwanzig Seiten) musste ich mich erst einmal erholen. Aber sobald ich mich auf die Art der Geschichte eingelassen hatte, ging es flott hintereinander weg.
Die Autorin beleuchtet die Liebe von vielen Seiten: Es gibt das sehr junge Paar, das noch an die wahre Liebe glaubt. Die enttäuschten Ehefrauen, die leidenden Männer, Verlassene, Geliebte, One Night Stands ... Dabei hält Saunders aber Niveau und das macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis.
Ich mochte Charlie überhaupt nicht, er ist gemein zu beiden Frauen, gibt allen anderen an der Situation die Schuld, heult unpassend rum und versucht ständig, sich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Warum beide Frauen so auf ihn abfahren, konnte ich mir lange nicht erklären. Zumindest Beth gibt irgendwann zu, dass sie ihren Lebensstandart nicht verändern möchte, das Haus, die Kinder, das Einkommen. Clares Beweggründe werden ebenfalls aufgeklärt.
Jede Person ist einzigartig und echt dargestellt und trotz der Unterschiedlichkeit gelingt es Saunders, nicht von einem Klischee ins nächste zu rutschen. Wirklich gut! Einiges, gerade am Ende, schien ein wenig übertrieben, aber man kann gut damit leben.
Der Roman hinterlässt Gefühl und wird mir im Gedächtnis bleiben - und das sollte ein Roman immer tun. Ich empfehle dies als gute (Liebes-)Literatur.


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