Freitag, 22. Mai 2009

Verborgene Liebesglut - Gaylord DeWoolf




Blenfield Park 1806. Lord Kellinghurst hat noch keine Ehefrau gewählt und weil er attraktiv und reich ist, möchte Lady Fairfax ihn mit ihrer Tochter verheiraten. Darum versucht er auch stetst, beiden aus dem Weg zu gehen.
In einer stürmischen Nacht sucht der schöne Philippe de Lacourt bei ihm Zuflucht vor den Häschern Napoleons und Kellinghurst verliebt sich fast sofort in den jungen, unschuldigen Mann. Um ihn zu schützen, lässt er sich in ein Netz aus Intrigen und Abenteuern verwickeln.
Lady Fairfax schöpft schon bald Verdacht und versucht alles, die beiden voneinander zu trennen. Sie schreckt vor nichts zurück. Als Philippe verletzt wird und mit dem Tode ringt, muss Kellinghurst eine Entscheidung treffen.


Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich erinnere mich noch recht gut daran. Den Autor dieses Buches gibt es nicht. Weder wurde er 1953 geboren, noch als Sohn eines schottischen Kulturattachés und einer baltischen Adeligen in Südengland. Vielmehr haben dieses Buch zwei Männer, in trauter Autorenzweisamkeit - ob auch privat, weiß ich leider nicht - vereint, verbrochen.
Schon an der erfunden Biografie: langjährige Tätigkeit als Privatsekretär der Countess of Westray, lebt heute mit seinen Windhunden auf seinem Landsitz unweit von Bath sieht man, wie überzogen auch der Inhalt niedergeschrieben worden ist.
Dabei handelt es sich um ein vielversprechendes Buch, nicht nur für Liebesromanleser. Cover, Klappentext und Preis laden geradezu zum lesen ein. Umso enttäuschter ist man dann aber nach dem letzten Satz.
De Woolf (ist kürzer als zwei Namen ;) ) schafft es leider nicht, zu überzeugen. Man hat durchgehend den Eindruck, der Autor hätte eine Art Parodie auf das Genre erdacht. Oder aber er ist unheimlich schüchtern und war noch nie verliebt. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Und obendrein fehlende Recherche des Genres, dann wären einige Dinge nicht so gewählt worden.
Die Glaubhaftigkeit ist dann natürlich so eine Sache. Kellinghursts alter Kriegskamerad weilt auch auf seinem Landsitz, aber offenbar hat er zu der Thematik, die einer Frau auffällt, die nicht dort wohnt, nichts zu sagen. Sprachlich überzeugend kommt der Roman ebenfalls nicht daher, es klingt alles etwas hölzern und gestelzt. Beinahe spürt man die Furcht vor Intimität, die jede Zeile ausströmt, so dass es kein Knistern und kaum Emotionen gibt. Ein Augenaufschlag und rote Wangen sind alles, was "Verborgene Liebesglut" (Achtung Titel!!) zu bieten hat.
Es ist schade, dass aus diesem wirklich interessanten und lesenwerten Ansatz so ein Murks gemacht worden ist.


Kommentare:

  1. So ähnlich sehe ich es auch. Dieses Buch wurde zu meinem Erstaunen ja überwiegend positiv rezensiert. Wenn es eine Parodie sein soll, ist es als solche misslungen, als gay romance taugt es nichts. Sobald ich dazu komme, werde ich Mal meine Rezension dazu hervorkramen und in mein neues Blog stellen.

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  2. Wahrscheinlich von Lesern, die sich im Genre nicht auskennen. Da passiert es oft, dass positive Rezis geschrieben werden, weil man einfach keine Vergleichsmöglichkeit hat.

    Auch hier nochmal: Herzlich Willkommen unter den Bloggern! Wenn ich morgen wieder denken kann, weil ausgeschlafen, sehe ich mich mal genauer um.

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