Dienstag, 17. März 2009

Sturm (Der verwaiste Thron 01) - Claudia Kern




Überzeugende deutsche Fantasy!


Ana und Gerit sind die Kinder des Fürsten von Somerstorm. Das karge Land, das niemand hatte haben wollen, beherbergt viel Gold, was einige Neider auf den Plan ruft. An Anas siebzehnten Geburtstag gibt es ein Massaker auf der Burg, verübt von einer Gruppe als Gaukler verkleideter Nachtschatten. Diese Wechselgeschöpfe, die sowohl menschlich, als auch tierisch aussehen können (einfach Menschen mit Fell und großen Zähnen), okupieren die Burg und töten alle Menschen, die sie dort finden. Ana kann mithilfe ihres Leibwächters, für den sie sich nie sonderlich interessiert hat und der nur durch einen Eid an sie gebunden ist, fliehen. Gerit, der jünger ist, versteckt sich, wird aber gefunden. Als Sohn des ehemaligen Fürsten und in Anbetracht dessen, dass seine erbberechtigte Schwester noch nicht gefunden wurde, lässt man ihn leben und steckt ihn zu den Nachtschatten-Unteren. (Diener in diesem Sinne gibt es nicht). Dort muss er sich gegen alle behaupten. Inzwischen versucht seine Schwester zu ihrem Verlobten nach Westfall zu gelangen, um ihn um seine Hilfe zu bitten. Dieser war auf einer Schule und reist unwissend mit dem gelehrten Krüppel Craymorus zu seinen Eltern und schließlich in die Schlacht. Somerstorm ist reich und das will sich niemand entgehen lassen. Kaum sind sein Vater und er abgereist, kommt der König der vier Fürstentümer nach Westfall und schmiedet seine ganz eigenen Pläne. Und da sind auch noch die Ruinen der Vergangenen, einem geheimnisvollen Volk früherer Zeiten un der neue Kult, der sich um sie webt.


Schon lange konnte mich kein Fantasyroman mehr überzeugen, aber dieser hier hat es geschafft. Obwohl das Buch eigentlich ein wenig zu teuer für meinen Geldbeutel ist, habe ich es mir gekauft und das lag vor allem an der Autorin. Zwar kannte ich sie zuvor nicht, aber als ich mich ein bisschen in ihren Werdegang eingelesen hatte, war mir klar, dass sie für das Genre lebt. Nichts schön redet, nicht auftrumpft und besserweißt, sondern es einfach als Tatsache nimmt und sich der Sache verschreibt. Hinzu kommt, dass das Buch bei Blanvalet erschienen ist und ich bisher von keinem einzigen Roman (egal welchen Genres) dieses Verlages enttäuscht war.
Der Plot von Sturm (erster Teil einer Trilogie) klingt zunächst altbekannt. Doch mal ehrlich: in der Fantasy dreht sich ja doch immer alles ums eine. Umso erfrischender, dass es endlich, endlich mal keine Tolkienverschnitte enthält. Wer also auf Orks hofft oder Elfen, der ist hier falsch. Die Figuren sind mir sympathisch (oder eben nicht, je nachdem) und handeln nachvollziehbar. Das einzige, was mich stört ist die Tatsache, dass weder Ana, noch ihr Bruder Gerit an die toten Eltern denken (Wehmut, Trauer ...) und auch nicht aneinander. Gerade Ana, die ihren Bruder noch auf dem Turm gesehen hat, als sie floh, müsste sich doch fragen, was aus ihm geworden ist. Aber davon schreibt Claudia Kern nichts.
Die Handlung ist sehr spannend und vieles ist von einem Geheimnis umgeben. Auch ist nicht klar, ob Anas vermeindliche Verbündete wirklich so handeln werden, wie sie sich das wünscht. Sehr spannend. Am meisten fasziniert bin ich diesmal nicht von der weiblichen Hauptfigur, sondern von Gerit, der bei den Nachtschatten in der Burg seiner Eltern leben muss. Dieses Volk ist sehr durchdacht und mit vielen Facetten ausgestattet worden und Gerits Peinigungen und sein schließlicher Sieg über den Küchenjungen haben mir sehr gut gefallen. Ich werde mir auf jeden Fall auch den zweiten und sicher dann auch den dritten Teil (der erscheint aber erst im August) anschaffen und kann den Roman wirklich nur empfehlen!


Kommentare:

  1. Ha, wie lustig, das Buch hab ich mir für meine Reise auch gerade gekauft!

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  2. Kuhl! Bin schon gespannt, wie Du es finden wirst ;)

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  3. Ich berichte. Und diesmal nicht so lange rausgezögert wie bei Kinsella ;-)

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  4. Ich hab schon alle drei gelesen und war begeistert.

    Dass Ana und Gerrit nicht an einander gedacht hätten wär mir nicht aufgefallen. Ana spricht auch öfters über ihren Vater und wenn ich so nachdenke, hat Ana Gerrits Tod betrauert und sich Gerrit auch öfters gefragt, was aus Ana geworden ist...

    Aber nachdem ich alle Teile gelesen hab, kann ich das im Nachhinein nicht mehr so auseinanderhalten. Kann schon sein, dass das eher in den beiden anderen Teilen vorgekommen ist.

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  5. Hallo Cara,

    Welcome!
    Wow, ist das lange her, das ich das Buch gelesen habe! Ich habe Teil 2 sogar hier, aber immer noch nicht gelesen. Schade eigentlich, zumal ich vieles aus Teil 1 vergessen habe ...
    Aber wenn ich sehe, wie begeistert Du bist, sollte ich nicht mehr zu lange warten ;)

    LG
    Soleil

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