Hannah, notorisch pleite, kommt mit Oscar,
vermögend, zusammen. Von Anfang an schwierig – und es bröckelt immer mehr.
Titel: Love and Rent
Autorin: Jo Cheetham
Originaltitel: Love and Rent
Verlag: Tropen
ISBN: 978-3608505009
Euro: 24,00
Veröffentlichungsdatum: August 2026
Seiten: 336
Serie: nein
Come in: vorablesen.de
Inhalt
Hannah
ist Mitte dreißig, berufstätig, aber notorisch pleite und pflegt ein
schwieriges Verhältnis zu Mutter und Bruder. Durch ihre beste Freundin Kira
lernt sie den stillen, vermögenden Oscar kennen. Obwohl sie ihn nicht wirklich
mag, geht sie eine Beziehung mit ihm ein: Einmal in einer warmen Wohnung ohne
Sorgen sitzen, das möchte sie. Beide ziehen aufs Dorf und Hannah merkt, dass
Oscars Mutter sie loswerden will. Die heile Welt bröckelt immer mehr, bis
Hannahs Realität sie schonungslos einholt. Aber wie fängt man noch einmal von
vorn an?
Meinung
Nichtsdestotrotz
fällt sie die Entscheidung, sich weiter mit Oscar zu treffen und eine Beziehung
mit ihm einzugehen. Es ist das Geld, das sie hält, denn er trifft ihr sonstiges
Beuteschema nicht einmal annähernd – aber ihren Hang, immer den leichten Weg zu
wählen. Doch auch er stammt aus einer Generation, die nicht gelernt hat, wie
Leben funktioniert. Und so mutiert Hannah zur Haushaltshilfe, Krankenschwester,
Köchin, Lebensberaterin – und verliert sich dabei fast selbst. Sie tut den
ganzen Tag im Prinzip nichts. Wird eben auch nicht selbst aktiv, geht auf die
Leute im Dorf zu oder kümmert sich – nun, da sie Zeit und Geld hätte – um sich
und ihre Zukunft: eine Ausbildung in etwa. Er arbeitet, tut aber nichts im
Haushalt und scheint ohne sie kaum lebensfähig. Seine Mutter findet sie,
Arbeiterklasse, nicht angemessen und es ist offenkundig, dass sie sie loswerden
will. Spätestens als Hannah das merkt, hätte sie handeln müssen und sollen.
Aber wieder tut sie nichts. Schließlich muss sie die Pflege ihrer Mutter
übernehmen und erhält keine Hilfe – weder von Oscar noch ihrem Bruder. Die
Zerrissenheit von Frauen ist Cheetham sehr gut gelungen darzustellen. Es wird
quasi erwartet, dass sie und nur sie all diese Care-Arbeit übernehmen und sich
nicht beschweren. Gleichzeitig fassen sich die Herren der Schöpfung aber nicht
selbst an die Nase – auch wenn sie es müssten.
Bis
hierhin mochte ich die Story trotz aller Kritik sehr gern. Die Autorin trifft
in jeder Situation den richtigen Ton; heitere Momente lesen sich beschwingt,
die düsteren wirken angemessen traurig oder auch mal skurril.
Das
Ende jedoch gefiel mir nicht. Hier fügt sich alles zu perfekt zusammen. Hannah
hat wieder nur Glück (im Unglück, klar) und stellt sich nicht selbst ihren
Problemen. Sie baut ihr weiteres Leben wieder auf andere auf, statt selbst an
sich und ihrer Situation zu arbeiten. Alles mit einem augenzwinkernden „die
Zukunft wird’s zeigen, was immer kommt“. Das soll Richtungsweisend sein? Das
soll überhaupt eine Aussage sein? Was machen denn all jene Frauen, die sich bis
dato in Hannah wiedergefunden haben und die eben nicht auf ihre
Vorgängergeneration aufbauen können?
Ich
habe das Buch nichts als „Bridget Jones für eine neue Generation“ und auch
nicht als romantische Komödie gelesen, wie es vermarktet wird. Das ist eine
literarische Aufarbeitung mit Tiefe. Und eine, die ich gern gelesen habe. Jo
Cheetham hat eine Art, ihre Geschichte zu erzählen, die gefangen nimmt und
Seite für Seite vorbeifliegen lässt. Dabei muss man ihre Figuren nicht mögen,
aber sie alle wirken so echt wie der Nachbar nebenan. Wirklich gut gemacht. Und
gern weiterempfohlen.
Jo Cheetham wurde in Yorkshire geboren und lebt in
Sheffield. Bevor sie Autorin wurde, hat sie in Kunstgeschichte promoviert und
unter anderem als Reisekauffrau, Lebensmittelhistorikerin und
Christmas-Pudding-Herstellerin gearbeitet. »Love & Rent« ist ihr erster
Roman.


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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!
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