Donnerstag, 7. Mai 2026

Der Gott und die Füchsin - Sophie Kim

 

Gut erdacht und geschrieben, der letzte Funke ist jedoch leider nicht übergesprungen.

 


Titel: Der Gott und die Füchsin
Autorin: Sophie Kim
Originaltitel: The God and the Gumiho
Verlag: ‎Heyne
ISBN: ‎978-3453323919
Euro: 17,00
Veröffentlichungsdatum: Februar 2026
Seiten: 464
Serie: Fate’s Thread 01
Come in: Kauf

 

 

 

Inhalt/Klappentext
Kim Hani hat ein dunkles Geheimnis: Sie ist die Blutrote Füchsin, eine Gestaltwanderin, die vor hundert Jahren etliche böse Männer getötet und ihre Seelen verschlungen hat. Weil sie davon immer noch pappsatt ist, arbeitet sie jetzt in einem Café – ausgerechnet im Lieblingslokal von Seogka, dem gefallenen Trickster-Gott, der so unverschämt wie gutaussehend ist. Als ein Dämon droht, die Welt der Menschen zu vernichten, müssen Seogka und Hani zusammenarbeiten, um ihn aufzuhalten. Doch Seogka ist auch auf der Jagd nach der Blutroten Füchsin: schnappt er sie, darf er ins Götterreich zurückkehren. Hani hat selbstverständlich nicht vor, sich von diesem arroganten Schönling erwischen zu lassen. Doch bei ihrer Suche nach dem Dämon kommen sich die beiden immer näher, und schon bald muss Hani sich entscheiden: Will sie ihre Freiheit oder ihre große Liebe?

 

 


Meinung
Der Einstieg ist phantastisch gelungen, langsam, aber treffend, genau passend zur Zielgruppe, die eher ab zwanzig im studentischen Milieu zu finden sein wird. Aber davon und dem jung gehaltenen Cover sollte sich niemand täuschen lassen: Das hier ist keine locker leichte Story, hier wird es, neben heiteren Momenten, meist düster, blutig und aufregend. Mich hat das überrascht.

Die Handlung beginnt mit der Blutroten Füchsin Kim Hani, die in einem Café arbeitet, obwohl sie Kaffee verabscheut. Von Zeit zu Zeit schaut der gefallene Gott Seogka rein, der seinen Kaffee auf eine bestimmte Art bevorzugt – nur dass er ihn nie so erhält. Es gibt also erste Reibungen zwischen beiden. Seogka ist von seinem Bruder, dem Herrscher, ausgestoßen worden, weil er selbst versucht hat, diesen zu stürzen. Er wurde verurteilt, alle zwanzigtausend Kreaturen, die er dafür als Armee aufgestellt hat, zu jagen und die Menschen vor ihnen zu schützen. Erst dann darf er wieder in die göttlichen Gefilde und selbst wieder Gott sein.

Kim Hani hat sich viele Jahrzehnte bedeckt gehalten, nachdem sie etliche Männer getötet hat. Durch ihren jungen Schützling jedoch muss sie erneut handeln – was eine Vereinigung mythologische Wesen jagender Polizisten auf den Plan ruft, für die auch Seogka arbeitet. Als Kim Hani zwei Mitarbeiter belauscht, die Seogka unbedingt eine Assistentin besorgen wollen, meldet sie sich freiwillig.

Was nach einer umwerfenden Ausgangslage für Spannung und Humor klingt, kommt leider mit einigen Längen daher. Zwar ist alles gut zu verstehen, besonders wenn man öfter in asiatische Romane reinschmökert, aber es wirkt doch recht zielgruppenspezifisch. Zudem mochte ich die weibliche Hauptfigur Kim Hani nicht. Sie ist wahnsinnig egoistisch, aber in keinem gesunden Maße. Sie wird als aufrechter Charakter dargestellt, aber sie hat viele Morde begangen, da ist es egal, ob es „böse Männer“ waren – das zu relativieren macht nicht viel Sinn. Es wird sogar ein Name genannt, um das zu unterstützen: Jack the Ripper. Aber sie ist nun einmal das mythologische Wesen, das sie ist, warum sollte das kaschiert werden? Auch gegenüber Seogka verhält sie sich unmöglich. Anfangs ist das glaubhaft, da mögen sich beide nicht so – und Kim Hani hat den Plan, ihn bei seinen Ermittlungen nach ihr (was er nicht weiß) in die Irre zu führen. Aber sie kommen sich eben doch näher. Was sie nicht davon abhält, sich weiterhin wie ein verwöhntes Gör zu verhalten.

Beide müssen wie in einem Krimi ermitteln und dafür auch im Land herumreisen. Obwohl sie dafür in einem Zimmer schlafen und ähnliche Situationen erleben, kommt leider kaum die richtige Stimmung auf. Romantik soll vermittelt werden, nur dass ich nichts davon gespürt habe. Es gibt in dieser Liebesgeschichte (erst mal) kein Happy End. Es wird dennoch als die eine große Liebe dargestellt – die aber in kaum mehr als einer Woche entstanden ist. Auch das trägt nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit bei. Das Ende ist emotional aufgeladen, keine Frage und läuft in einem großen Showdown aus, aber zuvor müssen etliche nichtssagende Seiten durchgestanden werden. Trotz dieses spezifischen Endes interessiert mich die Fortsetzung kein bisschen.

„Der Gott und die Füchsin“ ist ein gut geschriebenes und ebenso übersetztes Werk, bei dem der letzte Funken jedoch nicht übergesprungen ist.

 

 

Fate’s Thread
1. The God and the Gumiho (Der Gott und die Füchsin)
2. The God and the Gwisin (Der Gott und der Geist, August 2026)

 

Sophie Kim verknüpft in ihren Geschichten am liebsten koreanische Mythologie mit starken Heldinnen, die sich nichts gefallen lassen. Mit ihrer Young-Adult-Serie »Talons« eroberte sie sich den ersten Platz der »Sunday-Times«-Bestsellerliste. Mit ihren ersten Romanen für Erwachsene, »Der Gott und die Füchsin« und »Der Gott und der Geist«, eroberte sie die Herzen zahlloser Fans auf der ganzen Welt.

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