Gut erdacht und geschrieben, der letzte Funke
ist jedoch leider nicht übergesprungen.
Titel: Der Gott und die Füchsin
Autorin: Sophie Kim
Originaltitel: The God and the Gumiho
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453323919
Euro: 17,00
Veröffentlichungsdatum: Februar 2026
Seiten: 464
Serie: Fate’s Thread 01
Come in: Kauf
Inhalt/Klappentext
Kim Hani hat ein dunkles Geheimnis: Sie ist die
Blutrote Füchsin, eine Gestaltwanderin, die vor hundert Jahren etliche böse
Männer getötet und ihre Seelen verschlungen hat. Weil sie davon immer noch
pappsatt ist, arbeitet sie jetzt in einem Café – ausgerechnet im Lieblingslokal
von Seogka, dem gefallenen Trickster-Gott, der so unverschämt wie gutaussehend
ist. Als ein Dämon droht, die Welt der Menschen zu vernichten, müssen Seogka
und Hani zusammenarbeiten, um ihn aufzuhalten. Doch Seogka ist auch auf der
Jagd nach der Blutroten Füchsin: schnappt er sie, darf er ins Götterreich
zurückkehren. Hani hat selbstverständlich nicht vor, sich von diesem arroganten
Schönling erwischen zu lassen. Doch bei ihrer Suche nach dem Dämon kommen sich
die beiden immer näher, und schon bald muss Hani sich entscheiden: Will sie
ihre Freiheit oder ihre große Liebe?
Meinung
Die Handlung beginnt mit der Blutroten Füchsin
Kim Hani, die in einem Café arbeitet, obwohl sie Kaffee verabscheut. Von Zeit
zu Zeit schaut der gefallene Gott Seogka rein, der seinen Kaffee auf eine
bestimmte Art bevorzugt – nur dass er ihn nie so erhält. Es gibt also erste Reibungen
zwischen beiden. Seogka ist von seinem Bruder, dem Herrscher, ausgestoßen
worden, weil er selbst versucht hat, diesen zu stürzen. Er wurde verurteilt,
alle zwanzigtausend Kreaturen, die er dafür als Armee aufgestellt hat, zu jagen
und die Menschen vor ihnen zu schützen. Erst dann darf er wieder in die
göttlichen Gefilde und selbst wieder Gott sein.
Kim Hani hat sich viele Jahrzehnte bedeckt
gehalten, nachdem sie etliche Männer getötet hat. Durch ihren jungen Schützling
jedoch muss sie erneut handeln – was eine Vereinigung mythologische Wesen
jagender Polizisten auf den Plan ruft, für die auch Seogka arbeitet. Als Kim
Hani zwei Mitarbeiter belauscht, die Seogka unbedingt eine Assistentin besorgen
wollen, meldet sie sich freiwillig.
Was nach einer umwerfenden Ausgangslage für
Spannung und Humor klingt, kommt leider mit einigen Längen daher. Zwar ist
alles gut zu verstehen, besonders wenn man öfter in asiatische Romane
reinschmökert, aber es wirkt doch recht zielgruppenspezifisch. Zudem mochte ich
die weibliche Hauptfigur Kim Hani nicht. Sie ist wahnsinnig egoistisch, aber in
keinem gesunden Maße. Sie wird als aufrechter Charakter dargestellt, aber sie
hat viele Morde begangen, da ist es egal, ob es „böse Männer“ waren – das zu
relativieren macht nicht viel Sinn. Es wird sogar ein Name genannt, um das zu
unterstützen: Jack the Ripper. Aber sie ist nun einmal das mythologische Wesen,
das sie ist, warum sollte das kaschiert werden? Auch gegenüber Seogka verhält
sie sich unmöglich. Anfangs ist das glaubhaft, da mögen sich beide nicht so –
und Kim Hani hat den Plan, ihn bei seinen Ermittlungen nach ihr (was er nicht
weiß) in die Irre zu führen. Aber sie kommen sich eben doch näher. Was sie
nicht davon abhält, sich weiterhin wie ein verwöhntes Gör zu verhalten.
Beide müssen wie in einem Krimi ermitteln und
dafür auch im Land herumreisen. Obwohl sie dafür in einem Zimmer schlafen und
ähnliche Situationen erleben, kommt leider kaum die richtige Stimmung auf.
Romantik soll vermittelt werden, nur dass ich nichts davon gespürt habe. Es
gibt in dieser Liebesgeschichte (erst mal) kein Happy End. Es wird dennoch als
die eine große Liebe dargestellt – die aber in kaum mehr als einer Woche
entstanden ist. Auch das trägt nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit bei. Das
Ende ist emotional aufgeladen, keine Frage und läuft in einem großen Showdown
aus, aber zuvor müssen etliche nichtssagende Seiten durchgestanden werden.
Trotz dieses spezifischen Endes interessiert mich die Fortsetzung kein
bisschen.
„Der Gott und die Füchsin“ ist ein gut geschriebenes
und ebenso übersetztes Werk, bei dem der letzte Funken jedoch nicht
übergesprungen ist.
Fate’s Thread
1. The God and the Gumiho (Der Gott und die
Füchsin)
2. The God and the Gwisin (Der Gott und der
Geist, August 2026)
Sophie
Kim verknüpft in ihren
Geschichten am liebsten koreanische Mythologie mit starken Heldinnen, die sich
nichts gefallen lassen. Mit ihrer Young-Adult-Serie »Talons« eroberte sie sich
den ersten Platz der »Sunday-Times«-Bestsellerliste. Mit ihren ersten Romanen
für Erwachsene, »Der Gott und die Füchsin« und »Der Gott und der Geist«,
eroberte sie die Herzen zahlloser Fans auf der ganzen Welt.


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Es ändert sich nichts am Kommentieren, nur muss jetzt dieser lange untere Absatz dabeistehen. Ich danke allen, die mir einen Gruß dalassen!
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