Donnerstag, 27. Juni 2013

(Hörbuch) Flammende Träne - Sophie Jordan


Titel: Flammende Träne
Autorin: Sophie Jordan
Sprecher: Stephanie Kellner
Originaltitel: Firelight
Verlag: DAV
Spieldauer: ca. 326 min/ 5 CDs (gekürzt)
Euro: 19,99
Serie: Firelight 02
Come in: Vom Audioverlag



Inhalt

Die sechzehnjährige Jacinda Jones ist ein Draki, ein Nachkomme von Drachen(wandlern). Nach ihrer Flucht vor den eigenen Leuten, müssen sie, ihre Zwillingsschwester Tamra und ihre Mutter erneut weglaufen. Jacinda hat sich - um die Liebe ihres jungen Lebens, Will Rutledge, zu retten - in Drakigestalt gezeigt und wird nun von den Jägern verfolgt.
Den dreien gelingt die Flucht, doch obwohl nun auch Tamra ihren inneren Draki zeigen kann, gelingt ihnen die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft nicht. Wo sie zuvor eines der wichtigsten Mitglieder war, ist Jacinda nun eine Ausgestoßene. Und sie vermisst Will, von dem sie glaubt, dass er sie durch einen Drakizauber vergessen hat.
In ihrer eigenen Welt gesteht ihr Cassian, der Sohn des Anführers, dass er sie schon immer geliebt hat und heiraten möchte. Doch obwohl auch er sie seltsamerweise nicht unberührt lässt, möchte Jacinda nicht zum Unglück Tamras werden, die heimlich in ihn verliebt ist.
Als das junge Mädchen eine Möglichkeit zur Flucht sieht, muss sie sich entscheiden - zwischen ihrer Familie und der Freiheit. Zwischen Will und Cassian.


Cover/Sprecherin

Das Foto stammt von Amber Gray und wurde von Christian Keller aufbereitet.

Stephanie Kellner hat eine klassische Ausbildung hinter sich, ist ebenfalls im Gesang und im Schauspiel bewandert, spielt Theater und leiht ihre interessante Stimme einigen bekannten Filmgrößen, unter anderem Jessica Alba.
Auch in der Fortsetzung gelingt es der Sprecherin den Hörer in den Bann zu ziehen. Sehr dicht am Text, unterstreicht sie mit ihrer Stimme Jacindas Erlebnisse. Die bedrückte Atmosphäre fängt Kellner gekonnt auf und gibt sie mit der stets passenden Betonung der Worte wider. In der wörtlichen Rede passt sie sich den einzelnen Charakteren an, so dass es leicht ist, diese voneinander zu unterscheiden.
Ein Glücksgriff, Stephanie Kellner als Hörbuchsprecherin der Firelight-Serie zu gewinnen.

Meinung

Der zweite Band der Firelight-Serie, die in Folge gelesen werden sollte, setzt nahtlos am ersten an. Jacinda sitzt mit ihrer Familie und Cassian im Auto und sie hoffen, sicher die Draki-Gemeinschaft erreichen zu können. Als sie von Jägern angehalten werden, zeigt Tamra in dieser Notsituation zum ersten Mal ihren Draki.
Die Fortsetzung beginnt also so spannend, wie der Vorgänger aufgehört hat. Danach wird es aber erst einmal ruhig, da sich Jordan den Figuren und ihrem mitunter recht verworrenen Beziehungsgeflecht widmet.
Jacinda wirkte am Ende des ersten Teiles, als hätte sie zum Teil zu sich selbst gefunden und wäre innerlich gewachsen. Leider ist das nicht der Fall; sie steht in der Gemeinschaft nicht für sich ein und lässt sich alles gefallen. Ihre Passivität und ihre Niedergeschlagenheit sind nicht in jeder Situation verständlich. Sie wird gemieden, sogar von ihrer besten Freundin, sie muss niedere Arbeiten verrichten, nicht nur Cassian, sondern auch dessen Familie setzen ihr zu - und dennoch sollte sie auch Wiederworte finden. Es ist einfach frustrierend bei allem zuzusehen.
Allerdings ist die dichte Atmosphäre des Romans von sehr viel Herzschmerz, Schwermut und teilweise auch Pessimismus geprägt. Erst gegen Ende scheint Jacinda aufzuwachen. Sie ist dann leider noch immer nicht in der Lage, etwas an ihrer Situation zu ändern und wird praktisch nur hin und her geschubst, doch wenigstens macht sie ab und zu den Mund auf.
Will spielt, entgegen zum Vorgängerband, kaum eine Rolle. Er taucht oft nur kurz auf und bekommt wenig Raum, sich in seiner vollen Charakterpracht zu zeigen.
Es ist Cassian, der die Handlung neben Jacinda dominiert. Plötzlich wirkt er weichgezeichnet, nimmt sehr viel Rücksicht auf das Mädchen und mausert sich so beinahe zum perfekten Gegenstück. Zwar verbringt er anfänglich auch viel Zeit mit Tamra, was diese natürlich missversteht, sein Herz gehört aber allein Jacinda.
Leider völlig unverständlich und deplatziert ein inniger Kuss zwischen Cassian und Jacinda und das auch noch gleich am Beginn. Dieser reizt zu Spekulationen an, was die wahren Gefühle Jacindas angeht. Denkt sie das eine und will das andere?
Obwohl nun in der Gemeinschaft der Draki lebend, wird diese Gesellschaft leider nicht näher charakterisiert, wie nach "Brennender Kuss" erhofft. Wie diese Spezies entstanden ist, ob es andere Sippen gibt und warum die Jäger ihnen einst auf die Spur kamen, bleibt im Dunkeln. Ebenfalls wird ein dutzend Mal beschrieben, wie sich ein Draki von seiner Menschengestalt in die eines Drachen verwandelt. Nur wird nicht klar, wie das abläuft - außer, dass er zuvor seine Kleidung ablegen muss - und wie groß der Drache dann ist. Ehrlich gesagt war ich persönlich der Auffassung, dass ein Draki eher so etwas ist wie ein Gargoyle und auch dessen Gestalt inne hat. Immer noch menschlich, aber verändert in Hautton und -beschaffenheit und natürlich mit Flügeln auf dem Rücken. So ganz scheint diese These jedoch nicht zu stimmen. Da die Filmrechte bereits 2011 verkauft worden sind, werden diesbezüglich die bewegten Bilder - sofern jemals abgedreht - mehr Klarheit schaffen müssen.
Im Grunde ist das aber nicht so wichtig. Alles, worauf es ankommt, sind Jacindas Gefühle und ihre Beziehungen. Sowohl zu Familie und Freunden, als auch zu (möglichen) Liebschaften. Hier zeigt sich auch Sophie Jordans Talent, denn sie schreibt seit Jahren Historicals. Eine bewegende und sehr emotionale Geschichte aufs Papier zu bringen ist ihr also nicht fremd. Und auch in "Flammende Trände" gelingt ihr dies mühelos. Und allein dafür lohnt es sich, zuzugreifen. Wer schon Freude am ersten Band hatte, wird vom zweiten sicher nicht enttäuscht sein. Obwohl es sich mittig etwas zieht, nimmt Jacinda den Leser direkt mit in ihre Welt und gibt ihn erst am Ende, bei dem leider wieder ein Cliffhanger zum Abschluss der Trilogie überleitet, frei.

Obwohl das Hörbuch gekürzt wurde, lässt sich dies im Bezug zum Buch (das ich ebenfalls gelesen habe) kaum ein Unterschied feststellen. Wer sich also lieber etwas für die Ohren gönnen möchte, kann getrost zugreifen.


Firelight:
1. Firelight (Brennender Kuss)
2. Vanish (Flammende Träne)
3. Hidden (Leuchtendes Herz)

http://www.sophiejordan.net/
Sophie Jordan wuchs im Hügelland von Texas auf, das sie schon früh zu Geschichten über Drachen, Kämpfer und Prinzessinnen inspirierte.
Sophie Jordan schrieb ihre erste romatische Geschichte schon in ihrer Jugend, während der langweiligen Spanischstunden in der High School. Ihre Leidenschaft für das Schreiben sorgte dann dafür, dass sie ihren Abschluß in Englisch und Geschichte machte.
Sie wurde Lehrerin für englische Literatur, nach mehreren Jahren Lehrtätigkeit an einer High School und mit der Geburt ihrer ersten Tochter beschloss Sophie Jordan ihren wirklichen Traum vom Schreiben wahr zu machen.
Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringt sie ihre Zeit gerne mit der Aufnahme von zuviel Koffein (am liebsten in Form von Latte macchiato und Cherry Cola) und bespricht Handlungsstränge mit jedem, der zuhört – ihre Kinder eingeschlossen.
Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie in Houston.
Sophie Jordan, die bisher nur für ihre Historicals und unter dem Sharie Kohler für ihre Paranormals bekannt war, legt mit "Firelight" ihren ersten Jugendroman vor.

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