Samstag, 13. Oktober 2012

(Autorenplausch) Prisca Burrows: Der Fluch der Halblinge


Titel: Der Fluch der Halblinge
Autorin: Prisca Burrows
Originaltitel, 416 Seiten
ISBN: 3404206886
Euro: 15,00
http://www.uschizietsch.de/


 








Mein Name ist Prisca Burrows, und ich stamme aus dem fernen Reich Albalon, „das Weiße Reich“ genannt. Lange Zeit bin ich auf historischen Pfaden gereist, um die Geschichte meines Volkes zusammenzutragen – des Volkes der Bogins. Halblinge sind wir, werden auch schon mal abfällig „Buccas“ genannt, was „aufgeblasene Backe“ bedeutet, dabei stimmt das gar nicht, denn wir sind von Natur aus bescheidene Geschöpfe, nur eben mit rosigen Wangen ausgestattet.
Vor meiner Geburt sind wir alle Sklaven gewesen, ohne Aussicht auf ein eigenständiges Leben. Bis zu dem Tag, an dem ein Mord geschah und die Vergangenheit ans Licht kam ...

Moooment. Prisca Burrows? Albalon?
Ja, so ist es. Mein Name hier in Deutschland im Jahr 2012 lautet „Uschi Zietsch“, und unter diesem Namen (und weiteren Künstlernamen) habe ich in den vergangenen Jahrzehnten einige Romane und Kurzgeschichten verfasst. Als nun die Aufforderung des Verlags kam, einen tolkienesken Roman zum Erscheinen des „Hobbit“-Films zu schreiben, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und begab mich auf Recherche. Nicht nur wegen der Namen der Personen im Buch, sondern auch wegen meines Namens. Wenn schon, denn schon: Wie wäre es, wenn ich es gleich richtig durchziehe und eine Historikerin schaffe, die nach den Ursprüngen ihres Volkes forscht – und die doch auch ich bin? So entdeckte ich den Namensgenerator im Internet, und aus Uschi Zietsch wurde der generierte Hobbit-Name „Prisca Burrows“. Die Biographie ist ebenso „übersetzt“ und stimmt ziemlich (alles gibt man ja nicht preis). Dazu wurde auch die physische Person mit allen Attributen erschaffen – Kostüm, Feder, Tinte, Bücherlindwurm.

Wie bitte, Bücherlindwurm?
Ja, die gibt es. Im „Fluch der Halblinge“. Lustige Geschöpfe, die bestimmt jeder haben will, sobald er ihnen begegnet ist. Da bin ich ganz sicher.

Ich schreibe schon seit meiner Kindheit, und ich veröffentliche, seit ich Anfang Zwanzig bin. Ich tummle mich in vielen Genres, in den vergangenen Jahren vermehrt in der Fantasy, denn es ist eine fantastische Sache, ein eigenes Universum zu kreieren.

„Der Fluch der Halblinge“ ist nun der Schritt in ein anderes Universum. Das Buch ist verflochten mit Tolkiens Universum, jedoch kein beschriebener Teil davon. Die Insel Albalon ist dort nicht verzeichnet und liegt außerhalb der bekannten Karten. Und dennoch ist auch sie ein Teil Mittelerdes, die ja auch unsere Erde ist, das Land zwischen Asgard und Utgard. Sie existiert wirklich, ebenso wie nahezu alle Namen und Bezeichnungen, die ich sorgfältig aus dem Gälischen, dem Keltischen und dem Isländischen zusammengesucht habe. Insofern war das Schreiben dieser Geschichte von einiger Vorarbeit geprägt, die viel Spaß gemacht hat, und der eigentliche Prozess verlief dann schnell und fließend, die Geschichte schrieb sich sozusagen von selbst.
Und warum die Bogins? Auch sie existieren in der Mythologie, wenngleich ich sie verfremdet oder vielmehr neu kreiert habe. Man kennt Elben und Menschen und auch Zwerge, aber die Bogins, was weiß man schon über sie? Sie sollten als Halblinge vorgestellt und in den Vordergrund gerückt werden. Sie sind liebenswürdig und freundlich und den Genüssen des Lebens zugetan. Wie kann man sie nicht beschreiben wollen?

Das Buch ist für jeden (Jung-)Leser geeignet, der tolkieneske, epische High Fantasy mag, mit ein wenig realistischem Hintergrund und neu kreierter Historie. Dazu gibt es Abenteuer, Humor, Tragödien, Freundschaften, Furcht, aber auch Freude.

Der Fokus liegt auf den Figuren, wie sie in ihrer Welt und mit den Widrigkeiten zurechtkommen müssen.
Intrigen, Verrat, Willkür, Gefangenschaft und Verfolgung prägen den Weg des jungen Helden Fionn Hellhaar vom Volk der Bogins, der bis zu seinem zweiundzwanzigsten Geburtstag als Sklave behütet aufgewachsen ist. Durch den Mord im Haus seines Herrn wird er abrupt in die Welt hinausgeworfen und muss sich der Tatsache stellen, dass auch die normalerweise verehrten Elben keineswegs so rein und edel sind, wie es scheint. In der Begleitung eines alternden Wanderkriegers lernt Fionn eine Welt voller Elben, Zwerge, Kleiner Völker und Menschen kennen, muss sich mit Magie und Flüchen auseinandersetzen und erfährt Geschichten aus lange vergangener Zeit, wie etwa die eines mythischen Königs, dem das Herz gestohlen worden sein soll und der noch immer als ruheloser Geist durch die Lande zieht. Oder über die Furcht vor einem mächtigen Wesen namens Schwarzauge, das ebenfalls nur eine Legende sein soll – aber möglicherweise als Bezeichnung für eine Verschwörung dient, die sich das gesamte Reich unterwerfen will ...
Auf seiner Suche nach dem wahren Mörder und der Rettung seines gefangenen Volkes wird Fionn immer tiefer in einen Strudel aus finsteren Plänen und Geheimnissen gezogen, und erkennt, dass der Schlüssel in der Vergangenheit seines Volkes liegt, in der ein Buch und ein Fluch eine Rolle spielen.

Kommentare:

  1. Eigentlich bin ich kein Halbling-Fan, aber ich gebe es zu: Es klingt interessant!

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    1. Das finde ich auch! Und na ja, im Hobbitfieber ... ;-)

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    2. Wenn nur nicht der SUB werde. Und, wenn ich ehrlich bin, bis zum Hobbit-Film bekomm ich das nie gelesen (gut dass es drei Filme geben wird)

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    3. Kenne ich, kein Mitleid! ;-)
      Gestern habe ich ungefragt das neue T.S.Orgel Buch zugeschickt bekommen, was schön ist, aber das Buch ist so dick, das passt nicht in meine Tasche und wenn ich es jetzt oben auf den SuB lege, dann sind die Bücher drunter sauer ...

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  2. Anonym3.3.13

    Buch letzte Woche gekauft und nun bei kapitel drei ( eher langsamer leser da ich nur in Pausen auf der Arbeit lese ). Das Buch kann ich (bis jetzt) nur jedem empfehlen , wer Mittelerde mag wird auch das hier mögen !!!

    Danke an die Schriftstellerin für dieses super "Kopfkino"

    MfG René

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  3. Anonym20.7.13

    Ist die Karte im buch zufällig ähnlich mit der England Karte??? ^^

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    1. Das weiß ich leider nicht.

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