Samstag, 12. November 2011

Grenzgänger - Nina Behrmann


Titel: Grenzgänger
Autorin: Nina Behrmann
Originaltitel
Verlag: Elysion-Books
ISBN: 3942602113
Euro: 12,90
Veröffentlichungsdatum: Juni 2011
Seiten: 208
Serie: Triskelion (?)
Come in: Tausch









Inhalt

Feline Alana Rot hat von ihrer etwas verschrobenen Mutter einen Vorstellungstermin bei der Agentur "Triskelion" vermittelt bekommen. Was genau dort geschieht, weiß sie nicht, fällt dann jedoch aus allen Wolken, als man ihr nicht nur eröffnet, dass sie den Job hat, sondern dass zudem ihre Vorgesetzten keine Menschen sind; Feng ist ein Drachen und Kay von Fernden ein Fey.
Kaum hat Feline das verkraftet, wird ein Mitglied der übernatürlichen Gemeinde getötet und die Agentur damit beauftragt, den Mörder zu suchen. Dabei begegnet der jungen Frau der attraktive Samhiel, von dem Feline sich magisch angezogen fühlt. Aber nicht nur dieser dunkle Engel hat seine ganz eigenen Pläne mit ihr ...

Cover

Das Cover stammt von Ulrike Kleinert und scheint nicht der erste Entwurf gewesen zu sein. KLICK
Die im Buch angegebene Homepage existiert leider nicht, das obige Coverbild unterscheidet sich ebenfalls, wenn auch nur minimal, vom eigentlichen Buch.
Das Bild ist ansehnlich geworden, wenngleich es mir schwer fiel zu erkennen, dass eine dunkle Schwinge abgebildet ist, nicht wie vermutet ein Vulkan. Inhatlich passt alles wunderbar.

Meinung

Ein zwar phantasievoller, aber leider ziemlich vollgestopfter Roman, der es schwer macht, in seiner Vielfalt die Handlung im Blick zu behalten.
Der Beginn liest sich noch ziemlich gut weg, es wird genügend Zeit gelassen, sich umzusehen und die sympathische Schreibe der Autorin kennenzulernen. Dabei wird deutlich, dass Feline keine Ahnung von der übernatürlichen Welt hatte, die sie jedoch ihr ganzes bisheriges Leben begleitet hat. Obwohl sie auf die alles verändernden Neuigkeiten angemessen reagiert, bleibt sie doch trotzdem eine Spur zu cool.
Mit Eintritt zur Welt der nichtmenschlichen Wesen wird es zunehmend schwieriger, dem Geschehen zu folgen. Zum einen treten zu viele Personen auf, denen oft zudem noch etwas wiederfährt, dass den Leser glauben macht, es habe etwas mit dem eigentlichen roten Faden zu tun. Die große Phantasie der Autorin sorgt für einige abgefahrene Ideen, die in der deutschen paranormalen Literatur eher selten und darum gerne gelesen sind. Es wäre jedoch ratsamer gewesen, nicht alles, was einem so in den Kopf kommt, in nur einem Werk zu verbraten, sondern sich auf die wesentlichen Elemente, die es braucht, zu konzentrieren. Der Roman ist zwar in sich abgeschlossen, es wäre aber durchaus möglich, die Agentur und ihre Mitarbeiter weitere Abenteuer bestehen zu lassen - etwas sollte für die Fortsetzung immer offen bleiben.
Feline ist eine nette junge Frau, hier und da recht zynisch, aber das steht ihr. Was sie nun eigentlich in der Agentur macht, konnte ich leider bis zum Ende nicht herausfinden. Auch verbringt sie reichlich wenig Zeit mit ihren beiden Chefs, so dass sie sich eigentlich nicht richtig kennenlernen können. Sie gerät etwas unsympathisch durch die Überkräfte, die ihr mit auf den Weg gegeben werden, auch in dieser Hinsicht wäre weniger mehr gewesen. Zudem sich ihr eigenes Erbe nicht sonderlich auf ihre Taten auszuwirken scheint.
Die meisten Handlungsszenen bestehen aus dem Kommen und Gehen der Charaktere mit (langen) Dialogen. Nicht alles davon hätte so ausführlich beschrieben werden müssen, vielleicht wäre stattdessen mehr Aktion - eine Flucht, ein Kampf etc. - sinnvoller gewesen. Feline bei einer Computerrecherche zu unterstützen und zu lesen, was sie liest, ist gut und schön, wird leider aber doch fade.
Es wechseln sich Kapitel, in denen Feline in der Ich-Form und eine der diversen anderen Figuren in der dritten erzählen, ab. Der Roman spielt in Deutschland, was nur gelegentlich zu spüren ist und daher etwas untergeht. Allerdings hat der Ort auch nicht viel mit den Handlungen zu tun, ist also ohnehin nebensächlich, außer dadurch, dass der Umstand an sich eine Ausnahme bildet.
Das Ende kommt dann reichlich zackig, was nicht ganz so schlimm ist, weil hier leider schon der Drang zum querlesen besteht, dem ich, das muss ich zugeben, nachgegeben habe.
Insgesamt eine interessante Geschichte, mit zahllosen abgedrehten Ideen, die vielleicht nicht immer ganz neu sind, sich aber ziemlich gut lesen. Die charmante Schreibe ist dem Leser nah und birgt noch viel Potential in sich. Dem Roman muss jedoch deutlich mehr Substanz gegeben werden, damit die Handlung nicht ganz so drauflosgeschrieben und darum konfus wirkt.


Nina Behrmann wurde 1982 in Duisburg geboren. Sie lebt und arbeitet im Ruhrgebiet, was sich auch gelegentlich in ihren Geschichten niederschlägt. Neben einem Studium der Germanistik und Geschichte an der Ruhr Universität Bochum, arbeitet sie auch im redaktionellen Bereich. Ihr großes Interesse gilt den "etwas anderen" phantastischen Themen und Geschichten. Nina Behrmann hat bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten unter Pseudonym (Heyne, Ullstein) veröffentlicht.

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