Donnerstag, 8. September 2011

Die Geliebte des Pharao - Susan Stern


Titel: Die Geliebte des Pharao
Autorin: Susan Stern
Originaltitel: Desert Nights
Verlag: Cora (Historical)
ISBN: Keine angegeben.
Euro: Nicht mehr im Handel erhältlich.
Veröffentlichungsdatum: Juli 1992
Seiten: 255
Kein Serientitel
Come in: Gekauft (Antiquariat)









Inhalt

Der hethitische König Hattushil begehrt gegen die ägyptische Doktrin auf und plant einen Feldzug. Doch um eine Armee aufstellen zu können, braucht es Zeit. Darum beschließt der Herrscher die Tochter seiner einstigen Lieblingsfrau, Shanda, als Geschenk an den Harem des Pharaos zu schicken. Mit ihrem blonden Haar und ihrer zierlichen Figur wirkt sie exotisch, zudem ist sie wunderschön. Er befiehlt ihr also, den Pharao in sich verliebt zu machen und ihn so von seinen Staatsgeschäften abzulenken.
Shanda ist jung und glaubt zudem, in den jungen Befehlshaber Nemshet verliebt zu sein. Doch gegen den Plan ihres Vaters kann sie nichts unternehmen, das weiß sie und so reist sie nach Ägypten ab. Der stattliche Herrscher findet Gefallen an Shanda und ihrer unerschrockenen Art und behält sie am Hof. Doch Prinzessin Shanda will sich nicht damit abfinden, in den Teil des herrschaftlichen Hauses mit den einfach Lustsklavinnen geschickt zu werden und begehrt auf. Einem Pharao jedoch widerspricht man nicht. Ein Katz und Maus Spiel der beiden jungen Leute beginnt, in dem starke Gefühle aufwallen.
Als die Hauptfrau des Pharaos, Tiy, die starke Zuneigung ihres Gemahls bemerkt, will sie Shanda aus dem Weg räumen, um den Thron für ihren eigenen Sohn zu sichern.

Cover

Das Cover ist vom Original übernommen worden. Die Titelillustration stammt von Franco Accornero. Er gilt als "(...) one of the greatest cover artists to ever have worked in the romance book industry(...)".
Eine ausführliche Vorstellung des Künstlers ist in englischer Sprache HIER nachzulesen.
Wirklich authentisch wirkt das Bild natürlich nicht, es ist zudem von seiner Entstehungszeit geprägt (z.B. Frisur), gefällt aber dennoch. Außerdem passt es hervorragend zum Inhalt, sogar der Löwe ist nicht vergessen worden.

Meinung

Es ist seltsam, dass manchmal ein außergewöhnliches Buch auftaucht, dessen Autor aber dennoch in der Masse unerkannt untergegangen ist. Kaum etwas war zur Autorin Susan Stern herauszubekommen, außer zwei Pseudonymen, denen leider auch keine Lebensgeschichte oder Hintergrundinformationen zugeordnet werden konnten.
Ein Liebesroman, der in einem für das Genre eher ungewöhnlichem Setting spielt und meine Leidenschaft für das Land der Pyramiden in sich birgt, weckte natürlich mein Interesse. Dennoch ging ich mit eher gemischten Gefühlen heran.
Zu unrecht, denn "Die Geliebte des Pharao" ist ein in sich stimmer, sehr emotionaler und noch spannenderer Roman.
Die Handlung ist auf mehrere Jahre angelegt, so dass nicht nur die anfänglichen Begegnungen und die erste Verliebtheit geschildert werden, sondern auch die Jahre des Alltags danach, in denen echte Liebe aus den zarten Banden wächst. Zudem geht hier nicht alles zugunsten des Heldenpaares aus, sie müssen sich in Verzicht üben und schwere Schicksalsschläge hinnehmen, bis sich ihr letztendliches Happy End am Horizont abzeichnet. Dadurch wirken sowohl Geschehnisse, als auch Charaktere äußerst lebensecht und glaubhaft, und es wird dem Leser unmöglich gemacht, nicht mit der tapferen Heldin zu fühlen.
Zunächst wirkt eine blonde Heldin so tief im Süden seltsam, es wird jedoch eine nachvollziehbare Erklärung dafür geboten. Shanda wirkt zwar sehr jung, aber dabei nie naiv, auch wenn sie viel zu lernen hat. Ihr Stolz am Anfang ist reiner Selbstschutz, der sie zudem noch sympathischer macht. Einzig ihre Versuche, keine Lust zu empfinden, wenn sich ihr der Pharao die ersten beiden Male aufdrängt, wirken etwas unstet und merkwürdig.
Ansonsten ist Shanda eine Figur, die an ihrem Schicksal wächst und eine deutliche Wandlung durchmacht. Die starke Frau weiß sich durchzusetzen, kämpft mutig für sich und andere - auch mit einer Waffe - und braucht niemanden, der sie beschützt, obwohl sie sich darüber freut und geborgen fühlen kann.
Der Pharao, der leider keinen Namen von der Autorin erhalten hat und immer nur den seines Amtes trägt, ist ein sehr anziehender Held. Zunächst etwas undurchsichtig, dann erst stolz und grob, schließlich in Liebe gebunden und glücklich. Auch er hat eine Vergangenheit, die ihn geprägt hat und nicht wenige Probleme in der Beziehung zu Shanda bedingt. Denn auch einigen Herzschmerz, allerdings nie kitschig, sondern glaubhaft und teilweise recht roh, müssen beide durchmachen.
Ihre Liebe wächst langsam, ist dafür jedoch nur umso stärker und schließlich nicht mehr aufzuhalten. Die sinnlichen Szenen sind kurz und nie im Detail geschildert, was jedoch nicht notwenig ist, denn Susan Stern hat begriffen und umgesetzt, dass auch mit wenigen Worten viel Sinnlichkeit ausgedrückt werden kann.
Harem, Lustsklavinnen und Hauptfrau werden überzeugend dargestellt und bilden keine Konkurenz für Shanda, die Gefühle des Pharaos sind echt.
Der Spannungsbogen wird eng gesteckt, schon allein durch die Ausgangslage mit mehreren Bedrohungen für das Leben und die Liebe des Paares. Er bietet ein mehrmaliges Auf und Ab, keine Garantie für einen guten Ausgang und somit viel Spannung und Emotionen.
Das Umfeld Ägypten und Wüste sind ansprechend dargestellt. Sowohl Nilfahrten, als auch der Besuch des zukünftigen Grabes des Pharaos (nein, keine Pyramide) oder Fahrten im Streitwagen sind enthalten.
Wer mal etwas anderes sucht, wird hier sicher fündig und ich würde mir wünschen, dass mehr solcher Romane, statt die ewig gleichen Ballsäle veröffentlicht werden würden.


Susan Sten
Über die Autorin ist leider nicht viel herauszufinden, außer, dass sie auch unter den Pseudonymen Suzanne Savoy und Susan Sackett geschrieben hat.

Kommentare:

  1. Da hast du ja eine interessante Perle "ausgegraben". Klingt gut!

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  2. Und ist mal etwas völlig anderes!

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