Donnerstag, 5. Mai 2011

Die geerbte Braut - Elizabeth Rolls


Titel: Die geerbte Braut
Autor: Elizabeth Rolls
Originaltitel: The Dutiful Rake
Verlag: Cora
ISBN: 9783899417739
Euro: 4,90
Veröffentlichungsdatum: Januar 2009
Seiten: 252
Kein Serientitel
Come in: Gekauft




Inhalt



Als Marcus St. John Langley, der achte Earl of Rutherford zu dem verwahrlosten Anwesen seines verstorbenen Großonkels reist, um dessen letzte Angelegenheiten zu ordnen, staunt er nicht schlecht. Der alte Mann hatte seine Eigenarten und eine davon war, die verwaiste Nichte seiner Frau bei sich aufzunehmen, sie jedoch wie eine Dienstmagd leben und arbeiten zu lassen. Die junge Marguerite Fellowes ist aufgrund der schlechten Behandlung sterbenskrank und Marcus sieht sich genötigt, sie gesund zu pflegen.
Doch sein Ruf als Frauenheld und Herzensbrecher eilt ihm voraus und Marguerite ist ruiniert. Da er ohnehin heiraten wollte, bittet er die willensstarke Frau um ihre Hand - die Vergangenheit ihrer Eltern geflissentlich ignorierend. Sobald sie ihm einen Sohn geschenkt hat, sagt er ihr, stehe es ihr frei, sich diskret außerhalb der Ehe zu vergnügen, er würde dies ebenfalls tun.
Was er nicht weiß ist, dass sich Marguerite längst in ihn verliebt hat und alles tun würde, um sein Herz für sich zu gewinnen. Doch das ist nicht die einzige Hürde, vor der das junge Aschenputtel steht, denn die Ehe wird von vielen Neidern nicht gern gesehen ...



Cover



Wie für die Lords-und-Ladys-Reihe üblich, wurde das Cover dreigeteilt. Unten ein gemalt wirkendes Bild einer jungen Frau, die ein Buch im Schoß haltend, harmonisch im blühenden Garten sitzt. Mittig der Titel mit dem Regency-Wappen und oben ein Paar in inniger Verbundenheit.
Wer genau für die Bilder verantwortlich ist, lässt sich leider nicht genau sagen, da mehrere Agenturen angegeben sind. Zumindest eine der Abbildungen jedoch scheint vom Originalverlag zu stammen.



Meinung



Die Geschichte besticht schon nach wenigen Seiten durch ihre auffällige, gelungene Sprache, die nicht besser zu einer Reihe wie dieser passen könnte. Auch die Charaktere fügen sich in dieses Bild, so dass der Grundstein zu einer Handlung gelegt ist, die voller Höhen und Tiefen erzählt wird.
Marguerite erinnert am Beginn des Romans an Figuren einiger Klassiker des Genres, macht dann eine glaubhafte, aber nicht zu weit gedehnte Veränderung durch. Als Lady Rutherford hat sie viel zu lernen und auch, wenn ihr einiges davon nicht gefällt, meistert sie es doch mit Bravour.
Marcus ist einer jener Helden, die sich nicht eingestehen können oder wollen, dass auch sie zu wahren Gefühlen fähig sind. Und noch weniger, dass sie von Anfang an in ihre Frauen verliebt waren. Er wirkt wie ein Mann, der weiß was er vom Leben will, der sowohl für sich und auch andere einstehen kann.
Die Beziehung ist zwar voller Emotionen, aber leider auch voller Missverständnisse. Das bringt jede Menge verletzter Gefühle und großen Herzschmerz mit sich; wem das nicht liegt, der sollte die Hände vom Roman lassen, da es doch ziemlich mitreißend ist. Die Dinge, die sich beide im verletzten Stolz sagen, sind weniger schön, gehören aber in die Geschichte.
Leider, leider war die große Versöhnung, auf die alles ja unweigerlich zusteuern musste, nur ein kleines Verpuffen und somit nicht befriedigend. Der Anstoß kam von außen und war ohne große Probleme umgesetzt. Warum dann überhaupt ein Zureden nötig war? Die Enttäuschung jedenfalls war groß, als sich Marcus und Marguerite küssend in die Arme sanken, obwohl genau das ja eigentlich erhofft wird.
Die Motivation des größten Feindes von Marcus ist leider nicht nachvollziehbar gewesen. Warum dieser ihm und vor allem seiner Frau so sehr schaden wollte, hat sich leider nicht erschließen lassen und verlor so etwas an Glaubhaftigkeit.
Es gibt keine erotischen Szenen im Buch, bevor diese beginnen, wird diskret ausgeblendet. Vermisst wurden sie von mir nicht, auch wenn ich nichts gegen sie einzuwenden gehabt hätte.
Was ein bisschen irritierend, aber trotzdem machbar umgesetzt wurde, waren einige Perspektivenwechsel mitten im Kapitel und ohne Leerzeile dazwischen. Wenn zunächst auf die Gedanken der Herrin, die nicht weiß, was ein Ankleidezimmer ist und sofort danach auf das Zimmermädchen, das dies, ebenfalls gedanklich, bedauert, umgeleitet wird, braucht es schon einige Contenance. Es hält sich in Grenzen, ist aber an einigen Stellen im Buch vorhanden.
Insgesamt handelt es sich bei "Die geerbte Braut" um eine vielschichtige Erzählung, die voller tiefer Gefühle und mehrerer Höhepunkte steckt. In einem Rutsch durchgelesen.




Elizabeth Rolls, Tochter eines Diplomaten, wurde zwar in England geboren, kam aber schon im zarten Alter von 15 Monaten in die australische Heimat ihrer Eltern. In ihrer Jugend, die sie überwiegend in Melbourne verbrachte, interessierte sie sich in erster Linie für Tiere – Hunde, Katzen und Pferde – las viel und schrieb kleine Geschichten. Mit 14 trat sie in den Schulchor ein und entdeckte ihre Leidenschaft für Musik. Sie nahm Klavier- und Gesangsstunden und studierte schließlich Musikwissenschaft an der Universität von Melbourne, um anschließend als Musiklehrerin zu arbeiten.
Zwischenzeitlich heiratete sie den Nuklearphysiker Paul, bekam zwei Söhne – und entdeckte ihre Lust am Schreiben neu. Angeregt von ihrer Freundin Meg, verfasste sie ihren ersten historischen Liebesroman, der einen englischen Verleger fand: Mills & Boon. Elizabeth war überglücklich und schwebte wie auf Wolken. Nun verbringt sie ihre gesamte Freizeit damit, weitere Romane zu verfassen. Sie entspannt sich am liebsten bei einer guten Tasse Tee – nicht aus dem Beutel, sondern in einer kleinen Zeremonie auf die traditionelle englische Art zubereitet.

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