Samstag, 8. August 2009

Mr. Right, Lady Di und ich - Catriona McCloud



Janie Lawson ist dreißig und ihre Ehe ist gescheitert. Entmutigt schläft sie Abends ein und erwacht am nächsten Morgen in ihrem alten Kinderzimmer - als Fünfzehnjährige! Was hat das zu bedeuten?
Sie muss wieder zur Schule gehen, hat drei nervige beste Freundinnen und keine Ahnung, was nun eigentlich los ist. Wahrscheinlich, überlegt sie, soll sie eine nahende Katastrophe verhindern. Logo! Lady Diana Spencer muss vor ihrer Ehe mit dem englischen Kronprinzen gerettet werden. Gar nicht so leicht mit 15 Lenzen.
Dann tritt auch wieder Danny Conway in ihr Leben, dem sie damals sagte, er solle sie nie wieder ansprechen! Nun wird er zu ihrem einzigen Vertrauten. Mit dem Wissen einer Dreißigjährigen beginnt sie, ihre Umwelt zu verändern. Sie lüftet Geheimnisse ihrer Eltern, zieht um, kümmert sich um Danny und seine alkoholkranke Mutter ...
Viele Jahre später - Janie hat ihr Leben noch einmal gelebt - begegnet sie ihrem einstigen Ehemann wieder. Und steht plötzlich vor der Entscheidung: er oder Danny?


Eines dieser Bücher, das man wahrscheinlich allein aufgrund des Covers unterschätzt. Auch der Klappentext ist wenig hilfreich, denn das ist keine klassische Chick Lit.
Und trotzdem eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe!
Zunächst war ich etwas enttäuscht, da sich die Handlung nicht so entwickelte, wie ich das erwartet habe. Der Flair der 80er geht dem Roman ab, das alles spielt nicht wirklich eine Rolle. Auch die kurze Episode mit Lady Di scheint kaum erwähnenswert. Aber es ist sehr schwer, den Inhalt dieses Buches zusammenzusafassen: er ist unheimlich komplex und man muss ständig aufpassen, nicht zu viel zu verraten. Fakt ist, dass Janie insgesamt fünfzehn Jahre noch einmal lebt, bis zu dem Punkt, als sie einstmals aus ihrer Zeitlinie verschwand. Dieser Tag entpuppt sich als Stichtag. Auch bekommt sie einen geheimnissvollen Mann an die Seite gestellt, der alle paar Jahre bei ihr reinschaut und offenbar mehr über das Ganze weiß, als sie.
Doch nicht nur das macht den Roman zum Genuss. Es sind vor allem die Charaktere. Janie ist keine Überfrau und handelt nachvollziehbar. Danny ist anfangs sicher kein "Held", im Gegenteil er ist knuffig und süß einfach durch sein Umfeld und seine Hilfslosigkeit. Er liebt Janie von Anfang an, aber sie merkt es einfach nicht. Beiden dabei zuzusehen ist wirklich herzerfrischend, auch wenn man Janie oft an der Gurgel packen und sie mit der Nase drauf stoßen möchte.
Mir haben sich die Zehen eingerollt vor Spannung und meine Stirn lag in Falten. Ich las das Buch auch so spät Abends, dass ich einmal sogar darüber einschlief. Was mich das Buch nicht in den Olymp heben lässt, ist das Ende. So etwa eine Seite. Das lässt den Leser unbefriedigt zurück und das war unheimlich schade. Wen das aber nicht stört, der sollte unbedingt zugreifen, bei dem Preis kann man nicht viel falsch machen.
Leseempfehlung!


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