Montag, 20. Juli 2009

Der Frühstückskrieg - Penny Smith



Katie Fisher hat einen ganz eigenen Humor, der ihr dann doch zum Verhängnis wird. Im lange herausgezögerten Urlaub erfährt sie, dass sie nicht länger Moderatorin des Frühstücksfernsehens "Hello Britain" ist. Sie wurde abserviert und es steckt eine bildschöne und viel jüngere Frau dahinter, die Katie aber bei weitem nicht das Wasser reichen kann. Deprimiert betrinkt sie sich und findet sich am nächsten Tag in der Zeitung wieder.
Kaum daheim, wird sie von Reportern belagert und flüchtet zu ihren Eltern. Als sie dort den Weinkeller auffrischen will, wird sie beim einkaufen fotografiert und als saufende Loserin dargestellt. Hinzu kommt, dass sie eine Hypothek zu bezahlen hat und nicht weiß, woher sie das Geld nehmen soll. Die Negativpublicity hilft nicht gerade dabei, einen euen Job zu finden ...
Der gutaussehende Gärtner Bob Hewlett tröstet Katie über so manches hinweg und verliebt sich in sie. Was sie für ihn fühlt wird ihr erst klar, als sie betrunken mit einem anderen knutscht und die Presse auch diesmal nicht weit ist. Woher wissen die nur immer bescheid?


Penny Smith hat selbst beim Frühstücksfernsehen gearbeitet und man müsste meinen, sie kenne sich gut aus. Es gab in England nach Erscheinen des Buches sogar die Diskussion, ob die Figuren nicht nach realen Vorbildern entstanden sind. Deutsche Leser werden da nicht mitreden können, da wir die Show nicht kennen. Das ist schade, denn die Charaktere, die ich kennengelernt habe, waren blass, blass, blass. Ohne Substanz hangelten sie sich von einem Klischee zum nächsten, ohne eine gewisse Tiefe zu entwickeln.
Katie ist eine gestandende Frau und eigentlich sollte sie nach der anfänglichen, nur zu verständlichen Depression, taff ihren Weg gehen. Aber nichts dergleichen findet man wieder. Sie trinkt viel und lässt sich gehen, immer hoffend, dass jemand für sie den Karren aus dem Dreck ziehen wird. Glücklicherweise für sie ist es dann auch so. Unglücklicherweise für den Leser.
Der "Frühstückskrieg", auf den ich mich schon so gefreut habe, bleibt aus. Mitten im Roman ändert sich alles, Figuren werden neu eingeführt und das angedeutete Ende läuft ergebnislos aus. Dabei hätte sich Katies Rache geradezu angeboten, warum Penny Smith nicht darauf hingearbeitet hat, ist mir unklar. Zwar gibt es so etwas wie ein Happy End, doch hinterlässt es mich unbefriedigt und enttäuscht.
Das einzige Wort, das mir zu dem Roman einfällt ist: Schade.


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