Montag, 4. Mai 2009

Ein Haus in Schottland - Christa Canetta




Der Titel des Buches wurde bis zum Ende in regelmäßigen Abständen gewechselt. "Schottische Träume" und "Ein Haus in Schottland" wechselten einander ab. Es ist zu hoffen, dass nun ein endgültiger Titel feststeht.


Eine nette Geschichte ohne Höhepunkte und fast fehlender Liebesgeschichte.


Marie Morrburg wurde von ihren Großeltern aufgezogen, weil sie ihre Eltern nie kennengelernt hat. Sie studierte Agrarirgendwas und wurde vom alten Herrn Marienthal als Gärtnerin angestellt. Als der alte Mann verstirbt, erbt sie von ihm ein Haus in Schottland, von dem alle annehmen, dass es sich dabei um ein kleines Cottage handelt. Marie fliegt hin, um sich mal alles anzusehen - allein, denn ihr Freund hat etwas anderes im Sinn. In Schottland angekommen ist das Cottage halb zerfallen und der Bauer, der auf dem gleichen Land, das nun ihr gehört, eine Farm betreibt, nimmt sie nicht als Herrin an. Schließlich erfährt Marie, dass auch ein Schloß zu Hardinghouse gehört und dort wohnt eine alte Frau, die mit einem Gewehr auf alle schießt, die sich nähern.
Nun ist sicherlich schon vieles durchschaubar. Die Familie des alten Herrn Marienthal will das Land nicht aufgeben und schickt neben Anwälten (und deren Helfern) auch einige gewalttätige Männer. Der Bauer schließt seinen Frieden mit Marie und hat nebenbei auch drei Söhne. Marie behaupet sich gegen alle und schließlich kommt das Glück zu ihr.


Die Idee ist wirklich gut, junge Frau erbt Haus in Schottland, behauptet sich gegen alle und lernt die Liebe ihres Lebens kennen. Also eigentlich genug Nora-Roberts-Stoff, um mich zu faszinieren. Aber leider weit gefehlt.
Marie ist unkonstant als Person, handelt vor allem am Ende unvorhersehbar und unlogisch. Dann gibt es so viele Männer, ob jung ob alt, dass ich mit jeder Seite darauf gewartet habe, wer denn nun Mister Love sein wird. Sogar Nebenfiguren, die eigentlich absolut keine Rolle spielen, werden in eigenen Kapiteln vorgestellt und jedesmal habe ich mich gefragt, ob ER das nun ist. Aber nie war er es. Von den 319 Seiten des Buches musste ich 250 davon stark sein und mich zwingen zuende zu lesen. Dann offenbarte Canetta plötzlich einen Herrn, mit dem ich nicht gerechnet habe und der nicht wirklich ins Schema passt. Sie hassen sich und ein Umdenken ist nicht zu spüren. Ein formales Gespräch und plötzlich ist alles anders? Glaub das wer will, ich nicht. Und wenn die Liebe in einem (zumindest halben) Liebesroman zu kurz kommt, ist er einfach Mist. Das gezwungen fröhliche Ende brauchte meine ganze Fassung, denn eigentlich wollte ich unbeherrscht sein und das Buch in die Ecke knallen. Die Oma wird entsorgt, der alte Freund soll plötzlich ein Halodri sein, obwohl bisher nichts daraufhinwies, der neue Lover liebt seine Verlobte doch nicht, aber nun mit Marie ist es DIE große Liebe.
Also bitte: Finger weg!


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