Sonntag, 19. April 2009

Untot mit Biss - Karen Chance




Cassandra Palmer ist im Alter von vier Jahren ihren Eltern weggenommen worden und wuchs dann am "Hof" eines Vampirmeisters, Tony, auf. Mit vierzehn lief sie fort, fand dann aber wieder zurück, lief etwas später erneut fort und schlug sich drei Jahre lang allein durch. Bis sie plötzlich ihre eigene Todesanzeige auf dem Computer liest. An dieser Stelle setzt das Geschehen ein.
Ihren Mitbewohner Tomas will sie warnen, als beide von Vampiren überfallen werden. Cassie kann einige Angreifer mit Hilfe der Geister, die nur sie sehen kann, schlagen, die anderen werden von Tomas, der sich ebenfalls als Vampir herausstellt, erledigt. Als sie ohnmächtig wird, bringt Tomas sie an den Hauptsitz des nordamerikanischen Senats aller Vampire. Doch sogar dort droht ihr Gefahr und das, obwohl - anders als auf dem Klappentext - sich der Senat Hilfesuchend an sie wendet. Danach wird das Geschehen mehr und mehr undurchsichtig für den Leser, denn nicht nur ein sexy Vampir steht ihr zur Seite, sondern mehrere. Sie schafft es fortzulaufen (Belohnung in Form des Todes des Mannes, der ihre Eltern ermordete, winkt), wird aber schnell gefunden und sie und ihre Verbündeten kämpfen gegen schwarze Magier und Vampire.
All das hat offenbar mit Cassies Vergangenheit, ihren Eltern zu tun, wovon sie aber nichts weiß, bis verschiedene Quellen ihr dahingehend einiges eröffnen. Sie ist nämlich eine Sibylle, eine wahre Hellseherin und viele befürchten (oder hoffen, je nachdem), dass sie auch die neue Phytia (so eine Art unabhängige Vermittlerin zwischen allen Seiten, Welten und Zeiten) ist. Die alte Phytia liegt im Sterben und ihre Schülerin (auch eine Sibylle) ist von Rasputin zur dunklen Seite verführt worden. Noch hat sich "die Macht" nicht in einer der beiden gefestigt. Und wird es auch nicht mehr bis zum Ende des Buches - einem wahren Cliffhanger.


Karen Chance verwebt hier wirklich alles an phantastischen Horrorelementen, die es gibt. Wir treffen nicht nur Vampire, sondern auch Werwölfe, Geister, Feen, Hexen, schwarze und silberne Magier, Satyrn, Elfen... und so weiter und so fort. Das stört schon ein wenig, wenn es natürlich auch zur Atmosphäre beiträgt. Nur tauchen viele von ihnen zu schnell und zu zackig hintereinander auf. Und das obwohl die meisten von ihnen nicht wirklich eine Rolle spielen, zumindest nicht in diesem ersten Teil.
Was ebenfalls zur Verwirrung beiträgt sind Cassies Zeitreisen.
Mir gefiel das Buch und das hat mich auch ein wenig erstaunt. Dennoch: Ich las es in einer irren Geschwindikeit durch, die ich mir nicht zugetraut hätte. Es entfaltet sich mit der Zeit, faltet sich dann immer mal wieder zusammen, dann wieder öffnet es sich. Karen Chance musste einfach viel zu viele Informationen unterbringen, als dass es sich gut lesen würde. Die andauernden Erklärungen und eingeflochtenen Hinweise ermüden schnell. Wäre das anders gewesen, es hätte ein super tolles Buch werden können, denn Plot und Co sind top!
Mich persönlich störten nur die verwirrenden Beziehungen zu den einzelnen (männlichen) Vampiren. Irgendwie kommt alles ganz anders, als man es gedacht (und gewünscht) hätte, als wäre Chance mittendrin eingefallen, dass es anders irgendwie besser wäre. Solche Wechsel stören mich, vor allem wenn sie sich nicht ankündigen.
Die einzelnen Wesen sollten dem Leser schon etwas sagen, es gibt nämlich kein Verzeichnis im hinteren Teil des Buches, wo diese erklärt werden würden. Erotik gibt es, aber keine Liebe(sbeziehung mit Anschmachten und Co.). Die meisten dieser Szenen wirken wie dazwischen platziert und entbehren größtenteils ihrer Berechtigung. Lesen sich aber trotzdem gut.
Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht und ich warte mit Spannung auf den nächsten Teil.


"Hinreißend Untot" erscheint im Mai 2009 bei Piper. (Ich habe das Buch schon gelesen und fasse es mit den Worten zusammen: Ich werde Fan der Serie!)


Kommentare:

  1. Ich hab das Buch auch im RUB, bin mir aber aufgrund deiner Rezension äußerst unsicher, ob ich das jemals rausziehen sollte. Denn auch wenn du das Buch abschließend gut bewertest, klingt die Kritik doch so, als wär das ein ziemlich verworrener und ermüdender Stoff.

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  2. Du solltest es lesen. Es stimmt, es gab eine Menge Leute, denen das Buch nicht gefallen hat. Aber meist waren es solche, die eher weniger bis nicht im Genre lesen und daher nicht alles verstanden haben. Mitunter zieht sich alles, das stimmt ebenfalls. Aber Chance hat eine Art zu schreiben und einen Humor/ Ideen/ Einfälle, die Du so noch nicht gelesen hast. Das wird aber vielleicht in Teil 2 deutlicher. Du kannst ja damit anfangen und wenn es Dir nicht gefällt immer noch aufhören. Obwohl es diese Kritikpunkte gibt, habe ich es dennoch an einem Tag ausgelesen. Das gibt es bei mir selten.

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