Mittwoch, 4. März 2009

Landliebe gesucht - Emma Hamberg




Emma Hamberg überfällt den Leser mit drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und Schwestern sind es auch noch. Dumm nur, dass sie so jedes Klischee, das es gibt, darstellen. Das wäre nicht weiter schlimm, denn was ist das Leben, wenn nicht ein einziges Klischee? Doch Hamberg hat sich die Extreme herausgesucht und ihre Kühe dazugegeben. Lena, verheiratet, drei Kinder, einfach nur müde und überarbeitet. Marie, älteste, Silikontitten, Barkeeperin, einsam. Asa, Computerspezialistin, kinderlos, verheiratet, unzufrieden.
Die Leben der Schwestern wirken zunächst glaubhaft, wenn auch immer einen Tick zu weit getrieben. Und dann diese Eifersucht, das viele BlaBla. Es dauert, ehe der Unglücksfall - der Tod des geliebten Vaters - eintritt. Fast die Hälfte des Romans ist rum und ab da, ist nichts mehr, wie zuvor. Zum einen verlässt Lena ihre kleine Familie, Marie kündigt später und Asa ... nun, sie schläft mit dem Mann ihrer Schwester. Alle sind sie verloren in sich selbst, aber ich kann nun einmal leider nicht glauben, dass es der Vater war, der ihrem Leben die Stabilität gegeben hat, der sie hat alles bisher durchstehen lassen. Ist es wirklich sein Tod, der sie alles überdenken lässt?
Es wirkt hanebüchen, wie Hamberg die Handlung vorantreibt. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen und es scheint sich alles den agierenden Personen zu entziehen, sie geraten in einen Strudel aus Verzweiflung und Leidenschaft. Aber genau das kam bei mir nicht an. Ich fand es einfach viel zu übertrieben, viel zu sehr auf Pump gedacht. Natürlich heißt es in bekannten Schreibratgebern: "Lass sie länger leiden." aber deswegen muss man bitte nicht so sehr übertreiben. Das Ende ist völliger nonsens. Gerade was Marie betrifft, bin ich damit absolut nicht einverstanden, auch wenn Emma Hamberg noch so sehr ihrer Nachbarin einen Gefallen damit tun wollte, wie sie selbst schreibt. Es ist einfach too mouch und nebenbei auch unnötig. Vorhersehbar sollte ich vielleicht auch noch erwähnen. Und so leicht verzeiht es sich nicht, nicht einmal in einer Familie.
Warum ich das Buch zuende gelesen habe? Weil die Autorin eben doch etwas geschafft hat, nämlich, dass ich wissen wollte, wie es ausgeht. Denn von Gefühlen und wie man sie gut rüberbringt versteht sie was. Hätte sie sich bei den Figuren und auch der Handlung nur ein wenig zurückgenommen, ich könnte wohl glauben, dass es sich hier um einen neuen Bestseller handelt. Doch so muss ich leider annehmen, dass auch hier eine Marketingabteilung ihr Übriges dazu getan hat, was allein Titel und Aufmachung des Buches beweisen.


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