Montag, 9. Februar 2009

Mieses Karma - David Safir




Kim Lange ist verheiratet, hat eine Tochter und soll den Deutschen Fernsehpreis bekommen. In der Ehe läufts nicht so gut, die Tochter fühlt sich vernachlässigt und der Mann (Alex) bringts auch nicht mehr. Was tut sie? Sie geht fremd mit einem Kollegen! Am gleichen Abend wird sie auf dem Dach eines Hauses vom Waschbecken einer russischen Raumstation erschlagen und kommt ... in einen Ameisenbau. Eine dicke Ameise, die sich ihr als Buddha vorstellt, erklärt ihr, dass sie im Leben nur schlechtes Karma angesammelt hätte: Kollegen betrogen und hintergangen, Familie ... Sie lebt also fortan als Ameise und zwar direkt vor ihrem alten Haus. Ihr Mann trauert tatsächlich um sie und dann steht plötzlich ihre alte Freundin und Rivalin Nina da und macht sich an ihn ran. Das kann sie nicht zulassen! Gutes Karma muss her! Mit dem wiedergeborenen Cassanova (jap, eben der) macht sie sich daran, Gutes zu tun. Sie schafft es von Ameise zu Meerschweinchen, zu Kuh, zurück geworfen zu Regenwurm, dann zu Hund... inwzischen wollen Nina und Alex heiraten. Niemals! Kim überredet Buddha, sie nicht ins Nirwana zu schicken, sondern als Menschen zurück auf die Erde. Und das Grauen nimmt seinen Lauf.


Und ein Grauen ist es wahrhaft. Warum nur kaufe ich ein Buch, wo "Mies" drauf steht? Aber mal von Anfang an. Die Idee, auf der der Roman basiert ist wirklich super! Genauso wie die Idee, Casanova mit Sternchen aus seinen Erinnerungen sprechen zu lassen. Wirklich witzig mitunter, was dabei herauskommt. Auch der Anfang des Buches liest sich doch sehr gut. Aber je weiter die Handlung fortschreitet, desto schlimmer wirds. Zum einen wären da die furchtbaren Dialoge, die Wortwahl, der Ausdruck ... Geschehen jagt Geschehen, nichtssagend meist, auf Pointe aus, klar, nichts als heiße Luft. Am Ende wartet eine herbe Enttäuschung. Nichts hat sich geändert, Kim ist noch genauso, wie sie es am Anfang auch war, nur dass sie eigennützig eine gute Tat nach der anderen begeht. Auf hundert mögliche Enden habe ich mich gefreut, aber dieses ist mehr als enttäuschend. Keine einzige Frau in dem Buch kommt gut weg. Kim nicht, da sie als Mutter zu sehr auf ihre Karriere fixiert ist, was sich nur ändert, weil sie plötzlich eine andere Person ist und in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Nina ackert sich einen Wolf, um in der Familie alles gut zu machen und muss dann doch scheitern. Die Arme! Ich war mir nie sicher, ob Kim das alles tut, weil sie Alex wirklich (noch) liebt und natürlich vor allem auch die kleine Lilly. Oder nicht doch nur, weil ihr Ego etwas anderes nicht vertragen würde. Gut, ich habe mir wohl einfach mehr erhofft, als dieses "Miese K...(C)omedy"-Ding. Da ist nichts hintergründig oder gefühlvoll. Keiner lernt dazu, nichts geht gut aus. Es ist flach und schal.


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