Dienstag, 24. Februar 2009

Everworld-Der Pakt mit dem Zauberer - K.Applegate




Dies ist Band drei der Reihe um Everworld. Allerdings ist er auch ohne die anderen beiden zuvor gelesen zu haben sehr gut verständlich.


Die vier Freunde David, Jalil, Christopher und April sind ganz normale Teenager. Dann werden sie allerdings eines Tages von der Halbschwester Aprils namens Senna, die magische Kräfte besitzt, in die Welt „Everworld“ gebracht. Und dort ist nichts so, wie es vorher war. Everworld ist eine Welt voller mythischer Götter, Dachen, Trolle, Zauberer, außerirdischen Wesen.. einfach allem, was garantiert zu keinem normalen Alltag gehört. Es ist auch ein Ort voller Gefahren und Gewalt. Schlafen sie in Everworld, dann sind sie wach in ihrer Welt, gehen zur Schule, haben Dates, treffen Freunde, Zoff mit den Eltern, eben alles, wie es sein soll. Schlafen sie in unserer Welt, sind sie noch immer in Everworld, denn Senna lässt sie nicht gehen und scheint dazu noch ihre einzige Möglichkeit zu sein, wieder nach Hause zu kommen. Allerdings wollen da nicht nur sie allein hin, denn da sind noch diverse Wesen, Götter und Zauberer, die es ebenfalls in unserer Welt (zurück) zieht. Die vier Freunde schlagen sich also so gut durch wie es geht und versuchen dabei, Senna nicht aus den Augen zu verlieren.


In „Der Pakt mit dem Zauberer“ haben sie gerade Begegnungen mit Wikingern und Azteken hinter sich und kämpfen gerade gegen einen Drachen, als es den Leser dazuverschlägt. Jedes Buch wird von einem anderen Charakter erzählt, der Handlung kontinuierlich folgend und hier ist es April, die uns an ihren Gedanken teil haben lässt. Als es brenzlig wird, denn der Drache will Senna töten, kommt plötzlich ein Ritter auf einem Pferd daher und vertreibt den Drachen. Es ist der berühmte Galahad. Als er April zu sich aufs Pferd holt, da sie verletzt ist, wird diese ohnmächtig und erwacht schlagartig auf der Bühne in ihrer Schule. Sie ist nämlich dort in der Theater-AG und sie hat den Text vergessen. Das einzige, was sie tun kann, ist die Zeit, die sie in dieser, ihrer und unser aller Welt hat, so zu leben und zu nutzen, als würde gar nichts anderes existieren. Keine Magie und kein Everworld. Es versteht sich natürlich, dass weder ihre Eltern, noch ihre besten Freundinnen davon wissen. Auch ihr Date Marius nicht. April erwacht in Galahads Burg und sie gehen alle zusammen zu einem Bankett. Dumm nur, dass Senna auch mit dabei ist und dazu noch viel besser aussieht in der Kleidung, die man den beiden Mädchen gegeben hat. David ist zu ihrem Schoßhündchen geworden, April ist Vegetarierin und zum essen gibt es jede Menge toter Tiere. Und dann taucht auch noch Loki auf, den sie in eher unschöner Erinnerung haben, da er Senna, die Hexe, allein für sich fordert. Und so kommt es auch beim essen zum Eklat, welches in einem Kampf endet. Den Freunden gelingt es mit Senna zu flüchten, allerdings hat Loki das Schloss von seinen Trollen umzingeln lassen und denen laufen sie glatt in die Hände. April wird von den anderen getrennt und legt aus ihrer Not hinaus ein Feuer. Das hält die Trolle allerdings nicht lange ab und wieder ist es Galahad, der gutaussehende Galahad, der sie rettet.


Habt ihr jemals davon geträumt woanders zu sein? Zum Beispiel wenn ihr in der Schule sitzt, im wirklich unerträglich langweiligen Matheunterricht. Oder zu Hause, wenn es gerade wieder Streit gab. Einfach eine andere Welt, eine, die es nur in eurer Phantasie gibt, von der keiner etwas weiß. Schöne Vorstellung? April und ihre Freunde sind mittendrin in solch einer Welt und sie finden es gar nicht schön. Aber sie haben keine Wahl, denn Senna lässt sie nicht gehen. Doch Senna ist auch die einzige Möglichkeit, wieder in die richtige Welt zurückzukehren. Das haben aber nicht nur die vier, sondern auch diverse Götter und Zauberer gemerkt. Es sind solche, die es auch in unserer Welt gegeben hat, sie alle hat es irgendwie und irgendwann einmal nach Everworld verschlagen. Und nun möchten sie wieder zurück. Dazu brauchen sie Senna. Applegate versteht es meisterhaft die Sprache der Jugendlichen einzufangen und wiederzugeben. Der Stil ist jung, spritzig und einfach echt. Was würde ich tun, wenn ich mit meinem Wissen und meinem Logikverstand in eine mittelalterliche Welt verschlagen würde, in der es kaum etwas logisches gibt? Ich weiß es nicht. April muss aber genau das tun und irgendwie nimmt man ihr auch alles ab, nicht nur sie und ihre Freunde wirken absolut echt und dreidimensional, sondern auch die Handlung. Es verwundert mich, dass Applegate (noch) nicht viel bekannter ist, denn sie scheint ein echter Geheimtipp zu sein, nicht nur für jüngere Leser, sondern auch ältere. Ein wenig wirkt es natürlich schon wie eine dieser bunten Serien für Jugendliche, die Ansichten, Meinungen und Dialoge sind jugendlich gehalten. Aber genau das macht auch einen großen Reiz des Buches aus. Es ist echt, weil April für so viele Mädchen steht, denen es ähnlich geht in ihrem Leben. Jedenfalls bis auf Everworld. Aber dieses Spiel mit „was wäre wenn“ macht die Sache ja gerade so spannend. Spannend wie das ganze Buch. Es ist nicht übertrieben gewaltvoll, es beschönigt aber auch nicht unnötig etwas oder blendet in gewissen Situationen weg, weil man ja „die Jugend vor so etwas schützen muss.“ Es ist klar, ehrlich und kennt die Jugend von heute. Die ja in gewissen Dingen (früher) reifer ist oder einfach mehr Dinge weiß, als es noch ein paar Jahre zuvor der Fall gewesen ist. Leider sind nicht alle Bände aus dem englischen ins deutsche übersetzt worden und das scheint auch nicht geplant zu sein. Immerhin bis Band 9 ist aber Lesespaß garantiert. Die einzelnen Bücher sind auch nicht lang und jeder ist auch allein für sich gut verständlich. Hervorzuheben bei dieser Ausgabe ist im übrigen auch das Cover mit schöner Silberoptik und Reliefdruck auf dem Titel.


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