Samstag, 24. Januar 2009

Mein schottischer Rebell - Sue Ellen Welfonder




Ausgestoßen und zu Unrecht des Mordes an ihrem Geliebten beschuldigt, kann Lady Mariota Macnicol zusammen mit ihrer Dienerin und Freundin nur in die längst verlassene Burg Cuidrach fliehen. Schon bald nach ihrer Ankunft erscheint jedoch der neue Laird Kenneth McKenzie, um das alte Gemäuer in Besitz zu nehmen. Sie lügt ihn zunächst an, unwissend darüber, dass ihm die Burg zuerkannt worden ist. Er ist alles andere als erfreut, eine Frau vorzufinden, die ihn mit ihren Reizen in ihren Bann zieht. Sie ist sein Typ, stolz, schön und klug. In der Vergangenheit schwer getäuscht und gedemütigt, hat er aber allen Frauen abgeschworen. Auch Mariota hat ernüchtert der Liebe für immer entsagt. Und da sind auch noch die Häscher der goldenen Laute, die diese im Besitz Mariotas vermuten und beiden unerbittlich hinterher jagen.

Die Geschichte um Mariota und Kenneth enthält auf den ersten Blick alles, was man von einem Highlandroman erwartet. Doch beim zweiten Hinsehen wird klar, dass „Mein schottischer Rebell“ seine Schwächen hat. Die Liebe, die sich zwischen beiden entwickelt, wirkt in Anbetracht ihrer Einstellung dem anderen Geschlecht gegenüber zu hastig und übereilt. Die Handlung ist leider ziemlich vorhersehbar und einige Nebenstränge werden nicht zufriedenstellend aufgelöst. Die Hauptfiguren indes sind sympathisch und liebenswert, wenngleich sich ihre Liebesszenen unnötig stark in die Länge ziehen. Womit Sue-Ellen Welfonder punkten kann, sind die Nebenfiguren und ihre Erlebnisse. So ist Jamie in seinem jugendlichen Ungestüm sehr begehrenswert und bringt ein Augenzwinkern in das Geschehen.
Dieser neue Band um den McKenzie-Clan vervollständigt den Familienstammbaum, bringt ansonsten aber leider nichts Neues. Man verpasst also nichts, wenn man den Roman nicht gelesen hat, zumal er schon arg konstruiert wirkt und wahrscheinlich nur als eine Art Lückenfüller gedacht ist. Man begegnet gerade am Ende einigen Personen früherer Bücher was nahe legt, diese auch gelesen zu haben. Als Unwissender hat man das Gefühl, alle anderen wissen etwas, was einem selbst verborgen ist. Für Fans sicher gut (schlecht ist er eben auch nicht), aber die anderen greifen vielleicht lieber anderswo zu.


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