Dienstag, 20. Januar 2009

Im Reich des Vampirs - Karen M. Moning



Das ist Teil 2 der "Fever Series". Im englischen erschien "Faefever" also Teil 3 laut Homepage der Autorin am 16. September 08. Wann dieser auf deutsch erscheinen wird, konnte ich leider nicht herausfinden.

MacKayla Lane reiht sich ein in die zahlreichen anderen "Heldinnen", die es mit (wortwörtlich) unmenschlichen Gegnern zu tun bekommen. Noch vor dem Prolog weist die Autorin darauf hin, dass es im hinteren Teil des Buches ein Glossar mit Namen und Begriffen gibt und das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Allerdings machte ich nach der Lektüre dessen ein doch recht langes Gesicht. 'Meine Güte', dachte ich. 'Hat sie etwa abgeschrieben?' Wer "Schattenkuss" (Hamilton) kennt, dem werden die meisten der genannten Begriffe: Seelie, Unseelie etc. nicht fremd sein. Teil 1, das sollte ich vielleicht noch erwähnen, habe ich nicht gelesen, was aber auch nicht wirklich notwendig ist.

MacKayla Lane hat es (noch) nicht geschafft, den Mörder ihrer Schwester zu finden und die furchtbare Rache, die ihr so vorschwebt an ihm zu vollziehen. Sie lebt im Buchladen bei Jericho Barrons und lässt erst einmal einiges auf sich wirken. Zunächst ihre Gefühle Barrons gegenüber, den sie glaubt zu hassen, mit dem sie aber doch einige erotische Momente verbindet. Dann taucht plötzlich der Feenprinz V'lane bei ihr auf und möchte sich mit ihr "anfreunden". Schließlich kommt sie mit der geheimnisvollen Schwesternschaft der Sidhe-Seherinnen - getarnt als Post Hast Inc. - in Berührung. Alle haben scheinbar nur das Ziel, sie auf die eigene Seite zu ziehen, die angeblich gute. Warum diese drei Guten dann dennoch auch gegeneinander kämpfen ist weder Mac noch mir so richtig klar. Macs Vater taucht auf und möchte sie heim bringen, reist dann aber, nach Barrons Trick mit der allmächtigen Stimme, wieder ab. Mallucè ist, wie bei seiner ersten Erwähnung im Buch erwartet, nicht wirklich tot und es gibt den ebenfalls erwarteten Endkampf. Bei allem bleibt das Hauptziel aber immer noch die Suche nach Feenobjekten, die nur MacKayla spüren kann, allem voran natürlich das Sinsar Dubh, das dunkle Heiligtum (ein Buch) der Tuatha Dè Danaan.



Es ist eben ein Teil 2. Zunächst wird doch recht straff die Handlung aus Teil 1 mit zahlreichen Erklärungen wiedergegeben, was zunächst wenig Laune aufs weiterlesen macht. Aber sobald die eigentliche Handlung einsetzt, ist man drin. Die Liebesgeschichte zwischen Mac und Barrons hat Karen M. Moning, wie nicht anders zu erwarten, wunderbar hinbekommen. Darin nämlich hat sie Übung, schreibt sie doch schon länger Highlandromane, in denen das Gefühl nie zu kurz kommt. Diese Beziehung steht auch bei jeglicher anderen Handlung stets im Vordergrund. Wo die Vampire sind, die laut Titel doch massenweise auftreten müssten, ist mir nicht so recht klar. Ich vermute, dass der Lord Master ein Vampir ist oder wenigstens so tut, denn immerhin beansprucht er das Gebiet, in dem sich Mac nun befindet als sein Machtzentrum. Was immer er aber ist, Barrons muss ihm mindestens ebenbürtig oder mächtiger sein, da er, fast im vorbeigehen, Mac für sich beanspruchen kann und das in einer Situation, in der der Lord Master weit überlegen gewesen sein dürfte. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, aber dennoch reicht Moning für mich nicht an namhafte Autoren des Vampir/ Feen/ Übersinnliche-Wesen Genres heran. Sie probiert sich eben aus und das merkt man. Natürlich ist Mac ein It-Girl, das nun gezwungen ist, völlig anders zu leben und dadurch wohl wirklich kuhl (cool) sein soll. Und natürlich wird sie von allen Männern begehrt. Aber hier schien es mir alles eine Spur zu viel des Guten. An einigen Stellen des Buches wurde ich einfach nicht mit Mac warm, wenn ich allerdings ihre Situation nachfühlen und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Dass sie sich unbedingt retten lassen muss, war mir irgendwie von Anfang an klar. Ist Geschmackssache. Ihre erfunden Bezeichnungen für die Wesen, die es offenbar nur in Schottland/ Irland gibt (Haben die keine Lust, sich nach 240.000 Jahren mal die weite Welt anzusehen?), da Mac sie dort das erste Mal sieht, sind zunächst erst einmal befremdlich. Aber wenn man so darüber nachdenkt eigentlich doch sehr treffend. Tod-durch-Sex-Feenwesen passt doch und liefert gleich eine Erklärung (und Warnung) mit. Was ich mir allerdings unter Rhino-Boys vorzustellen habe und wie sie auf diesen Namen gekommen ist, das weiß ich nicht genau. Was Karen M. Moning aber geschafft hat, ist, dass ich gern auch Teil 3 lesen würde. Im englischen ist dieser am 16.September erschienen, wann man ihn auf deutsch zu lesen bekommt, konnte ich leider nicht herausfinden. Vielleicht hilft da auch Ullstein ein wenig weiter? Ich würde mich freuen. Das Kuriose daran ist aber, dass ich Teil 1 nicht anschaffen werde. Mir sind nach "Im Reich des Vampirs" kaum Fragen offen geblieben und mich interessiert im Grunde auch nur, wie es mit Mac und Barrons weitergeht. Dass sie den Mörder ihrer Schwester schnappen und töten wird, scheint ohnehin klar zu sein.


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