Montag, 26. Januar 2009

Heute und ein Leben lang - Allison Winn Scotch




Natalie ist eine junge Frau mit bester Ausbildung und sehr gut bezahltem Job. Sie träumt davon eines Tages Präsidentin der USA zu sein und steckt alle Energie, über die sie verfügt, in ihre Arbeit. Dann jedoch die schreckliche Diagnose: Brustkrebs. Ihr Freund, mit dem sie recht wenig Zeit verbracht hat, macht augenblicklich Schluss. Man möchte ihn gern für ein A... halten, aber zum Ende hin kann man ihm nicht mehr wirklich böse sein. Natalie versucht zunächst mit dem Kopf voran durch diese Krankheitswand zu rennen, bis sie erkennen muss, dass auch sie Grenzen hat. Es kommt zu einigen recht witzigen Vorfällen, bei denen man durchaus auch mitgrinst. Zur Seite stehen ihr ihre beste Freundin, ihre Eltern und Zach, der Gynäkologe ist und zufällig der Ex ihrer zweitbesten Freundin, die ihn gern zurück haben möchte. Und später auch der Hund, den sie sich anschafft und der ihr sogar das Leben retten wird. Plötzlich mit sehr viel Zeit geschlagen, gehen Natalie viele Gedanken durch den Kopf. Sie nimmt Kontakt zu ihren Exfreunden auf und versucht ebenfalls das Verhältnis zu ihrer Mutter geradezubiegen. Zach und sie kommen sich näher, obwohl Jake, Nats Ex und ein großer Rockstar, wieder in ihrem Leben erscheint. Es wird kompliziert, als keiner so richtig weiß, was er tun soll: aus Sentimentalität zusammen bleiben? Sich trennen? Natalie hat aber eine besondere Sicht aufs Leben bekommen und handelt so, wie sie es für sich als richtig sieht.


Scotch hat gut recherchiert, die Krankheit wird sehr realistisch mit allen Höhen und Tiefen dargestellt, sogar mit Momenten, die eventuell weniger bekannt sind. Joints zu rauchen, weil sie den Appetit anregen zum Beispiel. Die Protagonistin macht einiges durch: Die Schmerzen und das Erbrechen während der Chemo, den Haarverlust und den Kauf einer Perücke, Verlust beider Brüste und Schaffung zwei neuer... daneben die Tatsache, dass man sie nach fünf Jahren aus ihrem Job drängt, die quälende Frage, ob sie vielleicht Beziehungsgestört ist, warum ihre Mutter ihr so sehr gleicht usw. Bei all dem bleibt die Autorin aber recht an der Oberfläche hängen, der lockere Stil wird nicht unterbrochen. Gelesen habe ich den Roman in einem Rutsch, man grinst, man wird ernst, man hofft und bangt. Dass Natalie gegen den Krebs gewinnen wird, ist schon am Anfang des Buches klar. Aber welcher ihrer Verehrer wird das Rennen machen? Wird sie die Beziehung zu ihrer besten Freundin nach dem großen Streit kitten können? Und was ist mit ihrem Job, nachdem sie der Senatorin mal so richtig die Meinung gegeigt hat? Natalie ist nur auf den ersten Blick eine Vorzeigefrau. Sie hat ihre Fehler und davon eine ganze Menge. Dennoch bleibt sie symphatisch und man drückt ihr die Daumen. Mir war die Krankheit trotz allem zu sehr Bilderbuch, es lief genauso ab, wie es in einem Medizinbuch unter "so solls im Idealfall sein" stehen würde. Die einzelnen Kapitel sind in Monatsphasen eingeteilt und in einem knappen halben Jahr hat Natalie es überstanden. Trotzdem: es liest sich reibungslos und die Geschichte entwickelt einen ganz eigenen Charme. Wer öfter zu Liebesromanen greift, wird sich über dieses Buch freuen.


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