Mittwoch, 28. Januar 2009

Fiebertraum - George R.R. Martin



Abner Marsh ist Dampfschiffkapitän und hat seine eigene Company. Leider hat er sehr viel Pech, eines seiner Schiffe explodierte, weitere wurden vom Packeis zerstört. Just in diesem Moment wendet sich der smarte Geschäftsmann York an ihn und bietet ihm eine Partnerschaft an. Das größte und beste Dampfschiff soll gebaut werden und Marsh soll dessen Kapitän sein. Trotz anfänglicher Zweifel stimmt er zu und die Fevre Dream schlägt alle Erwartungen. Aber dann kommen Marsh Zweifel an seinem Partner, da der nur Nachts aus der Kabine erscheint und zudem seltsamen Todesfällen folgt. Zunächst regt ihn damit nur auf, dass er niemandem die Schnelligkeit seines Schiffes zeigen kann. Doch dann stößt er auf Gedichte und zieht Parallelen. York kommt dahinter und erzählt ihm schließlich, dass er das ist, was die Menschen "Vampire" nennen, obwohl dieser Name nicht wirklich passt. Sie trinken Blut ja, einmal im Monat, wenn der Rote Durst kommt. Aber sie können niemanden zu einem von ihnen machen, sie sind ein Volk, das Nachtvolk. Und es gibt nur noch so wenige von ihnen. York glaubt, er könne der König, der Blutmeister der Blutmeister sein und sein Volk an den Ort der alten Legenden führen und es damit retten. Marsh glaubt ihm und will ihm helfen, denn York hat ein Gebräu erfunden, dass er statt des Blutes eines Menschen trinken und damit den Roten Durst besiegen kann. Aber sie haben nicht mit Dämon Julian und seinen Getreuen gerechnet. Er schlägt York und selbst Marsh kann wenig für ihn tun. Es vergehen viele Jahre bis...

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist Martin exzellent gelungen, die Zeit der Skalverei, der Dampfschiffe einzufangen. Ich konnte ihm jederzeit folgen, ich sah die Fevre Dream vor meinem geistigen Auge. Was mir am meisten gefallen hat war, dass es keine dieser Vampirgeschichten ist, wie sie derzeit leider den Markt regelrecht überfluten. Wer davon etwas lesen will, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Kein Sex, keine übertriebene Darstellung von Blut und Gewalt (obwohl davon natürlich auch einiges vorkommt). Vor allem auch die Charaktere sprechen an, weil sie so echt und wirklich scheinen. Sie agieren so, wie man es erwarten würde und ihrer Zeit angepasst, ohne dabei platt zu wirken. Sie verlieren auch mal, wo man einen Sieg erwarten würde... Gerade York hat genau das gewisse Etwas abbekommen, dass weibliche Leser anzieht. Das Ende wirkte ein wenig so auf mich, als sei Martin an seiner beabsichtigten Seitenzahl angekommen und verkürzte den Rest etwas, wenn auch dieses Ende passt und spannend gemacht ist.


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