Sonntag, 11. Januar 2009

Die Teufelshaube - Ariana Franklin



Zweites Abenteuer, wieder sehr gelungen.

Adelia ist Waise, wurde aber von einem jüdischen Vater und einer christlichen Mutter aufgezogen. Sie ermöglichten Adelia das Studium der Medizin - immerhin im Jahre 1160 rum. Sie lernt gut von und mit ihrem Vater und wird bald so etwas wie eine Spezialistin - der Toten. 1171 kommt sie in "Die Totenleserin" nach England, um die Morde an einer Reihe unschuldiger Kinder aufzuklären. Da ihr das gut gelingt und sie den König beeindrucken kann, erlaubt ihr dieser nicht, nach Italien zurückzukehren. Sie muss bleiben und schließlich geschieht ein Mord, der einen Bürgerkrieg auslösen könnte. Der König besteht darauf, dass der wahre Schuldige gefunden wird und da bisher alles auf seine Frau hinweist, die die Rivalin offenbar ermorden ließ, macht er sich zum Krieg bereit. Adelias Geliebter, der Bischof (nahm den Posten an, da sie ihn nicht heiraten wollte, da sie sich nicht zur Hausmutti berufen fühlte) lässt sie und die gemeinsame Tochter zu sich kommen und überredet sie, sich der Sache anzunehmen. Die schöne Rosamund sitzt von Eis vor Verwesung bewahrt in ihrem Turm am Schreibtisch, mit der Feder in der Hand und einen Brief an die Königin schreibend. Durch mehrere Umstände gelangt Adelia in das Kloster um Oxford und wird dort mit ihrer Tochter, Gyltha ihrer Freundin und Mansur ihrem Begleiter eingschneit. Nicht nur ein Mörder ist unter ihnen und Adelia macht sich ans Werk, die Schuldigen zu finden. Dabei riskiert sie aber nicht nur ihr eigenes Leben...



Schon vor einigen Jahren stieß ich auf diese Autorin, damals noch unter dem Namen Diana Norman. Ich bin froh, dass sie endlich auch von einem breiteren Publikum entdeckt wurde. Mir gefiel, wie sehr ich mich in die Zeit hinein gesetzt fühlte, wie ausgeklügelt man Stück für Stück der Wahrheit näher kommt. Auch die Liebesgeschichte zwischen Adelia und ihrem Bischof ist gelungen, wenn sie diesmal doch eher Beiwerk ist. Eleanor gefiel mir, Facetten, an die ich so nie gedacht hätte (obwohl ich mich mit der historischen Gestalt schon beschäftigt habe) wurden mir offenbart. Mein einziges Manko ist das Ende, leider. Denn da klärt sich ja alles auf. Ich bin inzwischen schon so vielen Personen begegnet, die Posten oder Titel inne hatten und mal mit diesen und mal mit ihrem Namen benannt wurden, dass ich zuerst den Mörder Rosamunds (und dessen Auftraggeber) nicht einordnen konnte. Es dauerte immerhin zwei Seiten bis ich mich erinnerte wer das war. Dann schließlich kommt aber alles so, wie ich das erwartet habe, mir gefällt das Ende und ich glaube und hoffe, dass Ariana Franklin noch ein weiteres Buch rund um Adelia schreiben wird. Der wirkliche Mörder konnte nämlich entkommen und wieder ist es ihr nicht erlaubt aus England auszureisen... Als Taschenbuch ist "Die Teufelshaube" leider noch nicht erschienen, aber Weltbild hat sene Ausgabe um 40% gesenkt. Ich empfehle das Buch, es gefiel mir sehr, aber ich bin zugegebener Maßen auch ein Fan der Autorin geworden.


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