Dienstag, 18. November 2014

(Gesammelt) James Patterson: Maximum Ride


Die Serie umfasst im Original acht Bände (ein neunter soll kommen) und ist mit diesen auch abgeschlossen. Leider hat sie es in der deutschen Übersetzung nur bis einschließlich Band 3 gebracht, wurde aber auch als Manga adaptiert.
Es geht um eine Gruppe Kinder und Jugendlicher, die in einem Labor gezüchtet wurden und deren DNA Anteile von Vögeln enthält. Sie haben Flügel und weitere "Verbesserungen" erhalten und konnten nach einer tristen und kurzen Kindheit aus der "Schule" fliehen. Nun verstecken sie sich vor ihren Machern und den Erasern, wolfsähnlichen Mutanten, die ihnen immer dicht auf den Fersen sind.
Das Kommando hat die vierzehnjährige Max übernommen, sie kümmert sich liebevoll um alle und trifft die wichtigsten Entscheidungen. Fang und Iggy, der blind ist, sind ebenfalls vierzehn. Nudge ist acht, Gasmann sieben und Angel ist sechs.
Die Kids müssen in den ersten drei Bänden gegen ihre "Macher" antreten, die vorhaben, die Welt ins Chaos zu stürzen und eine neue Menschenrasse zu züchten. Dahingehend kann die Serie auch als abgeschlossen betrachtet werden, auch wenn diverse kleinere Handlungsstränge offen bleiben.
Eine Filmvorlage, die auf der Serie beruht, ist erstellt und es wurde wohl auch schon gedreht. Als dann aber die Regie wechselte und einige Crewmitglieder starben, ging es nicht vorwärts und das Projekt stockte. Ob es je beendet wurde, konnte ich nicht herausfinden.


Maximum Ride:
Prequels
Der Tag, an dem der Wind dich trägt
Das Ikarus-Gen

1. Maximum Ride: The Angel Experiment (Maximum Ride - Das Pandora-Projekt/ Maximum Ride - Das Experiment Angel)
2. Maximum Ride: School's Out Forever (Maximum Ride - Der Zerberus-Faktor/ Maximum Ride - Das Wolfsgen)
3. Maximum Ride: Saving the World and Other Extreme Sports (Maximum Ride - Der Prometheus-Code/ Maximum Ride - Rettet die Welt!)
4. Maximum Ride: The Final Warning
5. MAX: A Maximum Ride Novel
6. Fang: A Maximum Ride Novel
7. Angel: A Maximum Ride Novel
8. Nevermore: A Maximum Ride Novel
9. Maximum Ride Forever (Mai 2015)



Max ist vierzehn und sie und ihre fünf Geschwister sind auf der Flucht - ihre DNA enthält Anteile eines Vogels. Zwei Jahre zuvor sind sie aus einem Ort, den sie Schule nennen, geflüchtet.
Ihre einigermaßen sichere Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie von Erasern, den wolfsartigen Söldnern der Schule, aufgespürt und gejagt werden. Die sechsjährige Angel wird gefangen genommen und verschleppt. Die anderen müssen fliehen und Pläne schmieden, wie sie ihre Schwester befreien können.
Die inzwischen achtbändige Reihe ist mit diesem Band noch einmal neu aufgelegt worden. Hat die erste Variante davon suggeriert, dass es sich um knallharte Thriller handelt, wird an der Neuauflage schon an den Covern klar, dass sich die Bücher für jüngere Leser empfehlen. Allerdings - und das ist wirklich ein ganz großes Manko - dürften sich ab Vierzehnjährige und Ältere von der Art des Geschriebenen etwas veralbert vorkommen, weswegen sich der Roman eher für Zehnjährige eigenen dürfte. Es hat eine ganze Weile gedauert, sich an den Stil des Autors zu gewöhnen. Hinzu kommt, dass es sehr große Logiklücken gibt, die selbst einem Kind auffallen dürften und die nicht ansatzweise erklärt oder geschlossen werden. Über so etwas muss man also leider hinweg sehen können, um die Geschichte genießen zu können.
Patterson hat jedoch einen überaus spannenden und actionreichen Plot generiert, der sich auf sehr kurze Kapitel verteilt, die das Lesen ziemlich erleichtern, allerdings oftmals in einem Cliffhanger enden. Allein das, was an Story geboten wird, schafft es, einen gefangen zu nehmen und nicht mehr loszulassen, bis die letzte Seite umgeblättert wurde. Doch mitunter geht alles ein wenig zu schnell, was wenig Raum für die Figuren lässt und so leider auch für Oberflächlichkeiten sorgt. So waren die jüngeren Kinder oft kaum voneinander zu unterscheiden.
Trotz der Kritikpunkte, die sicher dem einen oder anderen Leser sehr missfallen dürften, handelt es sich bei "Das Experiment Angel" um eine rasant erzählte Geschichte mit einigen Höhen und Tiefen, die zwischendurch fix durchgelesen ist.


Der Zerberus-Faktor
Mein Name ist Max. Kurz für "Maximum". Und ich kann fliegen. So wie meine Geschwister. Bei unserer Geburt hat man uns Gene von Vögeln eingepflanzt. Doch wir sind aus dem Labor ausgebrochen, in dem man uns gezüchtet hat. Seitdem werden wir gejagt, von den Erasern, einer Kreuzung von Menschen und Wölfen. Schlimmer noch, ich trage einen Mikrochip, mit dem man mich überall finden kann. Und außerdem gibt es da die Stimme in meinem Kopf, die mir dauernd einreden will, ich müsse die Welt retten. Dabei versuche ich nur, meine Familie zusammenzuhalten. Und dafür riskiere ich alles. Sogar mich mit meinem Feind zu verbünden. Solange er mir und meinen Geschwistern ein normales Leben verspricht. Auch wenn es nicht von Dauer sein kann. Denn ich weiß, wer mein gefährlichster Gegner ist. Wenn ich in den Spiegel blicke, sehe ich mich selbst als Eraser ...
Max und der Schwarm werden angegriffen und Fang dabei lebensgefährlich verletzt. Um ihn zu retten, bleiben alle zusammen in einem Krankenhaus, wo das FBI sie aufstöbert. Alle werden in das Haus einer FBI-Agentin gebracht, wo sie das erste Mal ein normales Leben führen und auch zur Schule gehen. Das bringt so viele humorige Szenen mit sich, das die Seiten nur so vorüberfliegen - und ehe ich laut loslache, dauert es auch eine ganze Weile. Max ist unheimlich taff und hat alles im Griff, auch wenn sie mal nicht weiter weiß. Sie und Fang sind sich näher gekommen und es hat einen Kuss gegeben, doch dieser wird totgeschwiegen. In der Schule bekommen beide andere Schwärmereien. Im Vordergrund steht aber die Gruppe als solche. Während im ersten Teil gerade die jüngeren Kinder kaum voneinander zu unterscheiden waren, ist hier jeder einzelne sehr individuell gestaltet worden. Auch die Beziehungen untereinander sind anschaulich dargestellt.
Dieser Band ist mit seinem Vorgänger kaum zu vergleichen, denn er ist um Längen besser. Kaum Logiklücken, Stringenz, Gefühl und Spannung. Was nicht so ganz hinhaut, ist der Zielgruppe geschuldet. Wirklich toll.


Der Prometheus-Code
Max und ihre Geschwister sind das Ergebnis eines genetischen Experiments. Die geheime Organisation, die für diese Experimente verantwortlich ist, hat ihre natürlichen Feinde auf sie angesetzt. Die Eraser sind eine Kreuzung aus Menschen und Wölfen, und sie machen Jagd auf alles, was sich bewegt. Doch nun drehen Max und ihr Schwarm den Spieß um und nehmen selbst die Jagd auf. Max hat sich zum Ziel gesetzt, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen und stößt dabei auf ein Geheimnis, das größer ist, als sie selber ahnt. Denn wie einst Prometheus für die Menschen das Feuer vom Himmel holte, so ist es auch ihr vorherbestimmt, die Menschheit zu retten von der sie selbst niemals ein Teil sein kann.
Nach dem gelungenen zweiten Band der Serie, die unbedingt in Folge gelesen werden sollte, konnte der erste als Auftakt verschmerzt werden. Doch leider kam dann dieser dritte Band, der zwar inhaltlich viel verspricht und auch halten kann, dessen Aufbau aber sehr wirr ist.
Zunächst gibt es diverse Handlungsstränge, die vom Autor mittendrin umgeschmissen werden, als sei ihm beim Schreiben mittendrin eingefallen, dass es anders besser wäre. Aber statt zurückzugehen und die Stelle zu bereinigen, hat er einige megadünne und recht fadenscheinige Erklärungen erfunden. War nun alles ein künstlich produzierter Traum? Warum kann Max ihre Hand trotzdem benutzen? Wer ist (k)ein Verräter? Dinge, die völlig unklar bleiben.
Der Schwarm trennt sich nach einem Streit, man sucht den Übeltäter nach Geschlechtern getrennt. Max kommt am dichtesten heran, aber Fang kann mit seinem Blog alle Kinder der Welt mobilisieren.
Es ist hochspannend, was Patterson da fabriziert und ein genialer Showdown, der aber trotzdem irgendwie verpufft. Einen Jungen zur Rettung von Max zu schicken schien dann irgendwie nicht mehr infrage zu kommen, denn auch hier wirkt die Handlung unstet, wie mittendrin mehrmals abgeändert (zu viele Testleser?).
Die Abenteuer der Gruppe zu verfolgen, hat es in sich und verspricht eine ganze Menge Lesespaß. An manche Dinge muss man sich jedoch offenbar gewöhnen, aber so hat vermutlich jeder Autor seine Eigenheiten.


Buch 1 war in der TB-Ausgabe gekauft, die beiden anderen als HC ertauscht. Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich auf diverse Cover und Ausgaben der ersten drei Bände. Nun bin ich sicher kein Profi, aber ich denke doch, dass es mehr Sinn gemacht hätte, die Druckkosten in die Fortsetzungen zu investieren, statt regelmäßig Neuauflagen zu produzieren. Die Fans sind da und hätten sich gefreut, der Absatz wäre vorhanden gewesen. Manchmal macht es vielleicht Sinn auch mal kleine(re) Brötchen zu backen. Vielleicht sollte auch beim letzten Mal der Film, der nie gekommen ist, als Zugpferdchen herhalten. Die Vermarktung war sicher auch nicht immer so günstig, da es sich nicht um knallharte Thriller handelt, sondern phantastische Jugendbücher für 12-16.
Interessant ist die Serie allemal und trotz allem halte ich sie für sehr lesenswert.

Kommentare:

  1. "Der Tag, an dem der Wind dich trägt" habe ich vor vielen Jahren mal gelesen und fand es recht spannend. Die Fortsetzung "Das Ikarus-Gen" gehört allerdings zu den schlechtesten Büchern, die mir je untergekommen sind. Das hat mir dann leider auch jegliche Lust auf weitere Bände dieser Serie genommen. :-(

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    1. Nun ja, die Prequels sollen mit den eigentichen Max-Büchern nichts zu tun haben. Es sind andere Charaktere und auch eine Ecke jünger wohl. Gelesen habe ich sie aber beide nicht.
      Ist auch, denke ich, eher für jüngere Leser. Ich hatte Buch 1 im Regal und es einfach mal versucht. Auch, wenn es nicht so dolle war, mir hat gefallen, wie der (Spannungs)Aufbau war.

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    2. Die Prequels sind halt definitiv nicht als Jugendbücher vermarktet worden, sondern als Thriller - das war wohl auch ein wenig das Problem bei der Sache. Bei "Der Tag, an dem der Wind dich trägt" hat das noch einigermaßen gepasst, beim "Ikarus-Gen" allerdings nicht. Bei letzterem haben aber auch einfach Sprache und Spannung zu wünschen übrig gelassen.

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    3. Nein, ich meinte das genau anders herum ;-) Ich glaube, die Prequels sind für ein älteres Publikum, als die Max-Bücher.
      Hier waren ja auch solche, die ich toll fand und solche, die ich nicht so toll fand. Aber von spannender Handlung, da versteht er schon was.

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